ALG 2 Mehrbedarf Ernährung

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Beitrag von chrissy68 23.03.10 - 18:35 Uhr

Hallöchen,

wer kann helfen? Ich bekomme zusätzlich zu meinem Elterngeld ( nach Babyurlaub wieder Gehalt) ALG2.

Mein Zwergi leidet unter Hühnereiweissunverträglichkeit, er bekommt nach Verzehr Bauchschmerzen mit schlimmen Durchfall. In vielen Lebensmitteln ist Hühnerei enthalten, es ist auch nicht Pflicht dies zu deklarieren.

Bei der Arge stellte ich einen Antrag auf Mehrbedarf für besondere Ernährung, welcher natürlich promt abgelehnt wurde.

Meine Frage an euch: wer kennt sich aus, hat mein Zwerg Anspruch oder nicht? Ich finde diesbezüglich leider keine Informationen, stöbere schon den ganzen Tag im Inet.

Viele liebe Grüße

Chrissy

Beitrag von honolulumieze 23.03.10 - 18:45 Uhr

Zahlt dir die Krankenkasse keine Spezialnahrung? Zumindest weiß ich aus dem Bekanntenkreis, wo ein Kind keine normale Milchnahrung bekommen darf, dass die Krankenkasse Spezialnahrung zahlt.

Beitrag von chrissy68 23.03.10 - 18:53 Uhr

Milch verträgt er, es geht nur um Hühnereiweiss.

Beitrag von king.with.deckchair 23.03.10 - 19:06 Uhr

Guckst du hier:

http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A01-Allgemein-Info/A015-Oeffentlichkeitsarbeit/Publikation/pdf/Gesetzestext-21-SGB-II-Leistungen-Mehrbedarfe.pdf

auf Seite 13.

Der Satz "welcher natürlich promt abgelehnt wurde" ist unpassend, denn ein ARGE-SB, lehnt nicht "natürlich" Dinge ab, sondern auf Grund bestimmter Regelungen. Selbstverständlich ist jedoch auch ein ARGE-SB nur ein Mensch und kann irren.

Beitrag von chrissy68 23.03.10 - 20:58 Uhr

Vielen Dank, dies war sehr hilfreich.

Sorry, ich möchte niemandem auf die Füsse treten, aber die wenigen Dinge, die ich da je beantragt habe, wurden immer erst einmal abgelehnt, sogar ne Klassenfahrt. Es ist immer die gleiche Bearbeiterin.....

Und noch lieber wäre mir, wenn ich gar nicht darauf angewiesen wäre........

Beitrag von king.with.deckchair 23.03.10 - 19:08 Uhr

Da war er, der Irrtum: Schau ab Seite 8 und auf Seite 11.

Beitrag von zwiebelchen1977 23.03.10 - 19:16 Uhr

Hallo

Das stimmt so nicht Es gibt seid 2005 ein Gesetz, das diese Allergene mit aufgeführt werden müssen.

Mein Sohn hat eine Milcheiweissallergie und wir müssen auch auf alles achten. Und es steht überall drauf, was drin ist.

Es ist umständlich, aber es gibt viele Lebensmittel, ohne diese Stoffe. Man muss halt nur viel lesen.

BIanca

Beitrag von diewildehilde 24.03.10 - 06:44 Uhr

Frisch kochen, ist hier das Zauberwort....

Beitrag von chrissy68 24.03.10 - 06:54 Uhr

Ach nee, eine schlaue Antwort.....nur habe ich nicht danach gefragt.

Beitrag von windsbraut69 24.03.10 - 07:07 Uhr

Ja, was ist denn an seiner Ernährung zwangsläufig kostenaufwändiger als bei Kindern ohne dieses Problem?

Meines Wissens ist Hühnereiweiß übrigens deklarationspflichtig.

Gruß,

W

Beitrag von chrissy68 24.03.10 - 09:21 Uhr

Hühnerei wird in der Lebensmittelindustrie recht häufig aus technologischen Gründen
verwendet und nicht deklariert.
Lebensmittel, die Hühnerei enthalten können: (keine vollständige Liste)
Brot, Brötchen, Kuchen, Kekse, Paniermehl, Backerbsen
Eierteigwaren, Nudeln
Knödel, Kroketten
Aufläufe, legierte Suppen
Paniertes Fleisch, zubereitetes Hackfleisch
Panierter Fisch, Fischzubereitungen
Eierspeisen, Mayonnaise
Eiscreme, Kakaogetränk, Fruchtsäfte, Instantgetränke
Schokolade, Schaumzuckerwaren, Müsliriegel, Pudding

Literatur:
Werfel, T.; Reese, I. (2003) Zur Nahrungsmittelallergie: Diätvorschläge und Positionspapiere für Diagnostik und
Therapie, Dustrie-Verlag Dr. Karl Feistle, München

Ich koche und backe alles selber, ich wußte dass es ein Fehler war hier zu fragen.

Beitrag von windsbraut69 24.03.10 - 09:29 Uhr

Ja, ist natürlich ein Drama, wenn er weder abgepackte Kroketten, Pudding, noch fertig panierte Fleischabfälle essen darf.

Was mich allerdings wundert, ist, dass Du einen Link von 2003 einstellst, nachdem Zwiebelchen die These aufgestellt hat, dass dieses Allergen seit 2005 (!) deklarationspflichtig ist.

Allerdings braucht man m. E. keine Deklaration, um sich denken zu können, dss Eierspeisen und Mayonnaise Ei enthalten könnten :)

Beitrag von chrissy68 24.03.10 - 09:36 Uhr

Meine Frage war übrigens eine vollkommen andere.

Trotzdem herzlichen Dank für deine Meinung.

Beitrag von windsbraut69 24.03.10 - 10:21 Uhr

Wir sind hier aber nicht bei der Auskunft, sondern in einem Diskussionforum und Dir wird doch an der Lösung des Problems gelegen sein oder etwa nur an mehr Geld?

Ich habe den Link übrigens so gedeutet, dass Dir der Mehrbedarf nur dann gewährt werden muß, wenn Du ihn (bei nicht gelisteten Krankheiten) auch mittels Attest belegen kannst.

Gruß,

W

Beitrag von chrissy68 24.03.10 - 10:35 Uhr

Die Lösung des Problems wäre an sich nur der Wegfall der Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Ich habe hier mehrfach mitgelesen, jeder ALG2-Bezieher wird hier gerne von einigen Usern mies gemacht, finde ich echt beschissen, denn vielen Eltern geht es ähnlich wie mir: arbeiten gehen und dann noch beim Amt anstehen.

Ich habe das Attest von unserer Kinderärztin schon längst eingereicht, ich habe daraufhin einen Ablehnungsbescheid bekommen.

Selbst für einige Impfungen muss mein Sohn ins KH, er muss dann für 24 Stunden überwacht werden.

Und wie schon geschrieben: ich koche und backe alles selbst, denn der Zwerg darf noch nicht einmal einen Keks geschenkt bekommen, auch da könnte Ei drin sein.

Hier geht es nicht nur ums Geld, hier geht es darum, dass ich meinen kleinen Jungen ordentlich ernähren kann.

Und wenn man hier nichts mehr fragen darf, kann urbia eigentlich gleich stillgelegt werden! Wozu ist es denn da?

Beitrag von diewildehilde 24.03.10 - 12:04 Uhr

Natürlich geht es hier ums Geld.

Ich bin selbst Allergiker und muss auf meine Ernährung achten.

Erzähl mir bitte nicht, dass man - wenn man arbeiten geht - nicht frisch kochen kann. Denn wenn Du frisch kochst und auf den ganzen Fertigmüll verzichtest, weißt Du genau, was Du verzehrst. Im übrigen gibt es mittlerweile in jedem ordentlichen Discounter Bio-Nahrung, die genau deklariert ist, zu einem Preis, den fast jeder zahlen kann.

Aber ich kann Dir gerne ein paar Tipps für günstiges Kochen geben. Der erste wäre, regional und saisonal einzukaufen.

Beitrag von windsbraut69 24.03.10 - 12:12 Uhr

Du darfst hier zur Diskussion stellen, was Du magst, mußt nur eben auch mit MEINUNGEN rechnen und Dir ist hier niemand wirklich blöd gekommen.

Natürlich geht es um Geld, das hast Du ja schließlich beantragt, oder?

Wie schon gesagt, es wird offensichtlich im Einzelfall entschieden und so wirklich nachvollziehbar ist der finanzielle Mehraufwand nicht. Die von Dir gelisteten Lebensmittel sind ja nicht unbedingt unverzichtbare Basics und selber backen und kochen ist mit Sicherheit nicht teurer als fertiges Zeugs zu konsumieren.

Beitrag von diewildehilde 24.03.10 - 12:05 Uhr

""""Allerdings braucht man m. E. keine Deklaration, um sich denken zu können, dss Eierspeisen und Mayonnaise Ei enthalten könnten :)""""

Ich lach mich schlapp. Danke, Du versüsst mir gerade meine Mittagspause!!!

Beitrag von windsbraut69 24.03.10 - 12:13 Uhr

Gern.

Aber mal ehrlich - genau diese Lebensmittel hätte ich jetzt im Sinne einer schlüssigen Argumentationskette NICHT aufgeführt, oder???

LG

Beitrag von diewildehilde 24.03.10 - 13:03 Uhr

Aber das schlimme ist, dass man nach solche Aussagen auch noch ernst genommen werden will!

Ich bin auch Allergiker, und zwar starker, aber auf die Idee, nach finanzieller Unterstützung zu fragen, bin ich noch nicht gekommen, sollte ich vielleicht mal tun?
Vielleicht hab ich seit Jahren zuviel Geld für Pflege-Produkte aus der Apotheke ausgegeben?

Beitrag von windsbraut69 24.03.10 - 13:24 Uhr

Ja Mensch, ich mußt mir wegen der Katzenallergie auch Pferde anschaffen.....die sind verdammt teuer im Unterhalt :)

Beitrag von diewildehilde 24.03.10 - 14:02 Uhr

Hahahaha, ich habs gewusst!!!!

Guck mal hier:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=1&tid=2558224

Beitrag von hexlein77 24.03.10 - 19:59 Uhr

Aufgrund des Urteiles des BVerfG vom 09.02.2010, 1 BvL 1/09, 1 BvL 3/09, 1 BvL 4/09, ergibt sich - abweichend von der bisherigen Rechtslage - für alle ALG II-Bezieher, die aufgrund einer chronischen Krankheit einen dauerhaften Mehrbedarf haben, der nicht mit dem Regelsatz gedeckt wird, wieder die Möglichkeit, einen Mehrbedarf in Höhe des tatsächlichen Mehraufwandes zu beanspruchen.

Widerspruch einlegen! :-)

Beitrag von windsbraut69 24.03.10 - 21:36 Uhr

Ja, in Höhe des "tatsächlichen Mehraufwandes".

Genau das dürfte hier das Problem sein.
Wie will man denn einen tatsächlichen Mehrbedarf belegen,wenn ein Kind keinen Fertigmüll essen darf wie TK-Schnitzel und abgepackten Pudding?

Gruß,

W