Wie und wie schnell kann ich NOTfalls mit dem Stillen aufhoeren?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von anyae 23.03.10 - 21:56 Uhr

Hallo ihr lieben,
ich wende mich mal ans Stillforum, da ich hoffe, ihr kennt euch mit sowas aus;-)

Kurz zur Vorgeschichte:
Unsere Tochter ist im Juni 2007 geboren und ich habe nach der Geburt gleich mit dem Stillen angefangen.
Allerdings gab es dabei NUR Probleme. Viele haben ja das Problem zu wenig Milch zu haben, bei mir war es viel zu viel.
Hoert sich vielleicht nicht schlimm an, war es aber.
Los ging es damit, dass meine Tochter gar nicht richtig trinken konnte. Die Brueste waren immer so prall, dass sie nicht richtig andocken konnte. Sobald sie mit ihrem Mund an mir war spritzte ihr alles entgegen und sie verschluckte sich am laufenden Band. Darauf hin haben wir es mit abpumpen versucht, aber selbst danach konnte sie nie triken ohne sich ordentlich zu verschlucken. Sie musste nie saugen, es spritze ihr immer in den Mund ohne das sie etwas tat.
Nachts war nicht nur ich pitschnass, sondern auch mein Kind, das hiess alle 1-2 Stunden Tag und Nacht durfte ich uns beide komplett umziehen, da wir aussahen als kaemen wir aus der Dusche.
Ich habe daraufhin diese Plastikschaelchen fuer den BH gekauft, die jeweils nach 2 Minuten (kein Witz!) vollgelaufen waren und ueberliefen.
Ich konnte nicht nach draussen, nicht mal zum spatzieren gehen. Egal ob mit abpumpen oder ohne, und sogar trotz Plastikschlaen war ich alle 2 Minuten durchnaesst. Und ich meine nicht nru einen kleinen Fleck auf dem T-shirt.
Wir konnte keinen Besuch bekommen, nirgendwo hingehen, gar nichts. Meine Tochter nahm dazu noch ab, weil sie ja nie wirklich trinken konnte und sich immer nur verschluckte.
Waehrend der ganzen Zeit hatten wir unsere Hebamme an unserer Seite (die im uebrigen SEHR fuer das stillen ist) und versuchten mit allen Tricks und Tipps zu erreichen, dass ich weniger Milch hatte. Wir schuetteten TAEGLICH mehrere Liter abgepumpter Muttermlich weg(!).
Fuer mich war es absoluter Psychoterror, mir und meiner Tochter ging es taeglich schlechter damit, bis unsere Hebamme nach etwas ueber 2 Wochen zu mir sagte wir muessten wirklich damit aufhoeren wir wuerden ja beide daran kaputt gehen....
Dafuer entschied ich mich dann letztlich auch, obwohl ich ja weiss, das Muttermlich das beste ist, in diesem Fall war es das fuer uns beide nicht.
Ich musste dann fuer mehrere Tage recht schmerzhaft eingeschnuert werden um eine Entzuendung zu vermeiden und das war wirklich die Hoelle.
Nachdem wir auf die Flasche umgestiegen waren ging es uns beiden SUPER! Meine Tochter war ausgeglichen, schrie kaum mehr, wir waren gluecklich und alles klappte einfach super.

Nun bin ich zum 2. mal schwanger (Woche 21) und stehe wieder vor dem gleichen Problem. Bei mir hat die Vormilch diesmal schon in der 9. Woche angfangen, mittlerweile benutze ich schon wieder besagte Plastikschaelchen um wenigstens jetzt noch nach draussen zu koennen. Momentan muss ich sie noch nicht alle 2 Minuten ausleeren, aber es langt,.... Ich mag gar nicht daran denken, wie das wieder wird, wenn das Baby erstmal da ist und die richtige Milch einschiesst.
Nun wuerde ich trotz allem dem Stillen aber doch noch mal einen neuen Versuch geben, in der Hoffnung, dass es diesmal vielleicht weniger Milch ist, einfach "normal" viel und wir evtl. gut damit klar kommen. Ich moechte nicht gleich nach der Geburt eine Tablette schlucken und gar nicht erst anfangen, ohne es probiert zu haben.
ABER: Wenn es wieder genauso wird, moechte ich (ich denke verstaendlicher Weise) damit aufhoeren. Muss ich dann wieder eingeschnuert werden?
Gibt es auch andere Wege, schnell mit dem Stillen aufzuhoeren? (langsam abstillen waere in meinem Fall nicht gegangen, wir hatten es ja versucht aber die Milch hoerte nicht auf).
Meint ihr es macht ueberhaupt Sinn es nochmal zu versuchen, wo jetzt schon wieder die Vormilch so viel ist?

Ich haette gerne mal eure Meinungen dazu, vielleicht hatte ja jemand sogar ein aehnliches Problem?
Oder kann mir jemand sagen wie und wie schnell ich im NOTFALL aufhoeren kann?

Ich waere wirklich dankbar fuer ein paar Tips, ich wuerde dem ganzen wirklich sehr gerne noch eine Chance geben...

Vielen Dank,
verzweifelte Gruesse,
Anya, Lillian #schrei (*02.06.2007) und #ei (21.SSW)

Beitrag von kelly77 23.03.10 - 22:19 Uhr

Hatte auch am Anfang sehr viel Milch.
Mir spritze die Milch auch so entgegen,aber wenn ich
Stillpads auflegte war schnell alles trocken.

Aber bitte tue folgendes niemals: ABPUMPEN!!

Deine Brust "denkt" sie muß mehr und mehr produzieren...
kaum hast du es abgepumpt,pumpt deine Brust die
nächste Portion hinterher. Die weiß ja nicht das da kein
hungriges Baby getrunken hat,sondern die olle Pumpe.
Die Menge regelt sich von alleine und stellt sich immer
genau auf die Bedürfnisse deines Baby ein.

Am Anfang ruhig alle 2 -3 Std anlegen ,auch nachts.
Leider wirst du mehr Ausdauer brauchen als 2 Wochen.
Das ist zu wenig Zeit für Dich,dein Baby und deinen Körper,um sich auf alles umzustellen.
Versuche ruhig zu bleiben,dein Kind merkt,wenn du angespannt stillst.Es soll ja eine ruhige und kuschelige
zeit sein und kein Streß und Krampf.
Ich habe erst nach 6 Wochen Besuch empfangen.
Natürlich kam meine Familie,aber vorwiegend um mir zu helfen und nicht um mir noch mehr Streß und Arbeit zu machen.
Ich habe selbst als meine Maus schon 3 Mon. war noch so
einige schmerzhafte Phasen gehabt,wenn die Brust sich dann auf neuen Bedarf einstellt,weil die Mäuse so langsam nachts länger schlafen...aber es hat sich gelohnt.
Ich vermisse noch heute manchmal diese stillen Momente,in denen es nur mich und die Kleine gibt.
Ich habe 7 Mon. vollgestillt und es dann langsam
gegen Brei getauscht...und dabei hat mir
Pfefferminztee geholfen(wirkt abstillend )und es gibt auch
Globuli die man in der Abstillphase einnimmt.
Ich wünsche Dir viel Glück,Gelassenheit und Kraft!!
LG

Beitrag von doreensch 23.03.10 - 22:50 Uhr

Es gibt diese Stilleinlagen aus Silikon die beruhen auf dem Prinzip das die Brustwarze eingedrückt wird und dann keine Milch rausläuft die Schalen würden ja niemals den Ausfluß der Milch verhindern sondern fangen das ja nur auf.

Pferfferminztee und Salbeitee wirken abstillend
Jegliches Pumpen regt die Produktion an

Wann und wieviel Vormlich sich so bildet sagt nichts über spätere Stillfähigkeit und Menge aus

Wenn dich besser an die La Leche Liga statt an die Hebamme

Ich bin mir sicher du wirst stillen können aber die Methoden die du beschreibst waren sehr abenteuerlich und milchanregend statt abregend

Beitrag von 20girli 24.03.10 - 09:04 Uhr

Also wenn ich das richtig lese hast du etwa 2 wochen gestillt?
Dann ist das was du erlebt hast völlig in Ordnung gewesen.
Ich hatte am 5 Tag meinen Milcheinschuss...3 Tage hatte ich Brüste die sooo prall waren das es schmerzhaft war. Ich konnte noch nicht einmal die Arme heben. Der kleine konnte nciht trinken weil sie einfach zu fest waren...Stillhütchen waren die Lösung.
Ich hatte soviel Milch das auch ich immer nass war...trank der kleine an der einen Seite...floss es aus der anderen nur so herraus.

Das ist völlig normal und in ordung. Die Milchmenge muss sich erst einmal einstellen...am Anfang weis deine Brust doch nicht ob da nur ein BAby hunger hat oder vielleicht 2....darum produziert sie so viel Milch. Das pendelt sich aber alles ein.

Das in der ersten Zeit ein Baby abnimmt ist auch völlig normal und hat nichts mit der Milch zu tun.
Jedes BAby nimmt ab...darum ist es auch so wichtig das sie solange im Bauch bleiben und so richtig gut speck ansetzten. Denn der Magen der Babys muss sich nach der geburt erst einmal komplett umstellen und an die andere Nahrung gewöhnen.

Stillen ist am Anfang bis mutter und Kind sich eingespielt haben oft recht anstrengend und manchmal auch nervig. Aber auf dauer gesehen lohnt es sich weil es dann einfach ist und völlig unkompliziert.

Abpumpen ist im falle von zu viel Milch auch der falsche weg. Denn wenn du den Milchspendereflex beim Pumpen auflöst denkt die Brust dein Kind hat hunger und produziert nur noch mehr milch. Ausstreichen ist da die bessere Methode.

Vielleicht nimmst du auch noch Kontakt zu einer STillberaterin auf die dann vielleicht tipps für dich hat wie man die Milchmenge reduzieren kann ohne gleich aufhören zu müssen.

LG KErstin

Beitrag von nordmieze 24.03.10 - 11:41 Uhr

Wie schon erwähnt, nicht pumpen, sonst wird noch mehr produziert.

Wenn du stillen willst, aber wieder mit zuviel Milch kämpfst, versuch es mal mit Globuli.
Pytolacca ist sehr gut zum abstillen oder zur Milchreduzierung.

Beitrag von syhana 24.03.10 - 12:14 Uhr

Das kommt mir auch sehr bekannt vor *g*
Meine Hebamme meinte ich könne locker noch drei andere mit stillen.

Salbeitee hilft auch die Milchbildung zu reduzieren... und auf keinen fall abpumpen!!!
Ich wusste ne Woche echt nich mehr wie ich mich hin legen sollte weil die Brüsste so hart und groß waren... aber Quarkwickel und Weißkohlblätter haben da echt wunder gewirkt.

lg Syhana