darf/ kann chef wiedereinstieg als mutti verhindern

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von annbo 24.03.10 - 08:20 Uhr

hallo zusammen,

man was sich chefs immer überlegen - zumindest meiner hätte den orden als familien- und frauenfeindlichster chef verdient.
seine neueste idee ist, mütter keinen wiedereinstieg mehr zu ermöglichen bzw. diese mit einer abfindung "rauszukaufen".

ja spinnt denn der???? oder geht das wirklich? schon klar, wenn sich frauen darauf einlassen, mit einer abfindung haben diese sicherlich keine rechte mehr auf job. aber kann er sonst was machen? kann er z.b. mütter nur in vollzeit zurücknehmen?

mich betrifft die situation noch nicht, da ich seiner aussage nach, die letzte bin, die wiederkommen darf (na danke) - aber wenn wir an kind 2 basteln würde es auch mich treffen.

was sagt ihr dazu? ach so, es handelt sich um ein medienunternehmen und dort arbeiten schon viele mütter in teilzeit.

lg annbo

Beitrag von honolulumieze 24.03.10 - 08:27 Uhr

Wirf einen Blick ins Gesetz. Beschäftigt er mehr als 15 Angestellte? Dann kann er den Wunsch nach Teilzeit nicht ohne Weiteres ablehnen. Dass irgendwo seine Grenze erreicht ist aus betrieblichen Gründen, ist aber auch nicht von der Hand zu weisen. Grundsätzlich steht dir dein alter Job zu den alten Bedingungen nach der Elternzeit wieder zur Verfügung.

Beitrag von sassi31 25.03.10 - 01:09 Uhr

"Grundsätzlich steht dir dein alter Job zu den alten Bedingungen nach der Elternzeit wieder zur Verfügung."

Das ist nicht ganz richtig. Es muss ein gleichwertiger Job zur Verfügung stehen, aber es muss nicht genau der Selbe sein.

Gruß
Sassi

Beitrag von diana1608 24.03.10 - 08:31 Uhr

Hallo, mich hat es auch betroffen.
Ich war in Vollzeit angestellt, ging in Elternzeit mit 2 Kindern für insgesamt 4 Jahre. Danach wollte ich in Teilzeit zurück. Mein Chef meinte, dass dies eine Vollzeitstelle sei und ich nicht zurückkann.
Ich habe mich mit meinem Anwalt zusammen gesetzt. Der Betrieb hatte weit mehr als 15 Mitarbeiter und er hätte mich so in Teilzeit wieder einstellen müssen. Hat er nicht, er bot mir auch ne Abfindung an und hat mir gekündigt.
Da bei uns alle Tagesmütter ausgebucht waren, der Kiga nur bis 13:30 Uhr geöffnet war, sah ich keine andere Möglichkeit.

Gruß Diana

Beitrag von anja676 24.03.10 - 08:44 Uhr

Hallo,

Du schreibst vermutlich selbst den Grund, wieso das so ist: "dort arbeiten schon viele Mütter in Teilzeit."

Das heißt ja im Klartext, dass die meisten Stellen (wahrscheinlich) nur bis 14 oder 15 Uhr besetzt sind. Das ist in vielen Firmen schlichtweg nicht tragbar. Viele Firmen sind darauf angewiesen, dass ganztags jemand da ist. Wenn ein Teil der Mitarbeiter halbtags bzw. in Teilzeit arbeitet, lässt es sich kompensieren. Wenn aber absehbar ist, dass es dann zukünftig kaum "Nachmittagskräfte" gibt, ist das alles zwar blöd, aber aus meiner Sicht nachvollziehbar.

Und klar gibt es die Regelung, dass eine Firma mit mehr als 15 Angestellten Teilzeitarbeitsplätze anbieten muss. Aber auch mit 30 Angestellten und davon 90 % in Teilzeit sind oftmals für den Arbeitgeber nicht vertretbar.

Ich finde das auf der einen Seite blöd, kenne aber auch die Situation derjenigen, die alles auffangen müssen, wenn die Teilzeitkräfte nachmittags nicht mehr da sind.

LG Anja

Beitrag von manavgat 24.03.10 - 09:51 Uhr

Ich würde mich mal an die IHK wenden.

Gruß

Manavgat

Beitrag von blume-99 24.03.10 - 10:18 Uhr

ich kann auch nicht zurück, nichtmal zu den gleichen bedingungen, aber wieviel abfindung bekommt man denn in so nem fall ca.?

steht einem die zu?

Beitrag von windsbraut69 24.03.10 - 12:27 Uhr

Einen grundsätzlichen Anspruch auf Abfindung gibt es nicht.

Dein AG muß Dich aber zumindest für die Dauer der Kündigungsfrist wieder zu den alten Konditionen beschäftigen.

Gruß,

W

Beitrag von annbo 24.03.10 - 13:18 Uhr

super vielen dank für eure antworten ... und ich bin nicht betroffen, also ich kann nach meiner elternzeit in teilzeit zurück. aber ich möchte eigentlich relativ bald noch ein zweites kind.

wie viel abfindung es gibt, weiß ich nicht, da wird sich sicher auch niemand ehrlich drüber auslassen.

in meiner firma arbeiten ca. 120 leute und vielleicht max. 15 mütter in teilzeit. insgesamt liegt die frauenquote sicher bei 75 %

ich finde es einfach nicht richtig, viele junge frauen einzustellen (weil die einfach für weniger lohn arbeiten - ist leider immer noch so) und wenn diese dann eine familie gründen, zu benachteiligen.
na klar kann ich auch meinen chef verstehen, aber dann soll er einfach in zukunft ein paar männer mehr einstellen.

Beitrag von windsbraut69 24.03.10 - 15:16 Uhr

"ich finde es einfach nicht richtig, viele junge frauen einzustellen (weil die einfach für weniger lohn arbeiten - ist leider immer noch so) und wenn diese dann eine familie gründen, zu benachteiligen.
na klar kann ich auch meinen chef verstehen, aber dann soll er einfach in zukunft ein paar männer mehr einstellen"

Ja, wenn aber erst gar keine Frauen eingestellt werden, wird auch gemotzt.
Vielleicht liegt es auch (mit) an vielen Frauen, die meinen, sobald sie ein Kind haben, müßte sich die ganze Welt allein um sie und ihre Interessen drehen.
Die meisten Kinder haben ja zwei Elternteile, da wundert es mich, dass die Probleme mit betreuungskompatibler Teilzeitarbeit immer nur Frauen betreffen.

LG

Beitrag von kampffrettchen 24.03.10 - 13:40 Uhr

Das machen die bösen Unternehmen bestimmt nur, um Mütter zu ärgern. Andere Gründe kann ich mir da nicht vorstellen.

Im Ernst: Unternehmen müssen in erster Linie wirtschaftlich arbeiten. Wie soll das gehen, wenn beträchtliche Teile der Angestellten nach einem halben Tag weg sind? Sieh mal die Seite des Chefs, der Arbeitsplätze schafft und für den Fortbestand des Unternehmens Verantwortung trägt.

Ganz nebenbei würde ich auf eine Mitarbeiterin mit einem derart schlechten Deutsch und einem dermaßen hohen Erregungspotenzial auch lieber verzichten.

Beitrag von annbo 24.03.10 - 13:42 Uhr

oh vielen dank, dein beitrag hilft mir enorm weiter - merci