Hilfe vom Amt, wenn einer voll verdient?

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Beitrag von ooojuleooo 24.03.10 - 10:49 Uhr

Ich hab mal eine kurze Frage. Ich kenne mich leider noch gar nicht damit aus, was man vom Amt bekommen kann.

Wie sieht es denn aus, wenn ein Ehepartner Harz4 bekommt und der andere in einem Arbeitsverhältis steht. Aber leider nur sehr wenig verdient. Es sind keine Ersparnisse da, das Haus zu teuer (Miete).

Bekommt man in so einer Situation auch einen Umzug vom Amt bezahlt? Es gibt ja noch einen Teil, der keine Hilfe vom Amt benötigt.

Es geht hier nicht um ein Umzugsunternehmen, sondern um Geld für evt. Renovierung, Auto, Kaution...

Bitte keine sinnlosen Antworten zum Thema selber schuld, sondern einfach Fakten!

Vielen Dank!

Beitrag von kimmy1978 24.03.10 - 11:10 Uhr

Hallo!

Mal aus reinem Interesse:

Geht das, daß ein Ehepartner Vollverdiener ist und der andere bekommt Hartz? Oder ist das dann ergänzend?

LG
Kimmy

Beitrag von seikon 24.03.10 - 11:11 Uhr

Also erstmal solltest du dich von dem Gedanken los machen, dass ein Partner Einkommen hat und nur der andere Partner Geld vom Amt bekommt.
Das kann man nicht trennen. Das Paar wird als Bedarfsgemeinschaft geführt, das einen gemeinschaftlichen Bedarf hat. Das vorhandene Einkommen wird quasi in einen gemeinsamen Bedarfstopf gerechnet. Völlig gleich, wer davon wie viel erwirtschaftet (Freibeträge gelten aber natürlich pro Person).

Das heisst, das Paar als solches erhält Hilfe vom Amt und nicht nur Partner A oder Partner B.

Wenn die Arge zu dem Schluss kommt, dass die Unterkunft unangemessen ist, dann wird sie das Paar auffordern die Kosten zu senken, sprich sich etwas neues zu suchen.
Hierfür hat das Paar dann i.d.R. 6 Monate Zeit. In dieser Zeit übernimmt das Amt noch die tatsächliche Miete. Egal ob angemessen oder nicht.

Beschließt das Paar nach Ablauf der Frist in der bisherigen Wohnung zu verbleiben, dann wird nur noch die angemessene Miete übernommen. Die Differenz muss das Paar selber zahlen.

Sollte das Paar in eine günstigere Wohnung umziehen, dann muss der Mietvertrag VOR Unterzeichnung von der Arge genehmigt werden (auch dann, wenn sie vom Amt zum Umzug "aufgefordert" wurden).
Ist der neue Mietvertrag angemessen und genehmigt, dann werden alle damit verbundenen Kosten übernommen. Also neben der Miete auch Kosten für Kaution (ggf auf Darlehensbasis), Renovierung, ggf. Fahrzeugmiete, ggf. Doppelmiete usw.

Beitrag von ooojuleooo 24.03.10 - 11:27 Uhr

Danke das war schon mal sehr hilfreich! Wir bekommen noch nichts, das ist alles noch Zukunftsmusik, aber ich wollte einfach mal wissen, wie das gehandhabt wird.

Gibt es da eine feste "Grenze" was das Einkommen betrifft, um Hilfe in Anspruch zu nehmen? Und was, wenn die Arge einen Umzug nicht für nötig hält? Man hört ja immer wieder, das sie da sehr eingefahren sind...

Unser "Hauptproblem" ist eigentlich, das wir nur noch ein Auto haben, und das Arbeiten für mich so unmöglich wird, da wir in einem kleinen Dorf leben, ohne geeigneten Kindergarten, bzw öffetlichen Verkehrsmitteln um zu einer Arbeit zu kommen, die ich erst mal finden müsste hier in der Pampa.

Also Umzug in eine günstigere Wohnung, mit Anbindung an öffentliche Verkehsmittel und somit auch mehr Chancen auf einen Job! Reicht das als Argument für die Arge?

Beitrag von marion2 24.03.10 - 11:37 Uhr

Hallo,

geh hin, gib einen ausgefüllten Antrag ab und warte ab, ob die Arge sich überhaupt für euch zuständig fühlt.

Es wäre möglich, dass ihr in den Wohngeldbezug fallt - das muss extra beantragt werden. Dann wirst du von der Agentur verwaltet.

Sollte die Arge zuständig sein, kannst du einen Antrag stellen und sehen, ob oder ob nicht.

Gruß Marion

Beitrag von tve 24.03.10 - 12:33 Uhr

"Beschließt das Paar nach Ablauf der Frist in der bisherigen Wohnung zu verbleiben, dann wird nur noch die angemessene Miete übernommen. Die Differenz muss das Paar selber zahlen. "

Außer man kann dem Amt nachweisen, dass man alle Möglichkeiten ausgeschöpft, aber dennoch nichts preiswerteres gefunden hat.
Ggfs. muß man dies dann eben einklagen.

"ggf. Fahrzeugmiete,"

Sollte man in Falle der Kostensenkungsaufforderung nicht annehmen, sondern auf eine Umzugsfirma bestehen, da das Amt weder für Schädem am Mietwagen, noch für Schäden an den Möbeln aufkommt, Umzugsfirmen dagegen aber versichert sein müssen.

"Kosten für Kaution (ggf auf Darlehensbasis),"

Aber nur wenn das ein zinsfreies Darlehen ist und erst nach Auszug, bzw. nach Beendigung der Bedürftiglkeit zurück gezahlt werrden muß, laufende Abzahlungen sind in diesem Falle rechtswidrig.

Beitrag von shasmata 24.03.10 - 12:37 Uhr

"erst nach Auszug, bzw. nach Beendigung der Bedürftiglkeit zurück gezahlt werrden muß, laufende Abzahlungen sind in diesem Falle rechtswidrig. "

Wirklich?
Meiner Mutter werden im Moment jeden Monat 50€ wegen der Kaution abgezogen #gruebel