Mein Kind hätte leben können

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von stievi 24.03.10 - 17:20 Uhr

Meine Geschichte:
Als am 19.02 die Schwangerschaft festgestellt wurde, war ich laut FA in der 5. Woche. Wurde wegen Faktor V Leyden zum Spezialisten überwiesen, die mir Heparin Spritzten verschreiben sollte. Sie nahm Blut ab und schickte mich wieder weg ohne auf Fragen zu Antworten. Das einzige was sie meinte ist das jede Spritze die man nicht geben muss eine Gute Spritze sei. Sie schickte mir dann die Blutergebnisse und einen Text für den Arzt per Post zu ohne nachgespräch. Darin stand das der FA mir Kompressionsstrümpfe verschreiben soll und mic über Symptome einer Thrombose und Embolien aufklären soll.
Da mein FA im Urlaub war, Übernahm mich seine Vertretung. Die meinte das ich noch gar nciht so weit währe wie angegeben (inzwischen 7. ssw) sondern erst in der 6. nah sie mir Blut ab und verglich die ßHCG mit dem der Spezialisten. Bei der Spezialisten war der ß-HCG bei 25000 bei der nächsten Untersuchung nur noch bei 23000. Für die Vertretung meines FA war klar: missed Abortion, sofortige Überweisung ins KH, zur sorfortigen ausschabung. Mein Freund kam zu dem Termin mit und wir wren geschockt, denn die FA redete kein Wort mit uns und schikte uns dann einfach ins KH. Dort angekommen wurde erst mal ein Ultraschall gemacht und siehe da ein kleines Herzchen schlug kräftig *freunde*. Auch wurde noch Blut abngenommen um den ß-HCG zu messen, lag nur noch bei 15000. Aber Fakt war das Herz schlug.
Zwei Tage später wieder zur Kontrolle ins KH, war alles in Ordnung der ß_HCG wieder gestiegen. Dann sollten wir Sonntag nochmals ur Kontrolle kommen. Dann der Schock. Der ß_HCG ist gesunken und das Herzchen hat aufgehört zu schlagen. Mein Freund durfte nicht mal mit in die Untersuchung, er wusste von gar nix was sich darin Abspielte. Ich war so geschockt, konnte weder weinen noch sonst irgendwas. Dann kamm die Ärztin mit nach draußen und erklärte es noch meinem Freund und nahm mich in den Arm. Am Montag habe ich dann im KH angerufen, wegen termin zur Ausschabung, musste auch gleich hin zur Vornarkose Untersuchung. Da erzählten mir dann die Ärzte das das Kind fast zu 100 Prozent daran gestorben ist das ich von der Spezialistin kein Heparin verschrieben bekommen habe. Das macht mich so wütend. Muss nun morgen zur Ausschabung um 8 Uhr ins KH, habe totale Angst vor der OP und vorallemdingen vor der Narkose.#zitter

Beitrag von ipswich 24.03.10 - 17:56 Uhr

oh man... das ist ja eine ganz furchtbare geschichte, die dir passiert ist! lass dich mal #liebdrueck
du ärmste! ich werde gerade ganz wütend auf die angebliche spezialistin- wie kann so etwas passieren?? die tatsache, sein baby zu verlieren ist schon schlimm genug- aber dann auch noch zu wissen, dass es noch leben könnte wenn die tussi anders gehandelt hätte, ist wirklich niederschmetternd. tut mir so leid für dich!
du musst unbedingt mit deinem fa darüber reden! nicht, dass der öfter seine patientinnen dorthin schickt und sowas öfter vorkommt... übrigens auch eine absolut beschissene vertretung deines arztes. wie kann die dich denn so abfertigen?! das solltest du deinem fa, wenn er wieder da ist, auch unbedingt sagen.

die angst vor der ausscharbung kann ich dir nehmen, es ist wirklich nicht so schlimm wie es sich anhört. die eigentliche op kriegst du ja sowieso nicht mit. lass auf jeden fall jemanden bei dir sein, am besten den ganzen tag. mir hat es gut getan, als ich meinen freund "danach" gesehen habe, denn diese zeit im aufwachraum war für mich eigentlich das schlimmste- einfach, weil ich alleine war. aber du wirst sehen, es geht alles ganz schnell und morgen nachmittag wirst du wieder zuhause sein.
alles gute für dich, viel glück morgen und versuche danach, positiv zu denken. auch wenn das in deinem fall natürlich echt schwer ist. ich drück dir die daumen!
#klee

Beitrag von christinamarie 24.03.10 - 18:58 Uhr

Hallo!

Es tut mir sehr leid, dass du eine missed abortion hattest.

Hattest du denn schon eine Thrombose aufgrund deiner Erkrankung vor der Schwangerschaft? Falls nicht, so ist es -meine ich- nicht zwingend notwendig in der Schwangerschaft Heparin zu geben.

So kann ich mir auch nicht vorstellen, dass die fehlende Heparin-Gabe die missed abortion auslöste. Heparin ist nicht plazentadurchgängig. D.h. man gibt m.E. Heparin, um bei DIR eine Thrombose zu verhindern. Auf die Schwangerschaft selbst hat es keinen Einfluss, bzw. höchstens indirekt. Leider sind Fehlgeburten sehr häufig in der Frühschwangerschaft. Nichtsdestotrotz ist es natürlich sehr traurig für dich. Ich hoffe sehr, dass du liebe Menschen in deinem Umfeld hast, die dich trösten.

Alles Gute für dich
Christina

Beitrag von stievi 24.03.10 - 19:43 Uhr

ne hatte noch keine Thrombosen im Vorfeld aber Krmapfadern. Das mit dem Blutgerinsel und das ich hätte Heparin bekommen sollen, weiß ich nur von den Ärzten im Krankenhaus.

Beitrag von nudel-08 27.03.10 - 18:44 Uhr

Hallo Christina,

wenn ein Arzt schon ein Faktor V Leiden feststellt, muss vorher keine Thrombose abgelaufen sein.Dieses Faktor V Leiden begünstigt FG und Heparin ist bei Bekanntsein dieser Erbkrankheit sehr wichtig.Meißt weiß man erst durch Fg dass man diese Krankheit hat,nicht unbedingt durch eine durchgemachte Thrombose. Heparin hätte hier vielleicht die Fg verhindert.Leider kann man nur von vielleicht reden,denn einen Beweis gibt es dafür nicht.Klar, viele Fg passieren in der Frühschwangerschaft und man kann leider der Vertretungsärztin von Stievi,der Userin, keine Schuld anlasten,viell. moralisch,aber der Beweis fehlt einem als Betroffener.
Du hast Recht:Heparin ist nicht plazentadurchgängig.
Aber:wenn man diese Krankheit (Genmutation) hat und man keine Prophylaxe der Mutter gibt,so kann unter umständen das Blut nicht ungehindert in den Mutterkuchen fließen(kleine unbemerkte Thrombosen in der Nabelschnur) und das Kind ist unterversorgt und trägt entweder schwere Behinderungen oder es kommt meißt zur FG.
Ich hoffe, Du nimmst mir nicht übel,dass ich das so ausführlich schreibe. Ich dachte,viell. interessierst Du Dich dafür und wollte gern Deinen Irrtum richtig stellen. Ist bitte nicht böse gemeint.

LG nudel

Beitrag von nudel-08 27.03.10 - 18:55 Uhr

Hallo Stievi,

was das Thema Vertretungsärztin angeht und Heparingabe so habe ich grad einen Beitrag hier geschrieben. Den möchte ich nicht wiederholen.
Aber ich möchte Dir gern noch sagen, dass Du keine Angst vor der Narkose haben brauchst.Wirklich nicht! Auch nicht vor der Ausschabung. Du wirst keine Schmerzen haben,falls doch ein bißchen danach,so bekommst Du Schmerzmittel.Wirklich!!! Das ist kein Grund für Angst.Ist versprochen!!! Wahrscheinlich hattest Du noch nie eine Narkose? Also es gibt Menschen(z.B. ich), die leiden nach einer Narkose an erbrechen,aber auch dagegen kann man was tun.Ja das ist unangenehm,gebe ich zu,aber ehrlich gesagt, es gibt Schlimmeres.Viell. ist das bei Dir nicht der Fall.
Das einzig Wichtige für die OP ist, dass danach,wenn Du wieder richtig munter bist, jemand von Deiner Familie bzw. Dein Partner da ist,denn leider wirst Du danach weinen, aber nicht wegen der OP. Leider weiß ich wovon ich spreche.
Ich wünsche Dir alles Gute und Kraft.

Lass Dich #liebdrueck

LG nudel