warum geben heutzutage soviele Paare so schnell auf?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von hartgesottene 24.03.10 - 20:09 Uhr

Hi Zusammen,

ich lese hier immer wieder, dass sich Paare aus den verschiedensten Gründen trennen. Meistens schmunzel ich darüber, weil es genau die Dinge sind, die mein Mann und ich auch schon durchgemacht haben (außer Gewalt und so....). Jedenfalls muss ich immer wieder feststellen, dass heutzutage Paare viel zu schnell aufgeben.
Wie seht ihr das?

Also ich erzähl euch mal meine Geschichte:

Ich bin seit 11 Jahren mit meinem Mann zusammen, 6 Jahre davon verheiratet. Wir haben schon schwere finanzielle wie auch seelische Höhen und Tiefen hinter uns. Zur Zeit haben wir wieder ein Tief: Mein Mann hat seine Arbeit verloren, er zerbricht daran, weil sein Job alles für ihn war (Wirtschaftsinformatiker). Nun kümmert er sich um die Kinder und ich gehe wieder voll arbeiten (Mediengestalterin). Mein Job beansprucht mich natürlich auch sehr. Aber eigentlich war es geplant, dass ich zu Hause bleibe. Nun gut, so ist das nun mal. Im Bett klappt es bei uns momentan überhaupt nicht. Wir vermuten allmählich dass mein Mann unter Errektionsstörungen leidet, da diese Probleme bereits angefangen haben, bevor er seinen Job verlor. Die allgemeine Situation macht das ganze natürlich nicht besser. Ich würde ihm das nie zum Vorwurf machen, jedoch leide ich sehr darunter, denn auch ich habe meine Bedürfnisse. Das geht leider soweit, dass ich mich schon dabei erwische wie ich an Sex mit anderen Männern denke :-( . Das alles nagt sehr an der Beziehung, im Moment fehlt die Basis um wirklich noch sagen zu können, dass wir uns lieben. Sicherlich ist das auch noch so, aber die harten Zeiten lassen keinen Raum um darüber nachzudenken.

Aber trotzdem: ich könnte deswegen meinen Mann nicht verlassen. Selbst wenn sich rausstellen sollte, dass er wirklich unter Errektionsstörungen leidet. Soviele Paare um uns herum haben sich schon nach wenigen Jahren aus den gleichen Gründen getrennt wie die, die wir jetzt haben.

Das ist so schade, dass man heutzutage einfach so schnell aufgibt, und nicht mehr an den Zusammenhalt und an die Familie glaubt.

In guten wie in schlechten Zeiten, habe ich mal vor dem Altar geschworen. Und das gilt für mich auch. Früher ging das doch auch mehr......

ich finde heutzutage laufen viele zu schnell weg.

Wie seht ihr das?

Bin gespannt auf eure Meinungen.

Viele Grüße
die hartgesottene

Beitrag von saubaer 24.03.10 - 20:19 Uhr

ich denke das sollte jeder für sich entscheiden, klar ist es schade, aber was soll man machen..
ich persönlich würde nur bei einer sache nicht kämpfen:
wenn er mich betrügen würde.
dann wäre sofort schluss ansonsten gehöre ich zu denen die kämpfen, auch wenn es mal eher nicht so gut läuft, gibt es auch wieder momente wo es sehr gut läuft!

Beitrag von jeannylie 24.03.10 - 20:28 Uhr

Hi,
ich gebe Dir in gewisser Weise recht, aber ich denke es gibt einen großen Unterschied.

Du bist mit Deinem Mann "grundsätzlich zufrieden", d.h. ihr habt wahrscheinlich änhliche Wertvorstellungen, Eigenschaften, ähnliche Vorstellungen vom Leben.
Ihr macht eine schwere Phase durch, steht aber grundsätzlich zueinander und haltet zusammen.

Ich denke es ist ein Unterschied, wenn man einen Partner hat, mit dem man vielleicht nie (?) die gleichen Lebensvorstellungen hatte oder nie eine Basis der Kommunikation gefunden hat oder, oder...

Ich hoffe Du weißt was ich meine. Im letzteren Fall, wo der Alltag immer nur funktioniert weil sich vielleicht alle Beteidigten zusammenreißen, hat eine akute Krisensituation meist den Auslöser dass das Gefüge zusammenbricht und zum Vorschein kommt das es kein gemeinsames Fundament gibt. Dann ist es eventuell auch besser sich zu trennen. Kinder sollten m.E. nicht das Fundament einer Beziehung sein.

LG
Jeannylie

Beitrag von gh1954 24.03.10 - 20:45 Uhr

>>>Ich denke es ist ein Unterschied, wenn man einen Partner hat, mit dem man vielleicht nie (?) die gleichen Lebensvorstellungen hatte oder nie eine Basis der Kommunikation gefunden hat oder, oder... <<<

Warum heiraten solche Leute dann und setzen Kinder in die Welt?

Beitrag von anita_kids 24.03.10 - 21:03 Uhr

Was die Lebenseinstellung angeht, denke ich, dass es auch hin und wieder vorkommt, dass sich der eine einfach anders entwickelt, oder sich einfach weiter entwickelt, während der andere sich gar nicht oder nur langsam weiter entwickelt, was dann auf einen langen Zeitraum gesehen sicher auch zu Problemen führen kann. Für gewöhnlich wächst man an gemachten Erfahrungen, man wird erwachsener etc, wenn das aber nur ein Part macht, wird es irgendwann nicht mehr passen, das hat man vielleicht vor 10 Jahren bei Eheschließung und dem zweiten Kind (nur mal so als Bsp.) noch nicht erahnen können. Auch die Kommunikation würde in so einem Fall sicher recht spärlich ausfallen.

Ich hoffe, du verstehst, was ich meine....

LG Anita #blume

Beitrag von gh1954 24.03.10 - 21:12 Uhr

Gut, wenn die Entwicklung unterschiedlich verläuft, hast du recht, aber meine Vorposterin schrieb davon, dass die Vorstellungen "nie" die gleichen waren.

Beitrag von anita_kids 24.03.10 - 21:20 Uhr

Oh das habe ich wohl dezent überlesen...dann ist deine Frage natürlich berechtigt....wären ja nicht wirklich die besten Voraussetzungen für eine Ehe.

Beitrag von jeannylie 24.03.10 - 21:30 Uhr

Wenn ich mich da mal wieder einklinken darf :-) ...
Das Warum kann ich natürlich auch nicht beantworten.
Da ich aber hier häufig im Partnerschaftsforum lese, zweifle ich nicht daran DASS es solche Menschen gibt.

Ich kann nur philosophieren... man ist jung, eventuell SS nicht geplant, man denkt er ist der richtige und kann es aber aufgrund fehlender Erfahrung oder jugendlichen Alters nicht einschätzen...

Beitrag von gh1954 24.03.10 - 21:34 Uhr

>>>Ich kann nur philosophieren... man ist jung, eventuell SS nicht geplant, man denkt er ist der richtige und kann es aber aufgrund fehlender Erfahrung oder jugendlichen Alters nicht einschätzen... <<<

Stimmt, nur stellt sich mir da die Frage, warum müssen diese Entscheidungen in derart jugendlichem Alter getroffen werden?

Ich habe den Eindruck, früher ging man mit Verhütung vernünftiger um, wenn da ein Kind "ungeplant" kam, musste sich das junge Paar nach der Decke strecken oder Hilfe von den Eltern annehmen, da gab es nicht so viel Unterstützung staatlicherseits.

Beitrag von jeannylie 24.03.10 - 21:43 Uhr

Nur um das festzuhalten, ich bin voll Deiner Meinung, aber ich habe nicht den Eindruck das früher mit Verhütung o.ä. vernünftiger umgegangen wurde, sondern das die Frauen früher schlicht unemanzipierter waren und selbstverständlicher - auch gerade bei Problemen - beim Mann blieben.
Heute geht es tatsächlich einfacher sich zu trennen (auch dank staatlicher Unterstützung).

Beitrag von gh1954 24.03.10 - 21:54 Uhr

Ich meinte es so, dass ich mich zwar an einige wenige! Fälle erinnern kann, wo eine junge, unverheiratete Frau schwanger wurde von ihrem Freund, aber das war nicht so gang gäbe wie heutzutage.

Niemans, wirklich aus meinem Freundeskreis, später in der Ausbildung wurde ungewollt schwanger. Das ist ne Mode gworden...knn ja nix passieren, irgendwer wird schon zahlen.

>>>sondern das die Frauen früher schlicht unemanzipierter waren und selbstverständlicher - auch gerade bei Problemen - beim Mann blieben. <<<

Das ist wieder ein anderer Schauplatz... vor dem "neuen" Scheiungsrecht hatten Frauen kaum eine Chance, sich zu trennen. Dmals galt das Schuldprinzip, konnte eine Frau ihrem Mann keine "Schuld" nachweisen, gabs keinen Unterhalt.
Und das zu der Zeit der Hausfrauenehe, da standen die Frauen vor den Nichts.

Beitrag von anita_kids 24.03.10 - 23:02 Uhr

>>Niemans, wirklich aus meinem Freundeskreis, später in der Ausbildung wurde ungewollt schwanger. Das ist ne Mode gworden...knn ja nix passieren, irgendwer wird schon zahlen.<<

Nicht nur das, heutzutage kommt man ja aus einer ungeplanten Schwangerschaft auch viel schneller raus.
Ein Bsp: junge Frau, 28Jahre, erstes Kind wird bald 7Jahre, war danach noch dreimal schwanger und hat immer abgetrieben, verhütet hat sie nie. Vor drei Wochen wieder unverhütet Sex - ihre Wortwahl *einmal ist keinmal*, sollte sie doch schwanger sein, wird es wieder abgetrieben, ist ja heutzutage kein Problem mehr. Vor fünf Jahren hat sie sich noch drüber lustig gemacht, wie ich schon das dritte mal schwanger sein kann *zu dem Zeitpunkt hatte sie noch keine Abtreibung, die folgten danach innerhalb kurzer Zeit*, mittlerweile hätte sie auch vier Kinder, und das fünfte könnte schon unterwegs sein. Ich habe nicht grundsätzlich was gegen Abtreibung, aber dies als Alternative zur Verhütung zu wählen ist für mich ein NO-GO, von daher stimme ich dir auch zu, dass man sich damals mehr Gedanken um Verhütung gemacht hat, Abtreibung wird ja schon fast zum Volkssport, sowas wäre damals nicht drin gewesen.

Beitrag von nele27 24.03.10 - 22:26 Uhr

Naja, weil viele eben doch mehr oder weniger den Erstbesten nehmen... liest man doch hier jeden Tag.

Probleme und grundverschiedene Einstellungen werden ignoriert oder schnell ein Kind bekommen. Naja und dann werden Differenzen eben schnell unüberbrückbar ...

LG, Nele

Beitrag von gh1954 24.03.10 - 22:29 Uhr

Ja... und wenn SIE dann noch rein zufällig einen Freund aus Jugendtagen wiedertrifft und eine "Seelenverwndtschaft" feststellt, dann wird ihr sehr schnell klar, was ihr doch alles bei ihrem Partner fehlt.. #augen

Das ist alles sehr schade.......... wenn Kinder im Spiel sind.

Beitrag von nele27 24.03.10 - 22:46 Uhr

Genau DIESES Phänomen meine ich ;-)

Oder man trifft einen gaaaaanz tollen, leider noch verheirateten Mann, der 3 Komplimente macht und wartet dann drauf, aus der Eheöde befreit zu werden #augen

Um dann in weiteren 2-4 Jahren wieder hier zu posten.

Also ich kann ja meinen Mann auch manchmal in der Pfeife rauchen. Aber dagegen hilft eben ein bisschen Substanz in der Beziehung ...

Beitrag von gh1954 24.03.10 - 23:29 Uhr

>>>Aber dagegen hilft eben ein bisschen Substanz in der Beziehung ... <<<
Liebe nele, viele wissen überhaupt nicht, was Basis und Substanz bedeuten, das sind Fremdworte.

Mal ne Faust in der Tasche machen, mal ne Durststrecke überstehen, pppfffttt...wozu??

Ich war mit meinem Mann 32 Jahre lang zusammen, da gab es reichlich Situationen, Krisen, dass man dachte, will ich überhaupt noch... wir wollten immer.

Beitrag von jasahe 24.03.10 - 21:15 Uhr

Hallo!

Ich denke, dass du im Prinzip schon recht hast. Was ich immer wieder beobachte: je leichtfertiger die Ehe geschlossen, umso leichter kann sie auch auseinandergehen. Über Krisen, unterschiedliche Meinungen etc. schon am Anfang hinwegsehen und dennoch heiraten, in der Hoffnung, dass es schon gut gehen wird, zum Beispiel.
Mein Mann und ich haben nach acht Monaten Bekanntschaft und Beziehung geheiratet. Wir sind jetzt das 12. Jahr verheiratet und zusammen. Wir hatten sehr schwere Zeiten und sehr schöne. Wir sind zusammengewachsen und halten uns aneinander fest. In bösen Phasen (oder auch nur Stunden) bin ich auch mal überzeugt, ihn zu hassen. Wir haben uns vor kurzem darüber unterhalten, ob wir noch zusammen wären, wenn wir nicht verheiratet wären; beide denken wir "nein". Aber nicht, weil wir uns nicht lieben, sondern weil wir wahrscheinlich in eine Beziehung nicht so viel Kraft gesteckt hätten, sondern es einfach mit einem anderen Partner probiert hätten...

Beitrag von barbara67 24.03.10 - 21:08 Uhr

Wenn ich jedesmal aufgegeben hätte, wäre ich schon 5 mal geschieden. Harte Zeiten schweißen zusammen, das weiß man aber nur, wenn man nicht vorher aufgibt!
Barbara

Beitrag von gismomo 24.03.10 - 21:34 Uhr

Ich stimme dir absolut zu.

Die Ursachen dafür sind sicherlich vielfältig. Abgesehen davon, dass Frauen heutzutage finanziell unabhängiger sind als noch vor Jahrzehnten, ist es gesellschaftlich eher anerkannt, und zudem - das halte ich für ein ganz großes Thema - haben wir heutzutage eine "Wegwerfgesellschaft", was sich in alle Bereiche hineinzieht. Damit meine ich, dass oft die schnelle Bedürfnisbefriedigung gesucht und ausgelebt wird. Geht etwas kaputt, wird es nicht zeitaufwendig repariert sondern etwas neues gekauft. Auf etwas warten zu können, ist ebenfalls seltener nötig (und wird deshalb weniger praktiziert) als früher.

Ich glaube, dass unsere Gesellschaft in gewissem Sinn verlernt hat, Durstrecken durchzustehen. Zugunsten längerfristiger Ziele kurzfristige Bedürfnisse aufzuschieben.

Das wirkt sich natürlich auch auf die Beziehungen aus.

Das Fatale ist, was du auch schon beschrieben hast, dass man dadurch gar nicht mehr die Erfahrung machen kann, wie hilfreich überstandene Krisen sind - für die Beziehung und für einen selber.

Gerade nach einer Krise (und mein Mann und ich hatten schon mehrere) wurde die Beziehung noch intensiver und reifer. Wir sind an den Krisen miteinander gewachsen, das kann man durchaus so sagen. Ohne die Krisen wären wir persönlich und auch in unserer Beziehung nicht da, wo wir heute sind.

Und ich finde, heutzutage gibt es sehr viele eigentlich "unreife" Menschen. Früher war es so, dass man mit dem Alter reifer wurde - weil man Krisen nicht ausgewichen ist (nicht ausweichen konnte?). Und heute? Es lohnt sich, mal darüber nachzudenken, finde ich.

lg
K.

Beitrag von mindgames 25.03.10 - 07:11 Uhr

Ich glaube auch, dass einige am Anfang einfach die Bilderbuchfamilie praesentieren wollen: Einen gutaussehenden Mann (oder die Frau) an der Seite, DIE Hochzeit des Jahrhunderts, Geburt erleben -> "2 Kinder", ein Haus, vielleicht noch Hund und Katze.. Toll. Dabei fallen bestimmt oefters ausser Betracht: der Charakter und/oder der Umgang des Ehemannes/der Ehefrau und evtl. die der Schwiegereltern, die Finanzen, die Arbeit mit den Kindern... Ich glaube wirklich, manche stellen sich das wie in einem Hollywoodfilm vor #augen
Aber nein, man will's haben und basta. Und wenn's nicht so laeuft, wie man es sich ertraeumt hatte, dann adieu! Wirklich eine Wegwerfgesellschaft zum Teil...

Beitrag von nicht ganz 24.03.10 - 21:37 Uhr

Hey !!

Na ja wenn man einen Ehemann zu Hause hat der nur vorm Rechner sitz..selbstständig ist und arbeitet wann er lust und laune hat mit dem geld hinten und vorne nicht klarkommen.

Jeden Tag Alkohol trinkt sich kaum um die Kinder kümmert ..unternehmungen ect. nichts im Haushalt macht. Keine gemeinsamen interessen mehr hat

man es versucht wegen der Kinder aber es nicht klappt. Dann geht man irgendwann bzw. Frau.

LG

Beitrag von asimbonanga 24.03.10 - 22:04 Uhr

Hallo,
keine Ahnung ob viele zu schnell aufgeben-laut Statistik ist das wohl so.
Krisen ( finanzielle, sexuelle oder emotionale ) sollten in einer Ehe zu überwinden sein.
Allerdings gibt es sehr wohl Gründe , die eine Aufrechterhaltung der Partnerschaft unmöglich machen.
Zum Glück muss sich heute keiner mehr aus gesellschaftlichen, religiösen oder sonstigen Gründen aufopfern.
L.G.

Beitrag von missswiss 25.03.10 - 07:16 Uhr

Find ich toll, wie ihr die Kriese zusammen durchstehen wollt,
ich hoffe für euch, das klappt..aber die basis scheint ja zu stimmen..

ich seh dass so wie du, wenn die grundsätzliche dinge wie vertrauen, Respekt und gemeinsame werte noch vorhanden sind und eine gemeinsame Basis da ist, sollte man kämpfen..

und wenns nur wegen der Statistik ist, die besagt, dass 80% der scheidungskinder ihre eigene ehe auch nicht auf die reihe kriegen

in guten wie in schlechten zeiten sollte schon irgendwie gelten..

Beitrag von stubi 25.03.10 - 08:30 Uhr

Das wichtigste ist doch: BEIDE müssen aus der Krise rauswollen. Sonst funktioniert es nicht.

Lässt man es jahrlang laufen, wie es ist, ist die Gefahr groß, dass ein Partner resigniert hat und es ihm egal ist, ob man sich trennt oder nicht. Viele erkennen ihre Probleme in der Partnerschaft einfach zu spät, bzw. stoßen permanent auf taube Ohren, weil der andere Part meint, es läuft doch alles, was soll man ändern.

Ich stand in 16 Jahren 2mal vor der Trennung, schon mit Wohnungssuche etc., weil ich es einfach nicht mehr ertragen konnte, dass jeder seinen eigenen Weg geht und es kaum noch ein gemeinsam gab. Es gab Zeiten, da wohnten wir eher wie Geschwister oder gute Freunde zusammen. Mein Mann sah das etwas anders, es funktionierte ja alles, Haushalt, Arbeit, Kindererziehung etc. Wir gingen freundlich miteinander um und es gab kaum Streit. Und trotzdem kam bei mir der Punkt, wo ich so nicht weiterleben wollte. Ich wollte Frau sein, nicht nur Mutter und Putzfrau und mein Mann sollte wieder MEIN Mann sein, und nicht nur der Kerl, der die Kohle ranschafft und das Grundstück in Ordnung hält. Wenn ich versucht habe, mit ihm darüber zu reden, war er eher angenervt, weil er keine Probleme gesehen hat (wo wahrscheinlich viele Männer Probleme damit haben). Beide Male hat er erst erkannt, dass er mich wirklich verliert, als ich schon fast ausgezogen war. Dann kamen endlich die Gespräche, viele Nächte lang, wenn die Kinder im Bett waren und dabei erkannte auch mein Mann, dass er sich seine heile Welt eigentlich nur vorgemacht hat. Wir haben um uns gekämpft und wir haben es geschafft. Und ich war knallhart, ich habe ihm u.a. eine Frage gestellt: "Liebst du mich noch, oder sind wir nur noch zusammen, weil du Angst vor Unterhaltszahlungen hast und dann keiner mehr den Haushalt i.O. hält." Er versank in Schweigen und wollte darüber nachdenken. Am nächsten Tag kam er von selbst an und meinte, er hätte gründlich überlegt und er liebt mich definitiv noch und das zeigt er mir mittlerweile auch wieder täglich.

Beitrag von durcheinander80 25.03.10 - 09:41 Uhr

Hallo,

hier wurden ja bereits einige wichtige Dinge genannt:
gemeinsame Basis, zunehmende Reife und beide müssen wollen

Ich finde, es ist vielen einfach nicht klar, dass Beziehung wie eine Art Pflanze ist, die man hegen und pflegen muss.
Eine gute Beziehung ist nicht statisch sondern verändert sich, da nunmal zwei unterschiedliche Personen, die sich auch unterschiedlich entwickeln, zusammen sind.

Meine Erfahrung bisher ist, dass Männer den Problemen viel eher aus dem Weg gehen als Frauen.
Reden...hm... ja, das muss auch gelernt sein, nur wo?
Wenn man es nicht aus dem eigenen Elternhaus mitbekommt wirds schwierig...

Ich bin auch eine Kämpferin...für den Mann den ich liebe...nicht für Bequemlichkeit...und wie bereits einige Male hier gesagt wurde, das ist heute einfach anders, da auch die Frauen finanziell unabhängiger sind und ich stelle mal ganz profan die These in die Welt, dass genau damit viele Männer ein Problem haben:
Frauen bleiben aus Liebe und nur aus Liebe bei Ihnen, nicht weil sie abhängig von ihm sind....

Lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen....

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