An die BLW-Expertinnen - Fingerfood-Fragen

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von tragemama 24.03.10 - 20:35 Uhr

Hallo die Damen :-)

Wahnsinn, Christina ist schon 5 Monate alt und deshalb fange ich langsam an, mich mit dem Thema Beikost wieder intensiver zu befassen. BLW spricht mich total an - nur weiß ich nicht so richtig, wie ich praktisch rangehen soll. Habt Ihr Euren Babies einfach irgendwas von vorhandenem Familienessen in die Hand gedrückt oder extra gekocht (z.B. Gemüse in fingergrossen Streifen vorgegart und eingefroren)? Und habt Ihr die klassische "Einteilung" wie Milchbrei, Gemüse-Kart.-Fleischbrei, GOB außer Acht gelassen oder versucht, eine ähnliche Zusammensetzung hinzukriegen?

Danke im Voraus für Eure Erfahrungsberichte!

VG Andrea
mit Kathrin (2,5 Jahre)
und Christina (morgen 5 Monate :-))

Beitrag von perserkater 24.03.10 - 20:43 Uhr

Hallo

Zunächst die Erklärung, warum das Baby keinen Brei braucht:
http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article961427/Der_Saeugling_braucht_keinen_Babybrei.html

Und:

Quelle: http://breikasper.nielsrump.net/?page_id=8

Die Grundlage der Baby-gesteuerten Beikosteinführung (engl. „baby led weaning“, auch kurz BLW genannt) ist eine Studie die Gill Rapley, eine erfahrene Kinderkrankenschwester und stellvertretender Direktor der Baby Friendly Initative des britischen UNICEF Büros, 2004 durchgeführt hat.

Die Basis hinter der Baby-gesteuerten Beikosteinführung ist die Beobachtung, daß Babys mit sechs Monaten in der Lage sind die Beikosteinführung wortwörtlich selber in die Hände zu nehmen. Dabei wird Stillen als die ideale Vorbereitung gesehen, da gestillte Babys sind in der Lage die Milchaufnahme selbst zu regulieren, es ist also nicht möglich, ein gestilltes Baby zu überfüttern. Außerdem ändert sich der Geschmack der Muttermilch — je nachdem was die Mutter gegessen hat. Diese Umstände bereiten ein Baby dann auch auf die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen vor.

BLW nutzt dabei die natürliche Neugier des Babys aus, mit der er seine Welt entdeckt, imitiert und experimentiert. Der Fokus von BLW liegt nicht in der Nahrungsaufnahme (das wird weiterhin durch das Stillen oder ggf. durch die Flaschenfütterung erreicht). Die Beikosteinführung wird als Spaß und Entdeckung gesehen – das Zentrale Thema ist Neugier, nicht Hunger.

Bei der traditionellen Art der Beikosteinführung wird Babys am Anfang alles Essen in Breiform gegeben. Nach einigen Wochen werden die Breie zunehmend „stückchenhafter“, damit die Babys kauen lernen – und erst wesentlich später kommt dann feste Nahrung („Finger Food“) dazu.

BLW überspringt die ersten beiden Phasen. Anstelle sämtliche Lebensmittel zu pürieren oder (später) zu zerdrücken, wird das Essen dem Baby in handlichen Portionen angeboten. Das heißt, daß das Baby sich selbst von dem angebotenen Speisen bedient und selbst entscheidet was - und wieviel - es probieren möchte.

Die 16 goldenen BLW-Regeln

1. Lass das Baby bei den Familienmahlzeiten mitmachen. Gegen Ende des sechsten Monats fangen die meisten Babys an, die Familienmitglieder zu beobachten.

2. Das Baby muß aufrecht sitzen wenn es beginnt mit Essen zu experimentieren. Am Anfang kann es auf dem Schoß sitzen. Wen es anfängt das angebotenen Essen in die Hand zu nehmen, ist es wahrscheinlich auch in der Lage, ggf. abgestützt, im Hochstuhl zu sitzen.

3. Biete dem Baby Essen in Pommes-großen Stiften an, so daß es das Essen in die Faust nehmen kann. Es kann oft auch dieselben Sachen essen, die der Rest der Familie ißt. Dies erhöht das Zusammengehörigkeitsgefuehl.

4. Biete eine reiche Auswahl an unterschiedlichen Lebensmitteln an. Es besteht kein Grund die Experimentiermöglichkeiten einzuschränken.

5. Das Baby bestimmt die Dauer der Mahlzeiten. Versuche es nicht zu eilen und “hilf” nicht, indem dem Baby Essen in den Mund gelegt wird.

6. Erwarte nicht, daß das Baby am Anfang tatsächlich etwas isst. Wenn das Baby feststellt, daß das neue “Spielzeug” gut schmeckt wird es kauen und später auch schlucken.

7. Erwarte nicht, daß ein junges Baby alles aufißt. Babys müssen erst noch die Fähigkeit entwickeln, die Stücke, die sie in der Faust haben zu manipulieren.

8. Biete abgelehntes Essen erneut an. Babys ändern öfters ihre Meinung über Geschmäcker und akzeptieren Essen, daß sie früher abgelehnt haben.

9. Lass ein Baby niemals alleine beim Essen.

10. Biete kein gefährliches Essen an (Beispiel: Erdnüsse).

11. Biete kein Essen an, das Salz oder Zucker enthält. Dies gilt besonders für Fertiggerichte und Fast Food

12. Biete dem Baby Wasser aus einem Becher an. Ein gestilltes Baby benötigt zwar kein zusätzliches Wasser (die Muttermilch reicht aus), das Trinken aus dem Becher muß aber auch erlernt werden.

13. Es ist chaotisch und der Putzlappen wird eine Notwendigkeit! Eine Plastikmatte unter dem Hochstuhl schützt den Teppich und hilft beim Aufräumen. Heruntergefallenes Essen kann auch so wieder verwendet werden - das minimiert den Abfall.

14. Still weiterhin nach Bedarf. Die Stillmahlzeiten ändern sich erst, wenn die Mahlzeiten größer werden.

15. Sprich Dich mit Deinem Kinderarzt oder –krankenschwester ab bevor Du mit BLW anfängst – insbesondere wenn das Baby flaschengefüttert wird, oder wenn es in der Familie Fälle von (Lebensmittel-)Allergien gibt.

16. Genieße es! Es macht einfach Spaß zuzusehen, wie ein Baby Essen entdeckt.

Weiter Infos übers BLW findest du auch hier:
* der Blog "Breikasper": http://breikasper.nielsrump.net/?p=13
* der Blog "unpueriert": http://unpueriert.wordpress.com/
* der Blog "Millicent mag": http://millicentmag.blogspot.com/


Viel Spaß beim futtern.

Beitrag von jumarie1982 24.03.10 - 22:43 Uhr

Oh man, Katze!!!
Du bist doof!

Wenn du gewütet hast, kann ich gar nix mehr antworten :-p

Beitrag von perserkater 25.03.10 - 13:50 Uhr

#fest#glas

noch 51 Tage...;-)

Beitrag von luckylike 12.09.10 - 22:28 Uhr

hallo

finde das ja alles ehr interessant, aber alles was ich am familientisch esse ist gewürzt was soll ich da ausser brot anbieten?

banane vielleicht noch ansonsten ist doch alles gesüßt und gesalzen.

was kann man den als fingerfood anbieten? vielleicht fehlen mir da grad nur die ideen, meine kleine ist aber erst 5 monate möchte aber alles anfassen und in den mund stecken kaut schon brotränder..
aber brei scheint sie nicht zu interessieren...

vg lucky

Beitrag von hedda.gabler 12.09.10 - 23:48 Uhr

Hallo.

Du musst dann einfach Deine Kochgewohnheiten etwas umstellen ... mehr mit Kräutern würzen ... und Pfeffer und Salz machen sich dann halt die Erwachsenen am Tisch dran ...

... ist ja auch nicht ewig so, dass man verändert kochen muss ... ab ca. 1 Jahr können die Kleinen ja eigentlich alles essen und vertragen auch das Meiste (wenn es nicht gerade scharfe Thai-Küche ist;-)).

Gruß von der Hedda.

Beitrag von lilliana 24.03.10 - 20:44 Uhr

Huhu :-)

wir haben uns quasi an gar nichts gehalten. Mit ca. 5,5 Monaten habe ich angefangen Emilia Gurken-Sticks zu geben während wir gegessen haben. Weniger zum Essen sondern mehr, damit sie etwas zu tun hatte. Da hat sie dann bestimmt 4 Wochen die Kerle weggelutscht bis wir "weiter" gemacht habe. Ein paar Wochen gab es nur Obst und gedünstes Gemüse in allen Variationen. Dann irgendwann mal ein paar Nudeln, Käse und weiteres ungewürztes Essen bis sie ca. 10 Monate alt war. Seitdem gibt es so gut wie alles :-D , aber auch heute noch überwiegend Muttermilch.

LG!

Beitrag von lilliana 24.03.10 - 20:46 Uhr

das sollte Kerne heißen nicht Kerle #rofl

Sie hat die Kerne aus den Gurken gelutscht ;-)

Beitrag von eresa 24.03.10 - 21:00 Uhr

Habe mich schon gefragt, was ihr für tolle Gurken habt ;-)

Beitrag von eresa 24.03.10 - 21:09 Uhr

Hallo,
ich gebe meinem Sohn eigentlich zu allen Mahlzeiten etwas in die Hand. Er isst super gerne Salatgurke (die mit den Kerlen ;-)), Avocado und Apfel. Ich esse dann immer ein Stück mit, da ich z.B. Müsli frühstücke, er aber Gurke bekommt.
Dann bekommt er noch Brotkanten, worauf er aber gar nicht steht (außer es ist Rindfleischpaste drauf #mampf) und Gemüse, das ich jetzt für uns alle immer in den Dampfgarer tue. Einige Stücke lasse ich ein bischen größer, so dass sie gut in die Hand passen.

Ansonsten habe ich ihm auch schon mal ein Stück durchgegartes Fleisch angeboten, wo ich den Rand, also das Gebratene abgeschnitten habe. Auch eine Nudel bekommt er schon mal so von uns.
Den Milchbrei abends bekommt er aber auch, da er den super gerne isst.
Die Mengen, die er zu sich nimmt sind aber minimal. Ich stille also noch super oft.

lg,
eresa

Beitrag von tina4370 24.03.10 - 22:16 Uhr

Hallo, Andrea!

Maria ist jetzt 6,5 Monate, und wir praktizieren eine "Mischform" aus klassischer Beikosteinführung und BLW.
D.h. sie bekommt mittags ihren Brei (im Moment Gemüse-Kartoffel, weil sie nur Gemüse doof fand), wird aber danach noch gestillt, weil sie noch nicht viel Brei isst - so ca. 50 g.

Wenn sie bei den anderen Mahlzeiten dabei ist (also im Wipper sitzt), bekommt sie immer etwas in die Hand, weil sie sonst keine Ruhe gibt. Da sie noch nicht alles darf, was wir essen, trickse ich sie ein bisschen auis, indem ich ihr dann ein Stück Apfel, Birne, Paprika, Kartoffel, Brötchen, vorgestern ein Stückchen trockenen Rand von der Pizza, oder ähnliches gebe, auf dem sie dann rumlutschen kann.
Dabei bleibt auch mal das ein oder andere Krümelchen im Mund und wird fleißig "gekaut" (so gut es eben ohne Zähne geht) und geschluckt. Das meiste geht daneben, aber sie hat sooo einen Spaß dabei, dass mir der Zuwachs am Wäscheberg egal ist. ;-)

Liebe Grüße!
Tina mit Maria Elisabeth *10.09.09

Beitrag von widowwadman 25.03.10 - 07:20 Uhr

Aermel-Laetzchen sind da super :-)