Ich bräuchte dringend Euren Rat - etwas lang

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Forum: Gesundheit & Medizin

Hier könnt ihr Fragen stellen zu allen Themen rund um Gesundheit, Vorbeugung, Kinderkrankheiten, Hausmittel und Naturheilmittel. Beachtet dabei bitte, dass medizinische Empfehlungen von interessierten Laien nicht den Gang zum Arzt ersetzen können.

Beitrag von lili1978 25.03.10 - 00:04 Uhr

Ich habe vor einem Monat ein Baby geboren. Es war eine ganz normale Geburt. Nach drei Tagen durften wir nach Hause...

Genau eine Woche nach der Geburt ging es mir nicht besonders gut: Ich hatte starke Blutungen bekommen, leichtes Fieber und Bauchschmerzen (so doll, dass ich nicht gehen oder stehen konnte). Ich wurde von meiner Hebamme betreut, die dann nach drei Tagen der Meinung war, es sei doch nicht ganz normal. Sie empfahl mir dringend den Arzt aufzusuchen.
Der Frauenarzt hat nach einem Ultraschall und etwas Abtasten nichts feststellen können. Ich wurde nach Hause geschickt, mit dem Satz: "sagen Sie ihrer Hebamme, dass alles in Ordnung ist".

Vier Tage später bin ich morgens ganz normal auf die Toilette gegangen, zog einen Blutklumpen aus der Scheide, der etwa so groß war wie eine Packung Taschentücher, und es kam ein Strahl von Blut, wie aus dem Wasserhahn.
Mein Mann hat es noch rechtzeitig geschafft den Krankenwagen zu rufen. Ich wurde kopfüber ins Krankenhaus gebracht.

Später erfuhr ich, dass ich fast verblutet wäre. Ich hatte nur noch 20 Min. zu Leben. Ich bekam deshalb 6 Blutkonserven und meine Gebärmutter musste entfernt werden. Ich hatte eine schwere verschleppte Gebärmutterentzündung, die bereits das Gewebe geschädigt hatte.
Ich bin auf der Intensivstation aufgewacht.... Ich hatte überall Kabel, Drenagen und irgendwelche Kanüle....
Da ich sehr viele Schmerzmittel bekommen habe, kam mir das alles vor wie ein Film....
Nach drei Tagen wurde ich auf die normale Station verlegt. Erst dann begann ich zu begreifen, was das alles eigentlich für Folgen hat...

Leider werde ich jetzt nie wieder Kinder haben können. Klar, wir wollten eigentlich nur zwei... aber eine Möglichkeit hatten wir uns noch offen gelassen.... Jetzt gibt es diese Möglichkeit nicht mehr...
Seit Mittwoch bin ich wieder zu Hause und fühl mich irgendwie merkwürdig....

Morgen muss ich zur Nachuntersuchung zu meinem Frauenarzt. Ich weiß gar nicht, wie ich mich verhalten soll. Alle sagen, es sei seine Schuld, er hätte mich nicht ausreichend untersucht. Er hätte Blut abnehmen müssen und dadurch die Entzündungswerte sehen müssen. Dann hätten Antibiotika alles verhindern können.
Die Krankenhausärzte vermuten, dass er auf die Blutabnahmen verzichtet hätte, da mein Fieber nicht hoch genug war und die Symptome nicht eindeutig. Die üblichen Symptome für eine Gebärmutterentzündung tauchen in der Regel früher auf (nicht erst eine Woche nach Entbindung). Man hat hohes Fieber - mindestens 39 (ich hatte nur 37,8) und das Blut riecht streng (war bei mir nicht der Fall).

Ich weiß jetzt nicht, ob ich dem Arzt vorwerfen soll, er hätte mein Leben gefährdet. Er hat es sicher nicht mit Absicht gemacht. Ich will ihm ja auch nicht jetzt das Leben schwer machen. Dadurch kann das alles ja auch nicht rückgängig gemacht werden... Andererseits hat er ja auch mein Leben etwas schwergemacht...

Was würdet Ihr machen? Soll ich etwas sagen oder lieber lassen?

Lieben Dank
Lili

Beitrag von gisele 25.03.10 - 03:37 Uhr

hallo.
oh je,das tut mir aber leid:-(
das ist ja eine traurige und natürlich auch sehr üble geschichte:-[
ich würde nicht mehr zu dem arzt gehen,ja,ich würde was sagen...und nicht nur was sagen,ich wäre total sauer.es liegt doch auf der hand.sicher passieren jedem fehler,aber deine symptome waren doch eindeutig.
was hat dir das krankenhaus geraten??
mensch,das war ja kein schöner start mit baby,wie fühlst du dich jetzt zu hause??
ich drücke dich mal unbekannterweise ganz doll#liebdrueck
lieben gruss,nadine

Beitrag von dream22 25.03.10 - 09:42 Uhr

Liebe Lili,

das ist wahrlich keine schöne Geschichte:-(. Mir geht es ähnlich wie Dir. Ich hatte letztes Jahr ganz ohne Vorankündigung eine schwere 4 Etagen Thrombose der tiefen Beinvene. Wäre auch fast daran gestorben:-(. Jetzt muss ich ein Leben lang Marcumar nehmen. Das wars zum Thema 3. Kind, aber ich bin froh meine 2 süssen Mäuse haben zu dürfen#verliebt.

Ich würde nicht mehr zu dem Arzt gehen, da ich so Unvoreingenommen nicht sein könnte, er hat sch... gebaut in dem er vergaß Blut abzunehmen. Ich wäre stinke sauer, klar ist irren menschlich, aber es bleibt schließlich auch nicht ohne Folgen, wenn ich in einem anderen Job einen folgenschweren Fehler begehe.

Ganz liebe Grüße und alles alles Gute für Dich und Dein Baby#klee

Simone mit 2 kranken Mädels

Beitrag von diegute 25.03.10 - 12:21 Uhr

Hallo,

erst mal gute Besserung für Dich und alle guten Wünsche für Dich und das Baby.

Gott sei Dank hast Du überlebt.
Ein Fehler kann immer mal passieren. Das hat Dein Arzt bestimmt nicht absichtlich gemacht - einfach falsch eingeschätzt.

Ich würde ihm einen Brief schreiben, und aufzeigen was passiert ist, damit das nicht wieder geschieht und er in Zukunft vorsichtiger ist mit anderen Patientinnen.
ABER ich würde nicht wieder zur Behandlung hingehen. Ich würde mir einen anderen Arzt suchen, da das Vertrauen zu diesem Arzt bei mir weg wäre.

LG diegute

Beitrag von heffi19 25.03.10 - 13:00 Uhr

Erstmal: Es tut mir leid was dir passiert ist und welche Folgen daraus resultieren.

Ich kann beide Seiten verstehen. Deine Symptome waren nicht typisch, auf den Ultraschallbildern hat er vermutlich nichts gesehen, was auf eine Entzündung deutet.

Ich hätte einfach mal die Bilder angefordert und hätte einen anderen Frauenarzt gefragt was er darauf sieht. Ohne ihm vorher zu sagen was passiert ist.

Vielleicht war die Entzündung noch nicht so ausgebildet.

Ärzte habens auch nicht immer leicht. Alle Ärzte haben ein Budget, und wenn man bei jedem Patienten alles machen würde, dann wären viele bald erledigt. Daran sind aber nicht die Ärzte schuld. Immerhin hat er nen Ultraschall gemacht, es gibt sicher Ärzte, die wären nicht mal so weit gegangen.

Beitrag von m_sam 25.03.10 - 13:24 Uhr

Ganz ehrlich? Ich würde mich anwaltlich beraten lassen! Aber ganz schnell. Sowas fällt nicht mehr unter die Kategorie "Leben schwer machen", sondern war offensichtlich ein ganz klarer Behandlungsfehler, für den Dein FA, wie symphatisch auch immer, sich zu verantworten hat.
Auch wenn es Dir letzendlich nicht hilft. Aber dennoch ist ein Schmerzensgeld hier gerechtfertig.

Erkundige Dich nach Anwälten, die sich auf med. Sach spezialisiert haben - nimm nicht irgendeinen Allgemein-Anwalt.

LG Samy

Beitrag von bienemaja1979 26.03.10 - 14:10 Uhr

Hallo Lili,
zum Glück hast Du das überlebt! Alles Gute für Dich und Dein Baby.
Dein Arzt hat Mist gebaut! Ja, es können Fehler passieren, aber manche Ärzte sind auch ziemlich gleichgültig ihren Patienten gegenüber. Der Fehler Deines Arztes hätte Dir fast das Leben gekostet. Wenn Dein Mann nicht gerade da gewesen wäre, dann würde dein Baby jetzt ohne Mama aufwachsen.
Eine einfache Blutabnahme, BSG-die macht man auch selber in der Praxis - hätte das wohl alles verhindern können.

Ich würde auch nicht mehr zu diesem Arzt gehen. Mich mit der Schlichtungsstelle in Verbindung setzen und mir einen GUTEN Anwalt für Arzthaftpflichsachen suchen.
Denn Du hast fast Deiin Leben verloren und Dir wurde die Möglichkeit genommen doch noch weitere Kinder zu bekommen.
Da wäre ein Schmerzensgeld doch sehr angebracht.

Alles Gute für Euch!!!
Maja

Beitrag von sid2 26.03.10 - 16:51 Uhr

Hallo Lili,

ich hätte das nicht auf mich sitzen lassen. Schließlich war Dein Leben in Gefahr.
Ganz ehrlich da würde der Spaß für mich aufhören. Normalerweise darf so etwas gar nicht passieren und mit dem US und abtasten ist damit nicht viel getan. Mit einer Blutentnahme kann man viele Krankheiten sehen/entdecken.

Hast Du das denn schriftlich was bei Dir gemacht worden ist bei der Ärztin?

Ich persönlich würde dann zum Anwalt gehen.

Dir noch gute Besserung,

Viele Grüße
Bea