Erfahrungen - mit 5 in die Schule

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von erstes-huhn 25.03.10 - 12:31 Uhr

Ich wollte mal fragen, ob hier Mütter ihre Kinder schon mit 5 Jahren eingeschult haben und darüber Berichten können.

Ich stehe nämlich vor dem Problem, ob oder ob nicht.
Vom kognitiven ist mein Sohn fit, er liest schon und rechnet, er ist sehr aufmeksam und kann sich auch recht lange auf eine Sache konzentrieren.

Er kann sich aber nur schlecht gegen andere behaupten. Im Kindergarten wird er oft geärgert und wehrt sich dann auch nicht. Er passt so gut wie garnicht auf seine Sachen auf und trödelt auch mal gerne.

Ich versuche ihn natürlich Selbstsicherheit zu geben, aber er ist körperlich noch recht klein und es scheint auch einfach nicht seinem Naturel zu entsprechen sich zu wehren.

Ich bin hin und her gerissen, ob Schule oder noch nicht.
Bereichtet doch mal von euren Erfahrungen.

Beitrag von 3erclan 25.03.10 - 12:35 Uhr

Hallo

ich würde sagen lass ihn noch im Kiga.

2 Freundinnen meiner Tochter wurde vorzeitig eingeschult und hängen jetzt schon hinterher.
Er muss sich behaupten können.Er muss sich wehren können.Auf seine Utensilien aufpassen muss er können.Trödeln geht nur in einem bestimmten Rahmen.Schule ist kein spass mehr.Meine ist in der 2.Klasse und was die lernen gab es bei mir damals zum Teil iin der 5 .Klasse.

Ich würde meinen Sohn niemals vorzeitig einschulen.Auch wenn er lesen und rechnen kann.

Aber das soziale usw.. ist genauso wichtig und das letzte Jahr reifen sie noch richtig,da machen sie immer einen Schub.

lg

Beitrag von athena2004 25.03.10 - 12:43 Uhr

Bei uns ist es genauso, nur bin ich mittlerweile davon ueberzeugt, dass meine Kleine auf jeden Fall mit 6 eingeschult werden soll, da sie sich einfach ein dickeres Fell und mehr Selbstbewusstsein zulegen muss.
Meine Kleine wuerde das in der Schule nicht bekommen.

Der Kindergarten hat von einer so fruehen Einschulung abgeraten aus gerade genannten Gruenden. Die Leiterin unseres Kindergartens hat zusaetzlich eine heilpaedagogische Ausbildung und sagte, dass der Schuss bei "solchen" Kindern auch nach hinten los gehen kann. Die emotionale Reife haengt der kognitiven Reife "hinterher" bzw. erstere ist altersgemaess, so dass viele dieser Kinder (laut ihren Aussagen) mit Schulstress und -druck nicht klarkommen und moeglicherweise eine Abneigung gegen die Schule entwickeln, die Konsequenzen fuer die komplette Schullaufbahn haben kann..

Ob das zutrifft haengt natuerlich vom Kind ab, aber ich gebe meiner Kleinen lieber noch etwas mehr Zeit, um auch die emotionale Reife zu bekommen.

Alles Gute,

Athena

Beitrag von buzzelmaus 25.03.10 - 12:44 Uhr

Hallo,

wir hatten letze Woche unser Gespräch, ob Emily nächstes vorzeitig eingeschult werden sollte - wobei wir uns schon dagegen entschieden hatten und nur noch formel mit den Erzieherinnen drüber sprechen wollte.

Die Gründe für unsere Entscheidung dagegen waren:
- das Deutsche Schulsystem ist nicht auf so kleine Kinder ausgerichtet
- die ersten Jahre verlaufen vielleicht noch problemlos, aber spätestens bei der Pupertät wird der Altersunterschied zum großen Thema
- unsere Tochter wäre die ganze Schulzeit hindurch immer die kleinste/jüngste
- sie ist in ihrem sozialen Verhalten noch nicht so weit, sich alleine in einer Klasse ihren Platz zu erkämpfen

Sei stolz, dass Dein Sohn schon rechnen und lesen kann, aber bitte schließe nicht daraus, dass er schon reif für die Schule ist. Viele Kinder können heute schon vor der Schule rechnen oder lesen oder schreiben. Doch die kleinen können sich nur selten wirklich gegen die großen behaupten.

Unsere Erzieherinnen waren mit unser einer Meinung, dass sie noch im Kindergarten bleiben sollte - aus den selben Gründen, die wir auch schon für uns gefunden hatten.
Das interessante ist, dass in Emilys Gruppe ein Mädchen geht, was viel größer ist, als die anderen Kinder und schon seit langem lesen und schreiben kann. Dennoch wird sie erst dieses jahr mit fast 7 Jahren eingeschult und sowohl die Eltern als auch die Erzieherinnen sagen, dass ihr dieses eine jahr mehr im Kindergarten sehr gut getan hat. Sie kann nun mit einem viel größeren Selbstbewußtsein in die Schule und ist auch schon sehr viel selbstständiger.

Gönn Deinem Sohn noch ein weiteres jahr Kindergarten. Er wird daraus nur Vorteile ziehen.

Alles Gute

Susanne + Emily Fiona *05.08.05

Beitrag von schwarzbaer 25.03.10 - 13:04 Uhr

Mara wurde letztes Jahr mit 5 eingeschult.
Ja, sie vergisst hin und wieder brotdose/trinkflasche/Schal/Mütze und weitere Utensilien im Hort - aber das ist bei den anderen Erstklässlern nicht anders.
Nach Aussage der Lehrerin im Halbjahresgespräch ist sie in der absoluten Leistungsspitze der Klasse.
Sie ist offensichtlich sehr beliebt in der Klasse (schließe ich daraus, daß sie permanent von irgendwelchen Kindern zum spielen eingeladen wird bzw. wir permanent Kinder zu Besuch haben). Und sie ist hart im Nehmen - letztens wurde sie in der Pause von einem 6-Klässler locker flockig über den Haufen gerannt, sie hat sich ein Pflaster geholt, kurz vom Lehrer trösten lassen und ist wieder los.

ABER: jedes Kind ist anders. Und meine war schon immer körperlich sehr groß und auch sehr durchsetzungsfreudig - deshalb hatte ich nie Bedenken, sie mit 5 einzuschulen. Schau Dir Dein Kind genau an - und entscheide dann.

Beitrag von stjeanny 25.03.10 - 13:08 Uhr

Hallo!
Ich bin auf dem Gebiet eine "Erfahrene"
Meine Tochter kam mit 5 in die Schule. Mittlerweile ist Sie in der 3ten Klasse und schreibt sehr gute Noten.
Ein Problem war Ihre niedrige Frustrationsgrenze.
Das bekommt man aber auch in den Griff.
´
Egal wie oft ich anfangs gezweifelt habe, ich würde es immer wieder tun.
Muss aber dazu sagen, dass die Freundinnen auch alle ein Jahr älter waren und sowieso in die Schule kamen. Sie ist da "mitgerutscht"

Falls du noch hilfreiche Tipps möchtest, kannst du mich ja anschreiben.
Lg

Beitrag von negromancer 31.03.10 - 17:41 Uhr

Hi,
Habe die Diskussion verfolgt und bin echt dankbar, dass es auch Muttis wie dich gibt, die es nicht bereuen und einen steinigen, weil man über soetwas "absurdes " überhaupt nachdenkt..
Von wegen Kindheit rauben und so..
Meine 2. Tochter möchte auch dieses Jahr mit zur Schule, liegt nach dem Stichtag, aber ihre Muss-Freundin ist auch nur 3 Monate älter.. Kinderarzt und Kiga haben uns das ok gegeben, trotz kleiner Körpergrösse, aber sie hat einen starken Willen und ihre Schwester zum Nacheifern. Die kam übrigens nur 3 Moante nach dem 6. Geburtstag zur Schule, ist auch fast die Jüngste und trotzdem bei den Klassenbesten! Würde gern etwas mit dir über Erfahrungen plaudern, zB, ob ihr einen Test machen musstet..
Hab jetzt leider keine Zeit..
LG Grüsse, A.

Beitrag von katjafloh 25.03.10 - 13:16 Uhr

Hallo,

ich habe meinen Sohn auch noch 1 Jahr im KiGa gelassen, weil er auch sozial noch nicht so weit war. Das hat sich dann im letzten KiGa-Jahr nochmal zu seinem Vorteil geändert. Er wurde plötzlich aufgeschlossener, war nicht mehr so schüchtern, hatte plötzlich Freunde, vorher ein totaler Einzelgänger.

Ich habe es nicht bereut, ihn nicht zeitiger eingeschult zu haben.

LG Katja

Beitrag von manavgat 25.03.10 - 13:41 Uhr

Wenn Eltern im Zweifel sind, dann rate ich von einer Einschulung in dem Alter ab.

Ich arbeite mit Kindern, die irgendwann im Laufe der Jahre Schwierigkeiten in der Schule haben. Es kommt oft vor, dass die zu frühe Einschulung später zu Mißerfolg führt.

Mir ist kein! Fall bekannt (und das bei fast 30 Jahren Arbeit) in dem ein Kind wegen zu später Einschulung später Schwierigkeiten hatte.

Gruß

Manavgat

Beitrag von sora76 25.03.10 - 13:41 Uhr

Hallo!

Meine Tochter kam letztes Jahr mit 5 in die Schule. Sie hat allerdings ein großes Ego und kann sich gut behaupten.
Sie geht sehr gerne in die Schule und ist auch 'beliebt'.
Sie ist die Kleinste und Jüngste in der Klasse.
Die Gründe waren:
1. Sie hat Zuhause schon Schulisches gemacht, konnte sie davon nicht wirklich 'abhalten'. Sie lernt halt gern.
2. Sie ist geistig recht weit und weiß genau was sie will.
3. Sie hat ein starkes Ego, was aber für sie manchmal doch sehr Nachteilig ist.
4. Wäre sie noch 1 Jahr Zuhause geblieben, könnte sie schon Lesen und Schreiben und somit wäre für sie die 1. Klasse langweilig geworden.
Sie war halt einfach soweit.

Für uns war es die richtig Entscheidung. Wir haben auch mit den Erziehern darüber gesprochen und sie waren der gleichen Meinung. Meine Tochter benimmt sich in der Schule ganz anders als Zuhause.....haben wir festgestellt.
Sie scheint da wirklich 'lieb' zu sein. ;-) Hier Zuhause lässt sie sich dann eher gehen, wenn ihr was nicht passt. In der Schule kann sie das wohl besser unter Kontrolle halten. Das war immer ein Problem bei ihr: Sie wird ziemlich Bockig, wenn ihr was nicht passt.

Meine Freundin wird ihren Sohn erst dieses Jahr einschulen, weil er sehr sensibel ist und auch eher Rücksicht auf andere nimmt und sich somit selber oft sein Recht. In diesem Jahr hat er sich richtig gut entwickelt und ist selbstsicherer geworden. Für ihn also das Richtige. Er freut sich jetzt auch auf die Schule, obwohl er letztes Jahr richtig enttäuscht war, das er noch nicht gehen konnte.

Es kann das Eine, wie auch das Andere passieren. Entweder er sammelt Mut und Kraft und wächst in der Schule, oder er wird sich damit schwer tun.
Da steckt man einfach nicht drin.

LG Sonja

Beitrag von eowina 25.03.10 - 14:24 Uhr

Hi,
das selbe Problem hatten wir auch damals. Mein Sohn wurde am 07.01. geboren, kommen auch aus Berlin.
Er hat somit die Frist um 7 Tagen verpasst.
Er kannte damals alle Buchstaben, konnte rechnen.
Wir haben uns aber dagegen entschieden und es nie bereut.
Er hat auch 3/4 Jahr vorm Schulbeginn lesen gelernt.
Nun ist es soweit, er ist 6 Jahr und 8 Monate alt und geht seit 3 Wochen in die 1. Klasse.
Nach 2. Tag merkte die Lehrerin, was er kann, er wird täglich getestet und ist nun in der 2. Klasse.

Er war auch in August im Hort und es war nicht einfach.
Ihm wurde oft von älteren Kinder gesagt: du darfst nicht zugucken, mitspielen, weil du noch kein Schulkind bist.
Es musste hart um Anerkennung kämpfen und das hätte er vor 1 Jahr nicht geschafft.
Jetzt ist er selbständig, der älteste von seiner Klasse.

Es ist am Anfang nicht wichtig, was das Kind kann. Viel wichtiger ist, ob es die Stresssituationen meistern kann, ob es sich durchsetzen kann, Misserfolge verdauen kann usw.

Warte noch 1 Jahr. Ich bin heilfroh, dass wir es geschafft haben.
Eo.

Beitrag von eowina 25.03.10 - 14:25 Uhr

Hi, ich habe meinen älteren Beitrag kopiert, daher stimmen die Zeitangeben nicht. Der Inhalt aber ja!
Eo.

Beitrag von biene1975 25.03.10 - 19:47 Uhr

Hallo,

bei uns ist es der Fall das Isabel am 16.9 - 6 Jahre alt wird und auch ein Muß-Kind ist. Somit heuer eingeschult wird.

Sie ist total fit und schlau. Kann rechnen, kennt die Buchstaben usw. aber ich bin am kämpfen Sie zurückstellen zu lassen. Leider ist das bei uns wirklich ein Kampf und es interessier die Schule nicht was die Eltern sagen.

Ich habe einen Sohn in der 2. Klasse und es wird wirklich viel von den Kids verlangt. Nicht nur schulisch, sondern auf vom sozialen her. Er ist ein sehr ruhiger Schüler und kam mit 6 3/4 in die Schule - Gott sei Dank. Ich denke wäre er früher eingeschult worden würde er sich härter tun.

Also ich für mich würde meine Kids niemals früher einschulen.

Schöne Grüße

Sabine

Beitrag von blucki 26.03.10 - 09:32 Uhr

hallo,

wir haben unseren sohn letztes jahr auch mit 5 eingeschult (er ist im mai 5 geworden und kam im august in die schule). aber nicht in eine regel-grundschule, sondern in eine grundschule mit flexibler eingangsstufe, die über 5 jahre geht. dort werden die kinder zwischen 5 und 8 jahren gemeinsam unterrichtet und kommen danach (in der regel nach 3 jahren, manche auch schon nach 2, wie die nachbarstochter) in die 3. klasse.

die 5jährigen haben dort noch sehr viel spielzeit, ungefähr die hälfte der zeit wird frei gespielt oder nach anleitung gebastelt, morgenkreis abgehalten und und und. und es gibt die ersten 2 jahre keine hausaufgaben!

in eine regel-grundschule, in der von anfang an 4 stunden unterricht abgehalten werden, hätte ich ihn nicht eingeschult. eben weil die kinder in dem alter noch die zeit zum spielen brauchen.

wir haben uns für dieses schulsystem entschieden, weil die nachbarn damit sehr gute erfahrungen gemacht haben und die schule auch nur 110 schüler hat. also ganz klein ist und sich somit individuell um die kinder kümmern kann. die anderen grundschulen hier in der nähe haben alle 600-1000 kinder. da geht ein 5jährigens kind unter. das würde ich nicht machen.

und wenn dein kind sich im kiga schon nicht durchsetzt. das wird in der schule nicht besser, glaub mir. unsere schule hat einen extrem geringen migranten-anteil und generell viele kinder aus der eher gehobenen schicht (bedingt durch das einzugsgebiet). was glaubst du, was da schon abgeht. letzte woche hatte einer ein messer dabei und hat damit den busfahrer nötigen wollen, die cd zu wechseln. was meinst du, was dann auf schulen passiert auf denen hunderte kinder herumspringen, von denen man nicht weiß, aus welchen verhältnissen die kommen. wir haben da schon viele schlimme geschichten gehört.

lg
anja

Beitrag von bambolina 28.03.10 - 01:07 Uhr

Hallo

mein Sohn kam zwar nicht mit 5 in die Schule, aber kurz nach seinem 6. Geburtstag und er ist der Jüngste in der Klasse.

Damals habe ich mich auch gefragt, einschulen oder zurück stellen.

Ich habe mich entgegen aller Empfehlungen für eine Einschulung entschieden. Nicht zuletzt deshalb, weil ich wusste (ich kenne mein Kind), dass er die Probleme, welche er mit der Einschulung hat auch ein Jahr später noch hätte.
So war es, so ist es.
Luca 3. Klasse, wird im September 9 Jahre, hat fast immer noch die gleichen Probleme wie bei der Einschulung.
Wir haben demnächst einen Termin beim Kinderpsychologen.

Wenn du der Meinung bist, dass die "Probleme" die dein Sohn hat, im nächsten Jahr "behoben" sind, lass ihn noch ein Jahr im KiGa

lg bambolina