11 Monate - Fremdeln, Klammern, Eingewöhnung - wie verhalten?

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Forum: Erziehung

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Beitrag von nane29 25.03.10 - 14:02 Uhr

Hallo,

ich bin momentan etwas verunsichert und bräuchte mal Zuspruch.

Unser Karlchen ist 11 Monate alt.

Seit Mitte Januar basteln wir nun schon an seiner Eingewöhnung bei der Tagesmutter.
Meine Tochter ist fast 4 und war auch bei der Tagesmutter, ich kenne sie also schon sehr lange und gut.

Das Problem ist, dass wir offenbar einen total blöden Zeitpunkt erwischt haben. Karl war die letzten Monate dauernd erkältet, also angeschlagen, er hat die ersten 6 Zähne bekommen und er fing an zu Fremdeln.

Die Eingewöhnung (3x die Woche) war also ziemlich eierig, denn es kam eine Phase nach der anderen, in der er total an mir klammerte und nicht offen war für die neue Situation.

Mehrmals mussten wir wegen Krankheit ausfallen lassen, oder haben vor Ort gemerkt, dass es heute keinen Sinn macht, zu gehen.

Es zieht sich nun also schon ewig und er lässt nur ganz schwer los.

Ich habe schon überlegt, 1-2 Monate abzuwarten (bin freiberuflich, Mann verdient recht gut, kein MEGAdruck), habe mich aber dagegen entschieden. Es wird nun auch laaaaangsam besser und wir machen sachte(!) weiter.

Meine Unsicherheit bezieht sich nun vor allem darauf, wie ich mich ansonsten verhalten soll.
So bald wir unter Leuten sind, bewacht er mich, wie ein kleiner Hund. Er lässt mich nicht los, schmiegt sich an mich, bewegt sich kaum einen Millimeter von mir weg.

Gestern war ich bei einer Freundin und ihren Kindern. Ich musste auf die Toilette. Mir war klar, dass ich nicht den Raum würde verlassen können, ohne dass Karl weint. Meine Freundin meinte: "Ach, du musst es auch mal VERSUCHEN, du bist schon völlig verschreckt, geh mal, ich nehme ihn auf den Schoß".
Ich war verunsichert, weil ich nicht wie eine Glucke erscheinen wollte und bin gegen mein Gefühl allein zur Toilette gegangen. Meine Freundin hat sich Karl geschnappt, der völlig panisch weinte und mich danach noch mehr belagerte.

Hinterher habe ich mich geärgert. Vor allem darüber, dass ich gegen mein Bauchgefühl gehandelt habe, aus Angst davor, was meine Freundin denkt. Es kam 1-2x vor, dass Leute andeuten, ICH würde vielleicht nicht loslassen.

Ich habe darüber schon so oft nachgedacht und in mich hineingehört. Aber ich bin mir sicher, dass ich auf IHN reagiere und nicht andersrum. Ich will auf keinen Fall eine Mutter sein, die ihre Kinder ausbremst und ich glaube wirklich, dass es nicht so ist.
Ich habe auch keine Probleme mit dem Gedanken daran, ihn mal in andere Hände zu geben - sofern er sich wohl fühlt.
Aber, wie gesagt, ich lasse mich ab und zu verunsichern.

Wie würdet ihr mit dem Fremdeln und Klammern umgehen?

Ich mache es bislang so, dass ich immer wieder kleine Vorstöße wage, ihm ein Spielzeug zeige und ihn von mir weglege, oder mal zum anderen Ende des Raumes gehe, um dort was zu holen.
Wenn er aber Sicherheit bei mir sucht, dann darf er sie auch haben.

Kinder sind doch eh naturgemäß darauf programmiert, sich langsam abzunabeln und die Welt zu entdecken. Wenn er weiß, dass er sich auf mich verlassen kann und ich ihn nicht zwinge, wird er dann nicht von alleine irgendwann den Mut finden?

Hier zu Hause und mit meinem Mann und meiner Tochter ist es übrigens kein Problem - Karl spielt lange Zeit alleine, robbt alleine durch die Wohnung, bleibt ohne Probleme mit meinem Mann mehrere Stunden allein. Kein Weinen, wenn ich gehe, nix.

Ach, ich weiß gar nicht, was ich jetzt von euch hören will. wie sind eure Erfahrungen? wie würdet ihr damit umgehen?

LG Jana mit Lena und Karl



Beitrag von susya 25.03.10 - 14:08 Uhr

Ich denke deine Unsicherheit überträgt sich zu 100% auf deinen Sohn. Wenn du dir sicher wärest, dass es das Richtige ist, jetzt zu gehen 8egal in welcher Situation, dann würde sich auch dein zwerg sicherer fühlen. natürlich geht es nicht von einem tag auf den anderen, aber wie soll er es denn lernen. Mal geht er zur Eingewöhnung, mal nicht...

Meine Tochter geht ab 12.4. zur Eingewöhnung zur Tagesmutter, wo auch mein Sohn früher schon war. Und ich gehe nicht dreimal die Woche, sondern jeden Tag. Und dann auch an den Tagen wenn sie schlecht drauf ist. Sie ist auch ein extremes Mamakind, lässt sich (wenn ich da bin) kaum vom Papa anfassen. Aber wenn ich abends arbeiten gehe, dann sage ich ihr "Tschüß" und geb sie dem Papa. Die ersten male hat sie gebrüllt, aber inzwischen ist es kein Problem mehr. Und das wird auch bei deinem Sohn so sein. Du musst dir nur sicher sein, dass es das Richtige ist ihn zur Tagesmutter zu schicken oder bei deiner Freundin zu lassen. Und wenn er meirkt - Mama ist sich sicher - dann wird das Gebrülle auch aufhören.

Beitrag von nane29 25.03.10 - 21:32 Uhr

Hallo,

vielen Dank für deine Antwort.

Du hast total Recht damit, dass sich die Unsicherheit überträgt. Das glaube ich auch.

Anfangs war ich auch nicht unsicher und es fing auch recht vielversprechend an.

Die Unsicherheit kam, als er so lange Zeit gesundheitlich angeschlagen war. Ich sehe es nämlich NICHT so, dass man ein krankes Kind mit aller Macht dieser Trennungssituation aussetzen muss. Die Tagesmutter ist auch der Meinung, dass das eher kontraproduktiv ist.

Dadurch, dass sich quasi eine dicke Erkältung an die nächste reihte und er immer nur mal 3-4 Tage dazwischen gesund war, kam es überhaupt erst zu dem Geeiere. Es ist einfach total dumm gelaufen.

Dass wir nur 3x die Woche hingehen finde ich auch nicht optimal. Mit meiner Tochter war ich damals auch jeden Tag da, das ging auch schneller. Leider geht es im Moment nicht anders, weil die TM keine Kapazitäten mehr frei hat.

Naja. Jetzt ist Karl ja wieder fit, ich kann ihn besser einschätzen und bin auch entsprechend klar bei der Eingewöhnung.

Bald kriegen wir es bestimmt hin:-)

Beitrag von guldamar 25.03.10 - 14:26 Uhr

Hallo Jana,

ich würde auch sagen, daß der Kleine ganz genau spürt, daß DU dir nicht sicher bist. Wie soll er mit einer neuen Situation umgehen, wenn die Mama ihm nicht vermitteln kann, das es so richtig und gut ist?
Entschuldige bitte, das ist nicht gegen dich, aber ich würde nicht so viel in-mich-hineinhorchen, Bauchgefühl ausfindig machen, irgendwo hineinspüren, stundenlang überlegen und rumeiern...
- Du willst, daß er zur Tagesmutter geht und bist davon 100% überzeugt, dann hört dieses Eingewöhnungstheater sofort auf. Er bleibt da und du gehst fröhlich und mit einem gutem Gefühl weg. So wie es bisher läuft, wird er nie kapieren, daß eine Tagesmutter bedeutet "ich bleib hier und Mama geht arbeiten".
- DU bist dir nicht sicher, daß die Tagesmutter die richtige Wahl ist und mußt oder willst auch gar nicht arbeiten? Dann bleibt doch einfach zu Hause und hört auf mit der halbherzigen Eingewöhnerei.

Aber daß du nicht einfach aufs Klo gehen darfst, weil das Kerlchen dann weint? Was machst du denn, wenn du deine Tage hast??? Das muß er wirklich nicht sehen... Erklär ihm, daß du gehst, warum und daß du gleich wieder kommst. Das hat er zu akzeptieren, auch mit 11 Monaten!

LG
Gul Damar

Beitrag von nuschka7 25.03.10 - 15:43 Uhr

Huhu,

das "mit aufs Klo gehen" hat den Vorteil, dass das Kind nebenher lernt, wofür das Klo da ist. Irgendwann geht es ja auch vorbei, dass das Kind mit will.
Irgendwie hatte ich nie Probleme damit, als ich meine Tage hatte. Geht ja ruckzuck, ohne dass es Julian aufgefallen oder komisch vorgekommen wäre (hab ja nicht mit dem Tampon vor seinem Gesicht rumgewedelt. #schock#hicks#schein

Beitrag von rmwib 25.03.10 - 15:33 Uhr

Ich hatte das hier auch so doll zur Eingewöhnung...
da war er auch 11 Monate.

... und ich hab ihn zu Hause dann gelassen, wie er wollte. Ihn immer mitgenommen, ihn getragen, ihn nachts auf mir schlafen lassen usw.- was anderes ging auch gar nicht, er hat sofort losgebrüllt wenn er den Kontakt verloren hatte. Ich hätt gar keinen Manduca gebraucht, das Kind hätte auch so an mir gehangen, so hat er mich festgehalten #rofl

Er hat irgendwann geschnallt, dass Mama immer wieder kommt ;-) und da wurde dann auch alles wieder besser.

Unsere Eingewöhnung zog sich auch wirklich zäh über 2 Monate und ich hab echt gedacht mir bricht es das Herz #schmoll

Beitrag von nuschka7 25.03.10 - 15:35 Uhr

Hallo Jana,

bei Julian lief die Eingewöhnung am Anfang genauso wie bei deinem Karlchen. Er war 11 Monate alt, als es "ernst" wurde und er wirklich dort bleiben musste. Davor sind wir immer mal wieder dort gewesen.

Meine wichtigesten Erkenntnisse waren:
1) ICH muss loslassen, damit mein Kind loskann kann. Und das möglichst ohne schlechtes Gewissen.
Puh, das war der schwerste Punkt. Aber wie die anderen auch schon geschrieben haben, Karlchen merkt, dass du unsicher bist.
2) ICH muss Vertrauen in die TM haben, dann hat das mein Kind auch.
3) Statt dreimal die Woche längere Zeit zur Eingewöhnung, annähernd jeden Tag und das nur kurz, angefangen mit 5 min, dann gesteigert und zwar so, dass ich jederzeit wieder kommen konnte (hab vor dem Haus der TM gewartet). Das ging dann so 2-3 Wochen, danach war die Sache ausgestanden.
4) Es tut anfangs weh, wenn der Kleine nicht mit nach Hause gehen will! Aber das hat mir gezeigt: Es geht ihm wirklich gut bei der TM und ich kann auch wieder ohne schlechtes Gewissen ein eigener Mensch sein!

Ich wünsch euch viel Erfolg!

LG Nuschka mit Julian (*3.10.07) und Saskia (*9.1.10)

Beitrag von nuschka7 25.03.10 - 15:39 Uhr

Ups hab was vergessen:

Julian hat auch zu Hause an mir geklammert. Ich hab dem nachgegeben und das Klammern auch nachts zugelassen. Ich wollte ihm so viel Nähe wie möglich geben und Sicherheit, dass ich für ihn da bin.
Warum auch nicht?

LG Nuschka

Beitrag von nane29 25.03.10 - 21:43 Uhr

Zu hause ist es ja gar nicht. Er bewegt sich hier total frei, bleibt auch längere Zeit alleine im Zimmer, spielt alleine...

Er schläft auch super. Ich kann ihn wach ins Bett legen zu seinem Kuschel-elefanten und dann schläft er alleine ein, im Zimmer mit seiner Schwester. Wird nur noch 2x wach in der Nacht, 1x trinkt er ein Fläschchen Milch, das 2te Mal nur ein bisschen Wasser.

Beide Kinder machen das ganz toll und ich habe keins von beiden auch nur eine Sekunde schreien lassen - daher glaube ich eigentlich auch, dass ich ein ganz gutes Gefühl dafür habe, wie ich sie ohne Druck zu Selbständigkeit führe.

Ich werde es auch so machen, wie du. Stetig weitermachen mit der Eingewöhnung und ihm drumherum alle Sicherheit geben, die er braucht. Ohne ihn auszubremsen.
Ich denke, das kriege ich hin.
Lasse mich auch nicht mehr durch andere Leute verunsichern:-)

Beitrag von nane29 25.03.10 - 18:31 Uhr

Hallo Nuschka,

danke für deine Antwort.:-)

Ich stimme total zu, dass Kinder die Unsicherheit der Eltern spüren und dass ich da "klar" sein muss.

Ich bin total überzeugt von der Tagesmutter und von der Entscheidung.
Anfangs hat es daher auch gut geklappt.
Was mich verunsichert hat, war dieser lange Zeitraum, in dem es ihm gesundheitlich nicht gut ging.

2-3x war er total schlecht drauf, ich spürte das, war verunsichert, wusste aber nicht, was los war. Also bin ich dann normal die 5-10 Minuten gegangen, er hat total gebrüllt.....in der Nacht, oder an dem darauffolgenden Tag brach dann die Erkältung aus und im Nachhinein wusste ich dann, warum es so schwer war.

Ein krankes Kind durch die Eingewöhnung prügeln muss ja nicht sein.

Durch diese Phase hat sich nun bei Karl ein negativer Eindruck von der Eingewöhnung gefestigt.

Jetzt ist er gesund und ich bin auch wieder klar, was die Eingewöhnung angeht. Ich bin extra ganz intensiv in mich gegangen, habe auch den Gedanken durchgespielt, nochmal abzubrechen und mich dann absolut dagegen entschieden.

Ich denke, ich kann jetzt mit der nötigen Souveränität die Eingewöhnung weiter machen und wir merken ja auch schon, dass es sich in ganz kleinen Schritten bessert.

Wir machen die Eingewöhnung auch ganz soft. Am Anfang war ich mit dabei, dann 5 Minuten weg, dann 10, jetzt 30.

Heute bei meinen Verwandten lief es gut. Karl hat erst total an mir geklammert und dann aber mit meiner Cousine gespielt (sie sieht mir sehr ähnlich;-)) und sich auch von mir weggetraut.

Bin dann auch mutig ohne ihn auf's Klo gegangen und alles war ok:-)

Beitrag von widowwadman 25.03.10 - 19:20 Uhr

Ich wuerde versuchen ihn mal ohne dich bei der TaMu zu lassen um ihm die Chance zu geben sich daran zu gewoehnen, So wie du das beschreibst uebertraegt sich deine Nervositaet auf ihn.

Ein paar Traenchen zum Abschied lassen sich am Anfang nicht vermeiden.

Beitrag von nane29 25.03.10 - 19:59 Uhr

Hi,

den Gedanken hatten wir auch schon und mein Mann steht bereits Gewehr bei Fuß.

Zur Zeit bin ich aber während der Eingewöhnung gar nicht mehr verunsichert - die Unsicherheit entstand in der Zeit, als es ihm gesundheitlich nicht gut ging und wir das nicht immer klar einschätzen konnten.

Jetzt geht es ihm gut, ich kann die Situation wieder einschätzen und bin mir daher sicher, dass unsere Vorgehensweise für ihn "zumutbar" ist.
Die Tagesmutter meinte auch, sie würde gerne jetzt so weiter machen, wie bisher - also mit mir, weil es sich langsam bessert.
Meinen Mann behalten wir weiter als Ass im Ärmel ;-)

Unsicher bin ich manchmal, wie ich außerhalb der Eingewöhnung mit dem Klammern umgehen soll.
Mein Gefühl sagt mir, dass ich ihn natürlich immer wieder ermutige, sich von mir zu lösen, aber nicht auf Krampf.
Die Situation mit meiner Freundin war einfach blöd. Sie hat ihn einfach geschnappt und ich bin raus - er kennt sie kaum, war total perplex, es war klar, dass das schief geht.

Heute bei meinen Verwandten lief es super. Meine Cousine hat sich ihm langsam genährt und er hat sich irgendwann von mir gelöst und mit ihr gespielt. Dann bin ich auch auf's Klo und es ging ohne Probleme.

Beitrag von woelkchen1 25.03.10 - 22:15 Uhr

Du machst das sehr richtig!

Dein Kind hat im Moment Angst, ohne dich zu sein (ganz normal für das Alter). "Zwingst" du ihn, bestätigst du seine Angst und es wird schlimmer. Dann hat er ja auch einen Grund, zu klammern.

Gibst du ihm die Sicherheit, die er im Moment so sehr brauch, kann er loslassen. Weil er nie Angst haben muß!

Beitrag von nane29 26.03.10 - 09:15 Uhr

Vielen Dank, das beruhigt mich und bestätigt mein Gefühl.

Habe ich es auch immer so gemacht und kriege immer wieder von den Erziehern meiner Tochter gesagt, wie selbstbewusst, fröhlich, selbständig und sozial sie ist.

Seit ein paar Tagen braucht sie Morgens wieder ein paar Minuten im Kindergarten, um anzukommen.
Mein Mann hat sie neulich gebracht und konnte nicht warten, er musste los. Sie weinte, als er ging.

Ich habe am nächsten Tag einfach mal zu ihr gesagt: "Wenn du möchtest, nehme ich dich noch ein bisschen in den Arm. Du weißt, dass ich gleich los muss. Aber ich bleib noch ein kleines bisschen."

Nach einer Minute Kuscheln gab sie mir einen Kuss und sagte: "Du kannst jetzt gehen."

Eben war es wieder so:-).

Ich weiß, dass die Eingewöhnung in Karls Alter selten ganz ohne Tränen verläuft und bei Karl hat sich das durch das Krankheits-hin und her nun etwas festgesetzt. Es bricht mir jedes Mal das Herz, wenn ich von einem weinenden Kind weggehe, aber ich denke, es ist ok, so wie wir es machen - ganz sachte Schritt für Schritt. So habe ich auch die nötige Sicherheit.

Danke, dass du mich darin bestätigst, meinem Gefühl zu folgen und ihm außerhalb der Eingewöhnung keinen Druck zu machen.

LG Jana



Beitrag von woelkchen1 26.03.10 - 12:31 Uhr

Ja, die Eingewöhnung im Kiga lief bei uns identisch wie bei dir ab. Da ging es leider auch nicht anders, denn ich mußte wieder arbeiten. Hab aber den Erziehern vertraut, die mir sagten, sie habe dort sehr viel Spaß wenn ich weg bin, und die Tränen trocknen.
Jetzt sagt sie nicht mal mehr Tschüß, das ging sehr schnell.

Aber gerad darum hab ich ihr außerhalb des Kigas alle Nähe gegeben, die sie brauchte. Eigentlich ist sie sehr lieb, sagt jedem Guten Tag ect., will sie das aber mal nicht, brauch sie das nicht. Versteckt sie sich hinter meinem Hosenbein, darf sie da bleiben und wird nicht vorgezottelt, wie ich das bei anderen sehe.
Die Mäuse machen das doch nicht grundlos, und da mit Gewalt gegenzusteuern, finde ich nicht gut.

Wenn Scarlett weint, wenn ich auf Toilette gehe, nehm ich halt mit! Obwohl es wohl nicht so schlimm ist, wenn man mal ganz schnell geht, und das Kind die 2 Minuten weint.

Aber ansonsten zeige ich meinem Kind ja auch, dass mir seine Bedürfnisse ernst sind, und ich auf sie eingehe. Und denke auch, dass das die Bindung stärkt, Sicherheit gibt und aus diesem Grund ganz selbstbewußte kleine Menschen aus unseren Kindern werden!

Und ganz ehrlich: Handele nach deinem Bauch und Herz, dann kannst du eigentlich nichts verkehrt machen. Was andere sagen, ist egal!

Beitrag von lexa8102 26.03.10 - 12:27 Uhr

Hallo Jana,

ich kenne das Gefühl. Als mein Kleiner mit 8 Monaten anfing zu fremdeln, habe ih dem Bedürfnis einfach nachgegeben. Wollte er zu mir, ließ ich ihn - ich wußte ja, dass es diese Phase gibt und sie unterschiedlich lang dauert.

2 Monate später fing die Eingewöhnung bei der Tagesmutti an. Das finde ich so toll an Tagesmuttis - es ist alles ganz individuell. Ich war also täglich eine Stunde mit ihm dort - so lange bis er auch mal mit anderen gespielt hat - hat bei uns eine Woche gedauert. Danach bin ich mal kurz weg - nur zur Bank und gleich wieder gekommen. Da das gut geklappt hat, bin ich immer eine viertel Stunde länger weggeblieben. Hätte es nicht geklappt, hätten wir eine Stufe zurück gefahren - bei der Tagesmutti kein Problem.

Letztlich ging er dann von 8 bis 11 zu ihr - da ich noch nicht arbeitete, aß er bei mir Mittag. Dann probierte sie einfach aus, ob er von ihr was zu esse nimmt - war anfangs nicht so und da hab ich ihn halt abgeholt und er aß bei mir. Nach ein paar Tagen hat er dann von ihr was akzeptiert und sofort fast auch dann dort Mittagsschlaf gemacht.

Wie du dich verhalten sollst? Genauso wie du es jetzt tust.

Gib ihm einfach das, was er braucht. Das habe ich auch gemacht und nach einer Weile (siehe oben), hatte es sich dann gegeben.

Mein Sohn ist auch jetzt noch Fremden gegenüber vorsichtig und läuft in fremder Umgebung nur ein paar Meter weit und kommt dann gleich zurück und will auf dne Arm - das mache ich dann auch, um ihm Sicherheit zu geben. Mir wurde dann oft gesagt, ich müsse mal los lassen und so, aber mir war das egal.

Also noch mal: Du machst alles richtig, lass dir nichts anderes einreden.

Viele Grüße,
Lexa