Dieses leidige Thema ist endlich vom Tisch!!

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von redenmitniveau 25.03.10 - 14:11 Uhr

Hallo erstmal...

Wo fang ich an?!?

Also, als ich letzten September meine Tochter bekomme habe war ich 10 Tage im Krankenhaus wegen Kaiserschnitt. In dieser Zeit ist mein Sohn eingeschult worden und hatte extreme Probleme sich einzugewöhnen! Er hat mich ganz arg vermisst und hatte echt schlimme Verlustängste ( Hatte Leberprobleme die gefährlich hätten werden können)

Ich hatte das im Gefühl das es ihm nicht gut geht, alle anderen waren der Meinung er könnte ja ADHS haben, er braucht Hilfe etc..... ich wusste das er MICH braucht!!! konnte aber nicht für ihn da sein, war ja im Krankenhaus! draussen haben Opa und Oma (Schwiegereltern ) ihm sogar gedroht das er sie länter nicht sehen wird wenn er sich nicht zusammenreisst :-(

also, kurz gesagt, die kinderseele hat leider schaden genommen :-(

er hat dann später riesige fortschritte in der schule gemacht und jetzt hat er sich mitlerweile gut eingewöhnt. dennoch waren wir in einem krankenhaus mit ihm, auf der jugendpsychiatrie weil uns seine lehrerin ständig auf ADHS angesprochen hat!! um des lieben friedens willen.

gut, da wurden tests gemacht und fragen gestellt, und gestern war das elterngespräch! raus kam: mein sohn hat definitiv KEIN ADHS, es ist sogar auszuschließen!! Was er ist: er ist manchmal etwas hibbelig wenn er aufgeregt ist, und er hat schlicht und einfach ANGST!! angst mich zu verlieren :-( und angst das ich wieder weg muss für ein paar tage, und das er oma und opa nicht mehr sehen darf #heul

auch ist ein wenig eifersucht von seiner seite da, was sein schwesterchen betrifft, aber das ist ganz normal!! und da versuche ich ihn immer mit einzubinden und viel für ihn da zu sein!! und es wird tag für tag besser...+


mich ärgert nur ganz furchtbar, das ein kind, wenn es mal nicht so tickt wie die anderen wollen SOFORT in die ADHS schiene gedrängt wird!!

ich überlege nun, anzusprechen ober nicht die klasse wechseln soll, denn diese lehrerin hat wohl ihren beruf verfehlt!! ich habe ihr mehrfach erklärt in welch schwieriger situation er ist, aber sie ging ständig auf die ADHS schiene....

so, sorry fürs zulabbern....

und... lasst euch nicht unterkriegen falls euer kind mal so schnell abgestempelt werden sollte!

LG

andrea

Beitrag von blinkingstar 25.03.10 - 21:52 Uhr

Hi Andrea,

ich kann Deine Wut auf die Lehrerin, die Deinem Kind die Prozedur der Testerei aufgebürdet hat.

Einen Klassenwechsel betrachte ich jedoch kritisch. Klar bist Du zurecht aufgebracht, aber bedenke, was das für Dein Kind bedeutet. Er muss seine gewohnte Klassenstruktur aufgeben und ist (wahrscheinlich mal wieder) der "andere".

Ich würde vermutlich die Ergebnisse nehmen, und sie der Lehrerin vorlegen. Dann würde ich sie fragen, ob das wirklich hätte sein müssen und dass sie in Zukunft auch mal über die Einschätzungen der Eltern nachdenken soll.
Und wirklich zur Brust nehmen würde ich mir meine Schwieger-/Eltern. Wie kann man sowas zu einem Kind sagen? Echt unverständlich!

Greetz
Blinking#stern

Beitrag von 3wichtel 27.03.10 - 19:45 Uhr

Betrachte das Vorgehen der Lehrerin doch auch mal positiv:
Sie hat gemerkt, dass Dein Sohn Probleme hat (das ist an sich ja schon mal gut, dass sie da einen Blick drauf hat).
Sie hat gemerkt, dass die Probleme nicht weggehen (auch gut: Sie hat das Problem ständig im Blick)
Sie hat sich Deine Ausführungen angehört, aber trotzdem noch auf eine Untersuchung gedrängt. (Vielleicht hatte sie einfach Angst, dass mehr dahinter steckt, und durch Eure private Situation eine Diagnostik verhindert wird, weil der Focus im Moment immer nur auf den häuslichen Problemen liegt).

Ich finde das ganz positiv: Sie hat sich nicht beirren lassen, sie hat ihre Fürsorgepflicht wahrgenommen (es gibt ja leider auch Mütter von ADHS-Kindern, die immer nur sagen "MEIN Kind hat sowas nicht") um die Situation für alle besser zu machen.
Und letztlich hatte sie ja irgendwie auch Recht: Ihr habt Euch testen lassen und wisst jetzt endlich, was eigentlich los ist.
Und es wäre doch umgekehrt viel schlimmer gewesen: Dein Kind hat ADHS, keiner merkt es, und Dein Kind muss Schule als furchtbare Erfahrung empfinden.

Dann doch lieber eine überaufmerksame Lehrerin ;-)