Hilfe!! Chef will, dass ich mich selbstständig mache!

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von joshy2310 25.03.10 - 17:04 Uhr

Hallo zusammen,

mein Chef hat mich in einem Gespräch gefragt, ob ich mir vorstellen könnte auf selbstständiger Basis zu arbeiten. Ich bin Grafikerin und die einzige Festangestellte der Agentur. Arbeite hier seit über 7 Jahren.

Was für Vor- und Nachteile hat die Selbstständigkeit?
Was muss ich von meinem Lohn selber bezahlen?
Er sagte, krankenversichern könnte ich mich über meinen Mann?
(kann ich kaum glauben, mein Mann ist zudem Geringverdiener)

Fakt ist, dass ich 20 Euro die Stunde bekommen würde, was weniger ist als jetzt als Festangestellte. Ich habe im Moment sehr viel zu tun und kann seine Argumentation nicht nachvollziehen, dass die Einnahmen nicht die Ausgaben decken etc. Auf der anderen Seite sagt, er dass er es auch nicht so weit kommen lassen möchte, dass er mich kündigen muss.

Vom Gefühl her bin ich einfach nicht der Mensch dafür, bei verschiedenen Arbeitgebern zu arbeiten. Ich will lieber was festes, dazu kommt, dass wir ab diesem Sommer an Nachwuchs basteln möchten Bekommt man als Selbstständige überhaupt Mutterschutzgeld?

Ich bin auch noch die Hauptverdienerin unserer Familie und könnte es
mir nicht leisten, wesentlich weniger zu verdienen. Ich müsste mich ja auch um neue Auftraggeber selber kümmern.

Ach man, das ist alles Sch...!

Beitrag von risala 25.03.10 - 17:16 Uhr

Hi,

lass es! Du bist nicht überzeugt von einer Selbständigkeit, Du willst Sicherheit UND würdest dich finanziell verschlechtern - das passt alles nicht zusammen.

Selbständige bekommen kein Mutterschaftsgeld und keinen freigehaltenen Job!

Ich würde Deinem chef auch ganz klar sagen, dass eine Selbständigkeit für Dich nicht in Frage kommt. Es passt nicht zu Dir und das muss er akzeptieren. Oder Dir dann eben kündigen, was er ja aber nicht will!

Gruß
Kim

Beitrag von tve 25.03.10 - 17:21 Uhr

Krankenversicherung über den Mann, klar, selbstständig darfst Du Dich freiwillig gesetzlich (je nach Einkommen) , oder privat versichern (da gehts nah Eintrittsalter und Vorerkrankungen).

Dann hättest ganz fix noch das Problem der Scheinselvbstständigkeit am Hals, da Du nur für einen Auftraggeber arbeitest.

Für mich klingt das Angebot eher nach, ich will kein Personal, mag keine Lohnnebenkosten bezahlen und versuche preisgünstig meine letzte Angestellte loszuwerden.

Beitrag von joshy2310 25.03.10 - 17:24 Uhr

Heißt das, dass ich mindestens 2 Arbeitgeber haben müsste?

Habe mich bisher null mit diesem Thema beschäftigt.

Beitrag von anyca 25.03.10 - 18:02 Uhr

Bei nur einem Arbeitgeber wäre es Scheinselbständigkeit!

Beitrag von tve 25.03.10 - 18:41 Uhr

Theoretisch ja, gibt aber auch noch weitere Möglichkeiten, wie eignes Personal, etc.... , bin zu lange aus dem Thema raus, da solltest Dich mal mit der IHK bzw. Deinem Rentenversicherer drüber unterhalten.

Beitrag von seikon 25.03.10 - 18:28 Uhr

Ich würde es lassen.
Jetzt bist du über deinen Arbeitgeber Kranken-, Renten-, Pflege-, und Arbeitslosenversichert.

Und du weisst, dass von deinem Gehalt nichts mehr an Steuern usw. runter geht. Das was auf dem Konto landet gehört dir.
Ausserdem hast du bezahlten Urlaub und bei einer Schwangerschaft alle Vorzüge (Kündigungsschutz, Mutterschaftsgeld, Elternzeit).


Wenn du dich selbstständig machen würdest, dann müsstest du dich selbst sozialversichern. Du müsstest dir dann ausrechnen, wie viel Geld du deinem AG in Rechnung stellen müsstest, damit du nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben (die dann ja freiwillig sind) so viel übrig hast wie jetzt.

Ausserdem hast du keinen Urlaub in dem Sinne. Wenn du nicht arbeitest, dann bekommst du kein Geld. Wenn du schwanger werden würdest hast du keinen Anspruch auf Mutterschutz und Elternzeit. Und dein AG (der ja dann Auftraggeber wäre) könnte den Vertrag mit dir auch ohne große Probleme kündigen, wodurch dir dann wieder Geld fehlt.

Familienversicherung geht nicht über deinen Mann. Und du musst mehrere Auftraggeber haben, denn wenn du nur für deinen Ag arbeitest, dann zählt das als Scheinselbstständigkeit und das ist nicht erlaubt.

Beitrag von seikon 25.03.10 - 18:31 Uhr

Achso, ich habe gelesen 20 Euro pro Stunde. Lass es, wenn das jetzt schon weniger ist als du als Festangestellte hast.

Wie gesagt von dem Geld gehen ja noch Steuern, Krankenversicherung, Pflege und Rentenversicherung und ggf. Arbeitslosenversicherung runter.

Beitrag von vwpassat 25.03.10 - 19:40 Uhr

Du solltest Deinem Chef morgen klipp und klar sagen, dass Du es dir NICHT vorstellen kannst, selbständig zu sein.

Und wenn, dann müsstest Du ihm dann 35-40 € je Stunde in Rechnung stellen.

Beitrag von manavgat 25.03.10 - 21:41 Uhr

Teil ihm schrifltlich mit, dass Du Dir sein Angebot durch den Kopf hast gehen lassen, aber keinerlei Interesse an einer Selbstständigkeit hast.

Das dürfte reichen, ihn auszubremsen.

Im übrigen ist das eine Scheinselbstständigkeit mit nur einem Auftraggeber und Du und er ihr würdet knackig Ärger bekommen.

Wer weiß, was den geritten hat.

Gruß

Manavgat

Beitrag von bruchetta 25.03.10 - 21:47 Uhr

Ich kann den anderen nur zustimmen.
Dein Chef möchte sich die Lohnnebenkosten sparen und keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie bezahlten Urlaub mehr leisten.
Sag ihm, dass das für Dich nicht in Frage kommt.

Beitrag von ayshe 26.03.10 - 08:13 Uhr

ich sehe das wie die anderen, ich würde es nicht tun.
argumente und bedenken kamen ja schon alle.