Beurteilung richtig lesen. Viele Meinungen bitte :)

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Forum: Allgemeines

Aktuelles und Zeitloses rund um das (Familien-) Leben im Allgemeinen. Auch gesellschaftliche Themen sind in dieser Rubrik willkommen. Alles rund um den Internet-Handel, Versand etc. gehört in das Forum "Internet & Einkaufen".

Beitrag von xeraniia 25.03.10 - 18:25 Uhr

Hallo :-)

Stellt euch vor, ihr bekommt von eurem Arbeitgeber eine Beurteilung. Wie würdet ihr folgende Punkte deuten?:

- Vorgesetzten gegenüber wirkt Hr. X unterstützend und meistens transparent.

- Hr. X ist sehr kollegial.

- Hr. X verhält sich wohlwollend gegenüber der Klienten.

- Hr. X übernimmt gern Verantwortung.


Also eher positiv, negativ? Was genau ist gemeint?



Liebe Grüße und Danke #blume

Beitrag von mintha 25.03.10 - 19:10 Uhr

http://www.arbeitszeugnis.de/presse/geheimcodeliste.pdf

Beitrag von xeraniia 25.03.10 - 19:19 Uhr

Danke... gegoogelt hatte ich natürlich schon, war aber zu den oben genannten Punkten nicht so richtig fündig geworden. #kratz

Beitrag von mintha 25.03.10 - 19:23 Uhr

gern geschehen :-)

Beitrag von le-cochon 25.03.10 - 19:19 Uhr

Das ist alles fast schon extrem negativ.

... meistens transparent ... -> kocht gern sein eigenes Süppchen und enthält Informationen vor.

... sehr kollegial ... -> rottet sich mit den Kollegen zusammen, um zu stänkern, immerhin nicht "stets"

... verhält sich wohlwollend gegenüber den Klienten .. -> hängt von der Branche ab, im Zusammenhang mit den anderen würde ich sagen: "spielt sich vor Klienten als Chef auf"

... übernimmt gern Verantwortung... -> Weiß alles besser und überschreitet seine Kompetenzen.

Wörter wie meistens, oft, gern, etc. haben in einem Zeugnis oder einer Beurteilung stets (:-)) negative Bedeutung ;-)

Beitrag von xeraniia 25.03.10 - 19:29 Uhr

Danke dir! Bist du dir sicher, dass es so ist, oder vermutest du?

Beitrag von le-cochon 25.03.10 - 19:39 Uhr

ich gehe jetzt mal einfach davon aus, dass du im Gesundheitsbereich arbeitest,... dann ist das Wohlwollen gegenüber den Klienten eindeutig eine fehlende Abgrenzung und ebenso negativ.

Man muss hier nicht vermuten, das ist eine klare Sache.
Im Zweifel würde ich einen eigenen Entwurf für die Beurteilung vorlegen (mit den richtigen Formulierungen) und eventuell einen Anwalt aufsuchen.
"Kollegial" hat darin ebensowenig zu suchen wie "wohlwollend" oder eben "meistens"...

Natürlich muss man das Zeugnis als Ganzes sehen, denn erst aus dem Kontext gehen die wirklichen Bedeutungen der "Textbausteine" hervor, aber dafür ist ein Forum nun wirklich nicht der richtige Ort, da eignen sich eher Betriebsrat oder eben der Anwalt.

Gruß
l-c

Beitrag von xeraniia 25.03.10 - 19:50 Uhr

Ich danke dir :-)

Beitrag von hedda.gabler 25.03.10 - 19:32 Uhr

Guten Abend.

Ich hatte zwar schon viel mit Arbeitszeugnissen zu tun, hätte die einzelnen Formulieren jetzt aber nicht so im Detail übersetzen können, wie weiter oben geschehen ...

... dennoch wäre meine Lesart auch gewesen, dass Hr. X ein ausgesprochener Unsympath ist, den der Arbeitgeber lieber von hinten als von vorn sieht.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von juniorette 25.03.10 - 19:46 Uhr

Hallo,

"- Hr. X ist sehr kollegial. "

heißt, dass er mit seinen Kolleginnen ins Bett geht #cool

" Hr. X verhält sich wohlwollend gegenüber der Klienten. "

Keine Ahnung, aber es klingt so

"Herr X. bemühte sich immer, seinen Klienten zu helfen, was ihm aber selten gelang"

oder

"Herr X. hat auf Kosten seines Arbeitgebers Klienten geholfen, obwohl das dem Arbeitgeber viel Geld gekostet hat" (z.B. kaufen Sie Ihre Ware bloß nicht bei uns, alle anderen haben viel bessere Warte)

"- Hr. X übernimmt gern Verantwortung. "

Herr X würde gerne mehr Verantwortung übernehmen, ist aber in keinster Weise dazu geeignet. Er überschätzt sich ständig.

Sind nur Vermutungen meinerseits (bis auf das erste, das habe ich im Internet so als Übersetzung gelesen), aber da ich mich früher viel mit Arbeitszeugnis-Geheimsprache beschäftigt habe, klingt das alles sehr negativ für mich.

LG,
J.


Beitrag von xeraniia 25.03.10 - 19:49 Uhr

Dankeschön :-)

Beitrag von le-cochon 25.03.10 - 20:10 Uhr

"Herr X würde gerne mehr Verantwortung übernehmen, ist aber in keinster Weise dazu geeignet. Er überschätzt sich ständig. "

aus deinem Posting würde ich übersetzen in:

Herr X war stets bemüht, sich Herausforderungen über das übliche Maß hinaus zu stellen.

;-)
Zugegebenermaßen würde das im Zweifel dazu führen, dass dieser Passus per Klage aus dem Zeugnis entfernt werden müsste ..


Ok, wie wäre es mit:

Herr X war stets höchst motiviert und stellte sich dabei Herausforderungen über das übliche Maß hinaus. Sein Engagement war von höchster Selbstmotivation gekennzeichnet und verdient unsere Anerkennung.


Naja, auch noch nicht so schön.. versuchen wir es mit:

Herr X zeigte eine überdurchschnittliche Motivation auch in für ihn neuen Arbeitsbereichen.....

ok, wird wohl auch nix..

ach, das ist alles so schwierig ;-)

LG
l-c

Beitrag von hummingbird 25.03.10 - 20:40 Uhr

- Vorgesetzten gegenüber wirkt Hr. X unterstützend und meistens transparent.
--> "meistens" ist negativ. In dem Fall heißt es so viel wie "irgendwie weiß man nicht, was der da überhaupt treibt".

- Hr. X ist sehr kollegial.
--> kümmert sich lieber um Tratsch als um die Arbeit.

- Hr. X verhält sich wohlwollend gegenüber der Klienten.
--> Ist ein Grabscher oder spielt sich auf.

- Hr. X übernimmt gern Verantwortung.
--> das finde ich ganz ok, kann aber auch heißen "spielt sich auf".

Insgesamt finde ich es auch sehr negativ.
Übrigens gibt es ein Programm, dass als Zeugnisgenerator negative Dinge positiv umschreibt, da in Arbeitszeugnissen nichts schlechtes stehen darf.
Personaler kennen diese Floskeln und wissen, dass ein "meistens" bedeutet, dass Herr X es nicht hinbekommt.

Beitrag von petunia72 25.03.10 - 20:59 Uhr

Hallo,

ich finde alle Formulierungen in einem Zeugnis sehr ungewöhnlich und auf keinem Fall positiv.
Entscheidend sind aber die letzten zwei Sätze in einem Zeugnis.
Was steht denn da?

Und eine Frage noch:

Hr. X verhält sich wohlwollend gegenüber der Klienten

Steht das wirklich so in einem Zeugnis?
Das ist ja grammatikalisch total falsch!

LG tina

Beitrag von le-cochon 25.03.10 - 21:14 Uhr

...Sätze dieses Zeugnisses hätte ich sicher nicht gelesen, wenn davor die o.g. Formulierungen gestanden hätten ;-)

Aber ich denke, im letzten wird dann wohl stehen:
"Wir freuen uns mit Herrn X., dass er einer neuen beruflichen Herausforderung entgegensieht und wünschem ihm für seinen weiteren privaten Lebensweg alles Gute."

SCNR
l-c

Beitrag von xeraniia 25.03.10 - 22:06 Uhr

Die Beurteilung ist "stichwortartig" gehalten. Ich habe aus:

Verhalten gegenüber Klienten - wohlwollend

einen Satz gebaut, der wirklich grammatikalisch falsch ist, sorry.

Die letzten 2 Sätze kann ich so nicht wiedergeben, weil es sich nicht um meine Beurteilung handelt. Was ist denn an denn daran entscheidend?

Beitrag von petunia72 25.03.10 - 22:55 Uhr

Weil die letzten zwei Absätze am meisten aussagen und am wichtigsten sind:

Die Gesamtbeurteilung und die Schlussformel.

So ganz verstehe ich nicht worum wir uns hier eigentlich bemühen.

Versuchst Du ein Zeugnis zu verstehen oder willst du eines formulieren? Die Formulierungen sind nämlich wirklich sehr ungewöhnlich. Wenn ich so ein Zeugnis bekommen würde, würde ich es sofort korrigieren lassen und überhaupt nicht ernst nehmen.

Sollst Du aus ein paar Stichworten ein Zeugnis basteln?

LG Tina

Beitrag von xeraniia 26.03.10 - 05:51 Uhr

Es geht um ein älteres bestehendes Zeugnis (Beurteilung) meines Kollegen. Da ich meines, aufgrund von Elternzeit, erhalten werde, wollte ich mich ein wenig vor den Geheimcodes wappnen. Das ist der Grund für diesen Thread.
Ich hab Teile der Beurteilung mines Kollegen nicht 100% verstanden, und das waren Bruchteile, die mir im Kopf geblieben sind. Daher vielleicht auch nicht ganz richtig formuliert.

Danke für deine/eure Mühen :-)

Beitrag von ja-wer-schon 26.03.10 - 08:10 Uhr

... ist sehr kollegial - würde ich eher deuten als: bildet gerne Front mit Kollegen gegen Vorgesetzten
..... übernimmt gern Verantwortung - würde ich eher deuten als: handelte eigenverantwortlich in Situationen wo es nicht erwünscht, bzw. denen er nicht gewachsen war.
.... wohlwollend gegenüber Klienten - klingt für mich in Ordnung
... meistens transparent - da würde mich das "meistens" stören!
Bin kein Fachmann, aber hab mal ein Arbeitszeugnis angefochten und mir diesbezüglich von einem Anwalt so gewisse Details erklären lassen, ist aber schon lange her.

Beitrag von xeraniia 26.03.10 - 14:42 Uhr

Ich danke auch dir :-)

Beitrag von manavgat 26.03.10 - 16:26 Uhr

Das ist ein Nichtsnutz.

Gruß

Manavgat