Wie soll ich das regeln wenn der Vater sich bei allem querstellt

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von cinderella-79 25.03.10 - 20:56 Uhr

Ich stehe grad vor einem Problem und weiß nicht wie ich das alles regeln kann ohne dem Kindesvater schwierigkeiten zu machen. Das will ich ja eigentlich nicht aber er stellt sich einfach andauernd quer. Aber jetzt erst mal zu meiner Geschichte.

Ich bin alleinerziehen mit zwei Kindern, 8 und 6 Jahre alt.
Bin geschieden und war bis Januar in einer zweijährigen Beziehung. Da ich mit meinem Exmann wieder so masive Probleme hatte sollte ich auf anraten meines Hausarztes Johanniskraut nehmen, was ich auch getan habe. Nichtsahnend das dadurch die Pille nicht wirkt. Nunja, im januar hielt ich einen positiven SST in der Hand, mein Freund stellte mich vor die Wahl, entweder ich treibe sofort ab oder er geht. Ich musste nicht lange überlegen, entschied mich für das Kind. Auch wenn ich kein drittes wollte so konnte ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren ein Kind abzutreiben.

Nun ist folgendes, neulich, vor zwei Wochen traf ich auf meinem Ex, er meinte er wird mir niemals die Vaterschaftsanerkennung unterschreiben, und Unterhalt wird er auch nie zahlen.

Im Gegenzug will er aber von anfan an das sein Kind dann alle 14 Tage von Freitag bis Sonntag bei ihm ist.

Nun meine Frage, erstens, was kann ich tun wenn er mir keine Vaterschaftsanerkennung unterschreiben will und zweitens, wie sieht die Umgangsregelung mit einem Säugling aus. Zwei Tage ohne die Mutter wenn sie nicht gestillt wird funktioniert doch nicht, oder?
Das soll jetzt nicht heißen das ich ihm sein Kind nicht geben will, aber ich finde so lange wie ich stille ist das nicht wirklich möglich außerdem finde ich öftere Besuche bei einem Sägling besser.

Wäre euch für Antworten und Ratschläge dankbar

Lg Steffi

Beitrag von nadined 25.03.10 - 21:12 Uhr

Hallo !

Also 1. Wenn er die Vaterschaft nicht anerkennt, hat er auch keinerlei Rechte an deinem Kind.

2. Du kannst eine Beistandschaft beim Jugendamt beantragen und die zwingen dann deinen Ex per Gericht zu einem Vaterschaftstest.

3. Die Regelung mit einem Säugling ist eigentlich so, das dein Ex in deiner Wohnung zu besuch kommen kann. Gib im nicht dein Baby mit zumal du ja noch stillst. Er soll erstmal zeigen , das er in der Lage ist sich um ein Kind zu kümmern.

lg Nadíne

Beitrag von kati543 25.03.10 - 21:23 Uhr

Er muß die Vaterschaftsanerkennung nicht unterschreiben. Wenn du eine Beistandschaft im JA einrichtest, macht das das JA. Dann gibt es einen gerichtlich angeordneten Vaterschaftstest, den er zahlen muss. Das Gericht entscheidet dann, wenn der Test positiv war, dass es sein Kind ist. Damit hat er dann alle Rechte und Pflichten gegenüber dem Kind. Also natürlich muß er Unterhalt zahlen für das Kind, aber auch in den ersten 3 Jahren für die Mama (wenn er das finanziell kann). Gleichzeitig hat er das Besuchsrecht. Bei einem Säugling ist das meistens im Beisein von Mama. Erst wenn das Kind größer wird, kann es allein zu Papa und später dann auch bei Papa übernachten.

Beitrag von grundlosdiver 25.03.10 - 21:28 Uhr

So lange Du stillst, kommt das Kind nicht mit, FERTIG!
Da kann er vielleicht mal 1-2 Stunden mit ihm/ihr spazieren fahren oder ihr trefft Euch mal im Park o.ä., aber das war es dann auch!

Und auch wenn Du nicht mehr stillst, ist es, denke ich, so, dass er das Baby NICHT sofort über das ganze WE mitnehmen darf!!! Je kleiner das Kind, desto häufiger, aber kürzer sollte der Umgang sein!!!

Sprich mal vorab mit dem JA und bitte um Regelung einer Umgangsvereinbarung!

Vaterschaftsanerkennung und Unterhalt würde ich knallhart mit JA und Anwalt/ Gericht durchboxen!!!

Der spinnt ja wohl!!!

Beitrag von hedda.gabler 26.03.10 - 09:31 Uhr

Guten Morgen.

Richte eine Beistandschaft beim Jugendamt ein, die leiten alles nötige in die Wege (und reichen, wenn sein muss, eine Vaterschaftsfeststellungsklage ein ... dann wird es richtig teuer für den guten Mann).

http://www.bmfsfj.de/Publikationen/beistandschaft/root.html

Bis das alles geklärt ist, kannst Du Unterhaltsvorschuß beantragen.

Er ist, wenn er dann als Vater festgestellt ist, übrigens auch für Dich unterhaltspflichtig:
http://dejure.org/gesetze/BGB/1615l.html
Da kann Dir ein Anwalt helfen (es sei denn Du lebst derzeit von Alg II, dann geht Dein Anspruch auf die ARGE über und die kümmern sich selbst darum, dass sie das Geld wiederbekommen, das sie jetzt auslegen).

Und so lange er nicht als Vater anerkannt/festgestellt ist, ist er offiziell gar nicht der Vater und hat keinerlei Pflichten ... und auch keine Rechte, sprich Umgang kann er knicken.

Und wenn es dann soweit ist, lass Dich da vom Jugendamt beraten.

Gruß von der Hedda.