Logopädie

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von bine3002 25.03.10 - 21:32 Uhr

Meine Tochter spricht im Vergleich zu ihren Altersgenossen ein wenig schlechter, zumindest im Vergleich zu denen, die ich so kenne. Es ist so, dass sie einige Laute zwar einzeln kann, aber im Wort spricht sie sie nicht. Sie sagt z. B. "lichtig" statt "richtig", "rein" bedeutet "klein" oder sie sagt "Hava" statt "Java". "Ja" kann sie aber einwandfrei aussprechen und wenn sie ruhig und ausgeglichen ist sagt sie sogar "konzentrieren" vollkommen korrekt. Und weil das so ist habe ich grundsätzlich "Hoffnung", dass sich das alles von selbst gibt. Ich bin gegen diesen allgemeinen Therapie- und Fördertrend.

Jetzt ist mir aber in letzter Zeit vermehrt aufgefallen, dass sie anfängt den Kopf einzuziehen und nichts mehr sagt, wenn sie angesprochen wird. Sie scheint sich zu schämen bzw. begriffen zu haben, dass man sie schlecht versteht, insbesondere wenn sie aufgeregt ist. Dann spricht sie nämlich teilweise sehr unverständlich. Im Kindergarten gibt es auch einige Kinder, die sie auslachen. Und dieses "Kopf einziehen" macht mir Sorgen. Ich möchte nicht, dass sie ihre Sprechfreude verliert und es an ihrem Selbstbewusstsein nagt.

Am Freitag war Entwicklungsgespräch im Kindergarten. Die Erzieherin sieht es ähnlich und deswegen waren wir heute nochmal beim Kinderarzt. Da Java dort bisher überhaupt nicht gesprochen hat, war es für die Kinderärztin natürlich schwer, das zu beurteilen.

Ich habe Java also gesagt, dass die Kinderärztin sich gerne mit ihr unterhalten möchte, weil sie wissen will wie es ihr so geht und was sie alles kann. Und ich habe meine Tochter gebeten, dort etwas zu sagen. Und es klappte super, sie hat ein schönes Gespräch mit der kinderärztin geführt.

Die Ärztin meinte nun, dass sie die Sprache altersgemäß findet und sie viel mehr Wert auf kognitive Fähigkeiten legt. Mit dem Verständnis käme die Sprache von ganz alleine. Und da könnte das Problem liegen: Java ist kognitiv auf dem Stand einer 5jährigen und macht sich demzufolge viel zu viele Gedanken. Das ist auch mein Eindruck.

Wir haben jetzt (obwohl ja die Sprache altersgemäß ist) eine Überweisung zum Logopäden bekommen. Und irgendwie finde ich das ein wenig seltsam. Ich habe den Eindruck, dass die Kinderärztin eher MICH damit beruhigen wollte. Dabei wollte ich das gar nicht. Ich wollte nur eine objektive Meinung. Wir haben jetzt eine Verordnung für 10 x 45 Minuten bekommen.

Meine Frage ist nun, wie ich das meiner Tochter "verkaufe". D.h. wie ich erkläre, was dort gemacht wird und warum. Erfahrungsgemäß macht sie dann nämlich ganz gut mit und das ist ja der sinn der Sache. Außerdem hätte ich gerne eine Meinung, was Ihr allgemein dazu meint.


Beitrag von lulu2003 25.03.10 - 22:05 Uhr

Hallo,

also ich würde bei der Wahrheit bleiben. Was willst du ihr da "verkaufen"? Sie spricht halt die Wörter nicht richtig aus und dieses "Problem" muß behoben werden.

Raúl geht seit über einem Jahr zur Logopädie. Er hatte Probleme mit dem "sch". Es hat bei ihm auch sehr lange gedauert bis es geklappt hat. Nun haben wir das Problem dass er "h" und "r" vertauscht. Statt Hotel sagt er Rotel usw. Es kann bei ihm aber auch an einer auditiven Wahrnehmungsstörung liegen. Und da liegt das Problem wenn die Kinder zur Schule kommen. Sie verstehen dann nicht richtig was die Lehrer sagen und schreiben die Wörter dann falsch.

Sei froh dass ihr nun ein Rezept bekommen habt. Unsere Logopädin macht das immer ganz toll. Sie spielt oft Gesellschaftsspiele und bastelt auch manchmal usw. Raúl geht sehr gerne dorthin.

Warte ab, deiner Maus wird es sicher nach dem 1. mal auch gefallen.

Liebe Grüße
Sandra

Beitrag von bine3002 25.03.10 - 22:39 Uhr

Na ja, mit "verkaufen" meine ich: Wenn ich ihr sage: "Du sprichst nicht gut und deswegen gehen wir dahin", dann wird das an ihrem Selbstbewusstsein nagen. Und das ist ja der eigentliche Grund, dass wir dorthin gehen. Meiner Tochter muss ich eher erklären, wie genau das dort abläuft, aber das weiß ich ja eben nicht.

Ich habe auch keine Bedenken wegen der Schule. Meine Tochter ist 3 Jahre und 8 Monate alt und fängt schon an zu schreiben. Sie hat das Prinzip begriffen, versteht also das "Mia" mit einem M anfängt und kan schon einige Worte schreiben. Sie ist mit großem Ehrgeiz und Eifer bei der Savhe und kann sich über einen langen Zeitraum konzentrieren. Sie ist in diesem Bereich überdurchschnittlich entwickelt. Bei ihr ist eher ein Problem im Kopf: Sie denkt, sie ist nicht gut genug und schämt sich deswegen.

Ich bin mir absolut sicher, dass sich die Sprache auch ohne Logopädie noch entwickeln wird. Ich habe nur Sorge, dass es aus ihrer Sicht nicht schnell genug geht. Es ist schwer das zu beschreiben...


Beitrag von moisling1 26.03.10 - 07:16 Uhr

morgen


finja geht ja auch zur logopädin!
ich habe ihr gesagt sie geht dort hin und spielt mit der logopädin denn sie machen die sprachtherapie ja auf spielerische weise!
mach dir keine gedanken das wird schon!
finja konnte das f ,s und w fast oder gar nicht aussprechen!
sagte zu feuerwehr deuerdehr!jetzt ist es eine seuersehr und das ist laut der ein schritt in die richitge richtung!
habt ihr die ohren mal checken lassen?
ich war jetzt noch mal beim hno und finjas ohren sind okay!
vielleicht ist das nach 3 rezepten alles okay!

Beitrag von bine3002 26.03.10 - 08:16 Uhr

Der Kinderarzt hat einen Hörtest gemacht und der war altersgemäß Ok. Ein wenig grenzwertig in den höheren Frequenzen. Der Hörtest wird in ein paar Monaten wiederholt.

Beitrag von apfeltasche 26.03.10 - 09:12 Uhr

Mein Sohn geht auch zum Logopädin und ich habe ihm die warheit gesagt,das dort die nette Frau mit ihm spielen wird und dabei die wörter üben damit er super sprechen kann.
Du musst deine tochter ermutigen und loben wie sie toll spricht und daführ muss mann sich nicht schämen (auch wenn sie nicht richtig ausspricht) Koriegiere sie Bitte nicht ständig die wird schon merken was sie nicht richtig aussprechen kann,bw welschen Buststaben ;-)

Mein Sohn (4Jahre)übt bei Logopädin sehr viel Zungeturnen ,er kann schön sprechen aber die zsch Lauten kann er noch nicht ,teilweise mal ja, mal nein.
Die Logopädin macht das sehr schön spielerisch das mein Sohn gerne dort hingeht. Setzte deine Tochter nicht unter Druck,mein sohn sollte zuhause die Zunge turnübungen mit mir machen aber er wollte es nicht,dann habe ich gelassen und bei nächsten mal in logopädie hat er geübt und es klappte. Die machen das mit Spiegel damit er sehen kann ;-) zuhause will er eben nicht.

Dein satz:
Ich bin gegen diesen allgemeinen Therapie- und Fördertrend.

Ich sehe das nicht so,da mein Sohn sehr faul war als Baby zum kauen ,hat sich bei ihm die Mund und Zungemuskel nicht richtig gebildet daswegen kann er nicht richtig sprechen und ich hätte das nicht selber verbesern können und die Diagnose kann es nur ein Profi feststellen und mit ihm üben,und seit wir bei logo sind spricht mein Sohn sehr klarer,ich sehe da nichs negatives . Lieber früher mithelfen als ganichs.

Ich habe eindruck das du deine Tochter etwas unter druck setzts und ihr alle von ihr perfekt erwartet und daswegen traut sich nichs mehr.

Beitrag von bine3002 26.03.10 - 11:04 Uhr

"Ich habe eindruck das du deine Tochter etwas unter druck setzts und ihr alle von ihr perfekt erwartet und daswegen traut sich nichs mehr."

Nein das ist nicht so. Wir verlieren hier zu Hause kein Wort darüber, dass sie "schlecht" spricht, wir korrigieren sie auch nicht. Den Druck machen eher die Kinder im Kindergarten mit ihren Hänseleien und auch andere Aussenstehende. Und letztlich macht sie sich auch selbst Druck, weil sie eben kopfmäßig sehr weit ist und durchaus weiß, dass sie anders spricht als andere Kinder. Zumindest ist das mein Eindruck.


"Lieber früher mithelfen als ganichs."

Na ja, wenn ein Kind wirklich "hinterher" ist und bestimmte Laute einfach nicht aussprechen kann, dann kann und sollte man ihm helfen. Allerdings ist die Erwartungshaltung heutzutage doch sehr hoch und viele Kinder bräuchten einfach ein bissel mehr Zeit. Wenn es wirklich nötig wäre, jedes 2. Kind zu therapieren (jedes 2. Schulkind hat eine Therapie hinter sich, inbegriffen auch Ergo usw.), dann müsste doch unter den Erwachsenen auch jeder 2. irgendwelche Defizite haben, denn früher wurde nicht so viel therapiert. Das ist aber nicht so, also kann man davon ausgehen, dass viele Therapien unnötig sind.

Wenn ich mit anderen Eltern spreche, dann kommt oft: "In der Schule wird sie Schwierigkeiten bekommen." Wir passen unsere Kinder also den Bedingungen an und "trimmen" sie auf die Schule. Sollte man denn aber nicht vielleicht eher die Schule auf die Kinder trimmen, das System anpassen und die Lehrer therapieren? Das sind so meine Bedenken bei der Geschichte.

Bei meiner Tochter bin ich mir sicher, dass sie den Dreh von selbst kriegen würde und wenn sie es nicht bis 6 schafft, dann eben bis 7. Mir wäre das egal, wenn sie ein Jahr später eingeschult wird, wobei das natürlich schwierig ist und wieder neue Probleme mit sich bringt. Allerdings wäre es möglich, dass sie bis dahin einen Knacks weg hat, eben weil die Umwelt (also alle außerhalb der Familie) weniger Verständnis aufbringt. Es ist uns sogar schon passiert, dass eine wildfremde Frau in der Stadt meine Tochter korrigiert hat: "Nein Kind, das heißt MICH und nicht MIR!" Und so etwas verunsichert sie sehr, das spürt man deutlich.

Beitrag von jeannylie 26.03.10 - 11:01 Uhr

Hi,
Julian geht jetzt seit neuestem auch dahin.
Ich kann zwar keine schlimmen Auffälligkeiten feststellen, aber die Tante beim Kinderarzt war anderer Meinung.
Naja, was soll ich sagen. Mach´s einfach. Schaden wird es nicht. Die Logopädin wird schon feststellen ob es sinnvoll ist oder nicht - bei uns meinte sie jetzt auch das 10 Stunden sicher zu viel sind.
Aber mir ist es wurscht.. wir gehen halt hin.
Praktischerweise gibt sich da der halbe Kindergarten die Klinke in die Hand (soviel zum Thema "allgemeiner Therapietrend" ) so dass Julian gar nicht großartig gefragt hat.
Ich habe ihm gesagt, dass ist wichtig für die Schule. Man muss dahin, basta. ich wollte ihm nämlich eben NICHT sagen das er schlecht spricht oder so.. das finde ich frustrierend und dann weiß ich genau das er nachher nicht mehr dahin will...

LG
Jeannylie

Beitrag von bine3002 26.03.10 - 11:09 Uhr

"Schaden wird es nicht."

Nein sicher nicht. Aber ich wehre mich einfach gegen diesen Trend: Da werden gesunde Kinder zurecht therapiert, damit sie alle schön mit 6 fit sind für die Schule. Prima... braucht man ja am System nichts mehr zu ändern. Aber wo führt denn das hin? Dass wir zukünftig schon 2jährige therapieren, damit sie dann mit 5 schulfähig sind?

Ich fühle mich einfach in diesem Zwiespalt: Einerseits kann ich alleine nichts ändern am System und möchte natürlich nicht, dass meine Tochter Probleme bekommt. Andererseits wird sich so ganz sicher nichts ändern, denn die Kinder haben ja keine Auffälligkeiten mehr.

Wenn es allein darum ginge, sie fit zu machen für die Schule, würde ich es erstmal noch lassen. Sie fühlt sich aber scheinbar selbst nicht wohl und deswegen werden wir es wohl machen.