Mann hat Entscheidung getroffen-was raten?

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von gradtotalgeschockt 26.03.10 - 09:01 Uhr

Hallo,

ich bin gerade total geschockt, meine Freundin und ihr Kind sind vorübergehend bei mir untergebracht, zu der Geschichte:

meine Freundin hat einen sehr lieben Mann geheiratet, sie haben vor der Hochzeit ausgemacht, dass sie auf jeden Fall ein Kind wollen, mit einem zweiten Kind dann halt sehen, wie es so aussieht finanziell und sonst mit dem ersten.
Also grundsätzlich nicht ausgeschlossen, aber erstmal sehen...

Nun haben sie ein Kind mit 2 Jahren, in letzter Zeit haben sie öfters miteinander geredet, weil sich vor allem meine Freundin ein zweites Kind wünscht.

Ich bin bei den Gesprächen nicht dabei gewesen, es hat sich für mich aus ihren Schilderungen immer nach einem sehr grundsätzlichen Aufwiegen von Vor- und Nachteilen angehört.

Nun ist ihr Mann letzte Woche einfach ohne ihr etwas zu sagen zum Urologen und hat sich sterilisieren lassen.
Er hat es ihr zwei Tage danach gesagt mit der Begründung, er will kein weiteres Kind!!!

Sie hat dann ein paar Sachen gepackt und ist nun bei mir, für sie ist diese Beziehung beendet, egal, was auch immer von ihm kommt, sie möchte noch nicht mal mit ihm reden.

Ich weiß gar nicht, was ich ihr sagen und raten soll, außer erstmal bei mir zur Ruhe zu kommen und alles genau zu überdenken, wie wichtig und groß ihr Kinderwunsch nun ist und ob sie sich eine weitere Beziehung mit ihrem Mann vorstellen kann.

Was meint ihr dazu?

Danke schon jetzt allein fürs zuhören/lesen

Beitrag von badguy 26.03.10 - 09:28 Uhr

Ein Pro und ein Contra gibt niemals Pro.

So, wie Mann es akzeptieren muss, wenn Frau keine Kinder mehr möchte, muss Frau es akzeptieren, wenn Mann keine Kinder mehr möchte.

Die Art und Weise wie er vorgegangen ist, gibt mir zu denken. So würde ich nur vorgehen, wenn mir klar wäre, dass jede Diskussion keinen Sinn macht. Das wiederum würde zeigen, dass in der Beziehung etwas grundlegend nicht stimmt. M. E. werden Entscheidungen von solcher Tragweite gemeinsam beschlossen.

Beitrag von marlie 26.03.10 - 09:31 Uhr

#schock

Zweites Kind oder nicht... beide Wünsche haben ihre Berechtigung.
Aber dass er sich heimlich und ohne Absprache hat sterilisieren lassen ist genauso schlimm, wie wenn sie ohne Absprache aufgehört hätte, zu verhüten und schwanger geworden wäre.
Beides ist eine Entscheidung für die gemeinsame Zukunft, bei der der Partner einfach übergangen wird.

Ich wüsste jetzt auch nicht, was ich ihr raten oder sagen sollte.

Beitrag von witch71 26.03.10 - 09:32 Uhr

Mehr, als Du ihr geraten hast, kann man wohl aktuell erstmal nicht tun und sagen. Sie soll das mal etwas sacken lassen und kann sich später immernoch zu einem Gespräch mit ihm treffen. Momentan ist wohl zwischen den Beiden zunächst wirklich alles gesagt.

Steh ihr einfach weiter bei, sprich mit ihr, wenn sie Redebedarf hat und unterstütze sie, wenn sie Hilfe braucht. Also das übliche freundschaftliche Verhalten eben. :-)

Aber hüte Dich davor, Dich zwischen die Stühle zu setzen, wenn er, weil sie ihn nun abblockt, vielleicht versucht mit Dir zu reden. Gib keine Auskünfte über Gespräche oder Aussagen ihrerseits, das soll sie ihm irgendwann alles selbst sagen..

Beitrag von jeannylie 26.03.10 - 09:39 Uhr

#schock

uiuiui...da wäre ich auch erstmal überfordert.
Ich schließe mich meinen Vorrednern an und denke mehr als sacken lassen kann man erstmal nicht.
Und dann langsam zu der Erkenntnis kommen ob man die Beziehung aufrecht erhalten möchte oder nicht.

Aber das der sich einfach ohne was zu sagen sterilisieren läßt... das habe ich auch noch nie gehört/ erlebt... ganz schön krass...

Beitrag von sandycheeks 26.03.10 - 10:10 Uhr

Die Nummer war schon ziemlich krass und zeugt auf den ersten Blick auch nicht gerade von viel Respekt gegenüber der Partnerin.

Allerdings war auch keiner bei den Gesprächen dabei und wir wissen nicht, was genau der Mann überhaupt gesagt hat. Es steht doch zu vermuten das er seinen Gedanken, kein weiteres Kind zu wollen, Ausdruck verliehen hat.

Solche Entscheidungen sollten in einer intakten, von Respekt und Vertrauen geprägten Partnerschaft grundsätzlich gemeinsam getroffen werden. Allerdings kommt man auch auf keinen grünen Zweig wenn sie unbedingt noch ein Kind will und er nicht.

Offensichtlich war es sich dessen bewußt und hat "Nägel mit Köpfen" gemacht. Getreu dem Motto: "Meine Samenleiter gehören mir". Kommt uns Frauen das bekannt vor? Ja, wenn wir ehrlich sind.

Nun muss sich die Frau fragen inwiefern ihr Seelenheil und Lebensglück an einem weiteren Kind hängt. Geht und ging es wirklich noch um ein Kind, oder ging es, wie so oft, um Macht? Wer setzt sich durch, wer sagt wo es lang geht? Was macht diese Partnerschaft aus, was zeichnet diesen Mann als Lebenspartner aus, oder ist er nur der "Zuchthengst"? (Provokativ ich weiß, aber es geht nicht ohne Auseinandersetzung auch wenns unangenehm ist).

Wenn es ein Machtgerangel war sollte man eigentlich in der Lage sein diese Angelegenheit wie Erwachsene zu regeln und sich wieder zusammenzuraufen. Wenn es aber wirklich der übermächtige Mutterinstinkt ist, dann wird das nichts mehr mit diesem Mann, er hat sich ja quasi selbst ausgeknockt.

Aber das kann nur die Frau für sich selbst beantworten. Allerdings muß sie ganz ehrlich zu sich selbst sein.



Beitrag von asimbonanga 26.03.10 - 10:27 Uhr

Hallo,
ich würde ihr auch raten die erste Wut und Verzweiflung hinter sich zu bringen-----bei dir.
Danach sollte der Mann in der Lage sein , diesen Alleingang plausibel und Partnerschafts- verträglich zu erklären.

Ich hätte den Verdacht: dieser Mann will unter keinen Umständen ein 2. Kind mit mir-also läuft das bei uns aktuell mit einem Kind ganz anders als er sich das vorstellte.Im besten Fall.

L.G.

Beitrag von so ein......... 26.03.10 - 11:23 Uhr

Ich verstehe grade nicht, wie das so einfach geht. Ich habe im urologischen OP gearbeitet und Männer die verheiratet waren mussten schon auch das Einverständis vom Partner haben, damit der Eingriff durchgeführt wurde. Der Doc hat sogar einen wieder vom Tisch aufstehen lassen, weil er von seiner Frau keine Uterschrift hatte. Da gehören schließlich immer 2 dazu.
Das war klar auf dem Aufklärungsbogen geregelt.


Aber, gut in anbetracht der Tatsache das er es hat ohne eine Absprache zu treffen gemacht hat, wäre da sehr viel Vertrauen verloren auf meiner Seite.
Ich weiß icht wie ich reagieren würde, aber da muss schon was Großartiges passieren, damit ich diesem Menschen wieder vertrauen könnte. Das geht einfach nicht und ist in einer Partnerschaft ein Schlag ins Gesicht. Hätte er doch gleich sagen können, das er kein weiteres Kind möchte, aber sowas???

Beitrag von von gradtotalgeschockt 26.03.10 - 11:54 Uhr

Das ist ja interessant...aber nunja, keine Ahnung an welchen Arzt er da geraten ist....

Wenn du dich so ein bissl damit auskennst mal eine Frage:
wie groß ist denn die chance, eine Sterilisation wieder rückgängig machen zu können, so dass der Mann wieder Kinder zeugen könnte?

Bin immer noch sehr geschockt, die beiden sind sonst wirklich ein glückliches Paar gewesen, ich bin oft bei ihnen Gast und da würde man es schon mitkriegen (an der Stimmung) wenn was nicht in Ordnung wäre, das geht ja auch nicht von heut auf morgen...

Beitrag von badguy 26.03.10 - 12:15 Uhr

50% und mit jedem Jahr 10% weniger. Sprich nach fünf Jahren ist das Ding so gut wie durch.

Beitrag von spatzl75 26.03.10 - 12:57 Uhr

schönes wortspiel..........:-p

Beitrag von carrie23 26.03.10 - 14:49 Uhr

Es ist aber nicht bei jedem Urologen so dass die Frau ihr Einverständnis geben muss weil der Mann ansich über seinen Körper selber entscheiden kann.
Frauen dürfen ja immerhin auch abtreiben wenn der Partner nicht einverstanden ist.
Also die Männer die dein Doc hat wieder heim gehen lassen, werden schon einen kompetenten Arzt gefunden haben der ihre Wünsche akzeptiert.
Trotzdem finde ich es auch nicht ok, man sollte schon vorher mit dem Partner reden und nicht einfach machen.

Beitrag von mansojo 26.03.10 - 16:35 Uhr

Hallo,

die Frau muss kein Einverständnis geben
wo ist denn da die rechtliche Grundlage?

Mann ist doch nicht entmündigt

Beitrag von dasistHAMMER 26.03.10 - 11:50 Uhr

oh wei, also das ist schon echter HAMMER!!

Da weiß man gar nicht, ob ein Seitensprung nicht weniger folgenreich gewesen wäre....

Dieser Artikel bestärkt mich aber sehr darin, mit meinem Freund auch das Thema Kinder nochmals anzusprechen.
Denn auf eine ähnliche Einigung haben wir uns auch verständigt, ein Kind auf jeden Fall und zweites vielleicht...

Ich wollte mich auch noch nicht festlegen, wieviel Kinder, das ist meines Erachtens auch ein Wunsch, den man rational gesehen so nicht begründen kann.
Ich hätte auch verstanden, wenn eine Partnerschaft außeinander geht, weil ein Partner eben sich mehr Kinder wünscht.

Aber dies auf solche Weise zu tun, finde ich absolut nicht gerechtfertigt.
Und wie bereits geschrieben wurde, hat deine Freundin ja auch nicht einfach mit der Verhütung aufgehört um ihren Wunsch durchzusetzen und damit ihren Mann zu hintergehen.

Auch wenn sich die Wut deiner Freundin etwas gelegt hat, glaube ich nicht, dass sie weiter mit ihrem Mann zusammen bleibt.

Ganz ehrlich: für mich wäre eine solche Partnerschaft ebenfalls beendet.

Beitrag von nele27 26.03.10 - 12:20 Uhr

Also ich kenn mich ja nicht aus, aber von so einem Eingriff hat sie GAR NICHTS mitbekommen??
Er wird doch bestimmt Sexverbot gehabt haben oder nen Tag krank geschrieben gewesen sein?? #kratz

Finde die Geschichte komisch.
Und wenn er ihr das einfach nur erzählt hat um damit klar zu machen, dass er keine weiteren Kinder mehr will? Vll hat sie ihn ja auch ständig genervt und versucht zu überreden (mir z.B. könnte das passieren #hicks)

LG, Nele

Beitrag von frauke131 26.03.10 - 14:17 Uhr

Zuallererst sollte Deine Freundin mal erwachsen werden und sich mit ihrem Mann zusammensetzen und reden. Sie sind immerhin noch Eltern!

Warum er rabiat seinen Standpunkt klargemacht hat, ist nur zu erahnen! Vielleicht hats sie ihn bedrängt, ein weiteres Kind zu bekommen, vielleicht sogar gedroht, nicht mehr zu verhüten? Wir wissen es nicht. Sie kann sich nicht weiter verstecken und meinen, die Beziehung sei beendet. Sie ist doch keine 13 mehr!

Beitrag von manavgat 26.03.10 - 15:23 Uhr

Das ist ein absoluter Vertrauensbruch und zwar deshalb, weil er es vorher nicht mit seiner Partnerin zumindest besprochen hat.

Für mich wäre die Beziehung auch am Ende.

Gruß

Manavgat

Beitrag von mansojo 26.03.10 - 16:39 Uhr

Hallo,

na raten kannst Du ihr gar ncihts

sie ist zu recht tief verletzt

ich find den Mann erschreckend konsequent

mein Mann hat 8 Jahre gebraucht um sich für Kind nummer 2 zu entscheiden
die Verhütung in der Zeit war sein Part
aber ne Vasektomie wäre ihm nicht im Traum eingefallen

sicher das es da keine heftigeren Diskusionen im Vorfeld gab?

Beitrag von ayshe 26.03.10 - 22:35 Uhr

also sie möchte gern ein weiteres kind,
er allerdings nicht, wie man sieht.

auch wenn jeder über seinen körper entscheiden kann und auch auch wenn man es akzeptieren muß, daß einer KEINEN kinderwunsch mehr hat,
so ist etwas grundsätzliches schon faul, wenn er erst so handelt, handeln muß.

warum können sie sich nicht so einigen?
warum kann sie seine meinung nicht so akzeptieren?
warum muß er sich erst heimlich sterilisieren lassen, um sicher zu sein, daß es bei dem kind bleibt?????

die ganze beziehung ist doch sowieso fällig, richtig überdacht zu werden.

Beitrag von maddychafi 27.03.10 - 14:07 Uhr

Soweit ich weiss, darf ein Mann sich gar nicht sterilisieren wenn ehefrau nicht zustimmt.

bei einer sterilisation egal ob frau oder mann, muss der partner mit unterschreiben.

Beitrag von carrie23 27.03.10 - 14:39 Uhr

Muss er nicht, es gibt hierzu kein Gesetz.
Auch ein verheirateter Mensch hat ein Selbstbestimmungsrecht.

Beitrag von mansojo 27.03.10 - 15:49 Uhr

http://www.frag-einen-anwalt.de/forum_topic.asp?topic_id=42071&;

es gibt überhaupt keine rechtliche Grundlage dafür

sicher eine moralische
aber das müssen die Partner unter sich aus machen

Beitrag von von gradtotalgeschockt 27.03.10 - 17:58 Uhr

Hallo, hier meld ich mich nochmal...

Ganz lieben Dank für eure Antworten und Ratschläge, die ich befolgt hab.

So wie es bis jetzt aussieht, wollte er schlichtweg keine Diskussion mehr führen....

Ob man das nun meiner Freundin wirklich anlasten kann, da bin ich mir nicht sicher.
Es ist doch immerhin ein Thema, das nun mal von beiden besprochen werden hätte müssen, für meine Freundin kommt es schon einer Art Betrug gleich.

Für sie ist diese Beziehung beendet, sie hat bereits eine neue Wohnung seit gestern nachmittag und klärt über eine Anwältin eine Härtefallscheidung.
Der Kleine sieht aber bereits an diesem WE seinen Papa wieder, darauf legt sie sehr viel Wert, sie möchte für das gemeinsame Kind das gemeinsame Sorgerecht und ist sehr bemüht, dass es nicht auf den Schultern des Kindes ausgetragen wird, was ich sehr gut finde und in dem ich sie auch sehr bestärke.

Er hat für sich entschieden, jawoll, nun kann er in seinem schönen großen Haus leben, muss seinen geliebten Fitness-Fernsehraum nicht zum zweiten Kinderzimmer umbauen..klingt hart, er tut mir im Grunde sehr leid, ich kann nicht verstehen, wie man mit so einer dummen und unüberlegten Handlung sein bisheriges Leben mit Frau und Kind dermaßen aufs Spiel setzen kann....

Aber danke nochmals an euch

Grüße und schönes WE