...ein Artikel, der mich sehr sehr nachdenklich stimmt

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Beitrag von lucky00 26.03.10 - 09:58 Uhr

.... und es ist das erste Mal, dass ich einen link zu einem Artikel hier einstelle.

Dieser Artikel hat mich allerdings sehr sehr berührt:

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,685454,00.html

LG,

lucky00

Beitrag von dani.m. 26.03.10 - 10:01 Uhr

Darüber hab ich vor ein paar Jahren eine Reportage im Fernsehen gesehen - das lässt mich bis heute nicht los!

Beitrag von lucky00 26.03.10 - 10:03 Uhr

Oh Mann - wenn ich mir das vorstelle.... das kleine Menschenkind im Kreissaal.

Und ich wusste bisher wirklich nicht wie eine Spätabtreibung abläuft. Bei sowas schalte ich normalerweise auch ab weil das ein Thema ist, mit dem ich mich eigentlich garnicht beschäftigen will.

Beitrag von danni64 26.03.10 - 10:03 Uhr

Habe es auch vor ein paar Jahren im TV gesehen.

Ist nicht neu ;-) !!

Beitrag von lucky00 26.03.10 - 10:14 Uhr

Im Fernsehen?

Bin da heute zufällig drüber gestolpert und war echt baff. Unglaublich diese "Geschichte"... aber wahrscheinlich noch nicht mal ein Einzelfall könnte ich mir vorstellen.

Beitrag von metalmom 26.03.10 - 10:34 Uhr

Über was genau denkst Du denn nach?

Beitrag von lucky00 26.03.10 - 10:51 Uhr

Ich versuche mir vorzustellen, was in der leiblichen Mutter vorging und vorgeht.

Was in einem kleinen Menschenkind vorgeht - wenn man das so nennen kann. Weitere Folgen fürs Leben durch diese Erfahrung?

Wie geht es den Ärzten mit sowas?

Wieso ist sowas erlaubt? Einen Menschen liegen lassen und aufs Sterben zu warten? --> möchte KEINE Diskussion über Abtreibungen an sich anzetteln!!!!

Finde das hart und denke, dass die Mutter eine Abtreibung aus Panik vor den Folgen eines Lebens mit einem behinderten Kind wollte.

Na ja... und so grüble ich noch ein wenig :-)

Beitrag von fipi74 26.03.10 - 10:54 Uhr

Die leibliche Mutter ist mit 41 gestorben!

Beitrag von lucky00 26.03.10 - 11:11 Uhr

Stimmt - das stand drin

Beitrag von dani.m. 26.03.10 - 11:03 Uhr

Das über lege ich auch immer wieder.
Und ob es ihm nicht wesentlich besser ginge, wäre er "normal ausgetragen" worden.
Ich will auch nicht über Abtreibungene diskutieren, das muss jeder selbst wissen. Ich weiß nur, dass ich selbst DAZU nie die Kraft hätte. Lieber ein krankes Kind mit relativ guten Lebenschancen als ein totes Kind!

Beitrag von lucky00 26.03.10 - 11:09 Uhr

Hmm dazu kann ich nix sagen - ich glaube es würde 1 Situation geben in der ich nicht garantieren könne nicht abzutreiben. Aber - wer weiß ...

Immerhin hat er eine liebevolle Familie gefunde der Junge.

Beitrag von dani.m. 26.03.10 - 11:13 Uhr

Und vor allem auch eine Mutter, die noch lebt. Vielleicht war es doch irgendwie alles vorbestimmt!

Beitrag von lucky00 26.03.10 - 11:14 Uhr

Ja das würde es mir zumindest mal gedanklich leichter machen.... wie auch immer - es geht im gut!

Beitrag von knutschka 26.03.10 - 11:36 Uhr

Ich kenne die Geschichte auch schon länger und ja, sie lässt einen nicht los. De Vorstellung, dass ein Neugeborenes sich selbst überlassen wird, um zu sterben ist einfach ungeheuerlich.

In dem Artikel steht, dass der Arzt zu einem Schmerzensgeld verurteilt wurde. Ich hoffe, dieses wurde Tim zugewiesen - oder bekam das etwa die leibliche Mutter?

LG Berna

Beitrag von king.with.deckchair 26.03.10 - 12:12 Uhr

"oder bekam das etwa die leibliche Mutter"

Was wäre denn so ungeheuerlich daran, wenn man der leiblichen Mutter auch ein Schmerzensgeld anerkannt hätte?!

Bah, immer dieser Unterton bei den "Tim-Diskussionen", als habe diese Frau etwas fürchterliches verbrochen!

Beitrag von knutschka 26.03.10 - 15:53 Uhr

Nein, sie hat nichts Fürchterliches verbrochen. Aber auch wenn sie mit der Diagnose überrannt wurde, ist dem Jungen in meinen Augen ein deutlich größerer Schaden entstanden als ihr. Sie hätte immernoch die Möglichkeit gehabt, sich für das Kind zu entscheiden. Vielleicht habe ich da merkwürdige Vorstellungen, aber ich denke, dem Jungen wäre mit einem Schmerzensgeld mehr geholfen gewesen.

Die Frage ist ja auch, wofür das Schmerzensgeld erteilt wurde. Nach deiner Schilderung wäre die schlechte Information ausschlaggebend. Mindestens genauso schwer ist jedoch die Unterlassung, da das Kind einfach nicht versorgt wurde. Aus meiner Laiensicht ist das als unterlassene Hilfeleistung auch strafrechtlich relevant. Und wenn dafür ein Schmerzensgeld ausgesprochen wird, dann sollte es doch wohl dem Opfer - also dem Kind zu Gute kommen oder nicht?

Viele Grüße
Berna

Beitrag von gunillina 26.03.10 - 12:28 Uhr

Die Mutter hat das Geld bekommen. Wäre sie besser beraten und betreut worden, hätte sie ihr Kind ausgetragen und es behalten.
So ist sie jämmerlich vor die Hunde gegangen. Weil sie gesehen hat, was sie mit ihrer Entscheidung bewirkt hat.
Sie tut mir ungemein leid und ich wünsche niemandem, so eine Entscheidung treffen zu müssen.
L G
G

Beitrag von lucky00 26.03.10 - 12:37 Uhr

Das finde ich auch - ich wäre zerbrochen.

Ich kann mir vorstellen, dass das eine Kurzschlussreaktion war von ihr... eine Entscheidung voll Panik.

Beitrag von knutschka 26.03.10 - 16:06 Uhr

Ich habe auch nicht behauptet, dass die Mutter ein einfaches Schicksal ereilt hätte, aber ich finde dennoch, dass den Jungen das schlimmere Schicksal ereilt hat. Sie hätte auch nach der Geburt noch die Option gehabt, sich für ihr Kind zu entscheiden. Stattdessen hat sie zugelassen, dass ihr lebendes Kind nach der Geburt einfach nicht versorgt wird und dadurch sterben soll. Selbst wenn sie das nicht gewusst hat, hat der Arzt durch die unterlassene Hilfeleistung gegenüber dem Neugeborenen einen mind. genauso schlimmen Fehler begangen wie durch die Fehlinformation.

Viele Grüße
Berna

Beitrag von king.with.deckchair 26.03.10 - 17:03 Uhr

"Stattdessen hat sie zugelassen, dass ihr lebendes Kind nach der Geburt einfach nicht versorgt wird und dadurch sterben soll."

Wie kommst du dieser Unterstellung?!

Beitrag von manavgat 26.03.10 - 17:38 Uhr

der Fall ist hinreichend bekannt.

Das arme Kind wurde nach der mißglückten Spätabtreibung stundenlang unversorgt liegen gelassen, bis der Arzt es nicht mehr mit ansehen konnte. Leider hat der Junge dadurch zusätzliche Behinderungen davon getragen, die er sonst nicht gehabt hätte. Die Kindsmutter hat sich Jahre später umgebracht.

Das Tragische: die Mutter verklagte den Arzt, weil der Junge nicht tot war. Lebensschützer verklagten den gleichen Arzt wegen unterlassener Hilfeleistung.

Problem: eine Lücke im Gesetz, da so ein Fall wohl nicht vorgesehen ist und es keine Regelung gibt - bis heute nicht - wie sicherzustellen ist, dass das so! nicht abläuft.

Spätabteibungen sind ein völlig unterschätztes Problem.

LG

Manavgat

Beitrag von mansojo 26.03.10 - 13:22 Uhr

Hallo,

die Mutter wurde mit der Diagnose und Konsequenz überrant
sie war überhaupt nicht in der Lage für sich und ihrem Kind eine Entscheidung zu treffen
das hätte der ARzt erkennen müssen und ihr psychologische Betreuung zu kommen lassen

die Mutter ist hier eindeutig ein Opfer
beide Leben wurden verhunzt

Beitrag von brautjungfer 26.03.10 - 13:32 Uhr

hallo,

so sehe ich das auch.
http://www.zeit.de/online/2009/20/spaetabtreibung-beratung-bundestag
aber es hat sich ja zum Glück geändert was die Beratungsfrist betrifft.

lg

Beitrag von king.with.deckchair 26.03.10 - 17:02 Uhr

#pro

Beitrag von gunillina 26.03.10 - 12:30 Uhr

Furchtbar. Mir tut die leibliche Mutter (ja, ich weiss, sie ist tot) so leid, ich wäre genauso zugrunde gegangen wie sie, glaube ich.
Die Beratung in solchen Fällen muss unbedingt besser werden. Das war eine Kurzschlussreaktion und niemand hat es gemerkt. Niemand hat ihr geholfen und sie aufgeklärt.
Hätte sie ihr Kind ausgetragen, er hätte jetzt ein ganz normales Kind mit Down-Syndrom sein können. Was zwar für die Eltern anstrengend sein kann, ja aber kein Hindernis an einem glücklichen Leben darstellt.
L G
G

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