Umfrage: Saugverwirrung!

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von tuttifruttihh 26.03.10 - 18:34 Uhr

Hallo,

in den meisten Ratgebern rund ums Stillen, Ernährung usw. taucht irgendwann das Thema Saugverwirrung auf. Hier im Forum lese ich aber immer nur, dass die Babys KEINE Saugverwirrung hatten. Nun meine Frage: Wessen Kind hatte denn eine Saugverwirrung? Auf mich wirkt es inzwischen schon so, als wenn es Saugvewirrung in dem Sinne garnicht gibt sondern nur als Theorie in irgendwelchen Sachbüchern #kratz

Frag deshalb, weil ich stillen möchte aber trotzdem schon 2 Fläschchen und auch Schnuller zuhause habe.

Lg Saskia mit Fiona Leonie (35.SSW)
http://buettnersbauchzwerg.soo-gross.de/home.html

Beitrag von miau2 26.03.10 - 18:55 Uhr

Hi,
ich bzw. meine Kinder hatten das, alle beide.

Ursache war in beiden Fällen ein Aufenthalt in der Kinderklinik nach der Geburt, in beiden Fällen wurde dort mit der Flasche gefüttert.

Beim zweiten Kind wusste ich schon, was passieren würde und habe die Situation dadurch verbessert, dass ich ihn auch in der Kinderklinik immer angelegt habe. Er war zwar saugverwirrt, aber das "Lernen" vom Brusttrinken ging erheblich leichter.

Beim ersten Kind gab es von Anfang an die erste Woche komplett nur Flasche (und Magensonde). Anlegen ging gar nicht, da kamen verschiedene Sachen zusammen...den ersten Tag hat er im Brutkasten verbracht, auch danach noch total verkabelt mit Infusion und Magensonde, das war dann bei mir auch ein Kopfproblem. Und ein körperliches, in Ruhe im Bett liegen und stillen ging nicht, denn ich musste ihn halt in der Kinderklinik besuchen, was nach dem Kaiserschnitt eh schon ziemlich anstrengend war.

Saugverwirrt hieß ganz schlicht und einfach, dass beide Kinder anfangs nicht aus der Brust trinken konnten. Nichts damit anfangen konnten, natürlich auch nicht den Ehrgeiz hatten (Brusttrinken ist erheblich anstrengender als das Trinken aus der Flasche, und wenn man es bequemer haben kann - warum anstrengen?).

Dass das nur eine Theorie aus Büchern wäre kann ich definitiv nicht bestätigen.

Es hat mich gerade beim ersten Kind viel Kraft, viele Tränen gekostet, bis der inzwischen Große bei mir getrunken hat, ich war wenn überhaupt nur wenige Tage vom Aufgeben entfernt. Ohne die super Beratung durch meine richtig gute Hebamme hätte es definitiv nicht geklappt. Nach 4 Monaten habe ich die letzte Flasche weggeschlossen, es gab nur noch Brust (vorher halt Brust und abgepumpte Milch).

Beim zweiten war es einfacher - da kannte ich die Tricks schon, wusste, wie man die Kleinen motivieren kann. Da war ich 2 Wochen nach der Geburt, also gut eine Woche, nachdem wir zu hause waren bei Vollstillen angelangt.

Flaschen gab es bei beiden nie wieder (bei meinem Großen hatten wir es dann irgendwann mal probiert, nur wenige Wochen, nachdem wir beim voll stillen angelangt waren - er hat die Flasche verweigert ;-)). Es gab erst wieder Trinklernbecher, als so mit 8 Monaten die Beikostmengen nennenswert wurden - und dann auch keine Milch aus dem Becher, sondern nur Wasser.

Schnuller sehe ich nicht wirklich als das Problem an, obwohl - wenn ich mir so manche 3- oder 4jährigen Kinder mit Schnuller im Mund angucke bin ich froh, dass ich keine Schnullerkinder hatte - das kann halt noch zu ganz anderen Dramen als "Saugverwirrung" führen. Die Flasche war definitiv das Problem bei uns, aber es gab natürlich gerade beim ersten Kind (und auch beim zweiten, der nach der Geburt doch ziemlich geschwächt und auch leicht unterzuckert war) nicht wirklich eine Alternative.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von tuttifruttihh 26.03.10 - 19:02 Uhr

Ok, so wie Du es beschreibst ist es nachvollziehbar. Ich meinte aber eher eine Saugverwirrung beim Kind, dass bereits gestillt wird. Deine Kinder haben zu Anfang die Flasche bekommen, klar ist es da schwierig sie auf die Brust umzustellen. Aber wenn ein Kind bereits aus der Brust trinkt ohne Probleme, kann dann eine Flasche wirklich dazu führen, dass das stillen nicht mehr klappt? Ich habe die Flaschen deshalb gekauft, um evt. mal Tee zu geben oder eben (nach ein paar Wochen) mal abzupumpen und die Milch per Flasche zu geben.

Lg und #danke für Deine Antwort

Beitrag von miau2 26.03.10 - 19:09 Uhr

Hi,
wie kurz angeklungen (aber war ja ursprünglich nicht mein Thema) kann es dann die Saugverwirrung umgekehrt geben: dass dein Kind mit der Flasche nichts anfangen kann...

Auch das hatten wir ja dann ;-).

Wäre gar nicht so ungewöhnlich, wobei "saugverwirrung" da eigentlich der falsche Begriff ist...nur ist es vom Prinzip ja nichts anderes: das Baby hat sich an eine Art zu trinken gewöhnt und verweigert die andere.

Wenn es also um Termine o.ä. geht unbedingt vorher probieren, ob dein Kind die Flasche überhaupt nimmt.

Aber, ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass ein Baby, das wochen- oder monatelang gestillt wird und wo das Stillen eingespielt und routiniert ist von einer einmaligen Flasche eine Saugverwirrung bekommt und danach die Brust verweigert. Wenn, dann würde ich das (gefühlsmäßig) für eine totale Ausnahme halten.

Aber ich würde dir empfehlen, damit zu warten, bis sich wirklich alles eingespielt hat und klappt.

Tee ist bei voll gestillten Babys überflüssig, im Gegenteil - der nährstofflose Tee füllt den kleinen Magen und gibt (vorübergehend) ein falsches Gefühl der Sättigung, wodurch evtl. zu wenig nährstoffhaltige Milch aufgenommen wird. Tee zufüttern ist nur unter bestimmten Umständen nötig oder sinnvoll (z.B. bei Erkrankungen). Wenn das Baby mehr Durst hat (Sommer z.B.) wird es u. U. in kürzeren Abständen nur sehr kurz trinken - dann erwischt es die dünne Vormilch, die den Durst stillt. Darauf eingehen wäre sinnvoller als Tee geben.

Und ansonsten - warte mal ab, bis es sich eingespielt hat, und wenn du es dann probieren willst - probier es. Wenn es nur mal einmalig eine Flasche ist wird auch nicht gleich deine Milch zurückgehen.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von tuttifruttihh 26.03.10 - 19:19 Uhr

Ja, genau so hatte ich es gedacht. Also erst die Flasche geben, wenn sich das Stillen eingespielt hat. Wichtige Termine, wo ich das Baby nicht mitnehmen kann habe ich nach der Geburt ohnehin nicht, es wäre nur ein kleines bisschen Freiheit, wenn ich die Lütte mal für ein paar Stunden mit abgepumpter Milch zur Oma geben könnte. Aber das hat Zeit, ich mach mir da keinen Druck.

Tee würde ich auch nur geben, wenn sie krank ist. Hatte nicht vor generell Tee zu zufüttern aber ich denke es ist nicht verkehrt, wenn man für den Fall der Fälle ein Fläschchen mit Teesauger und ein paar Tees (Fenchel etc.) zuhause hat. Aber ich hoffe natürlich dass ich die nicht (oft) brauchen werde :-)

Lg

Beitrag von nashivadespina 26.03.10 - 23:10 Uhr

Klar gibts das..auch bei Babys die sich an die Brust gewöhnt haben. Frage hierzu am besten eine Stillberaterin ;-)

www.lalecheliga.de

Beitrag von dragonmother 26.03.10 - 19:03 Uhr

Mein Sohn hatte es weil er recht schwach war und ich mit Flasche zu füttern musste.

Er hat dadurch das Saugen an der Brust verlernt und mit viel Mühe und Aufwand hab ich ihn dann wieder an die Brust bekommen. Aber auch nur weil ich eine sehr gute Hebamme hatte.

LG

Beitrag von haruka80 26.03.10 - 19:27 Uhr

Mein Sohn hatte das auch, lag anfangs auf der ITS 48 Std und bekam da die Flasche und nen Schnuller...durch die Gelbsucht war er auch immer zu müde für die Brust und es war ein Akt, ihn überhaupt an die Brust zu kriegen, er nahm sie nicht.
Wir kamen aus dem KH, hatten keine Flaschen zu Hause und mein Mann mußte erstmal los und alles kaufen. Hab zwar noch ne Woche fast versucht zu stillen, aber trotz Stillberatung und meiner Hebi, die nebenan wohnt und zum Trinken dann oft zum Anlegen kam, klappte es nicht mehr. Hab dann gepumpt...

L.G.

Haruka

Beitrag von christianeundhorst 27.03.10 - 12:30 Uhr

Hallo Saskia,
ja, hier im Forum meinen viele es gäbe diese Saugverwirrung nicht........... das verunsichert leider viele!
Meine Tochter hatte eine Saugverwirrung als sie 10 Wochen alt war. Mir hatten sie im Krankenhaus eingeredet ich hätte nicht genug Milch ( was nicht stimmte, es stellte sich später heraus, daß Frieda nicht richtig andockte und deshalb nicht genug Milch bekam ) und daher sollte ich mit Flasche zufüttern, denn Saugverwirrung gebe es ja nicht. Das werde ja so überbewertet etc etc Nachdem ich 10 Wochen lang immer nach dem stillen Flasche angeboten hatte bekam meine Tochter - von heut auf morgen! - eine Saugverwirrung.............Das war echt die Hölle! Ganz schrecklich, ich wünsche es keinem. Mit Hilfe einer Stillberaterin haben wir es glücklicherweise geschafft diese zu überwinden, aber es war sehr schwer und ich kenne nochmehr Babys, die eine Saugverwirrung hatten und dies nicht geschafft haben.......
Man sollte also nicht zu leichtfertig mit Flaschen umgehen. Ob Dein Baby eine Saugverwirrung bekommt weißt Du leider erst wenn es zu spät ist, daher lieber eine ausgebildete Stillberaterin konsultieren, denn meist braucht man nicht zufüttern, weil es andere Ursachen hat, daß das Baby nicht satt wird! Wenn doch zufüttern lieber mit Becher, Fingerfeeder oder Brusternährungsset, aber auch NUR wenn VORHER eine Stillberaterin da war!

Hast Du noch Fragen?

Liebe Grüße,
Chris mit Frieda Lina 20 1/2 Monate ( noch gerne am stillen )