Wie bring ich meinen Sohn dazu, dass er folgt?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von disturrbia 26.03.10 - 19:19 Uhr

Hallo,

mein Sohn (20 Monate) beachtet überhaupt kein "nein" und keine Verbote. Wenn man ihm was verbieten will, dann lacht er drec^kick und macht es trotzdem. Wen ich hingehe und ihn davon abhalten will, dann macht er es noch extra schnell bevor ich bei ihm ankomme. Also z.B. Besteck aus der Schublade ausräumen, oder Taschentücher zerreißen, oder ganz schlimm: wegglaufen auf der Straße. Gestern st er richtig auf die Rolltreppe nach unten zugerannt als er gemerkt hat, ich komm ihm hinterher um ihn zu holen. Als er auf die Platte getreten ist, ist die Rolltreppe plötzlich laut angegangen und er ist so erschrocken, dass er fast umgefallen wäre. Da war er dann froh, dass ich dar war und hat sich freiwillig nehmen lassen.
Aber insgesamt hört er einfach nicht, nur wenn er Lust hat. Aber meistens nicht.

Beitrag von anya71 26.03.10 - 19:37 Uhr

hallo, verabschiede dich von dem gedanken, dass so ein kleines kind "folgt".hier hilft nur ablenkung als strategie. weglaufen, "extra" machen und lachen ist ganz normal, denn er denkt, es ist ein spiel.
gruß anja

Beitrag von munirah 26.03.10 - 19:37 Uhr

in dem Alter merken die Kinder, dass sie eigenständige Persönlichkeiten sind. Und dass man eine Menge entdecken kann.
Wir machen das so:
1. Ich kann nicht den ganzen Tag "nein" sagen. Also gestalte ich das Umfeld der Kleinen so, dass sie nicht alles machen kann (Taschentücher liegen oben im Regal, Schubladen sind bis auf wenige Ausnahmen gesichert,...)
2. Einiges muss ich zulassen, weil meine Tochter Materialerfahrungen sammeln muss (z.B. alte Zeitungen zerreißen, in Ausnahmefällen Brei mit Fingern essen, Stühle schieben). Also beobachte ich nur und fordere sie nachher auf, mir beim Aufräumen zu helfen.
3. In einigen Fällen muss ich "NEIN" sagen, und es muss sofort akzeptiert werden. Z.B. muss die Kleine an großen Straßen und auf Parkplätzen an der Hand gehen und darf nicht loslassen. Hört sie nicht, setze ich sie in den Buggy. Wenn die Kleinen Finger dem heißen Herd zu nahe kommen und mein "NEIN" ignoriert wird, gibt es auch mal einen Klaps auf die Finger (inzwischen muss ich den Klaps nur andeuten, dann versteht die Kleine schon!)
Fast jeden Tag muss ich unsere Regeln überdenken, konsequent dranbleiben, wenn die Kleine etwas lernen soll (z.B. IMMER an der Hand bleiben - keine Ausnahme!). Inzwischen weiß die Kleine, dass mir ein "NEIN" ernst ist, und fängt schon an zu weinen, wenn ich es sage. Aber dafür tue ich es so wenig wie möglich, und das Weinen zeigt immerhin, dass sie es versteht (auch wenn sie das WARUM nicht versteht...)

Munirah

Beitrag von disturrbia 26.03.10 - 19:49 Uhr

Wow, deine antworthat mir sehr geholfen! Ich finde, ich sage ziemlich häufig - zu häufig - "nein", vielleicht sollte ich es reduzieren. Aber manches nervt mich einfach. Ich habe z.B. keine Möglichkeit mein Besteck woanders zu lagern und er hat schon die dritte Kindersicherung kaputtgemacht.
Wenn er wütend ist - was er ja sein darf - dann beißt er mich oder haut mich. Ich mein, ich kann ihn doch nicht auf dem Boden liegen lassen auf der Straße, ich muss ihn doch da wegnehmen. Und zur Strafe beißt er mich dann. Soll ich ihn vielleicht auszornen lassen?

Beitrag von munirah 26.03.10 - 20:02 Uhr

zum Thema Besteck noch ein kleiner Tipp: unser Besteck ist zwar zu hoch (solange die Kleine sich keinen Stuhl ranschiebt...), aber sie kommt am Geschirrschrank mit dem teuren Porzellan gut an. Ich habe ihr eine Ecke mit Plastikgeschirr von IKEA eingeräumt, da darf sie sich selbst holen, was sie will. Und wenn ich ihr erlaube, den Tisch zu decken, essen wir eben alle mal von Plastik - nicht gerade edel, aber meine jüngste hat ein Erfolgserlebnis und ich musste nicht "Nein" sagen.

Ein Kind auf der Straße liegen lassen, das ist so eine Sache. Erstens gefährlich und zweitens, was denken die anderen... Manchmal sage ich zu meiner Kleinen wenn keine Gefahr droht, ich gehe jetzt nach Hause, und gehe wenige Schritte. Dann wird sie erst recht wütend, kommt aber mit.

Das mit dem beißen ist auch so eine Sache. Mein zweiter hat es als Kleinkind viel gemacht. Sowas abzugewöhnen ist sehr schwer. Nicht beachten geht nicht, da es meistens zu schmerzhaft ist. Sinnvoll bestrafen geht auch nicht. DAs wichtigste ist, wenn man sich so konsequent wie möglich verhält. Wenn ein Kind bei den Eltern genau die Grenzen kennt, wird es nicht so häufig beißen. Es gibt auch Leute, die sagen, ein leichter Klaps auf den Mund bewirkt Wunder. Wir haben es auch ausprobiert. Aber was genau zum Aufhören geführt hat, weiß ich nicht mehr. Trotz Erfahrungen mit Schwerstbehinderten und heißer Diskussionen in diesem Forum hat es mich Wochen oder Monate gekostet, bis wir den Kleinen im Griff hatten, was das Beißen angeht.

Beitrag von loeckchen_2004 26.03.10 - 20:01 Uhr

Naja was erwartest du denn von einem Kind von 20 Monaten? Kinder nehmen nur die Regeln an, die sie auch verstehen können und das ist bei einem Kind von 20 Monaten schwierig. Es ist eben ein schwieriges Alter, der Körper kann schon recht viel aber der Kopf kann noch nicht einschätzen was dann passiert....

Natürlich solltest du immer wieder Nein sagen, aber ihm auch erklären warum er das nicht darf. Ein seltenes aber deutliches Nein wird eher angenommen als ständiges Nein sagen

Kurz zu deinen Beispielen.

Besteck aus den Schubladen räumen - Schaublade sichern oder dort nur die ungefährlichen Sachen rein

Taschentücher zerreißen - entweder weg mit den Tüchern oder ihn lassen, es kann doch nichts passieren

weglaufen an der Straße / Rolltreppe - ein Kind in dem Alter hat man in solchen Situationen immer fest an der Hand oder in einer Trage oder im Wagen, denn das ist lebensgefährlich und das Kind kann diese Gefahr nicht einschätzen und dadurch das Nein nicht verstehen und außerdem ist doch alles so aufregend und neu

Wie heißt es doch so schön.....

Wenn das Kind eine Regel nicht annimmt, sollte die Regel überdacht werden ;-)

Beitrag von anatoli 26.03.10 - 21:27 Uhr

Hi,
ich habe Zwilling (21 Monate) Jannis hört fast gar nicht und seine Schwester ist genau das Gegenteil. Wenn ich ihr sage bleib hier stehen (z.b. beide aus dem Auto holen) Dann bleibt sie wirklich stehen und bewegt sich nicht vom Fleck. Jannis ist auch so ein Feger. Wenn ich sage warte, dann rennt er los. Deswegen habe ich für ihn auch so einen Rucksack mit Leine dran. Mach ich mir ums Handgelenk und dann kann er nicht abhauen. Anders geht es nicht.
LG
Anatoli die hofft dass er irgenwann mal hört.

Beitrag von kathrincat 27.03.10 - 19:08 Uhr

wagen mitnehmen und kind reinsetzen, wenn er nicht hört.
kind an der hand laufen lassen, will er nciht, geht es in den wagen.