Jetzt beschäftigt ihn der Tod

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von ss120875 26.03.10 - 20:21 Uhr

Hallo,

unser Sohn ist 5,5 Jahre alt. In unserem Kindergarten wird gerade das Thema Ostern, Palmsonntag, letztes Abendmahl, Kreuzigung und Auferstehung behandelt.

Seitdem stellt mir LUkas jeden Tag Fragen über das Sterben bzw. den Tod.

Wann muss er sterben, warum muss man sterben, er möchte mit mir zusammen sterben, er möchte dass ich tot bin (wobei er das nicht so meint wie er es sagt), er möchte mit mir zusammen sterben und die leuchtenden Treppen in den Himmel raufsteigen. Gerade hat er mich gefragt, warum sein Opa gestorben ist etc.

Das Thema Tod ist für mich ein sehr heikles. Ich reagiere da sehr empfindlich und kann es ihm eigentlich auch nicht erklären, ohne dass ich selbst anfangen muss zu weinen. Jetzt heule ich auch gerade.

Jetzt zu meiner Frage. Gibt es ein Buch, das ich ihm kaufen kann, in dem kindgerecht der Tod und das Sterben erklärt wird.

Danke
Silke

Beitrag von lulu2003 26.03.10 - 20:50 Uhr

Hallo Silke,

ich habe eine Freundin die auch sehr schlecht mit dem Thema Tod umgehen kann. Sie weint auch jedes mal wenn es darum geht. Doch ich denke, man muß lernen damit umzugehen. Es gehört ja nunmal zum Leben dazu.

Unser Großer (inzwischen 6 Jahre alt) fing mit etwas über 4 Jahren an über den Tod Fragen zu stellen. Ich habe sie ihm auch immer ehrlich beantwortet. Habe ihm gesagt dass auch Kinder sterben, junge Menschen durch Unfall und Krankheit, dass auch wir (Eltern) irgendwann sterben müssen usw. Klar, es war nicht einfach, doch da wir es als "normal" betrachten wird kurz darüber gesprochen und man geht einfach weiter zur Tagesordnung über. Als der kleine Bruder geboren wurde fragte er auch immer mal ob er sterben würde usw. Klar hört man es nicht gern, hab dann aber gesagt dass es passieren könnte, wir es aber nicht hoffen wollen.

Letztens kam er aus dem Kindergarten wieder und meinte, er sei ja mit C. so dick befreundet dass sie nebeneinander im Grab liegen wollen wenn sie tot sind. #schock

Ein Buch würde ich mir nicht kaufen. Beantworte die Fragen deines Sohnes einfach ehrlich aus deinem Bauch heraus.

Liebe Grüße
Sandra

Beitrag von marlene75 26.03.10 - 20:52 Uhr

Das kenn ich:unser Sohn wurde gerade 3 und ist sehr mit diesem Thema beschäftigt. Hier findest Du ein paar passende Bücher -

http://www.amazon.de/wohl-lieber-Dachs-Susan-Varley/dp/3219102832

Alles Gute
Marlene

Beitrag von abenteuer 26.03.10 - 20:58 Uhr

Hi.
Mein Sohn ist 4 und beschäftigt sich auch schon seit längerem immer mal wieder mit dem Thema Tod.
Nen dicken Kloß im Hals hatte ich als er plötzlich sagte: "ich glaube Papa wird bald sterben!" #schock
Ich habe gleich nachgefragt, warum er das denkt.
Mir ist dieses Thema auch unangenehm.
Meinen Sohn hat allerdings die Aussage beruhigt, dass es ja noch ganz ganz lange hin ist, bis er einmal stirbt.

Ich versuche ganz locker zu sein und sage Dinge wie: "Es gehört nunmal zum Leben dazu, dass die Menschen irgendwann einmal sterben" Mein Sohn soll meine Angst davor nicht spüren, um die nicht zu übernehmen. Ich glaube Kinder bekommen erst recht Angst, wenn sie merken, dass man selber mit dem Thema überfordert ist.

lg abenteuer

Beitrag von courtney13 26.03.10 - 21:00 Uhr

Ich weiß, das es mal eine Folge von "Willi wills wissen" zum Thema Tod und Sterben gab.
Die Folge kam vor 3 Jahren als mein Onkel gestorben ist und meine cousine damals 6 Jahre alt war. Ich fand sie toll, weil sie alles so schön erklärt hat!

Beitrag von morla29 26.03.10 - 21:13 Uhr

Hallo Silke,

meine beiden Töchter (4,5 und fast 3) beschäftigen sich auch sehr intensiv mit dem Tod, weil vor acht Wochen ihre kleine Schwester still zur Welt kam (in der 31. ssw).

Ich finde es aber ok, wenn sie viele Fragen stellen und hab auch meistens eine Antwort darauf. Oder du fragst einfach, wie er es sich vorstellt.

Hatte heute auch ein Gespräch mit Mona´s Erzieherin, wie weit sie die Ostergeschichte behandeln und über die "Auferstehung" sprechen, weil ich Angst hatte, dass sich meine Töchter die Hoffnung machen, dass Verena auch aufersteht.

Ich finde, dass unser Kindergarten das sehr gut macht. Es wird nämlich die Ostergeschichte bis Gründonnerstag behandelt und ab Karfreitag (also ab Kreuzigung) sollen das die Familien selbst entscheiden. Finde ich total gut, weil auch die Erzieherin sagte, dass die Kreuzigung auch sehr brutal ist, auch für ein 6jähriges Kind.

Meiner Meinung nach trauern Kinder sehr ehrlich.

Warum hast du so große Probleme damit? Hast du als Kind Erfahrungen gemacht, die dich geprägt haben?

Viele Grüße
morla
mit Ramona 4,5
Christina fast 3
und Sternenkind Verena (still geboren am 29.01.10)

Beitrag von lenesiegel 26.03.10 - 23:16 Uhr

Ich kenne ein sehr "versöhnliches" Buch.
Ich zumindest empfinde das so. Es ist ganz sicher geeignet Dich mit dem Tod zu versöhnen (klingt jetzt vielleicht blöd), aber wenn Du entspannter mit dem Thema ungehen kannst, dann wird das Deinem Sohn zugute kommen. Ob es direkt etwas für ihn ist, kann ich nicht beurteilen - das mußt Du entscheiden.

Laß es doch im Buchladen zur Ansicht bestellen. Dann kannst Du immernoch entscheiden.

http://www.amazon.de/Ente-Tod-Tulpe-Wolf-Erlbruch/dp/3888974615/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1269641436&sr=1-1

Liebe Grüße.

Beitrag von curlysue2 26.03.10 - 23:39 Uhr

Hi,

wir mussten uns in den letzten drei Jahren intensiv mit dem Thema Tod auseinandersetzen, da wir 3 Todesfälle in der nächsten Familie hatten und unser Sohn die auch bewußt mitbekam. Und z. Zt. wissen wir nicht, ob das Thema nicht auch wieder aktuell werden kann. Vor zwei Wochen ist es ganz knapp an uns vorüber gegangen.

Ergänzend zu meinen Vorschreiberinnen hier noch ein paar Buchtips zum Thema Tod:

" Nie mehr Oma Lina Tag" (erklärt aus Sicht eines kl. Jungen wie die Oma ins KH kommt, stirbt, die anschl. Zeit und die Beerdigung)

" Opa, ich kann Hummeln zähmen" (auch aus der Sicht eines kl. Jungen, erzählt wie der Junge seinen eigenen Weg findet mit der Trauer umzugehen und sich im Schönen an den Opa zu erinnern)

"die schönsten Beerdigungen der Welt"

" Pfoten am Himmel"

Nicht so toll fanden und finden wir: "hat Opa einen Anzug an?"
Am Besten zurecht kamen wir mit dem Oma-Lina-Buch und den Hummeln, die sich auch sehr gut ergänzen. Auch "leb wohl lieber Dachs" ist sehr schön gemacht und greift sogar das Tunnelthema auf. Nur der erste Satz: Der Dachs hat keine angst vor dem Tod" war etwas unglücklich (beim ersten Lesen wollte unser Sohn den Rest nicht mehr hören, aber wenn man es vorher weiß kann man den satz vorerst "unterschlagen")


Von der bereits in einer vorangegangenen Antwort erwähnten Sendung von Willi will`s wissen zum Thema Tod gibt es auch das passende Buch. Auch sehr zu empfehlen.

Ich würde Dir empfehlen, dass Ihr zusammen in eine Bücherei geht und Euch da verschiedene Bücher anschaut. So könnt Ihr auch herausfinden welches Euch am ehesten zusagt und Deinem Sohn seine Fragen beantwortet. Ganz wichtig ist, dass Du nicht zu viel antwortest und versuchst möglichst ehrlich zu sein. Geh auf die Fragen ein, die er stellt, aber erklär nicht mehr. Wenn er noch nicht genug Antworten hat wird er nachhaken.

Für Erwachsene kann ich zum Thema Kinder, Tod und Trauer empfehlen: Wie Kinder trauern vom Kreuz - Verlag und die Bücher von Dr. Elisabeth Kübler-Ross.

Und letzendlich: Auch wenn es kein angenehmes Thema gehört der Tod zum Leben. Es ist ein ewiger Kreislauf. Und eigentlich könnten wir bei diesem Thema auch noch von den Kindern lernen, denn so natürlich wie sie können wir leider nicht mehr mit dem Thema umgehen.

LG

curlysue

Beitrag von susannea 27.03.10 - 11:23 Uhr

Wir haben gerade für die Kinder nach dem Tod meiner Großmutter. "Ein Himmel für Oma" ein ganz neu erschienenes Buch gekauft. Hat nur gut Kritiken, ich hoffe, es ist auch so gut!