Wutausbrüche - wie damit umgehen ?

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von obelix23 26.03.10 - 20:22 Uhr

Hallo !

Also ,es geht um meine Tochter. Sie ist fast 7 Jahre alt und geht in die 1. Klasse. Seit einiger Zeit flippt sie wegen jeder Kleinigkeit total aus. Man kann nicht mehr mit ihr reden, sie schreit, weint, schlägt um sich, trampelt mit den Füssen auf den Boden... das volle Programm eben.
Wir wissen so langsam nicht mehr, wie wir damit umgehen sollen. Es eskaliert teilweise so, daß ich sie nur noch anschreie und die Türe hinter mir zuknalle, so rasend machen mich ihre "Anfälle".

Habt ihr Tips für mich, wie ich mit diesen Wutausbrüchen umgehen kann? Wir haben schon versucht, ganz ruhig mit ihr zu reden. Aber sie lässt niemanden an sich ran. Wenn wir ihr etwas verbieten lässt sie sich auf keinen "Deal" ein. Sie flippt sofort aus, teilweise muß man vor ihr in Deckung gehen, weil sie wild um sich schlägt und tritt.

Ich habe in anderen Diskussionen etwas von ADS im Zusammenhang mit diesen Wutanfällen gelesen. Was haltet ihr davon, wie sind eure Erfahrungen?

Bin für jeden Rat dankbar!

LG

Obelix

Beitrag von melly21 26.03.10 - 21:53 Uhr

#coolHallo das kenne ich zur Zeit auch nur zu gut!
Seid dem meine Tochter Eingeschult worden ist hat sie sich sehr verändert!
Grosse Klappe ist da noch harmlos!Wenn sie aufräumen soll bricht sie bald zusammen(ist ja so viel mal eben die Wäsche ins Bad zu bringen#schock)

Vernünftig reden ist mit Madame momentan auch nicht!
Es werden Türen geknallt die Musik laut gestellt und wir Eltern sind ja so blöd und geben ihr nie zu essen und zu trinken.Und Sachen zum anziehen hat sie auch nicht!Der Schrank quilt nur über!#cool
Jetzt hat sie auch noch einen Freund und ist mit ihm immer unterwegs!Naja,aus meinem schüchternem kleinen Mädchen ist eine echte Zicke geworden!

ADS hat sie aber nicht!Ich glaube es liegt irgendwie daran das sie auch in der Schule viel mit den älteren Kids unterwegs ist!

Ich ignoriere das Verhalten mitlerweile und das wirkt ganz gut!Sie reagiert sich in ihrem Zimmer ab und mich stört es dadurch nicht!

Da muss man halt durch!
Übrigens meine Hexe ist auch 7j.und in der 1.Klasse

Lg Melly

Beitrag von 3erclan 26.03.10 - 22:34 Uhr

Hallo

meine ist 8 und ist in der 2.Klasse.

Wenn sie so nen Wutanfall hat.Halte ich sie ganz fest was mir total viel Kraft kostet.DAs haben wir davor abgesprochen.Das kann zwar dann dauern bis sie sich beruhigt aber dann verletzt sie keinen udn sie fühlt sich nicht alleine.
Seitdem wir das machen udn sie auch weiß wenn sie in dem Anfall Sachen sagt die mich eigentlich verletzen ich ihr aber sage dass sie da mal alles rausschreien darf ist das ok.
Am Ende merke ich wie sie sich entspannt und zum Teil auch in meinem Arm einschläft.

lg

Beitrag von gismomo 27.03.10 - 08:25 Uhr

Ich kenne das auch von meinem Sohn und ich kann dir versichern, dass es besser wird.

Bei ihm haben diese "Anfälle" nachgelassen (er ist jetzt in der 2.Klasse und wird im Juli 8) und seitdem ich weiß, dass er nur so ausflippt, weil er wegen irgendetwas überfordert ist (meistens wenn es ein anstrengender Tag war), kann ich besser damit umgehen (besser heißt in diesem Fall gelassener).

Im Übrigen war mein Sohn zu dieser Zeit letztes Jahr ebenfalls sehr anstrengend - vermutlich ist es auch mal wieder eine Entwicklungsphase. Als die dann vorbei war, wurde es wieder besser, und er hatte sich sichtbar ein Stück mehr von mir abgenabelt und ist "reifer" geworden.

Ich wünsche dir gute Nerven und Gelassenheit - und wenn du mit deiner Tochter über ihr Verhalten reden willst, dann erst in einer "guten" Minute, wenn es euch beiden gut geht, nicht wenn sie gerade am Ausflippen ist.

Vielleicht braucht sie auch das Gefühl, mehr als bisher selber entscheiden zu können? Bei meinem Sohn war das so, und ich habe ihm bewusst mehr Entscheidungsfreiheit zugestanden und ihm das auch offen gesagt, dass er jetzt älter ist und dies und das selber entscheiden darf. Das hat ihm sichtlich gut getan, er hat sich ernst genommen gefühlt.

In einer anderen Antwort hat jemand über das "Festhalten" geschrieben. Ich habe schon von vielen gehört, die damit gute Erfahrungen gemacht haben. Ich selber mag es nicht, da meine Mutter das mit mir als Kind gemacht hat und ich es furchtbar fand, ich hab mich dabei immer sehr schwach gefühlt und irgendwie unterlegen. Ich mochte es nicht festgehalten zu werden.
Aber probiert es doch einfach mal aus, vielleicht hilft es euch ja.

Beitrag von sora76 27.03.10 - 14:03 Uhr

Hallo!

Ja das kenne ich. Meine hatte das auch eine Zeitlang exterm. das war im KiGa und dann als die Schule anfing.
Tja, es ist immer leicht gesagt, das man ruhig bleiben soll.
Bei uns wars auch teilweise so, das sie wegen jeder Kleinigkeit richtig ausgetickt ist. Das Problem war nicht, das sie rumgebrüllt hat, sondern das sie auch Sachen kaputt machte.
Ihre Zimmertür hat da stark gelitten. Immer wenn sie so ausgetickt ist, mußte sie in ihr Zimmer. Da ließ ich sie eine Weile machen was sie wollte (solange sie nicht irgendwas gegen die Tür geworfen hat, denn dann wurde der Gegenstand aus ihrem Zimmer entfernt). Habe sie also toben lassen. Reden ging dann gar nicht mehr. Immer wieder hab ich dann nach ihr geschaut und sie gefragt ob es wieder ginge. Fauchte sie mich an, blieb sie weiter in ihrem Zimmer.
Wenn sie Sachen geworfen hatte, dann bekam sie diese auch erstmal nicht wieder. So kam es schon mal, das sie kaum noch Spielzeug im Zimmer hatte.
Nach einiger Zeit beruhigte sie sich dann, und wir redeten darüber. Im Grunde wußte sie, das es blöd von ihr war.
Dann räumten wir zusammen auf.
Meine Tochter ist jetzt 6 Jahre und ich finde es wird immer besser. Sie begreift mehr und mehr das es nichts bringt.

Meine hat kein ADS, weil sie ansonsten ein sehr ausgeglichener, aktiver Mensch ist. Sie kann sich auch gut Konzentrieren. Bei ihr ist es wohl eine Art des Wut - und Stressabbaus. Sowas macht sie auch nur Zuhause.
Doch so langsam bekommt sie es aus, wie man das anders abbauen kann.

Wichtig ist wohl, klar und Deutlich zu sein. Wenn sie etwas nicht darf, dann ist das so und davon wird auch nicht abgewichen. Vielleicht ist es auch der Frust darüber, aber ich bin der Meinung das sie sich damit abfinden muß, das es nicht immer nach ihrer Nase geht. Denn wenn meine Bockig ist, bekommt sie erst Recht nicht was sie will.

LG Sonja

Beitrag von manavgat 27.03.10 - 14:42 Uhr

Ich würde eine gute Kinderpsychiaterin aufsuchen und mich beraten lassen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von bambolina 28.03.10 - 00:45 Uhr

Kinder reagieren oft ungewöhnlich auf ungewohnte Dinge - weshalb gleich nen Psychiater aufsuchen?

Ich versuche die Dinge zuerst innerhalb der Familie zu regeln.

bambolina

Beitrag von schwangeramos 27.03.10 - 15:38 Uhr

Auch ich kenne diese Situationen zu gut. Meine Tochter (7) hat diese Wutanfälle im Prinzip von Geburt an. Während eines Anfalls ist sie überhaupt nicht zugänglich. Danach ist sie total lieb und hilfsbereit. Schon als fünfjährige hat sie gesagt, dass sie nichts dafür kann, dass das ihre "Bakterien" seien. Ich denke, dass die Kinder lernen müssen ihre Wut anders zu kanalisieren. Wir haben jetzt mit einer Punktekarte gearbeitet: 10 Tage kein Wutanfall = ein kleines Eis. Wir gehen es jetzt gleich essen, sie hat es tatsächlich geschafft.
Auch wenn ich der Meinung bin, dass Kinder auch ohne Belohnung keinen Wutanfall bekommen sollten, so ist es doch vielleicht für die Kinder eine Hilfe, nachzudenken, bevor man in diesen Teufelskreis gerät.
LG Julia

Beitrag von gismomo 27.03.10 - 17:44 Uhr

Ja, so sehe ich das auch!

Ich habe zwei Kinder - einer davon hat die Wutanfälle von Geburt an gehabt, der andere ist genau das Gegenteil, also ein emotional absolut ausgegliches Kind.

Je älter sie werden, desto eher sind sie in der Lage, ihre Emotionen angemessen auszudrücken. Mein Sohn ist jetzt 7 und inzwischen kommt es kaum mehr vor, dass er "austickt". Wir haben aber sehr intensiv dran gearbeitet, und es hat eine Weile gedauert, bis ich die richtige Methode gefunden hab.
Außerdem ist es richtig schwierig, solange sie noch klein sind und man mit "Reden" und Verstand nicht dagegen ankommt.

Inzwischen funktioniert das Reden aber sehr gut und mein Sohn hat verstanden, dass man starke Gefühle haben darf (schließlich freut er sich auch riesig, das sind ja nicht nur die als negativ bewerteten Gefühle, die diese Kinder dann im Übermaß haben). Aber er weiß auch, dass man für die Intensität seiner Gefühle nix kann, aber sehr wohl dafür, wie man damit umgeht. Und da hat er inzwischen zum Glück sehr gute Strategien gefunden. Aber es war harte Arbeit von Elternseite aus, bis wir so weit waren - man muss mit dem Kind daran arbeiten, "es einfach laufen lassen" ist kein guter Weg.

lg
K.

Beitrag von bambolina 28.03.10 - 00:42 Uhr

Hallo Obelix,

mein Sohn reagierte ähnlich, als er in die erste kam - kurz nach seinem 6. Geburtstag.

Er schlug um sich, war aggressiv vor allem Mitschülern gegenüber. Heute (8 Jahre, 3.Klasse) denke ich, er war einfach überfordert. Was das soziale Verhalten macht, hat er sich echt wieder "normalisiert" hat aber lange gedauert.

Rede mit deiner Tochter. Hinterfrage Gründe nach ihrem Wutanfällen.

lg bambolina