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Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von swordy 27.03.10 - 11:49 Uhr

Hallo,

es ist mal wieder soweit, ich hab meine Panikattacken zurück und allgemein bin ich ziemlich in Sorge.

Montag war ich bei meiner Schwester zum Geburtstag.
Mein Schwager ist mittlerweile aus dem KH zurück. Beim letzten Aufenthalt musste er eine Kamerakapsel schlucken, mehrere CT´s etc.
Metastasen sind unverändert. Seine Schmerzen allerdings sind zurück und eine Darmschlinge ist wieder mehr als verengt. Heißt wieder Flüssignahrung, da er momentan zu schwach ist um operiert zu werden :(
Er bekommt jetzt auch wieder Morphine und da die Ärzte sich diese wiederkehrenden starken schmerzen nicht erklären können, bekommt er jetzt bald noch einmal Kernspinnt, da sie davon ausgehen, dass die Metastasten bereits in der Wirbelsäule sind. Der Krebs streut also weiter. Die ersten Blöcke der Chemo sind ersteinmal vorüber , aber bald soll es wohl wieder weitergehen. Meine Schwester wird immer dürrer und mein Schwager ist nur noch ein Häufchen Elend. :(
Es macht mich so traurig.

Dienstag: Wir bekommen den Anruf, dass ein lieber Arbeitskollege und Freund meines Freundes und mir einen Herzinfarkt erlitten hat. Gott sei Dank war auf dem Fußballfeld ein Arzt, somit war die Erstversorgung klasse. Mittlerwele ist er auch schon operiert - dennoch ist es ein Schock.

Mittwoch: Ich bekomme wieder einen Anruf.
Mein Neffe, der vor ca. zwei Wochen einen Unfall in der Schule hatte, bei dem die Hand komplett zerquetscht und gebrochen wurde, bekommt nun zwei Finger amputiert. :(
Die Ärzte sind froh, dass sie die Hand retten konnten. Mittlerweile ist das Gewebe abgestorben und muss entfernt werden. Es macht mich noch wahnsinnig er ist doch noch so klein und ein sportfanatiker . Er ist grad mal 7 Jahre alt. Er tut mir so unsagbar Leid.

Dann hatten wir ein paar Tage ruhe. Heute Morgen der nächste Anruf. Die Oma meines Freundes (87 Jahre) ist letzte Nacht zusammengebrochen. Sie bekam keine Luft mehr und daraufhin hat ihr Herz wohl kurzzeitig versagt. Sie liegt nun auf der Intensivstation, aber es sieht nicht gut aus. Ja, sie hat ein gesegnetes Alter, aber sie ist eine so sehr liebe Seele. Hat mich so lieb aufgenommen und ist eine tolle Uroma für unser Kind. bzw. Kinder.


Ich weiß, der Text liest sich ziemlich abgehackt aber ich fühle mich momentan, als wäre ich gar nicht so richtig bei mir.
Vor ein paar Jahren habe ich innerhalb eines Jahres 13 liebe Menschen gehen lassen müssen. :( Seit dem sind jedes Jahr mindestens 4 weitere gegangen. Es lag an Krankheiten, Selbstmorden , Unfällen und Alter.
Meinen Eltern geht es momentan auch alles andere als gut. Vater steht unter ärztlicher Beobachtung und Mama ist schon Rentnerin seit sie 36 Jahre alt ist, auch da versuche ich so gut wie möglich zu helfen.

Allerdings geht es mir jetzt selbst nicht so gut. Das macht mir alles solche furchtbare Angst. Ich habe meine Panikattacken wieder und habe irgendwie immer Angst, die nächste zu sein :( Und mein kleines Mädchen braucht mich doch....

Es tut mir Leid, dass ich wieder so furchtbar viel geschrieben habe. Ich weiß nur nicht mehr wohin mit mir.
Irgendwann muss doch endloich mal eine bessere Zeit kommen. Ich verstehs nicht mehr.
So, ich würde gerne behaupten , dass es mir jetzt besser geht nachdem ich alles los geworden bin, aber irgendwie....ich weiß auch nicht...

Wann wirds endlich wieder besser...:(

Traurige Grüße
Sarah

Beitrag von schatzi2005 27.03.10 - 23:27 Uhr

Hallo Sarah,

das tut mir wirklich Leid für dich #liebdrueck

Ich kenne das auch das Gefühl, das immer wieder Dinge auf mich zukommen, wo ich nicht verkrafte.

Das Problem daran ist, das umso mehr man sich in was rein steigert, umso wahrscheinlicher wird es, das es wirklich passiert. Aber bei mir ist es auch so....

Ich denke so hart die Zeit für dich ist, es wird auch wieder eine Zeit kommen, wo es dir besser gehen wird.

Bist du denn mit deinen Angstzuständen in Behandlung?
Bei so was kann man sich ja auch bei einen Arzt Hilfe holen.

Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Kraft und das du alles schaffen wirst, egal was auch auf dich zu kommt.

Genieße es mit deiner Familie und versuch auch ab und an mal an was anderes zu denken, als das du die nächste sein könntest.

Alles gute und viel Glück#klee weiterhin auf deinen Lebensweg.
Wenn du jemanden zum reden brauchst, kannst du mich über meiner VK anschreiben.

LG schatzi