Kind und Hund - Rangordnung

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von booo 27.03.10 - 12:34 Uhr

Hallo Experten ;-)

Hier wird ja oft gestritten Kind steht ÜBER Hund, Kind steht UNTER Hund.

Ich kann garnichtmal sagen, wie das bei uns ist. Ich würde sagen, weder das eine, noch das andere. Mittelding. Gegenseitiges respektieren, aber als Rangordnung würde ich es nicht bezeichnen. MÜSSTE ich aber, würde ich sagen, Hund steht unter Kind. Begründung unten.

Wie auch immer, ich mach mir da keinen Kopf. Wir haben unsere Regeln und kommen gut klar.

Was mir aber doch dazu eingefallen ist.

Es wird doch oft argumentiert, stehe das Kind über dem Hund, könne der Hund versuchen seinen Rang zu verbessern. Da wir diese Rangordnung ja oft festlegen, wahrscheinlich also in einem unbeobachteten Moment.

Steht aber das Kind unter dem Hund, müsste man doch eigentlich damit rechnen, dass der Hund das Kind maßregelt ?! #drache Und das nicht unbeobachtet, sondern offensichtlich, da es ja eigentlich seinem Rang entspricht.

ABER:
Der Hund darf das Kind ja eben nicht maßregeln, wer wünscht das schon...anknurren (außer in berechtigten Situationen), beissen wie auch immer wann ihm gerade lustig ist. Auch verlangen wir, dass der Hund dem Kind aus dem Weg geht, es nicht umschmeisst, in allem erwarten wir Rücksicht.

Steht also somit nicht das Kind doch automatisch über dem Hund?

Müssten wir, wenn es anders wäre, nicht also damit rechnen, dass wenn sich unsere Kinder an den Hunden mal vorbeiquetschen, diese nicht doch mal schnappen um zu sagen: Hey, so nicht?

Oder ist zwischen Hund und Mensch gar keine so klare Rangordnung möglich? Ist es eher ein gehorchen der fütternden Hand?

Oder kommt es gar auf den Hund an?

Bin auf Antworten gespannt.

Beitrag von petra1982 27.03.10 - 12:39 Uhr

also unser hund steht unter dem kind ;-) er lässt alles mit sich machen hat noch nie geknurrt oder gezwickt egal was die zwei kinder meines mannes mit ihm machen, wir sind aber immer dabei :-) nur wir dürfen nicht mehr mit ihnen rumalbern lach der beschützt die zwei dann ;-)

Beitrag von petra1982 27.03.10 - 12:40 Uhr

Noch was, viele machen den Fehler Ihrem Kind nicht zu sagen wo Ende ist. Die zwei bei uns wissen wenn sie schlafen oder essen haben sie die in Ruhe zu lassen.

Beitrag von -marina- 27.03.10 - 13:43 Uhr

Hallo!

Bei uns ist es eher im Gleichgewicht. Unseren Mops sehen wir als "richtiges" Familienmitglied an. Und bisher gab es zwischen Kind und Hund keinerlei Probleme.
Klar, unser Sohn ist erst 20 Wochen. Aber wenn er auf der Krabbeldecke liegt, fängt er schon an, den Hund zu zauseln (das Zugreifenkönnen ist ja auch so toll ;-) )
Unser Hund lässt das eine Zeit über sich ergehen, dann geht er lieber seiner Wege. Aber er wehrt sich weder, noch knurrt er.
Noch kann ich dem Kleinen aber auch nicht sagen: "Hör auf, dass darfst du nicht." Ich nehme,wenn ich es bemerke, die Hand vom Hund weg.

Unser TA gab uns anfangs den Tipp: Wenn Baby und Hund gleichzeitig zu Essen bekommen sollen, immer zuerst das Kind füttern, danach den Hund. Damit würde man dem Tier zeigen, dass das Kind über ihm steht.

LG

Beitrag von trollmama 27.03.10 - 13:57 Uhr

>>Wenn Baby und Hund gleichzeitig zu Essen bekommen sollen, immer zuerst das Kind füttern, danach den Hund. Damit würde man dem Tier zeigen, dass das Kind über ihm steht.<<

Okay, dann sollte es auch kein Problem sein, Baby und Hund allein in einem Raum zu lassen, oder?

Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von -marina- 27.03.10 - 14:01 Uhr

Das kommt vom TA, nicht von mir ;-)

Aber ja, ich lasse auch mal Hund und Kind in einem Raum (auch wenn jetzt von manchen kommt: Wie kannst du nur!)

LG

Beitrag von kja1985 27.03.10 - 14:06 Uhr

Das mit dem Essen zuweisen ist so eine Sache. Der Hund ist nicht blöd. Der sieht dass nicht das Kind sich das Essen vor ihm nimmt, sondern dass du es zuteilst. DU verwaltest du die Ressourcen und versuchst mit deinem Verhalten (Kind zuerst füttern) künstlich eine Rangordnung zu erzeugen. Das funktioniert nicht.

Beitrag von -marina- 27.03.10 - 14:13 Uhr

Ach Menno, ich mach es doch gar nicht so ;-)

War doch nur der Tipp vom TA

LG

Beitrag von farina76 27.03.10 - 14:25 Uhr

Meine kleine Hündin hat super Respekt vor meiner großen Hündin. Meine große setzt sich immer durch. Aber Essen ist ihr einfach nicht wichtig. Wenn die Kleine mal mehr bekommt oder als erstes isst. Egal, außer es ist jetzt was ganz ganz ganz leckeres mal.

Beitrag von booo 27.03.10 - 14:58 Uhr

Fütterst du den Hund also bevor du deinem Kind etwas zu essen gibst?

Beitrag von kja1985 27.03.10 - 15:08 Uhr

Morgens bekommt er sein Frühstück wenn ich meine Tochter in den Kindergarten gebracht habe. Also zwischen dem Menschenfrühstück und Menschenmittagessen. Mittags bekommt er es aus meiner Hosentasche beim Spaziergang und Abends bekommt er die Essensreste die tagsüber anfielen. Die kriegt er meist wenn die Kinder im Bett sind.

Ich achte da nicht bewusst drauf. Seine Fütterungszeiten passen einfach in unseren Tagesablauf.

Beitrag von booo 27.03.10 - 14:57 Uhr

Wenn er Hund Ranghöher ist, müsste er aber dann so wie es immer propagiert wird, VOR dem KIND essen.

Beitrag von trollmama 27.03.10 - 13:55 Uhr

Hallo!
Ich halte überhaupt nichts von der Rangordnungstheorie.
Das wurde vor Jahren mal in den Raum geworfen (ich meine Bloch war der Vorreiter), alle schrieen begeistert 'Hurra' und haben vor lauter Verzücktsein gar nicht mitgekommen, daß selbst Bloch seine dbzgl. Theorien z. T. selbst revidiert hat.
Für mich heißt das Zauberwort 'Erziehung'.
Wenn Kind und Hund gut erzogen sind, dann klappt es auch zwischen ihnen.
Meine Kinder dürfen NICHT alles mit dem Hund machen! Schon allein deswegen nicht, weil sie evtl. dann der Meinung sind, alles mögliche auch mit einem fremden Hund machen zu dürfen. Wenn der fremde Hund das allerdings anders sieht, dann haben die Kinder eindeutig das nachsehen.
Und ich bin der Meinung, daß Kindern schon frühzeitig Respekt vor anderen Lebewesen beigebracht werden muß. Nur wie soll das gehen, wenn die Kinder mit dem Hund alles machen dürfen?
Man muß sich nur die Tierheime einmal ansehen: Wieviele Hund sitzen dort, deren Vorbesitzer 'meine Kinder dürfen alles mit dem Hund machen, der wehrt sich nicht, der tut nix' gesagt haben? Nur irgendwann haben die Kinder wohl zuviel gemacht und auf einmal hat sich 'Tutnix' gewehrt. Versaut durch die mangelnde Erziehung der Kinder durch die Eltern sitzt dann ein Hund im TH, der kaum eine Chance hat, wieder ein neues zu Hause zu finden, weil er als Kinderbeißer verschrien ist.
Aber vielleicht finden (viele) Menschen die Rangordnungstheorie so toll, weil sie so herrlich einfach ist und die grauen Zellen nicht überstrapaziert? Nicht viel nachdenken, nicht viel überlegen muß, einfach als erster durch die Tür marschieren, den Hund zum Schluß was zu fressen geben und schon ist man der King!
Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von enyerlina 27.03.10 - 14:06 Uhr



Super!!! Schade dass zu wenig Leute so eine Einstellung wie du haben!!

Beitrag von farina76 27.03.10 - 14:12 Uhr

Hallo!

Mit den Kindern geb ich dir voll recht. Ab und zu hab ich mal so lustige Diskussionen gehabt mit meinen Eltern warum meine Tochter sich bei den Hunden entschuldigen muß, die Hunde entschuldigen sich ja auch nicht #klatsch

Ich denke immer ich tu meinem Kind einen riesen Gefallen wenns kein verwöhntes Gör wird sondern eben lernt dass die anderen Mitglieder auch ihre Rechte haben. Und ja das heißt eben auch mal Gassi gehen und ein bißchen später auf den Spielplatz. Gibt schlimmeres im Leben.
Und mit ner guten Mischung und viel Spaß mit dem Hund ist es einem normalen Kind ja auch wichtig dass die Familienmitglieder sie mögen, so auch die Hunde. Viel ist ja auch vorleben und nicht nur erziehen.

Aber denkst du wirklich es gibt keine Rangordnung? Wieso denkst du dann fruchtet überhaupt Erziehung? Also ich denke auch so Schwachsinn wie als erstes durch die Tür gehen und Hund nicht auf die Couch ist Schwachsinn. Ich bin der Meinung mein Hund muß mich für souverän und verlässlich halten. Das heißt für mich, wenn ich als erstes durch die Tür geh und im sonstigen Leben ein Waschlappen wird mich mein Hund nie für voll nehmen weil der mein ganzes Verhalten beobachtet und nicht nur mein Verhalten wenn ich durch die Tür gehe.
Für mich heißt souverän zu sein nicht den Hunden den eigenen Willen zu nehmen aber ihnen zu zeigen sie können sich auf mich und mein Urteil verlassen. Was ich entscheide ist nicht schlecht wird aber gemacht. Hab sogar schon meine Hunde mit schwingender Leine verteidigt, als Boss muß man ja nun auch mal Stärke zeigen gel. Ich bin der Meinung es gibt zumindest eine obere Rangordnung, aber die hat nix damit zu tun wer wann durch die Tür geht oder als erstes isst. Aber darin klare Regeln aufzustellen und konsequent für Einhaltung zu sorgen.

Beitrag von trollmama 27.03.10 - 15:40 Uhr

>>Wieso denkst du dann fruchtet überhaupt Erziehung?<<

Ich denke, das liegt in der Vergangenheit begründet.
Durch die Jahrtausende lange Domestikation des Hundes ist er wie kein anderes Tier auf den Menschen geprägt und in der Lage, sich dem ihm anzuschließen. Hinzu kommt noch, daß Hunde hochsoziale Tiere sind.
Ich habe im letzten Jahr einen Bericht gelesen, wonach festgestellt wurde, daß Hunde die Befehle sogar dann ausführen, obwohl ihnen klar ist, daß sie durch die Ausführung klare Nachteile haben.
Ansonsten kann ich Dir kleine Beispiele geben, wie ich meine Hündin ohne Durchsetzung der Rangordnung erzogen habe:
Meine Hündin hat meine Kinder in unterschiedlichen Situationen zweimal angeknurrt.
Beim ersten Mal lag sie auf ihrem Platz, hat an ihrem Ochsenziemer geknabbert und meine Kinder sind nur an ihr vorbeigegangen, ohne sie zu belästigen o. ä. Ich habe das Brummen gehört und mich gewundert, wieso meine Hündin das Knurren anfängt. Ihr hatte es in der Vergangenheit nie etwas ausgemacht, wenn sich die Kinder dem Futternapf genähert haben, sie hätten ihr sogar das Futter aus dem Napf klauen können, während Madame gefressen hat.
Doch nun war es anders. Nachdem ich mir die Situation immer wieder vor Augen gerufen habe, ist mir aufgefallen, daß ich die einzige war, die Madame ihren Ochsenziemer gegeben hat. Gleichzeitig waren diese Teile die absolute Lieblingsspeise meiner Hündin. Ergo hatte sie einfach Angst, die Kinder würden ihr diese Leckerei wegnehmen, denn sie wußte nicht, daß meine Jungen auch in diesem Fall keine Nahrungskonkurrenten sind.
Somit haben wir angefangen zu üben. Ab sofort waren es nur noch meine Kinder, die ihr den Ziemer geben durften. Wenn sie ca. 5 min darauf herum gekaut hatte, sind meine Kinder mit einem leckeren Stückchen Fleischwurst hingegangen und haben mit ihr das Tauschen geübt (natürlich unter meiner Aufsicht!). Es hat nicht lange gedauert und meine Hündin hatte begriffen, daß die Kinder ihr den Ochsenziemer nicht streitig machen wollen und die Sache war erledigt.
Beim 2. Knurrer lag Nala bei mir auf dem Sofa, mein Jüngster kam und wollte sich dazu setzen. Wieder habe ich überlegt, wieso sie gebrummt hat, bis ich darauf gekommen bin, daß es MEIN Fehler war. Die Schuld lag ganz allein bei mir. Zu oft hatte ich in der Vergangenheit Nala vom Sofa geschickt, wenn eines meiner Kinder sich dazu setzen wollte. Somit hatte sie Angst, daß sie wegen meines Jüngsten wieder weggeschickt wird.
Die Lösung war, daß Nala nur noch auf das Sofa durfte, wenn meine Kinder auch drauf waren und es waren meine Kinder, die ihr den Befehl dazu gaben. Somit war für meine Hündin schnell klar, daß der begehrte Sofaplatz nur in Verbindung mit den Kindern zu kriegen war und der Frieden war wieder hergestellt.
Ich hätte diese Situationen auch mit Sicherheit über eine Rangordnungsschiene klären können, doch dann wäre ein großer Nachteil dabei rausgekommen: Das Vertrauen, daß meine Hündin all diese Dinge auch zuläßt, wenn ich mal nicht im Raum bin, hätte ich nie gehabt. So aber hat sie gelernt, daß sie von meinen Kindern nichts zu befürchten hat und daß sie keine Konkurrenten sind.
Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von -marina- 27.03.10 - 14:12 Uhr

1. Es kommt nicht von mir sondern vom Tierarzt
2. Habe ich nirgends geschrieben, dass ich es auch so mache, oder ;-)

Ich mache es nämlich nicht! Hatte damals nur den TA gefragt, was für Möglichkeiten wir hätten.

LG
Marina

Beitrag von pizza-hawaii 27.03.10 - 14:15 Uhr

Sehr einleuchtend geschrieben.

pizza

Beitrag von booo 27.03.10 - 14:51 Uhr

Danke dir.

Ich sehe das ähnlich wie du. Es kommt auf die Erziehung und den Respekt an.

Beitrag von blueskorpi 27.03.10 - 15:31 Uhr

Hast Du schön geschrieben.
Wir bekommen im Juni unser erstes Kind und eine Bekannte meinte wir sollen das Kind auf den Hund legen damit er merkt das das baby über ihm ist. Ja is kla #klatsch Mein Rüde würde Anfälle bekommen, er mag nicht wirklich viel Körperkontakt und das muß ich respektieren. Mit solchen Aktionen würde ich das alles nur verschlechtern.

Ich denke ich als Mama habe die Aufgabe alle meine Familienmitglieder zu schützen und dazu gehören auch meine Hunde und wenn der Rüde sowas nicht will hab ich dafür zu Sorgen das der Kleine sowas nicht macht. Kann er dann mit der Hündin machen, die steht drauf ;-)

Ich denke auch das Kinder von Klein auf beigebracht bekommen können das man mit Tieren vorsichtig umzugehen hat!!! Wenn nicht von Anfang an wann dann??? Und es stimmt schon, Kinder lernen von ihren Eltern und wenn ich es ihnen Vormache hab ich wenig Probleme mit dem was da auf uns zukommt.

Meine einzige Sorge ist das meine beiden Süßen zu kurz kommen könnten und das möchte ich eigentlich nicht #schmoll Hoffe sie verkraften das. Sie holt sich was sie will aber er, der zieht sich dann eher zurück. Hoffe ich mach mir umsonst Sorgen!!!

LG
Inka

Beitrag von hunaro 27.03.10 - 18:14 Uhr

#pro#ole Ich unterschreibe jedes Wort von dir!#freu

Hier hat weder den Kindern gegenüber, noch untereinander, auch nur eine Hündin Ambitionen, irgendwie Stunk zu machen. Ob man es nun Rangordnung bezeichnen möchte, oder nicht.

Insgesamt kann ich nach mehr als 10 Jahren Mehrhundehaltung nur beobachten, das gut erzogene Hunde ein friedliches Miteinander absolut dem ständigen Sich-messen vorziehen, egal ob gegenüber Menschen/Kindern oder Hunden.

Meine Kinder mussten von klein auf an lernen, was sie mit den Hunden dürfen und was sie zu lassen haben. Notfalls auch mit einem kräftigen Donnerwetter etc.. Aber da etliche Eltern das auch in anderen Situationen schon nicht hin kriegen, wundert es mich nicht, das sie am vernünftigen Zusammenleben zweier Spezies scheitern.
Ich mach da keine Kompromisse und sabbel mir auch nicht den Mund fusselig: dat hat so zu passieren, sonst gibbet Ärger. Die Regeln sind klar und gelten immer! Für Hund und Kind.

Obs jetzt deshalb seit Jahren so gut klappt, oder weil meine Hunde die Kinder nicht behelligen, weil ich das so möchte, oder weil sie sich an irgend einer guten Position sehen, is mir Wumpe.

Hunde, die einem Kind der Familie gegenüber ihren "Rang" deutlich machen müssen, haben einen anner Pfanne. Meistens aber deshalb, weil sie unfähige Halter haben. Kinder haben nicht gemaßregelt zu werden, ausser von den Eltern.

Futterreihenfolgen werden auch immer noch überbewertet. Im Rudel der Hunde untereinander hat JEDER Hund das recht, sein Futter zu verteidigen, auch der niedere gegenüber dem Ranghöheren. Außnahmesituation ist lediglich eine Hungersnot, die aber bei unseren Haushunden nur selten vorkommen dürfte. Ansonsten darf jeder aufpassen, das er seine Nahrungsgrundversorgung sichert, denn jedes Mitglied im Rudel ist für die Gemeinschaft wichtig.
So beobachte ich auch, das keine der ranghöheren Hündinnen an den Napf der beiden jüngsten gehen würde, und diese beim Fressen stört. Wozu auch? Sooo nötig haben sie es nicht, ihre Vormachtstellung zu beweisen.

Hier wird so gefüttert, wie es der Tagesablauf zuläßt. Ob wir nun vor den Hunden essen, oder sie vor uns spielt in unserem Zusammenleben überhaupt keine Rolle. Und die Reihenfolge, in denen ich ihnen ihre Näpfe zuteile ebenfalls nicht.

Fakt ist für mich: Hunde sind untereinander sehr, sehr oft viiiel lockerer und entspannter, als wir mit ihnen. Aber sie haben auch klare Regeln, die jeder beachtet.

Grüßchen, Ute

Beitrag von farina76 27.03.10 - 13:57 Uhr

Naja, so lange es funktioniert ist wohl alles gut.

Kommt denke ich viel auf den Hund, das Kind und das ganze Rudel an.

Wenn man über so Wildhundebeobachtungen liest oder hört dann heißt es auch meistens dass nur es sehr schwer ist im Rudel eine Rangfolge zu erkennen. Das Alphatier, O.K., das danach und dann ist es schon verschwommen. Und da hat auch nicht jeder jeden zu maßregeln.

Also meine ältere Hündin ist sehr ursprünglich in ihrem Verhalten. Sieht meine Tochter ganz klar unter sich aber auch nicht mit den selben Regeln wie den anderen Hund. Sie maßregelt die andere Hündin aber nicht meine Tochter. In Gefahrensituationen wartet sie auf mein Kommando zum eingreifen, in einer schnellen Situation wirft sie sich aber auch selbständig vor meine Tochter. Sie würde nie Befehle von ihr annehmen. Wenn sie Lust hat macht sie was gegen Leckerchen, sie ist aber sehr gutmütig, kuschelt mit meiner Tochter und hat sich sogar schon von oben bis unten schminken lassen.

Meine jüngere Hündin ist ja ein bißchen plemplem. Wo die steht weiß ich nicht. Das erste halbe Jahr hat sie ganz ganz oft nach meiner Tochter geschnappt. Einfach so, Hund drängt sich an Kind vorbei, Kind berührt Hund dadurch, schnapp. Bis meine Tochter es ausgecatched hat mit dem Hund. Seitdem sind sie ein Herz und eine Seele und die Hündin hört auch auf meine Tochter. Allerdings ist es ein Border und der hört halt nun mal, ob der jetzt irgendwie drüber oder drunter steht weiß ich nicht. Aber es funktioniert.

Ich finde es immer gefährlich zu sagen ein Hund MUSS unter dem Kind stehen. Es MUSS funktionieren. Und als souveräner Rudelführer kann ich ja auch einen schwächeren Beschützen und einem Rüpel mal zeigen wo es lang geht wenn er andere so behandelt wie es mir nicht passt. Klare Regeln sind wichtig. Aber wenn man einen Hund mit einer gewissen autorität hat ist es meiner Meinung nach unmöglich ein Kind drüber zu stellen. Und prinzipiell finde ich es nicht unpraktisch dass meine Hündin mein Kind schützt.

LG

Beitrag von kja1985 27.03.10 - 14:01 Uhr

Ein Hund muss schon sehr doof sein um ein kleines Kind als ranghöher zu betrachten...Ich habe den Eindruck dass unsere Kinder ein wenig außerhalb der Rangfolge liegen. Es sind einfach meine Welpen und die hat er nicht anzurühren und daran hält er sich auch. Er nutzt sie um mit ihnen zu spielen oder ihnen das Essen zu klauen (daran sieht man dass er sie eben nicht als ranghöher betrachtet), aber wenn sie zum Beispiel an seinen Knochen gehen wenn er grade frisst wirds gefährlich, drum guck ich auch dass er sowas kriegt wenn die Kinder anderweitig beschäftigt sind.

Ich denke man darf bei der Kombi Hund und kleine Kinder einfach nicht zu naiv sein und darauf vertrauen dass nichts passiert. Ein Hund ist ein Raubtier, das keine moralischen Normen vertritt. Wenn die Gören ihn nerven wird er sie maßregeln, wenn er es für nötig hält. Darum versuche ich den Kindern beizubringen wie man sich einem Hund gegenüber verhält und wann man sich wieder zurückziehen muss. Wobei sich die Kinder natürlich nicht grundsätzlich gemäß meinen Anweisungen verhalten.

Wenn mein Hund mal knurrt schimpf ich nicht, sondern renn und trenn. In 100 Prozent der Fällen gingen die Kinder in solchen Momenten einfach zu weit und er hat gewarnt. Dafür wird er nicht geschimpft, ich bin froh, wenn er warnt. Wobei sie sich meistens sehr gut vertragen, aber ich habe zwei wilde Kinder, der Kleine ist im Moment sehr brutal, da muss der Hund eben auch manchmal beschützt werden.

Beitrag von dominiksmami 27.03.10 - 14:15 Uhr

Huhu,

ich denke es gibt vor allen Dingen einen riesen Unterschied zwischen dem wie ich das sehe und dem wie mein Hund das sieht *g*

Ich würde jedenfalls niemals bedingungslose Unterwürfigkeit einem Kind gegenüber von einem Hund erwarten.

Mein Hund ( und auch der davor...und jeder zukünftige) weiß aber 100% das mein Kind eben MEIN Kind ist und somit für ihn unantastbar.

Er darf zu verstehen geben wenn er seine Ruhe möchte, er darf meinen Sohn aber nicht maßregeln oder dergleichen.
Im Gegenzug dazu weiß er das mein Sohn ihn auch nicht ärgern oder bedrängen darf.

Ich denke ganz einfach das es wichtig ist dem Hund zu vermitteln wo seine Grenzen sind, aber dabei gleichzeit selber die Verantwortung zu tragen und sich dessen auch IMMER bewußt zu sein.

Ob das nun ein wirkliches Rangfolgeneinhalten ist...keine Ahnung, da müßte man wohl mal wieder den Hund nach fragen.
Als Mensch nennt man es so, weils einfach ein praktischer Sammelbegriff für das ganze Drum und Dran ist.

lg

Andrea

Beitrag von booo 27.03.10 - 14:56 Uhr

Danke für deine Antwort, wobei ich mich mit diesem Satz wiederfinde:

>>Mein Hund weiß aber 100% das mein Kind eben MEIN Kind ist und somit für ihn unantastbar. <<<



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