Sie mag keinen Brei und wird will immer öfter gestillt werden...

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von matzzi 28.03.10 - 12:00 Uhr

Hallo

meine Tochter ist letzte Woche 6 Monate alt geworden und wir haben mit Gemüsebrei begonnen, aber sie mag das überhaupt nicht. Wenn sie den Brei im Mund hat würgt sie oder lässt einfach alles wieder raus.

Ich hab selbst gekocht, aber auch schon ein Gläschen probiert, hab ihr Möhrchen gegeben und gestern nach 3 Tagen Pausen mal Pastinake. Aber genau dasselbe.

Ich still sie mittlerweile so ziemlich alle 2 Stunden. Ich denke, dass ihr vielleicht die Milch nicht mehr reicht bzw eben grad ein Wachstumsschiúb ist, denn ach nachts kommt sie alle 2 Stunden.

Was soll ich denn machen? Doch mal abends ein Fläschchen, das länger sättigt??? Mal GOB probieren statt Gemüse? Bei meiner Großen war das irgendwie einfacher...

Danke für Eure Tipps.

Lg matzzi

Beitrag von lisajo 28.03.10 - 12:12 Uhr

Oh ja, so war es bei uns auch. Habe es immer wieder versucht. Habe immer 1-2 Wochen gewartet. Henry ist jetzt 8 Monate alt und isst seit 2 Wochen endlich einen Obstbrei. Gemüse mag er gar nicht. Habe auch alles probiert. Er wird auch noch sehr oft gestillt. Flasche nimmt er auch nicht. Ich denke außer warten und immer mal wieder probieren kannst du nix machen.
lg lisajo

Beitrag von perserkater 28.03.10 - 15:06 Uhr

Hallo

Vielleicht will dein Baby einfach richtiges Essen? Meine Tochter hatte in dem Alter auch noch alle 2 Stunden gestillt, ist also völlig normal. Vielleicht probierst du es mit Fingerfood?

Zunächst die Erklärung, warum das Baby keinen Brei braucht:
http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article961...ei.html

Und:

Quelle: http://breikasper.nielsrump.net/?page_id=8

Die Grundlage der Baby-gesteuerten Beikosteinführung (engl. „baby led weaning“, auch kurz BLW genannt) ist eine Studie die Gill Rapley, eine erfahrene Kinderkrankenschwester und stellvertretender Direktor der Baby Friendly Initative des britischen UNICEF Büros, 2004 durchgeführt hat.

Die Basis hinter der Baby-gesteuerten Beikosteinführung ist die Beobachtung, daß Babys mit sechs Monaten in der Lage sind die Beikosteinführung wortwörtlich selber in die Hände zu nehmen. Dabei wird Stillen als die ideale Vorbereitung gesehen, da gestillte Babys sind in der Lage die Milchaufnahme selbst zu regulieren, es ist also nicht möglich, ein gestilltes Baby zu überfüttern. Außerdem ändert sich der Geschmack der Muttermilch — je nachdem was die Mutter gegessen hat. Diese Umstände bereiten ein Baby dann auch auf die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen vor.

BLW nutzt dabei die natürliche Neugier des Babys aus, mit der er seine Welt entdeckt, imitiert und experimentiert. Der Fokus von BLW liegt nicht in der Nahrungsaufnahme (das wird weiterhin durch das Stillen oder ggf. durch die Flaschenfütterung erreicht). Die Beikosteinführung wird als Spaß und Entdeckung gesehen – das Zentrale Thema ist Neugier, nicht Hunger.

Bei der traditionellen Art der Beikosteinführung wird Babys am Anfang alles Essen in Breiform gegeben. Nach einigen Wochen werden die Breie zunehmend „stückchenhafter“, damit die Babys kauen lernen – und erst wesentlich später kommt dann feste Nahrung („Finger Food“) dazu.

BLW überspringt die ersten beiden Phasen. Anstelle sämtliche Lebensmittel zu pürieren oder (später) zu zerdrücken, wird das Essen dem Baby in handlichen Portionen angeboten. Das heißt, daß das Baby sich selbst von dem angebotenen Speisen bedient und selbst entscheidet was - und wieviel - es probieren möchte.

Die 16 goldenen BLW-Regeln

1. Lass das Baby bei den Familienmahlzeiten mitmachen. Gegen Ende des sechsten Monats fangen die meisten Babys an, die Familienmitglieder zu beobachten.

2. Das Baby muß aufrecht sitzen wenn es beginnt mit Essen zu experimentieren. Am Anfang kann es auf dem Schoß sitzen. Wen es anfängt das angebotenen Essen in die Hand zu nehmen, ist es wahrscheinlich auch in der Lage, ggf. abgestützt, im Hochstuhl zu sitzen.

3. Biete dem Baby Essen in Pommes-großen Stiften an, so daß es das Essen in die Faust nehmen kann. Es kann oft auch dieselben Sachen essen, die der Rest der Familie ißt. Dies erhöht das Zusammengehörigkeitsgefuehl.

4. Biete eine reiche Auswahl an unterschiedlichen Lebensmitteln an. Es besteht kein Grund die Experimentiermöglichkeiten einzuschränken.

5. Das Baby bestimmt die Dauer der Mahlzeiten. Versuche es nicht zu eilen und “hilf” nicht, indem dem Baby Essen in den Mund gelegt wird.

6. Erwarte nicht, daß das Baby am Anfang tatsächlich etwas isst. Wenn das Baby feststellt, daß das neue “Spielzeug” gut schmeckt wird es kauen und später auch schlucken.

7. Erwarte nicht, daß ein junges Baby alles aufißt. Babys müssen erst noch die Fähigkeit entwickeln, die Stücke, die sie in der Faust haben zu manipulieren.

8. Biete abgelehntes Essen erneut an. Babys ändern öfters ihre Meinung über Geschmäcker und akzeptieren Essen, daß sie früher abgelehnt haben.

9. Lass ein Baby niemals alleine beim Essen.

10. Biete kein gefährliches Essen an (Beispiel: Erdnüsse).

11. Biete kein Essen an, das Salz oder Zucker enthält. Dies gilt besonders für Fertiggerichte und Fast Food

12. Biete dem Baby Wasser aus einem Becher an. Ein gestilltes Baby benötigt zwar kein zusätzliches Wasser (die Muttermilch reicht aus), das Trinken aus dem Becher muß aber auch erlernt werden.

13. Es ist chaotisch und der Putzlappen wird eine Notwendigkeit! Eine Plastikmatte unter dem Hochstuhl schützt den Teppich und hilft beim Aufräumen. Heruntergefallenes Essen kann auch so wieder verwendet werden - das minimiert den Abfall.

14. Still weiterhin nach Bedarf. Die Stillmahlzeiten ändern sich erst, wenn die Mahlzeiten größer werden.

15. Sprich Dich mit Deinem Kinderarzt oder –krankenschwester ab bevor Du mit BLW anfängst – insbesondere wenn das Baby flaschengefüttert wird, oder wenn es in der Familie Fälle von (Lebensmittel-)Allergien gibt.

16. Genieße es! Es macht einfach Spaß zuzusehen, wie ein Baby Essen entdeckt.

Weiter Infos übers BLW findest du auch hier:
* der Blog "Breikasper": http://breikasper.nielsrump.net/?p=13
* der Blog "unpueriert": http://unpueriert.wordpress.com/
* der Blog "Millicent mag": http://millicentmag.blogspot.com/


Viel Spaß beim futtern.

LG

Beitrag von nashivadespina 28.03.10 - 17:17 Uhr

BLW is ja wirklich hauptsächlich schön und gut..bzw sehe ich das aless ganz natürlichen Beikosteinführungsverlauf...

allerdings halte ich es für bedenklich Babys sogar schon rohes hartes großes Gemüse zb anzubieten....

mein Baby konnte auch nur was mit Fingerfood anfangen..aber sobald es zb ein größeres Stück Gurke oder ähnliches bekam hat es sich wirklich seeeehr schlimm verschluckt..

dies also zu geben halte ich für Verantwortungslos.

Weiterhin berut blw darauf dem Baby auch alles gern durcheinander anzubieten..auch das halte ich für Veratnwortungslos weil so nicht vernünftig auf die Verträglichkeit geprüft wird!

Beitrag von perserkater 28.03.10 - 18:43 Uhr

Nur am Anfang würgt das Baby, aber es gewöhnt sich schnell an die Art der Beikost. Meine Tochter hat sich noch nie verschluckt! Und da man immer beim essenden Baby bleiben soll ist es auch nicht verantwortungslos.Breibabys haben oft sehr viel Probleme mit festen Essen und sie müssen den Umgang damit oft erst mühsam lernen. Genauso wenig ist es verantwortungslos verschiedene Dinge dem Baby anzubieten. Bis wirklich messbaren Mengen gegessen werden ist das Baby älter. Neueste Studien haben auch ergeben, dass der Kontakt mit verschiedenen Lebensmitteln früh gefördert werden sollte da so auch Allergien verhindert werden können.

Beitrag von nashivadespina 28.03.10 - 21:04 Uhr

Die Studie wegen des sehr zeitigen Beikostbeginns würde ich gerne sehen. Ich lasse mich durchaus davon überzeugen wenn es wirklich nachgewiesen ist dass frühzeitiger Beikostbeginn Allergien vermeidet..dass es sinnvoll ist frühzeitig zuzufüttern.

Der zweite Punkt ist, dass es bei blw der übliche Weg ist verschiedene neue Lebensmittel aufeinmal anzubieten...ohne dass erstmal EIN Lebensmittel ausprobiert wird. Es werden bei blw nicht mindestens 48stunden gewartet und dann bei Verträglichkeit ein neues Lebensmittel ausgetestet. Ich bin Mutter eines Kindes mit Lebensmittelallergien..hätte ich Blw als Beikosteinführung verwendet wäre es mit Sicherheit zu Komplikationen gekommen(die nicht glimpflich ausfallen müssen) und der KiA hätte mit einen Vogel gezeigt.

Weiterhin glaube ich nicht dass es verantwortungsvoll ist einem kleinen Baby einfach ein großes Stück Gurke abbeißen zu lassen. Kleine Stücke meinetwegen...kam mein Kind auch mit zurecht...und hatts auch gelernt damit umzugehen..aber so ganz große Stücke jedoch zerkauen lassen...würde ich einem kleinem Baby nicht von anfang an zutrauen! Mein Kind hat sich damals so stark verschluckt dass es blau angelaufen ist!! Deshalb sag ich: JA zu Fingerfood...aber nein..in übertriebener nicht kindgerechter Form. Wie du schon sagtest muss ein Kind nämlich erstmal lernen mit der Nahrung vernünftig umzugehen..schlucken lernen und lernen zu kauen.

Beitrag von nashivadespina 28.03.10 - 21:08 Uhr

ich meinte natürlich dass es nicht verantwortungsbewusst ist einem kleinen kind ein großes sück gurke abbeißen zu lassen.

Beitrag von nashivadespina 28.03.10 - 17:14 Uhr

Ein Wachstumsschub oder ein Stillabstand von 30minuten-2 Stunden o.ä. bedeutet noch lange nicht, dass dein Baby jetzt unbedingt Beikostreif ist oder Beikost benötigt! Dein Baby hatte ja auch Wachstummschübe als es noch sehr klein war...da hast du deinem Baby ja auch die Brust häufiger gegeben?! Stille einfach immer nach Bedarf..also dann wenn es das Baby möchte..ohne dabei auf die Uhr zu gucken..dann wird die Muttermilch deinem Baby angepasst sein.

Wenn dein Baby mit Beikost momentan nix anfangen kann ist das doch völlig Okay. (Mutter)milch ist im ersten Lebensjahr meist Hauptnahrungsquelle. Versuche es mit Beikost doch in 2 Wochen nochmal oder biete deinem Baby mal Fingerfood zb weiches Brot o. Banane, gegarte weiche Kartoffel oder weiche Pastinake am Stück an :-) Vielleicht mag es das lieber!