Umfrage - welche Chancen auf dem Arbeitsmarkt ohne Ausbildung?

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Beitrag von schokokeksi 28.03.10 - 15:18 Uhr

Hallo ihr Lieben,
ich würde gerne mal eine Umfrage starten, was ihr zum o.g. Thema wißt.
Gibt es Möglichkeiten einen guten Job zu finden, wenn man keine Ausbildung hat, aber arbeiten möchte und auch kann?

Bitte wirklich nur ernstgemeinte Beiträge und keine schlauen Sprüche ;-) Ich bin zwar nicht persönlich betroffen, aber doch schon direkt.

Bin gespannt auf eure Erfahrungen!

Euer schokokesi #klee

Beitrag von bruchetta 28.03.10 - 15:23 Uhr

Mein Mann hat auch keine Ausbildung und das schadet ihm sehr!
Einen "guten" Job kann man ohne Ausbildung aus unserer Erfahrung heraus sowieso nicht bekommen.
Und bei allen anderen Stellen ist es auch schwierig.
Es sei denn, wirklich einfache Arbeiten oder Aushilfsjobs, aber da verdient man eben sehr schlecht.
Besser ist:
Ausbildung nachholen, sofern man noch einigermaßen im Alter liegt oder während Arbeitslosigkeit nach einer Umschulung fragen (die hat mein Mann aber damals auch nicht bewilligt bekommen).

Beitrag von schokokeksi 28.03.10 - 15:36 Uhr

Hallo bruchetta,
danke für deinen offenen Beitrag. Darf ich fragen was dein Mann an Jobs macht und wie alt er ist?

Mit den Umschulungen hast du Recht, da gibt es leider keine Unterstützung. Eine Ausbildung ab einem gewissen Alter kann man auch knicken.

Ich denke das fast nur durch Beziehung eine "gute" Arbeit möglich ist.

Beitrag von bruchetta 28.03.10 - 17:36 Uhr

Mein Mann arbeitet seit fast 4 Jahren in der Zeitarbeit. Den Job hat er aber nur bekommen, weil er dort jemanden kannte.
Zuvor hat er 50 Bewerbungen verschickt, alle erfolglos.
Keine Ausbildung und auch keine Zeugnisse, weil er vorher viel gejobbt hat, 6 Jahre Taxifahrer usw.

Beitrag von bianca1988 28.03.10 - 15:40 Uhr

kommt drauf an was du unter gute Jobs verstehst

also ich habe bewerbe sogar sehr gerne in Zeitarbeitsfirmen, hatte auch schon in einer gearbeitet als Altenpflegehelferin und habe 7,51€/Std verdient, habe komplett meine Fahrkosten erstattet bekommen, wochenendzulagen +25 %.

Ansonsten bewerbe ich mich jeglicher art von Helferstellen, aber es kommen immer die absagen das ich so weit weg wohne, ich bewerbe mich bundesweit.

Beitrag von schokokeksi 28.03.10 - 15:58 Uhr

Nun ein guter Job ist, wenn man von dem Gehalt gut leben kann ;-)
Bist du denn gelernte Altenpflegerin?

Beitrag von bianca1988 28.03.10 - 16:06 Uhr

nein ich bin ungelernt, daher nehme ich auch jeden Job an den ich kriegen kann ab 7 €/std und darum bewerbe ich mich viel in Zeitarbeitsfirmen, auch wegen die guten Arbeitsverträge.

Beitrag von lotzmotzi 28.03.10 - 16:10 Uhr

Also, ohne Ausbildung ist es sehr schwer. Ich kenne niemanden ohne Ausbildung!

Ich weiss, dass es bei Arbeitgebern immer einen schlechten Eindruck macht, wenn jemand keine gemacht hat.

Meine Freundin, ich bewundere sie sehr dafür, hatte leider keine schöne Kindheit. Ist ja auch egal, sie hatte aufjeden Fall noch noch nicht mal einen Schulabschluss... Mit 23 ist sie wach geworden, hat sie über einen Schulabschluss inormiert und sich gleichzeitig um eine Ausbildung bemüht und sie hatte Glück, sie hat ohne Schulabschluss eine Ausbildungsstelle bekommen, ist heute gelernte Kauffrau für Bürokommunikation und hat einen tollen Job ;)

Beitrag von hanna0815 28.03.10 - 16:17 Uhr

Nun, ich würde sagen, dass du einen "guten Job" (ich gehe jetzt mal von Sicherheiten und Minimum aus)
- Unbefristeter Vertrag
- StdLohn min. € 12,-
- Fahrpauschale (Firmenticket, Benzin oder Firmenwagen)
- VL, Urlaubsgeld oder 3. Gehalt
- Kompetenzen im eigenen Bereich und geregelte Arbeitszeiten

sicherlich nicht ohne Ausbildung bzw. Berufserfahrung bekommen wirst.

Ich weiß nicht wie alt die Person ist um die es sich handelt- aber wenn man zw. 20 - 30 ist- dann gibt es immer noch die Möglichkeit als Quereinsteiger Fuß zu fassen und sich dann in dem Unternehmen zu bewähren.

Naja, und ansonsten gibt es noch die Möglichkeit zur Selbständigeit

Ansonsten denke ich mal, dass es nur so € 5-8,- Std Jobs und das meist auf Aushilfs- oder ZeitarbeitsBasis gibt.

Die Frage ist, was hat man selbst für Ziele?
Es gibt Menschen, denen reichen ihre 8,- die Stunde und andere widerum sind froh wenn sie bei der Arbeit nicht großartig mitdenken müssen.

Alles Gute

Beitrag von hanna0815 28.03.10 - 16:20 Uhr


Nachtrag:
Sollte natürlich 13. Gehalt (oder ähnliche freiwillige Gratifikation des Unternehmens) heissen;-)

Beitrag von sassi31 28.03.10 - 16:43 Uhr

Ich glaube nicht, dass es noch viele Möglichkeiten gibt, als Quereinsteiger ohne Ausbildung einen guten Job zu bekommen. Warum sollte ein AG einen Quereinsteiger ohne Ausbildung einstellen, wenn zeitgleich qualifizierte Personen zur Verfügung stehen? Und da gibts derzeit doch reichlich.

Beitrag von sunny993 28.03.10 - 16:19 Uhr

Hallo,
habe mich vor 2 Wochen mit einem sehr erfolgreichen Unternehmer (3000 Angestellte) unterhalten.
Seine Meinung: Je höher der Grad der Ausbildung, je größer die Anzahl der Möglichkeiten im Beruf (und im Leben).
Die Möglichkeiten ohne Ausbildung sind demnach recht dürftig.

Lg Sunny

Beitrag von schokokeksi 28.03.10 - 16:39 Uhr

Sicherlich habt ihr da Recht!
Aber es gibt auch Menschen, in deren Leben einiges schief gelaufen ist. Aber wie können diese Leute etwas ändern? Aber einem Alter, sagen wir mal 30Jahre hast du doch keine Chance mehr auf eine Ausbildung. Das ist halt die Schwierigkeit meiner Meinung nach. Und selbst wenn, kann man von einem Ausbildungsgehalt nicht leben. Versteht ihr was ich meine? Man will unbedingt, aber richtig die Möglichkeit hat man dann doch nicht.

Beitrag von litalia 28.03.10 - 16:48 Uhr

aus solchen gründen war ich schon immer dafür viel mehr geld in BILDUNG zu stecken um solchen leuten eine ausbildung/zukunft zu ermöglich statt das geld in jahrzehntelange alimentierung zu stecken ;-)

Beitrag von schokokeksi 28.03.10 - 16:54 Uhr

Danke schön!!!!
Wie gesagt manche haben einfach Pech oder vielleicht auch mal Mist gebaut, aber dadurch soll das jegliche Chance verbaut sein?
Vielleicht kann man es sich leisten ne Umschulung oder ne Ausbildung zu machen, aber nicht ohne Unterstützung und die gibt es nicht.

Im Hinblick auf den Haupternährer einmal, finde ich es gerade für den Mann ganz schlimm. Wie soll das bitte funktionieren?

Da bekommt man richtig Zukunftsängste.

Beitrag von rosaundblau 28.03.10 - 16:59 Uhr

Ich denke auch, daß es ab spätestens ab 30 Jahren zum richtigen Problem wird um einen GUTEN Job zu bekommen.

Er/Sie hatte einfach Pech ist immer leicht gesagt. Oftmals ist es ja doch eher eingenes verschulden in dem man Mist gebaut hat oder es einfach "besser" wusste.

Daher glaube ich schon, daß man jegliche Chance auf einen "guten" Job verbaut, wenn man das Ruder nicht rechtzeitig rum gerissen hat.

Beitrag von schokokeksi 28.03.10 - 17:00 Uhr

Solle denn den Leuten, die mal Mist bauen oder einen Fehler gemacht habe, eine Fehlentscheidung getroffen haben, dadurch die Zukunft verbaut werden?

Denn im Grunde ist das ja so.

Beitrag von rosaundblau 28.03.10 - 17:13 Uhr

Naja, was heißt die Zukunft verbaut? Sie haben ja die Möglichkeit einer Tätigkeit nachzugehen und für eingenes Einkommen zu sorgen, nur nicht in der Höhe und Qualität wie es jemand mit Ausbildung kann.

Beitrag von kati543 28.03.10 - 17:36 Uhr

"Solle denn den Leuten, die mal Mist bauen oder einen Fehler gemacht habe, eine Fehlentscheidung getroffen haben, dadurch die Zukunft verbaut werden? "

Naja, das ist das Leben. So ist es nun mal nicht nur in dem Bereich der Arbeit, sondern immer und überall. Wenn man einen Fehler gemacht hat, sollte man ihn zugeben und ihn sich selber eingestehn und dann natürlich etwas an der Situation ändern. Ich habe auch ein abgebrochenes Studium, aber anstatt dann irgendwo für (relativ) viel Geld zu arbeiten, habe ich nochmal eine Ausbildung gemacht. Und ja, das Geld war auch bei mir knapp, jeden Tag 100km (einfache Strecke) zum Ausbildungsort und das noch ohne Auto und mit 2 mal umsteigen. Nach meiner Ausbildung hatte ich gleich 2 Jobangebote. Mein Studium, obwohl eben abgebrochen, hat mir in meinen Leben viel weitergeholfen. Eigentlich wurde ich immer aufgrund meines Studiums eingestellt, aber Bedingung war immer die Ausbildung. Ohne bestandene Ausbildung hätte ich mich garnicht bewerben brauchen.
Es gibt viele Möglichkeiten nachträglich noch eine Ausbildung zu machen. Wie wäre es denn, wenn ihr das langfristig plant und in den nächsten Jahren einfach Geld dafür zurück legt? Oder eben Ausbildung und 400€ Job. Es gibt einige Varianten, auch ohne staatliche Unterstützung. Wenn man etwas will, schafft man das auch. Ich habe Bekannte, die haben aufgrund eines dummen Fehlers einen riesen Haufen Schulden. Naja, anstatt in PI zu gehen, hat der Mann nun zusätzlich zu seinen normalen Vollzeitjob einen Job in einer Autowaschanlage angenommen - jedes Wochenende. Und die Frau arbeitet in in einem Drogeriemarkt als Aushilfe zu Weihnachten, Ostern,...eben immer dann, wenn andere nicht arbeiten wollen und hat noch einen 400€ Job in einer Cafeteria. Beide haben noch 3 Kinder - 1 Schulkind und 2 Kindergartenkinder. Das ganze ziehen die Beiden seit 2 Jahren durch. Noch eins und sie haben es geschafft.

Beitrag von schokokeksi 28.03.10 - 18:15 Uhr

Die besagte Person möchte ja arbeiten und was tun!!!!!! Die Frage war eben, was man ab einem bestimmten Alter für Chancen hat und wie weit das Arbeitsamt unterstützt. Wenn da nix geht, ist ne Ausbildung nicht drin.

Danke für deine ausführliche Antwort #blume

Beitrag von trollmama 28.03.10 - 21:45 Uhr

Die Person möchte arbeiten?
Dann soll er alle Baumschulen/Gärtnereien abklappern. Die Arbeit ist zwar anstrengend, aber deshalb ist auch oftmals etwas zu bekommen.
Auch suchen jetzt schon Bauern einige Helfer, um die Reihen von Spargel anzulegen und in ein paar Wochen ist Erntezeit.
Alle Zeitungsverlage anrufen und nachfragen, ob dort Jobs zum Zeitung austragen frei sind. Wenn nein, nachfragen, ob er als Urlaubsvertretung einspringen kann.
Wenn alles nichts hilft, Prospekt von der VHS in die Hand nehmen und zur Abendschule gehen. Nein, das kostet nicht die Welt, ja, das kann man sich auch mit ALG 2 leisten!
Viele Grüße
Trollmama

Beitrag von windsbraut69 29.03.10 - 05:51 Uhr

Hast Du nicht erwähnt, dass die besagte Person Haupternährer sei?
Dann gibt es doch sicher eine/n Partner/in - der in der Zeit der Ausbildung mehr arbeiten könnte, um diesen Engpaß zu überbrücken.

Beitrag von rosaundblau 28.03.10 - 17:39 Uhr

Dazu fällt mir noch folgendes ein:

Angenommen das Arbeitsamt oder wer auch immer würde eine späte Ausbilung finanzieren, glaube ich nicht an einen besonderen Erfolg für die betroffene Person.

Angenommen man beginnt die Ausbildung mit 29 Jahren, dann wäre man mit bestehen der Prüfung etwas 32 Jahre alt, zwar mit abgeschlossener Ausbildung aber OHNE Berufserfahrung. Andere Bewerber mit 32 Jahren können je nach Schul- und Ausbildung zu dem Zeitpunkt schon 12 Jahre Berufserfahrung nachweisen.

Ich glaube ehrlich gesagt nicht das es dadurch leichter wird.

Beitrag von kati543 28.03.10 - 17:43 Uhr

Doch wird es. Er hat ja da schon vorher gearbeitet. Man sollte nie die Flinte ins Korn werfen, sondern einfach mal aktiv werden ;-)
Ihr schafft das schon.

Beitrag von rosaundblau 28.03.10 - 18:06 Uhr

Ich wollte damit nicht ausdrücken das der Zug vollends abgefahren ist, habe dennoch so meine Zweifel.

Selbst wenn die Person schon X Jahre berufstätig war, hier scheint es sich aber immer nur um Aushilfsjobs gehandelt zu haben, zählen die ganz sicher nicht als gleichwertige BERUFSERFAHRUNG.