seltsames Verhalten von Menschen bei Trauerfall

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von mucki288 29.03.10 - 11:13 Uhr

Hallo!

Ich hätte gerne mal Eure Meinung zu bestimmten Kommentaren gehört, die ich mir in den letzten Wochen so anhören musste...

Also...vor knapp 5 Wochen ist meine Mama nach langer schwerer Krankheit gestorben. Sie litt an einer sehr seltenen Krankheit, die sie in den letzten Jahren immer wieder ins Krankenhaus und auf die Intensivstation zwang. Für uns war es trotzdem ein grosser Schock, da sie nur 2 Tage vorher von der Intensiv auf die Normalstation verlegt wurde und es ihr wieder besser ging.

Zu der grossen Trauer kamen dann aber viele Kommentare, die mir bis heute nicht aus dem Kopf gehen...

Ein Freund meines Mannes kam 2 Tage nach der Beerdigung bei uns vorbei und sagte einfach gar nichts! Kein Wort,dass es ihm leid tut etc...rein gar nichts...Im Gespräch sagte er dann ganz beiläufig, er habe von Nachbarn erfahren, dass meine Mama verstorben sei...und dabei lachte er ! Gehts eigentlich noch ??!!??

Auf der Beerdigung kamen total oft Kommentare, wie "ist besser so, jetzt muss sie nicht mehr so leiden", oder auch "es wäre ja eh nicht mehr besser geworden"... Keiner dieser Menschen kannte die Krankengeschichte besonders gut, und ob es wird oder nicht, das können die ja wohl nicht beurteilen, abgesehen davon....Ist das denn ein Trost zu wissen, sie wär eh nicht mehr gesund geworden ?!?! Meine Mama wollte leben, sie wollte nicht sterben, natürlich nahm die Krankheit ihr die Kraft, aber sie wäre lieber zuhause nur rumgelegen, als zu sterben !

Dann meine Verwandtschaft: "Kümmere dich gut um deinen Papa, der hat ja jetzt niemanden mehr.." Und wer kümmert sich um mich ??!!?? Gut, ich hab meinen Mann und meinen Sohn, aber trotzdem habe auch ich einen geliebten Menschen verloren, meine Mama!
Mein Vater ist zu nichts fähig, er kommt jeden Abend zu uns, damit er nicht so allein ist, aber dass er mal auf die Idee kommt, uns einzuladen, Nein, nichts... Ich habe den Eindruck, der Druck und die Last geht immer nur weiter...erst hatte ich 4 Jahre ständige Angst um das Leben meiner Mama und jetzt soll ich mich nur noch um meinen Papa kümmern.
Gestern waren wir bei unserer Verwandtschaft, und als mein Papa draussen war, fragte mich meine Tante wie es ihm geht...wie es mir geht, das hat keiner gefragt!!
Die Frau meines Cousins kam nicht zur Beerdigung,weil sie ja ein 1,5 jähriges Kind hat...offensichtlich kann sie damit nicht aus dem Haus...oder wie? Kondoliert hat sie dann gestern (nach 5 Wochen!) mit einem verlegenen Grinsen im Gesicht...!!! Was ist nur mit all diesen Menschen los?? Wie unsensibel muss man denn sein, um so zu agieren?? Ich versteh das alles nicht und würd am liebsten, allen die Freundschaft kündigen, weil mich da so verletzt!
Für mich ist klar, wenn diese Leute mal ihre Mama verlieren, dann kriegen sie das alles mit gleicher Münze zurück...dann sehen sie mal, wie das ist!
Wir sprechen hier von Leute, die alle weit über 30 sind! ...und sich benehmen wie Kinder!!!!

All die letzten 4,5 Jahre habe ich nur für meine Mama gelebt...meine Schwangerschaft habe ich bei Mama auf der Intensivstation verbracht, all die Krankenhausaufenthalte danach, ich habe sie immer täglich besucht, meinen kleinen Sohn zu Freunden gebracht, damit ich sie täglich für 1 Stunde besuchen kann...dazwischen hatte ich 3 Fehlgeburten, und nun ist meine Mama gestorben...mir reichts !! Ich kann nicht noch mehr Leid ertragen, und das dann keiner fragt, wie es mir geht, das ist für mich echt unerträglich !

Ist euch das auch passiert? Sind die alle nur so unsicher, oder wirklich alle so gefühlskalt??

Sorry, dass ich mich jetzt so ausgekotzt habe...aber mir reichts grad total!

Traurige Grüße


Sabine

Beitrag von arkti 29.03.10 - 11:37 Uhr

Ja so sind die Menschen.....
Ich habe es auch so ähnlich erlebt, bei mir war es mein Papa.
Mama bekam Karten ohne Ende, aus unserem Freundeskreis kam eine einzige Karte, bei denen dachte ich dann ok sie sind auch für dich da.
Tja Pustekuchen, da kamen dann nur Sprüche wie, das Leben geht weiter blabla.
Wenn ich unterwegs Personen treffen wurde bzw wird auch immer nur gefragt wie es Mama geht, wie es mir geht wurde nicht einmal gefragt.
Kein Mensch weiß was in Papas letzter Lebenswoche alles passiert ist, interessierte keinen warum es mir so schlecht ging.
Ich komme immer noch nicht damit klar weil mir nicht einmal jemand zuhören wollte.

Aus diesem Grunde hasse ich dieses heuchlerische Geschreibe im Internet, denn real sieht die Sache immer anders aus....


Beitrag von enni12 29.03.10 - 11:48 Uhr

Hallo Sabine,

als erstes mein Beileid #kerze

Leider ist und bleibt Trauer ein Thema, mit dem die wenigsten Menschen umgehen können und wollen. Einige schweigen es tot, andere versuchen, ihre Witze zu machen und wieder andere denken, sie müssen einem sagen, dass das Leben weitergeht und man stark sein muss...

Für die Betroffenen ist dieses Unvermögen im Umgang mit Trauer einfach nur schlimm...

Es wird dich nicht trösten, aber keiner hat es böse gemeint. Viele sind nur total unsensibel oder einfach nicht in der Lage, ihre Gefühle in so einer Situation auszudrücken.

Dass es manchmal das einfachste wäre, jemanden in den Arm zu nehmen und zu trösten und ihm zu sagen, dass man für ihn da ist und dass man selbst auch traurig ist, darauf kommen die meisten nicht.

Mein Vater hat auf dem Weg zur Beerdigung meiner Oma auch noch Witze gerissen. Warum? Weil seine Mutter gestorben ist, als er 20 war und er überhaupt nicht mit diesem Thema umgehen kann.

Ich wünsche dir noch viel Kraft für die kommende Zeit und versuche nicht immer, für alle stark zu sein. Lass deine Gefühle einfach mal zu und zeige den Leuten, dass auch DU leidest und auch DU einfach mal ein bisschen Verständnis brauchst. Wenn man immer versucht, für alle stark zu sein, entsteht leider manchmal der Eindruck als braucht man keine Hilfe und Aufmunterung.

Alles Gute und liebe Grüße

Dani

Beitrag von petra1982 29.03.10 - 11:48 Uhr

Ich kann nur von mir reden, das ich manchmal einfach nicht weiss was ich sagen soll, was wenn ich was falsches sage? Demjenigen noch mehr weht tue. Lachen würde ich in dem Fall nicht. Aber das man den Satz es ist besser so wenn derjenige gelitten hat, sagt weil man es wirklich nicht böse meint, dir aber sicher weh getan hat keine frage.

Also so ist es bei mir eben, ich weiss nicht was sagen

Beitrag von rinni79 29.03.10 - 12:17 Uhr

Hallöchen,

es tut mir sehr leid, das du deine Mama verloren hast #kerze

Genau diese Sprüche hasse ich auch...

Als die Schwester meiner lieben Schwiegermama verstorben ist, an Krebs, wusste ich auch nicht, welche Worte sie denn trösten würden. Hab immer nur:es tut mir leid raus bekomme...alles andere, nee es gibt da keinen Trost.

Es ist nicht vergleichbar, doch ähnlich: 2008 im Nov. musste ich meinen geliebten #katze Charly einschläfern lassen, er katte Krebs. Im Oktober 2009 musste auch #katze Felix in den Himmel ziehen, auch er hatte Krebs. Die meisten meinten: nun geht´s ihm gut, er hat keine Schmerzen...ist doch nur ne Tier... und das soll trösten??? Er ist nicht mehr da und fehlt, egal ob Krankheit oder nicht, der Geliebte ist weg, einfach weg, egal ob Mensch oder Tier...

Man kann doch nicht immer Stark sein.

Und wenn ich nicht weiß, was ich dann sagen soll, dann sag ich das, ist doch besser als nix, oder???

Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft und deine Mama ist immer in deinem Herzen!

Alles liebe und Grüße Co.

Beitrag von maxundjan 29.03.10 - 12:23 Uhr

Hallo,

es tut mir leid für dich und deine Familie!

Du schreibst, das du diejenige warst die sich immer um alle und alles gekümmert hat.
Das haben die anderen dir natürlich gerne überlassen, so hat man die ganze Verantwortung abladen können. Du hast "damals" genauso wie heute die Möglichkeit zu sagen "STOPP". Du hast dich um deine Mutti gekümmert, weil es dir eine Herzensangelegenheit war, heute kümmerst du dich aus demselben Grund um deinen Papa und deine Familie. ABER solange DU nicht sagst "hey, mir gehts auch Sch...", solange wird das niemand sehen (oder auch sehen wollen).
Ich weiß, das das schwer zu verstehen ist, aber die Erfahrung lehrt mich das.
Das viele auch gar nichts sagen, oder auch verlegen grinsen, liegt einfach daran, das manche nicht wissen was sie sagen sollen, manche Angst haben das falsche zu sagen.

Du bist jetzt wütend auf deine Familie ist auch alles normal, denn auch Wut gehört zu einer gesunden Trauer.
Sag, wenn es dir zuviel ist, denn andere Möglichkeiten hast du leider nicht.

Ich wünsch dir viel Kraft und Stärke (auch mal zum NEIN sagen)

Alles Liebe,

Sandra

Beitrag von pechawa 29.03.10 - 12:29 Uhr

Hallo,

erstmal eine #kerze für deine Mama und dir wünsche ich ganz viel Kraft!
Wenn ein Mensch stirbt, ist das ganz schlimm für die nächsten Verwandten. Hast du keine Geschwister, mit denen du dich austauschen kannst? Als letztes Jahr mein Papa verstarb - und auch in der Zeit davor, als unsere Eltern beide sehr krank waren - hielten wir Geschwister sehr zusammen und in all dem Chaos fühlte ich mich auch nur von meinen Geschwistern ernst genommen, eben weil es sie, genauso wie mich betraf.
Alle anderen fühlen mit, aber die Floskeln, die du hörst, trösten oftmals nicht. Ein Grinsen gehört ist nun total daneben, aber die Frage nach deinem Papa ist normal! Ich wurde auch immer gefragt, wie es meiner Mama geht! Wir Frauen, besonders wir Töchter müssen stark sein, immer alles richten - ich hoffe, du hast einen verständnisvollen Partner und darfst bei ihm auch mal schwach sein! Deinen Freunden darfst du das nicht übel nehmen, wir leben leider in einer Kultur, in der der Tod nicht dazu gehört. Niemand bereitet uns vor, wie wir mit ihm umzugehen haben, die Leute sind nicht gefühlskalt, sondern eher unsicher!

Liebe Grüße
Pechawa

Beitrag von knutschka 29.03.10 - 12:34 Uhr

Hallo,

es tut mir leid, dass du deine Mama gehen lassen musstest.

Ich glaube, du bist momentan wütend, dass es geschehen ist und richtest deine Wut auch gegen dein Umfeld. Es ist gut, dass du wütend bist und es ist auch gut, dass du deine Emotionen rauslässt. Aber pass auf, dass du nicht übers Ziel hinausschießt...

Klar hast du einen großen Verlust hinnehmen müssen, aber meinst du wirklich, dass es leichter wäre, wenn andere Menschen dir sagen würden, dass es ihnen leid täte?

Der Tod ist nunmal ein tabuisiertes Thema bei dem viele Menschen einfach sprach- und hilflos sind.

Schau mal, du bist böse auf alle: auf die, die etwas sagen, auf die, die nichts sagen, auf die, die zu spät etwas sagen... Es scheint also in der Tat schwer sein, den Trauernden nicht zu verletzen. Davor fürchten sich einige Menschen und ich denke, du solltest es ihnen nicht verübeln.

Momentan bist du einfach tief verletzt und wünschst dir, dass auch dich mal jemand wahrnimmt. Ich kann dir nur raten: sage es den Leuten!

Außerdem, was macht dich so sicher, dass die Leute nicht hinter deinem Rücken vielleicht deinen Mann fragen, wie es dir geht? Sie fragen ja bspw. deinen Vater auch nicht direkt...

Wenn dich das nächste Mal jemand fragt, wie es ihm geht, dann antworte doch einfach was du denkst: Nämlich, dass sie ihn selbst fragen können - du kannst nur für dich sprechen und dir geht es schlecht. Ich glaube, jeder wird das verstehen und jeder wird ein offenes Ohr und einen offenen Arm für dich haben. Nach außern scheinst du nunmal stark zu wirken. Nimm die Maske ab und lass dich trösten.

Ich würde dir eigentlich gern noch viel mehr sagen, aber ich glaube, du hast es verstanden: Lass nicht nur der Wut, sondern auch der Trauer freien Lauf.

Viele Grüße
Berna

Beitrag von twins-08 29.03.10 - 12:40 Uhr

ja leider ist tot und trauer in unserer gesellschaft immer noch ein tabu thema und niemand will wirklich was davon wissen und hören.
ich hab auh so viel gehört und jetzt immer noch. sowas wie "jetzt muss es ja auch mal wieder gut sein" meine mausis sind aber grad erst 7 1/2 monate nicht mehr bei uns. oder als wir im januar geheiratet haben kam von ner kollegin "na das gibt doch auch wieder hoffnung"...hoffnung? auf was? und niemand versteht das ich immer noch nicht wieder voll arbeite und sind neidisch darauf...wie kann man auf mein schicksal neidisch sein??

Ich verstehe diese menschen auch nicht aber diese menschen haben so einen verlust nie erlebt und werden nie verstehen wie man sich fühlt. man muss abstand nehmen von solchen menschen denn sie tun einem nur weh.

LG Gesine

Beitrag von liebesbienchen 29.03.10 - 19:47 Uhr

Habe in Deiner VK gelesen! Wie grausam! Damit muss man erst mal fertig werden.

Alles Liebe Für Euch und viel Kraft!

#kerze#kerze

Beitrag von nala22 29.03.10 - 13:01 Uhr

Hallo Sabine,

ich kann Dich so gut verstehen.
Meine Omi ist im Januar ganz plötzlich verstorben, ohne das Jemand (kein Arzt) vorher merkte das sie voller Krebs war und wir haben ihre Wehwechen immer damit abgetan als ständiges Gejammere, was mir heute sehr Leid tut.

Sie wurde erstmal 70, war so recht fit und hat meine Kinder immer gesittet, sie war so als wäre sie gerade mal 50.

Dann kamen solche Sprüche, wie naja sie hatte doch ein schönes Alter und nun muss sie nicht mehr leiden, denn sie war ja total krank etc.
Ich hätte in dieser Zeit eher Worte des Beileides gebraucht, aber nicht solche Sprüche!

Ich denke das die Menschen das nicht mit Absicht machen, man vergisst zu schnell den Schmerz bei Trauer und Tod und nur wer eventuell gerade Jemanden selber verloren hat, kann nachvollziehen wie man sich fühlt.
Für diese Leute ist es ein Tag wie jeder Andere, sie können nicht so fühlen, wie Derjenige der gerade einen geliebten Menschen verloren hat, weil sie demjenigen vielleicht nicht Nahe standen.

Ich konnte auch nicht auf Arbeit, meine Tränen und die Trauer waren zu gross, ich glaube das es auch kaum Jemand verstehen konnte, wie man denn krank machen kann "nur" weil die "Oma" gestorben ist.

Nur ganz wenige Menschen haben mir Beileid ausgedrückt, aber Du bist nicht alleine!
Meine Schwiegermutter selbst hat es nicht mal für nötig befunden mir Beileid auszusprechen, da war ich sehr enttäuscht.

Tut mir sehr Leid um Deine Mama!
Alles Liebe für Dich!!!

nala

Beitrag von liebesbienchen 29.03.10 - 19:44 Uhr

zum Satz "naja sie hatte doch ein schönes Alter"

heute im 21 Jahrhundert wo es keine Seltenheit mehr ist und Medizin es (oft) möglich macht, das man über 90 wird.

Beitrag von buuh 29.03.10 - 13:18 Uhr

Liebe Sabine,

erstmal tut es mir sehr leid das du deine Mama verloren hast.

Ich kann deine Gefühle und Gedanken sehr gut verstehen. Meine geliebte Schwiegermama (sie war für mich wie eine Mama und beste Freundin zeitgleich) ist im Oktober letzten Jahres unerwartet und ganz plötzlich wegen zwei Aneurysma`s im Kopf verstorben.... zwei Tage zuvor erzählte ich ihr noch von meiner Schwangerschaft (nachdem es nach einer Totgeburt im April 08 endlich wieder geklappt hatte)! Doch leider verlor ich das Baby wieder... und auch noch zeitgleich mit meiner Schwiegermama.... ich lag im KKH zur Ausschabung und konnte sie nicht nochmal sehen (da wir leider 300km entfernt wohnen). Meine Mum kam zeitgleich auch noch mit dem Verdacht auf einen Herzinfarkt ins Krankenhaus... und irgendwie stand ich nur noch neben mir!!! Die Beerdiung war wie ein falscher Film, ich versuchte für meinen Mann stark zu sein und alles ertragen zu können!!! Vor ein paar Wochen bin ich dann in ein schreckliches Trauerloch gefallen.... ich hatte keine Kräfte mehr, war total erschöpft und dachte ich werde an meinen Gefühlen "verrückt"!!! Es war einfach alles zuviel!! Aber auch ich habe nach wie vor das Gefühl, das viele Menschen nicht verstehen können, warum es uns nicht langsam besser geht?!?! Es ist doch jetzt schon fast 1/2 Jahr vergangen und muß verkraftet sein!!! Ich mußte mir so Kommentare wie "warum hast du Kreislaufprobleme - was ist los?" anhören!! Als müßte ich mich jetzt noch rechtfertigen: Mensch, was soll los sein??? Gar nix ist los!!! Ich hab ja nur die Hölle mitgemacht und Entschuldigung das es mir nicht prächtig geht!!! Oh Mann, ich kann dich soooo gut verstehen!!! Ja, ich war auch immer die starke... für alle da.... und jetzt kann ich nicht mehr und brauche Hilfe und in solch einer schweren Zeit merkt man wirklich wer für einen da ist und mit der Trauer umgehen kann. Es sind wenige! Das einzig gute an der ganzen Traurigkeit ist, zu erkennen, was wirklich wichtig im Leben ist und sich von Dingen zu lösen und abzugrenzen, die einem nicht gut tun.... in diesem Lernprozess befinde ich mich gerade und darüber bin ich sehr dankbar. Es ist sooo schwierig einen geliebten Menschen zu verlieren und ich würde mir auch so sehr wünschen, die Umwelt könnte ehrlicher und offener damit umgehen....

Ich wünsche dir sehr viel Kraft in dieser schweren Zeit, grenze dich ab von Menschen die dir nicht gut tun und handle nach deinen Gefühlen. Ich habe gemerkt, wenn ich das tue, geht es leichter....

Und wenn du jemanden zum reden oder zuhören brauchst, kannst du mich auch gerne über die Visitenkarte anmailen.

Alles Liebe & ein herzlicher Drücker
Buuh#liebdrueck

Beitrag von conina22 29.03.10 - 13:41 Uhr

Hallo!

Ich kann deine Wut durchaus verstehen.

Ich selbst habe meine Mama vor über 10 Jahren verloren und so manche Sprüche und "pass auf Papa auf"-Kommentare haben mich aufgeregt.

ABER als einige Zeit später der Vater meiner Schwägerin gestorben ist, konnte ich ihr einfach nicht mein Beileid ausdrücken und irgendwnan habe ich es doch gemacht und hatte auch dieses blöde verlegene Grinsen drauf. Weil ich damit einfach nicht umgehen konnte. Ich wusste wie es ihr geht, ich hatte das ja selber erlebt und ich war einfach überfordert. Und bis heute fällt mir das sehr schwer. Weil ich weiß, dass keine Worte diesen Schmerz lindern können und dass man so schnell genau das Falsche sagen kann..

Hab Nachsicht, nicht jeder macht das mit Absicht *lächel*

Liebe Grüße und viel Kraft für dich!
Conina

Beitrag von urmele111 29.03.10 - 14:29 Uhr

Hallo Sabine,
ja Menschen sind so. Es tut mir leid, dass Du Deine Mama verloren hast. Lass Dich mal #liebdrueck.

Ich hatte vor einigen Jahren einen schweren Autounfall. Ich wurde schwer verletzt. Mein Freund starb noch an der Unfallstelle.
3 Tage nach der Beerdigung bekam ich von ner Bekannten zu hören, dass andere Mütter ja auch schöne Söhne hätten und ich mich ja jetzt wieder umschauen könnte.
Ich muss dazu sagen, wir waren damals schon einige Zeit zusammen und wollten ein Jahr später heiraten (genauer Termin stand schon fest).

Gruß
urmele111

Beitrag von heike011279 29.03.10 - 14:46 Uhr

Hallo Sabine,
auch wenn meine Worte jetzt sehr unsensibel klingen, aber WAS WOLLT IHR DENN HÖREN?

Sagt man nichts, weil man sich nicht sicher ist, das Richtige zu sagen, ist es falsch.
Kondoliert man, ist es falsch.
Fragt man wie es den Hinterbliebenen des Verstorbenen geht, ist es falsch.
Fragt man nicht, wie es den Hinterbliebenen des Verstorbenen geht, ist es auch falsch.
Sagt man, es sei besser, dass das Leiden ein Ende hat, ist es falsch.
Sagt man, der Tod war völlig unnötig, vielleicht wäre es ja doch noch besser geworden, ist es falsch.

Verstehst Du, was ich meine?

Man sollte mit den Menschen nicht so hart ins Gericht gehen.
Man spürt doch, wer aufrichtig meint, was er sagt und wen der Tod nur aus Pflichtgefühl gegenüber den Hinterbliebenen interessiert.
Wichtig ist doch nicht, was gesagt wird, sondern, dass die Menschen, denen Deine Mutter lieb und teuer war, da sind.

Und das viele sich nach dem Befinden Deines Vaters erkundigen, finde ich legitim. Er ist jetzt alleine, Du hast noch Deine Familie (Sohn, Mann), die Dich auffängt.

LG
Heike

Beitrag von arkti 29.03.10 - 16:44 Uhr

Genau so ein denken hasse ich.

Aber das versteht man wohl nur wenn man es selber erlebt.

Beitrag von maxundjan 29.03.10 - 19:09 Uhr

ich habe es selbst erlebt und ich verstehe genau was gemeint ist

Beitrag von arkti 29.03.10 - 20:03 Uhr

Ich habe es auch selber erlebt und lese darin viel falsches

Beitrag von maxundjan 30.03.10 - 07:05 Uhr

die Art wie es geschrieben wurde, ist vielleicht etwas provozierend, aber im grunde sehe ich es wie gesagt genauso.

Die Erfahrungen die ich in der Gruppenarbeit gesammelt habe gehen auch in diese Richtung.

Und obwohl ich ja nun leider auch schon auf der einen Seite stand, ging es mir genauso wie der obgigen Schreiberin, alles was ich sagen wollte war/wäre falsch, und nichts sagen wäre auch falsch.

Schwierige Situation, so oder/und so.

Beitrag von heike011279 30.03.10 - 09:49 Uhr

Hallo Arkti,
mein Vater ist vor Kurzem gestorben und ich habe in vielen Facetten das Gleiche erlebt, was die TE schrieb.
Manche kondolierten gar nicht, manche sagten, es sei besser so für ihn.
Nur habe ich das den Menschen nicht übel genommen.
Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass man manchmal aber auch nichts richtig machen kann.
Gruß
Heike

Beitrag von motte1986 29.03.10 - 19:09 Uhr

#pro

danke!

Beitrag von similia.similibus 29.03.10 - 20:00 Uhr

Absolut richtig! #pro

Beitrag von liebesbienchen 29.03.10 - 19:38 Uhr

#kerze
Hallo,

ich kann nachvollziehen wie Dir das auf die Nerven geht.

Das Verhalten der Menschen liegt daran dass sie nicht wissen was sie sagen sollen. Sie wollten was tröstendes sagen und finden keine passenden Worte.
Der Satz " ist vielleicht besser so" ist auf die Krankheit und das Leiden des Sterbenden bezogen und spendet keinen Trost.
Ich habe das auch durch, es wird nichts mehr wie es war. Heute wo eigentlich keiner mehr davon spricht; will sich die Lücke noch immer nicht schliessen. Die Leere bleibt und nichts kann mich trösten. Der Unterschied zu damals ist einfach die Zeit in der ich gelernt habe das diese "Leere" jetzt Bestandteil meines Lebens ist. Sie gehört einfach dazu.

Ich habe meine Oma (bin bei ihr aufgewachsen seit meinem 6ten Lebensmonat) nach langer Krankheit vor fast genau einem Jahr verloren.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für Dein weiteres Leben.

Liebe Grüße Biene

Beitrag von gaia1976 29.03.10 - 21:24 Uhr

Hallo!

Ich antworte einfach mal - vielleicht hat es schon einer geschrieben, ich habe nicht alle Antworten gelesen.

Ich denke, dass viele Leute nicht fragen, wie es Dir geht, weil sie (glauben,) die Reaktion nicht beherrschen zu können.

Wenn sie nach Deinem Vater fragen, können sie noch mit einem oder zwei Sätzen sein Verhalten kommentieren und sich verabschieden, wenn sie Dich fragen und Du Gefühle zeigst und erzählst, kommt es auch näher an Dein Gegenüber heran, sie müssen sich auf Dich einlassen... das ist um einiges intensiver, sowohl zeitlich als und vor allem auch emotional.

Traurig, aber leider wahr, das ist jedenfalls meine Meinung!

Alles Liebe für Dich und eine #kerze für Deine Mama!

Gaia

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