Kleingewerbe... Was muss ich noch beachten?

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von simaic 30.03.10 - 20:15 Uhr

Hallo,
möchte mich demnächst mit einem Kindersecond-Hand nebenbei selbstständig machen. Mit der Krankenversicherung hab ich schon telefoniert. Das dürfte soweit i.O. gehen. Aber wie ist das dann mit AGBs und so? Da brauch ich ja fast einen Rechtsanwalt oder? Ich habe vor bei Ebay einen Online-Shop zu eröffnen und parallel dazu auch bei uns zuhause einen Raum entsprechend zu gestalten. So hab ich wenigstens keine Miete zu zahlen. Würde das ganze aber möglichst bald starten wollen, da ich zum einen schon viele Anfragen habe und zum anderen nicht möchte, dass jemand anderer hier in der Stadt noch auf die Idee kommt. Kenne schon diese Institute die einen beraten. Aber die machen das alles nur vor der Gewerbeanmeldung kostenfrei. Und ich würde mir den Gewerbeschein am liebsten schon morgen holen. Werd nochmal bei der IHK anrufen. Vielleicht beraten die ja auch noch kostenfrei wenn man den Gewerbeschein schon hat. Ansonsten würde ich hier auf gute Tipps und Infos hoffen...
Wäre euch wirklich sehr dankbar...
Grüße
simaic

Beitrag von sabuscha 30.03.10 - 22:00 Uhr

hallo,

die agb´s würde ich einfach von einem bereits bestehenden unternehmen übernehmen, die kann man sowieso nicht frei erfinden. haftung, wiederunfsbelehrung sind immer gleich...

wenn du von einem kleingewerbe sprichst... hast du zwei möglichkeiten: a) kleinunternehmung bis 17.500 €/jahr umsatz (siehe §19 UStG) oder b) gewerbeanmeldung.

da du gebrauchte sachen verkaufen willst, gehe ich einfach dovon aus, dass diese von privatpersonnen stammen. da wirst du auch keinen vorsteuervorteil haben. ich schätze, dass die kleinunternehmerregelung für dich am besten lohnt. hier brauchst du keine gewerbeanmeldung und umsatzsteuererklärung ist einmal jahrlich fällig. nächster vorteil: du kannst dich kostenfrei beraten lassen. hier was zum nachschlagen: www.steuerlexikon-online.de/Kleinunternehmerregelung

in beiden fällen musst du dich beim finanzamt melden und eine steuernummer beantragen, in dieser zeit kannst du aber auch schon arbeiten.

Beitrag von simaic 30.03.10 - 22:29 Uhr

Danke für Deine Antwort.
Das mit den AGB´s übernehmen hab ich mir auch schon gedacht. Aber irgendwie trau ich mich das nicht. Aber vielleicht sollte ich das doch wagen. Hätte auch schon eine passende Vorlage gefunden ;-)
Dass ich da gar keinen GEwerbeschein bei einer Kleinunternehmung brauche, wusste ich gar nicht... Dann müsste ich ja nur mal zum Finanzamt.
Ich möchte hier jetzt gar nicht so was Wahnsinnig großes aufziehen. Hab ja auch noch zwei Kinder und daher auch nicht soooo viel Zeit. Aber das Verkaufen bei E... macht mir halt einfach Spaß und so ein kleiner Raum mit den ganzen Sachen lässt sich ja einfach und kostengünstig einrichten. Und Fixkosten habe ich ja in dem Sinn keine. Unter dem Jahresumsatz werde ich denke ich auch bleiben. Weil das ist ja schon ne Menge.
Würde auch nur SAchen von Privatpersonen verkaufen, da liegst Du richtig. Weißt Du zufällig auch wie das dann mit der Gewährleistung ist? Die muss ich ja dann trotzdem geben oder? Auch wenn es sich um gebrauchte Sachen handelt? So hab ich das zumindest verstanden was ich im Internet so nachgelesen hab bisher. Und Rechnung müsste ich ja dann keine erstellen wenn ich was verkaufe oder? Und eine Frage hätte ich auch noch. Darf ich dann, wenn ich so eine Kleinunternehmung habe auch ins Ausland (z.B. nach Österreich verkaufen)? WEißt Du das auch zufällig ;-)?

Beitrag von sabuscha 30.03.10 - 22:44 Uhr

das sind aber ziehmlich viele fragen ;-)... bei neuen sachen ist die gesetzliche gewährleistung 2 jahre, bei gebrauchten 1 jahr (auch bei privat). da dies gesetzlich ist musst du sie auch geben. rechnung musst du im grundsätz nicht stellen, bei ebay kommt ja das geld auf dein konto und das musst du dann versteuern. du musst "nur" den überblick behalten, und falls verlangt eine rechnung ausstellen (als kleinunternehmer OHNE umsatztseuer ansonsten musst du die an das finanzamt zahlen). du kannst wohin auch immer und an wen auch immer verkaufen, nur der jahresumsatz ist beschränkt. es ist aber nicht jeder auslandsverkauf auch einkommensteuerpflchtig ( siehe §4 UStG). lies dir einfach die § 19 + 4 UStG durch und lass dich vom steuerberater aufklären. wenn man selbständig sein möchte muss es hand und fuß haben. also viel erfolg:-D

Beitrag von paulfort35 31.03.10 - 07:34 Uhr

Einfach die AGB's von anderen Unternehmen zu übernehmen, kann Dich teuer zu stehen kommen: Du riskierst eine (kostenpflichtige) Abmahnung, wenn das Unternehmen das merkt. Einige bauen extra ein paar Fehler in ihre AGB's ein, um dann anhand von Google herauszufinden, wer sie kopiert. Und mahnen dann ab - und Du bist schnell ein paar Tausend EUR los.

Beitrag von shasmata 30.03.10 - 23:26 Uhr

Auch als Kleinunternehmer braucht sie einen Gewerbeschein, wenn sie kein Freiberufler ist.

Beitrag von paulfort35 31.03.10 - 07:35 Uhr

Ganz genau, das wollte ich auch gerade noch schreiben.

Beitrag von kimmy1978 30.03.10 - 22:15 Uhr

Hallo!

Ich hatte vor 4 Jahren das gleiche Gewerbe wie Du. Einen Ebayshop.....lass es bloß sein!

Ich lasse das bewußt so im Raum stehen.

Informiere Dich bei Ebay bzw. über Ebay....

Ich hatte Lieferanten, Gewerbeschein, Steuerberater usw.

Ich weiß wovon ich rede.


LG
Kimmy

Beitrag von simaic 30.03.10 - 22:24 Uhr

Hallo,
also ich möchte wirklcih nur gebrauchte SAchen verkaufen. Und hier in der gegend gibt es niemanden der das gewerblich macht und auf den Flohmärkten hier in der Region kriegt man für das Zeugs nichts mehr. Möchte aber auch nur Markenware verkaufen. Alles andere verkauft sich auch nicht wirklich. Habe von über 1.000 Bewertungen durch private verkäufe gesammelt. Also ein wenig "Erfahrung" hab ich schon. Und ich möchte das ganze jetzt nur mal nebenbei starten, weil ich eben viele Leute kenne, die gern bei Ebay verkaufen würden und das nicht können oder keine Zeit haben oder was auch immer. Wenn´s nix wird, dann hab ich ja nichts verloren. Hab ja immer noch meinen Job bei meinem AG. Nur ruht das Beschäftigungsverhältnis dort aufgrund Elternzeit.
Ich hoffe mal dass ich etwas mehr Erfolg habe. Aber ich möchte davon ja auch nicht leben oder so. Soll nur so ein wenig nebenbei sein.
Darf ich fragen was Du alles so verkauft hast oder wie das bei Dir so abgelaufen ist? Würd mich schon interessieren. Vielleicht geht es mir ja genauso ;-)
Lg
simaic

Beitrag von kimmy1978 30.03.10 - 23:05 Uhr

Hallo nochmal!

Ich habe Kleidung verkauft, allerdings Neuware.

Die Ebaygebühren fressen dich auf, die Konkurrenz ist riesig, Theater mit nervigen Kunden etc. Du kannst Ebay-Privat auf keinen Fall mit Ebay-Gewerblich vergleichen.

Gebrauchte Kleidung gibt es bei Ebay doch wie Sand am Meer. Ich würde Dir wirklich wünschen, daß es klappt.

Ich habe das damals auch nur zum "Spaß" gemacht. Es sollte nur ein Zubrot sein, aber nichtmal das war es. Ich konnte froh sein, wenn ich die Ware zu EK verkaufen konnte, aber selbst das ging nicht immer.

Mach Dich wirklich über Ebay-Gewerblich schlau! Tu Dir selber den Gefallen.

LG
Kimmy

Beitrag von windsbraut69 31.03.10 - 05:48 Uhr

Ich hab nur ganz wenige Erfahrungen als privater Ebay-VK, AAAAABER ich geh mit meinem Kram 1000 x lieber auf den Flohmarkt, als mir das (noch dazu gewerblich) wieder anzutun.
Ich denke, das Schlimmste und am wenigsten vorhersehbare ist der Ärger mit den überzogenen Vorstellungen der Käufer im Netz. Ohne Not würde ich mir das nie wieder antun.

LG

Beitrag von keep.smiling 30.03.10 - 22:26 Uhr

Das heißt AGB und nicht AGBs
Allgemeine Geschäftsbedingungen
und nicht
Allgemeine Geschäftsbedingungens

das regt mich immer so auf, das ist auf 98% aller Internetseiten so falsch.

Kriegst bei Ebay sicherlich auch Infos dazu, geht sicher ohne Rechtsanwalt, wenn du dich damit befaßt.

Wünsche dir ganz viel Erfolg!!!Nichts überstürzen, sieh zu, dass es Hand und Fuß hat.

LG ks

Beitrag von simaic 30.03.10 - 22:32 Uhr

Hallo,
sorry für das "s" War keine Absicht ;-) Und ich werd´s mir merken!
Bei Ebay hab ich schon mal geschaut und auch so im Internet... Aber die meisten raten dazu die AGB von einem Anwalt erstellen zu lassen. Aber ich plane ja nur was ganz kleines und keinen riesen Online-Handel. Weiß auch nicht ob ich das dann wagen soll, dass ich mir die einfach kopier von jemand... Eigentlich reicht ja bei Ebay auch die Widerrufsbelehrung und das Impressum... So wie ich das verstanden hab. Ich glaub dass man da gar nicht die kompletten AGB hinterlegen muss. Wäre aber schon ratsam dass man das macht oder? Schon in meinem eigenen Intersse oder nicht?

Beitrag von keep.smiling 30.03.10 - 22:41 Uhr

Ja klar. Ich würde mir schon von anderen das wichtigste zusammentragen, wenn du es fertig hast, kannst du ja immer noch einen RA drüberschauen lassen.

Sind halt auch so Sachen wie dass der Verkäufer IMMER für den Versand haftet - von wegen unversicherter Versand auf Risiko des Käufers - sowas geht nicht.
Hast du Artikel mit Batterien - ich hab jetzt schon oft gelesen, dass in den AGB auch drinnen steht, wie Altbatterien entsorgt werden müssen.

Die AGB dürfen nicht nur im Angebot stehen, sondern müssen glaube ich dem Käufer auch so noch mal mitgeteilt werden - dann in der Email oder wenn die Ware mit der Rechnung eintrifft, muß man noch mal aufs Rückgaberecht hinweisen.

Geh es lieber langsam an und mach es ordentlich und paß v.a. bei Ebay auf, dass du dir möglichst nicht eine einzige negative Bewertung einfängst! Bewertungen sind da alles und die Käufer werden immer unverschämter, wollen am besten alles morgen und kostenlos und bewerten schnell mal negativ, ohne vorher Kontakt aufzunehmen und nach Lösungen zu suchen.

LG ks

Beitrag von vwpassat 31.03.10 - 10:10 Uhr

Dass was Du vorhast, würd ich bleiben lassen.

Beitrag von simaic 31.03.10 - 12:13 Uhr

GEht´s etwas konkreter?

Beitrag von vwpassat 31.03.10 - 13:59 Uhr

Ich seh da keine Chance, damit Geld zu verdienen nach Abzug der Gebühren, Steuern, Einkauf und Versicherungen.

Beitrag von simaic 31.03.10 - 21:25 Uhr

Also reich werde ich davon sicher nicht. Das ist klar. Aber ich hoffe doch auf einigermaßen gewinnbringendes Geschäft. Möchte aber auch nur Markenware verkaufen. In Second-Hand-Läden funktioniert das ja auch. Und die müssen sogar noch Miete bezahlen was bei mir ja wegfallen würde... Das mit den Steuern muss ich nochmal checken. Beim Steuerberater war ich noch nicht. Aber bei einem Kleingewerbe dürfte da ja nicht sooo viel anfallen. Und welche Versicherungen meinst Du konkret?