"unliebsame" Freunde - wie geht ihr damit um?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von mimi1410 30.03.10 - 20:26 Uhr

Hallo zusammen!
Bei uns in der Siedlung sind die Kinder alle oft draußen zusammen unterwegs und leider ist ein Kind mit 8 Jahren dabei, das die anderen sehr drangsaliert ... z.B. "entweder du machst jetzt diese "Probe" oder du darfst nicht mehr auf den Spielplatz", spritzt andere Kinder komplett nass, hält Verabredungen nicht ein, gestern auf dem Spielplatz hat er meine Tochter gezwungen, was vom Matsch zu essen, sonst hätte er sie nicht mehr heimgehen lassen (GsD ist ihr großer Bruder, er ist 7 eingeschritten) - ein Gespräch mit der Mutter ist leider nicht sehr fruchtbar gewesen ("alle hacken auf ihrem Sohn rum, weil sie allein erziehend ist und staatliche Unterstützung bekommt - wusst ich bis dato nicht und ist mir auch egal) ... nun, wie kann ich meine Kinder von diesem Kind fernhalten? Ich kann ihnen ja schlecht verbieten, draußen zu spielen, wo auch alle anderen Kinder sind. Welche Vorschläge habt ihr denn?
LG Mimi

Beitrag von anja676 30.03.10 - 21:35 Uhr

Hallo Mimi,

ich habe damals meine Tochter gefragt, ob ihr der Umgang gefällt und vor allem was ihr gefällt und was nicht. Dann habe ich sie gefragt, ob sie denn wirklich in ihrer Freizeit mit Kindern Umfang haben mag, die ihr nicht guttun, sondern sie eher drangsalieren und ob sie nicht ihre Freizeit lieber mit Kindern verbringen will, die sie selbst mag und mit Kindern die sie auch mögen. Dementsprechend wurde Umgang mit dem betreffenden Mädchen von ihr aus ganz schnell eingestellt.

Ob das immer so klappt, weiß ich natürlich nicht. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass sich Kinder nicht ohne weiteres den Umgang "verbieten" lassen, sondern dass sie selbst darauf kommen müssen, was gut für sie ist.

LG Anja

Beitrag von yarina 30.03.10 - 22:23 Uhr

Ich würde mir den Jungen schnappen und ihm mal die Meinung geigen. Das hilft manchmal auch ganz gut.

Im letzten Herbst hatten wir folgendes Problem: Wir waren bei Onkel und Tante zu Besuch mit unseren Kids (der Große war da gerade mal 2,5 Jahre). Wir sind dann mit den Kindern zum Spielplatz gegangen.

Nach einer Weile kam eine Gruppe Kinder (altermäßig zwischen 7-10 Jahre). Der Jüngste war auch der Frechste und hat alle rumkommandiert. Irgendwann fing er an meinen Sohn zu ärgern. Obwohl mein Mann daneben stand, haben die den Kleinen nicht in Ruhe gelassen.

Ich hab mir das einen Moment lang angesehen und hab den Jungen anschließend zusammengefaltet. Der hat mich angeschaut wie ein Auto, hat aber auch sofort aufgehört den Kleinen zu ärgern.

Als mein Sohn 1,5 Jahre alt war, waren wir in einem Wildpark auf einem Spielplatz. Dort war ein ca. 8jähriger Junge, der ohne Rücksichtnahme dort gespielt bzw. gewütet hat. Er hat sich an der Schlange bei der Rutsche vorgedrängelt und hat nicht gewartet, bis das Kind, welches vor ihm gerutscht ist aus dem Weg war und ist ihm volle Kanne in den Rücken gerutscht. Die Mutter stand nur daneben und machte überhaupt nichts.

Als dieser Bengel das gleiche bei meinem Sohn versuchen wollte, hab ich ihn angeschnauzt. Das hat ihn dazu gebracht damit aufzuhören und die Mutter hat dann in einem sehr leisen und schüchternen Tonfall zu dem Bengel gesagt "Aber das darfst du doch nicht machen. Damit tust du den anderen Kindern doch weh". Den Jungen hat das kein Stück interessiert und er ist an seiner Mutter vorbeigegangen.

Nachdem er dann eine Weile lang keine Probleme mehr gemacht hatte, fing er dann an die Treppe zur Rutsche zu blockieren und sagte, dass nur noch ältere Kinder dort rauf dürften und wollte meinen Kleinen von der Treppe schubsen. Ich hab ihm dann sehr böse und sehr laut gesagt, dass die Treppe und die Rutsch nicht ihm gehören würde und für alle Kinder da wären und er jetzt gefälligst Platz machen und die Kinder vorbeilassen sollte. Wieder ein dummer und leicht ungläubiger Blick von ihm und er stand auf. Da muss es seiner Mutter wohl sehr unangenehm geworden sein, denn sie hat ihren Sohn (wieder leise und schüchtern) gefragt, ob er sich nicht lieber noch ein paar Tiere anschauen wollte. Da ihm das wohl zu blöd war, dass da jemand ständig mit ihm meckert hat er sofort zugestimmt und ist abgedackelt.

Gruß Astrid mit Erik (fast 3 Jahre) und Ronja (1 Jahr)

Beitrag von mimi1410 30.03.10 - 22:54 Uhr

Hi,
wir haben ihm shcon klar zu verstehen gegeben, dass bestimmtes Verhalten bei uns nicht toleriert wird (die Kinder "ziehen" hier gern mal von Garten zu Garten und spielen dann) und er ist dann auch verständig und benimmt sich. Aber immer erst nach einer scharfen Ansage. Wenn die Kinder in der Siedlung unterwegs sind, kann man sie halt auch nicht kontrollieren. Es gibt Gärten / Familien, wo er gar nicht aufkreuzen darf. Auch blöd für ihn, aber er merkts nicht. Ich dacht ja shcon daran, ihn zum Beschützer unserer Kleinen zú machen, so nach dem Motto, du als Großer kannst doch sicherlich gut auf sie aufpassen, dass ihr nichts passiert.
Naja, momentan sind wir ratlos und fahren erst mal in den Urlaub und dann ist der Bub zwei Wochen nicht da (ist 2 Wochen beim Papa / dann wieder zwei Wochen bei der Mama, der Arme)
LG Mimi

Beitrag von wort75 31.03.10 - 14:24 Uhr

fernhalten geht nicht. die kinder gehn mit den anderen. bei uns hat sichs so ergeben, dass es zwei gruppen gab. ohne unser zutun. da sind die, die etwas bessere umgangsformen haben zusammen, und dann die anderen, ach , eigentlich gibts noch eine italo-mädchen-gang in hellrosa und schleufchen und eine mit grösseren kindern. hat sich selber ergeben...
wenn aber von seiner gruppe keine kinder draussen sind, schliesst sich meiner der anderen gruppe an. er kommt aber zwischenzetilich (3.5) zurück, wenn er mit deren spielregeln nicht einferstanden ist.

wenn es bei euch nur eine gruppe gibt, musst du entweder gucken dass sich die kinder darin zurechtfinden (ohne grosse hilfe deinerseits) oder aber du bringst deine kinder woaders hin - täglich. du kannst nicht erwarten, dass dein kind fröhlich und ausgeglichen und alleine im sandkasten spielt, weil die anderen kindern kein umgang für sie sind...

Beitrag von tigerente2004 02.04.10 - 09:46 Uhr

Hallo,
ich würde mein Kind stärken - sie darf machen was sie will und Dreck soll er selber fr... wenn er möchte und dann soll sie sich wegdrehen. Wenn er sie packt soll sie laut schreien und dann kann auch jemand einschreiten und wenn sie dann heimkommt und dir das erzählt, kannst du zu ihm hingehn, am besten die Mutti steht dabei, dann hört sie was für ein sauberes Kerle sie hat.. pfui - sowas kann ich überhaupt nicht haben. wenn jemand die Kinder so fertig macht.
Gruß
Tigerente2004