Kind ist aufeinmal so traurig

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von lumen 30.03.10 - 20:41 Uhr

Hallo,

vielleicht kennt das ja jemand!
Mein Sohn fast 6Jahre alt ist aufeinmal soooo unendlich traurig, über alles!

War bei meiner Schwester, auf der Hinfahrt hat er geweint, will bei Papa bleiben (eine Nacht) auf der Heimfahrt hat er geweint er will dort bleiben.

Habe ihm heute den Film Pony Immenhof mitgebracht, dachte mir das habe ich gerne früher gesehen..(er reitet gerne)..er weinte den ganzen abend, weil einer von den Jungs ausgeschlossen wurde, obwohl er am Ende doch dazugehört hat.

Aber er weint nicht trotzig oder so, sondern echt so, dass man merkt sein Herz tut weh!

Eben aber nix konkretes, wie gesagt, alles macht ihn traurig.

Hoffe jemand weiss einen Tip!!

Danke

Beitrag von polar99 30.03.10 - 21:02 Uhr

Hallo,

so pauschal kann man dazu wenig sagen, wielange ist er denn schon traurig?

Hat er Freunde? Spielt er gerne? Hat er sich allgemein zurückgezogen?

Gab es bei euch familiär irgendwelche Veränderungen oder in seinem Umfeld?

Lg polar

Beitrag von lumen 30.03.10 - 21:06 Uhr

Hallo Polar,

ja er hat feste und lange Freundschaften.
In der Familie ist nix anderes, zumindest nix bewustes!

Sonst spielt er auch normal, aber wenn wir zuhause sind oder eben unter uns, dann schüttet er praktisch sein Herz aus aber wie gesagt, in meinen Augen lapalien, also ich nehme ihn natürlich ernst, aber ich kann mir nicht vorstellen warum ihn soviele Sachen unabhängig voneinader sooo traurig machen das er richtig weint.

Seit wann hat er das...eine Woche etwa!

Beitrag von polar99 30.03.10 - 21:17 Uhr

Eine Woche ist ja noch nicht sooo lang.

Vielleicht gibt es im Kiga eine kleine Veränderung? Oder im sonstigen Umfeld, etwas was ihn verunsichert, was ihr aber nicht seht, weil es vielleicht auch gar nicht so gravierend ist. Kinder sehen ja die Welt mit anderen Augen.

Wenn er wieder so traurig ist, würde ich ihm das Gefühl geben, dass ihr das auf alle Fälle ernst nehmt. Also ruhig ihm vermittelt, dass er auch traurig sein darf, wenn er das Gefühl hat er muss weinen. In dem Moment ist das Gefühl bei ihm ja da. Ihm dann aber auch sagen, dass ihr gerne wissen möchtet, über was er jetzt genau traurig ist. Auf keinen Fall signalisieren, dass es für euch Lapalien sind. Für euren Knirps scheint es ja Ernst zu sein in dem Moment.

Solange er sonst fröhlich und ausgeglichen ist und das nur hin und wieder eine Phase ist, würde ich das nicht allzu schwer sehen.

Er kommt bald in die Schule? Vielleicht spürt er den Umbruch...

lg polar

Beitrag von dominiksmami 31.03.10 - 09:39 Uhr

Huhu,

entweder könnte es sein das er Probleme mit Klassenkameraden etc. hat.

Was aber meiner Meinung auch sehr wahrscheinlich ist, ist folgendes.

Kleine Kinder sind Egozentriker und sich aus dieser natürlichen Egozentrik zu lösen dauert einige Jahre und geht meist in einzelnen Schritten vor sich.

Bei meinem Sohn kam so ein Schritt auch immer recht plötzlich und unerwartet.

Die Kinder rücken raus aus ihrer kleinen Welt und bekommen Augen und Ohren und vor allem auch ein Herz für die Dinge die um sie herum geschehen.

Z.B. ist es für kleine Kinder ja so, das man einfach weg ist, wenn man weg ist *g*
Wenn man sie z.B. zum Kindergarten bringt, dann ist man weg...sie denken nicht darüber nach was man macht oder nicht, denn sie sind im Kindergarten und somit ist auch ihre ganze Welt im Kindergarte.
Dann kommt irgendwann ( bei dem einen früher, bei dem anderen später) eine Wandlung darein und zum ersten Mal hört man die Frage " Mama was hast du gemacht als ich nicht da war?"

Das sind so kleine Anzeichen dafür das die Kinder plötzlich wissen und auch verstehen das der Rest der Welt auch noch existiert wenn sie nicht dabei sind.
Sie wollen Anteil nehmen am Leben der anderen.

Die Schritte weiten sich immer aus.

Was jetzt bei deinem Sohn sein kann ist folgendes. Er kann sich plötzlich vorstellen wie z.B. der ausgeschlossene Junge sich fühlt und reagiert sensibel auf dieses Gefühl der Trauer.

Zudem verstehen die Kinder immer mehr das auch anderen etwas passieren kann, wenn sie nicht dabei sind.
Vielleicht gabs in seiner Umgebung ( Familie, Freunde, Lehrer, Klassenkameraden und so weiter und so fort) einen Zwischenfall von dem er gehört hat...vielleicht hatte jemand einen Unfall als ein Freund von ihm nicht dabei war oder ähnlich.

Das erklärt dann diese Trennungsangst ( will nicht vom Papa weg, will nicht von der Tante weg etc.), er weiß plötzlich einfach das diesen Leuten etwas geschehen kann OHNE das er Einfluss darauf hat.

Da fühlen Kindern sich oft schon mal hilflos und daher rührt dann diese Trauer.

Wie gesagt, wichtig wäre Abzuklären ob er sich selber irgendwo ausgeschlossen fühlt oder ähnliches.

Ansonsten hilft Verständniss, aber auch Konsequenz und vor allem Ruhe. Trösten aber eben immer so das er merkt das eine Trennung auch etwas normales ist. Behüten, aber auch dahin führen das er wieder Sicherheit gewinnt und nicht jedesmal den Weltuntergang erahnt wenn er sich woanders hin begiebt. Verstehst du wie ich das meine?

Ich hoffe dem Lütten gehts bald wieder besser und er findet seine Fröhlichkeit wieder.

lg

Andrea

Beitrag von lumen 01.04.10 - 10:04 Uhr

Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten!
Ja, da ist schon was dran, das er Ängste hat. Letzt ging er z.B. mit Papa in den Wald (jagen :-) ) als er raus ging, sagte er x-mal..pass auf Dich auf, mach nicht die Tür auf, wir kommen ja bald wieder, sei nicht einsam.....pass auf Dich auf!
Also sehr treffend was Ihr geschrieben habt!

Wahrscheinlich wirklich nur mal wieder eine Phase, von der ich noch keine Ahnung hatte!
Von der Seite habe ich es noch gar nicht gesehen!

In die Schule kommt er dieses Jahr, ja den Auf / Umbruch merkt er sicher!!

Vielen lieben Dank!