Muss ich auch was an die Steuer bezahlen? Elterngeld-Sockelbetrag!

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von nudelmaus27 30.03.10 - 21:22 Uhr

Hallo Ihr!

Ab Juni bin ich voraussichtl. in Elternzeit und werde, da ich momentan keinen Job habe, nur den Sockelbetrag von 300 Euro bekommen. Mein Mann hat ein ziemlich mieses #schwitz Jahreseinkommen (so ca. 18.000 Euro netto). Sonst bekommen wir noch Kindergeld für Nr. 1 und neben Kinderzuschlag auch ein geringes Wohngeld.

Wenn ich dann im Nachhinein die Steuererklärung machen muss, muss ich dann noch was zahlen oder ist der Sockelbetrag geschützt?
Mein Mann hat momentan Steuerklasse 3 und zahlt 10 von 12 Monaten (kommt auch mal vor das er bissel mehr bekommt ;-)) sowieso schon keine Steuer aber die Steuererklärung müssen wir ja machen.

Kann mir jemand helfen? Denn wenn ich von den 300 Euro auch noch was abführen muss im Nachhinein, würde ich es lieber vorher weglegen, eh dann die böse Überraschung kommt.

#danke, Nudelmaus

Beitrag von sabuscha 30.03.10 - 21:41 Uhr

Hallo,

eltern- und kindergeld sind steuerfrei, allerdings unterliegt das elterngeld (sowie sonstige lohnersatzleitungen) dem progressionsvorbehalt. d.h ihr werden höheren steuersatz haben. ob es zur einer nachzahlung kommt, kann man leider so nicht sagen, dass muss man dann berechnen. probiere es mal mit "elster" gib einfach die daten vom letzen jahr ein plus elterngeld. ich schätze mal wenn überhaut eine nachzahlung dann nur eine geringe.

Beitrag von kessita 30.03.10 - 21:47 Uhr

Hallo,

generell kann euch das niemand sagen, allerdings ist es für euch interessant, das inzwischen ein Verfahren läuft, mit dem Ziel den Mindestbetrag des Elterngeldes aus dem Progressionsvorbehalt rauszunehmen.


Genaueres könnte euhc dazu mein Mann sagen , aber der muss jetzt zur Apotheke - Kind ist krank.

LG

Beitrag von gewitterhexx 30.03.10 - 22:51 Uhr

Hallo,

wir hatten für 2007 eine Nachzahlung von ungefähr 400 €. Ich hatte damals auch nur den Sockelbetrag, aber mein Mann hatte bissel mehr verdient.

Leg lieber was auf die Seite, wenn es dir möglich ist, dann bist du auf der sicheren Seite.

Diesmal hab ich mir das Elterngeld auf 2 Jahre aufteilen lassen, dann wird die Nachzahlung, falls es zu einer kommt, nicht so hoch. Beim FinA ist ja nicht mit Ratenzahlung.

LG
Petra

Beitrag von miau2 31.03.10 - 08:38 Uhr

Hi,
generell unterliegt das Elterngeld dem Progressionsvorbehalt, weil es eine Lohnersatzleistung ist.

Es gibt aber Stimmen (bzw. mindestens ein Bundesland - Sachsen) die sagen, dass die 300 Euro Sockelbetrag eigentlich nicht darunter fallen können. Mit dem Argument: das bekommt jeder, auch jeder, der nicht gearbeitet hat, es ist anrechnungsfrei bei ALGII - Bezug - es kann also keine Lohnersatzleistung sein, dürfte also eigentlich nicht dem Progressionsvorbehalt unterliegen.

Es gibt wie schon gesagt ein Verfahren darüber, ob das in Zukunft einheitlich auf dem einen oder auf dem anderen Weg gelöst wird. WIE das ausgeht ist m.E. nach offen.

Ihr seid verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, die sicherste Variante ist eigentlich immer die, sich rechtzeitig mal auszurechnen, was an zusätzlicher Steuerlast auf einen zukommt und dann entsprechend etwas zurückzulegen (das kann man ja mit einem Steuerprogramm und etwas Zeit mal berechnen).

WENN Euer Finanzamt den Steuersatz mit Berücksichtigung vom Elterngeld berechnet, also entsprechend höher, dann ist es sinnvoll, Einspruch einzulegen mit Hinblick auf das schwebende Verfahren, damit sichert man sich Ansprüche auf Erstattung, wenn zugunsten der Sockebetrag-Empfänger entschieden wird.

Wobei du das ganze allerdings verfolgen solltest, ist ja auch möglich, dass es bis dahin bereits ein Urteil gibt. Das findet sich mit Sicherheit dann auch in der Tagespresse.

Ist halt nicht ganz so einfach - wir gehen mal davon aus, dass mein Sockelbetrag dem Progressionsvorbehalt unterliegt (wir wohnen nicht in Sachsen) und werden entsprechend Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen. Zu verlieren haben wir ja nichts, nur ca. 150 Euro zu gewinnen (bei uns wirken sich Mutterschaftsgeld und Elterngeld 2009 mit ca. 150 Euro höherer Steuerlast aus...nachzahlen müssen wir deswegen allerdings nichts, es reduziert halt die Rückerstattung).

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von nudelmaus27 31.03.10 - 12:21 Uhr

Dankeschön, da ist es ja sehr praktisch, dass ich in Sachsen wohne ;-)!

Naja mal ehrlich es wäre schon sehr extrem, wenn ich davon noch Steuern bezahlen müsste. Wie gesagt, mein Mann bekommt so ca. 1350 Euro netto im Monat, dazu kommt dann eben noch 2x Kindergeld und Kinderzuschlag + bissel Wohngeld und eben das Elterngeld von 300 Euro, das ist eh schon super knapp.
Naja wundern würde mich garnichts mehr heutzutage!

Blöd das ich meinen Job eingebüst habe aber kann man ja nun nicht mehr ändern #schmoll. Vielleicht finde ich recht schnell was Neues nach der Geburt, versuchen werde ich es auf jeden Fall.

LG, Nudelmaus (30. SSW)

Beitrag von miau2 31.03.10 - 12:38 Uhr

Hi,
du solltest aber auf jeden Fall aufpassen - möglich ist ja auch das umgekehrte Urteil, dass die Praxis in Sachsen nicht zulässig ist.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von nudelmaus27 31.03.10 - 12:44 Uhr

So jetzt habe ich gegoogelt #freu und:

Sachsen ist das einzige Bundesland, wo der Sockelbetrag bei der Steuer nicht berücksichtig wird!

#huepf#huepf#huepf

Beitrag von miau2 31.03.10 - 13:44 Uhr

Wie gesagt...mal gucken, ob es so bleibt und andere das so übernehmen (müssen) - wäre ja für uns auch ein Vorteil ;-).