Ich bin kurz davor, mich zu trennen - bin soooo wütend

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von mirreichtsgleich 31.03.10 - 17:03 Uhr

Hallo!

Ich mache meinem Sternzeichen grad mal wieder alle Ehre - kann mich nicht entscheiden. Seit Tagen/teilweise schon seit Wochen wiege ich ab und wiege ab und wiege ab #aerger

Mein Mann und ich sind in Paartherapie, weil wir einfach nicht auf einen Nenner kommen und Streitigkeiten teilweise in Aggressionen enden, wenn das Fass am Tag übervoll ist :-[

Früher hab ich mir kaum was sagen lassen (also von meinen Partnern) und wusste genau, was ich wollte. Nun bin ich verheiratet, habe 2 Kinder und mein Mann tanzt mir total auf der Nase herum. Ich kann mich einfach nicht durchsetzen.

Er ist stinkend faul, hilft kaum im Haushalt. Er hat einen veränderten Tagesrhythmus, bedingt durch die Arbeitslosigkeit. Lust auf Arbeit hat er aber auch nicht. Er geht spät ins Bett, steht dementsprechend erst zw. 14-15 Uhr auf. Ich bin quasi den ganzen Tag allein mit den Kindern, putze, koche, usw. Er meckert rum, wenn die Kinder zu laut sind (sie sind erst 3 und 1), er hält sich an keine Regelungen. Wir haben in der Therapie eine Abmachung getroffen. Er verändert schrittweise seinen Tagesrhythmus und ich zeige ihm, dass ich ihn liebe und meckere nicht so viel.

Meinen Teil halte ich jetzt seit der letzten Sitzung vor einer Woche ein. Er macht weiter wie bisher. Er selbst hat einen Plan erarbeitet, wie er den Rhythmus verändern will, hat das aber bisher erst an 2 von 8 Tagen eingehalten. Ich habe nicht gemeckert und versucht ihn zu bestärken, am nächsten Tag pünktlich aufzustehen, aber so langsam platzt mir der Kragen.

Er motzt mich nur noch voll, ist im Ton sehr ungehalten, fährt schnell hoch, hat permanent schlechte Laune. Nun wollte ich mit den Kids raus und er fragte, ob wir genug zu essen hätten, denn er wolle heut schließlich nicht nochmal raus. Soll heißen: Ich soll mit den Kids einkaufen - das hab ich aber gestern erst und überhaupt gehe ich zur Zeit fast ausschließlich allein einkaufen. Ich war auch diese Woche bereits bei 2 wichtigen Arztterminen, wo ich ihn wirklich sehr gebraucht hätte.

Spreche ich ihn vorsichtig auf Probleme an (haben wir auch in der Therapie so abgemacht - das in einem sehr ruhigen Ton zu klären) bricht er sofort ab, meint, er hätte keine Lust auf meine Diskussionen und lässt mich stehen.

Vor einer Woche war ich so froh, nicht mehr grübeln zu müssen, ob ich mich nun trenne oder nicht, ob es noch Sinn macht oder nicht ... denn da klappte es echt gut - leider nur 2-3 Tage #schmoll

Mittlerweile hab ich irgendwie die Hoffnung verloren, dass das alles noch einen Sinn macht. Ich bin so sehr enttäuscht von ihm, hab irgendwie mehr erwartet.

Ich bin mir grad so unsicher, ob ich die Therapie noch duchhalte und sehe, ob sich doch was tut oder ob ich mich einfach trenne. Ich komm mir so alleinerziehend vor und bin es eigentlich gar nicht. Er will nicht, dass ich das und das mit den Kids mache, aber andererseits will er nicht mit. Was soll ich denn machen? Die Kinder haben doch ein Recht drauf. Sicher hab ich auch nicht jeden Tag Lust, aber Frischluft ist doch wichtig.

Bitte baut mich auf und macht mir Mut oder öffent mir mal die Augen. Ich hasse meine Unentschlossenheit - und im Übrigen hab ich Angst vor seiner Reaktion, wenn ich mich tatsächlich trenne - glaub, der rastet aus - klar, dann müsste er ja alles allein machen - wie unpraktisch #aerger

#danke

Beitrag von tokessaw 31.03.10 - 17:12 Uhr

hallo,
therapie hin oder her.würde mein mann,keine lust auf arbeit haben,unseren kindrn somit ein parade beispiel für hartz 4 sein,würde ich ihm feuer unterm arsch machen.
würde mein mann,dann auch noch tag für tag mit seinem hintern bis um 14-15 uhr im bett liegen,unseren kindern zeigen,wie faul sein geht und sich nicht beteiligen an der erziehung,und mich unterstüzen,würde ich ihm nicht nur feuer unterm arsch machen,nein ich würde ihm den weg zur hölle zeigen,und raus aus unserem haus.
ich würde das nicht mit machen,ich kenne niemanden,ausser er hatte nachtschicht,der bis 14 oder 15 uhr im bett liegt.
lg

Beitrag von claus 31.03.10 - 17:41 Uhr

Ganz ehrlich, das geht gar nicht!!!!!
So ein verhalten würde mein Mann nie an den Tag legen.
Ich würde deinem Mann ein Ultimatum stellen, er soll sich bis Tag xy ändern oder du verlässt ihn samt´den Kindern.

Denk vor allem an deine Kinder. Kein Kind soll sowas (Streitereien, Faulheit etc.) vorgelebt bekommen.


Und, wenn du Angst vor seiner Reaktion hast, nimm dir jemanden dazu, der bei der Aussprache dabei ist und schaff die Kinder in der Zeit zu Bekannten oder Oma & Opa.

Aber so wie du das beschreibst, hat dein Mann auch kein Interesse am Familienleben, dann soll er doch irgendwo alleine verloddern.

Wünsch dir ganz viel Glück!


Gruß

Claudia

Beitrag von litalia 31.03.10 - 18:20 Uhr

ich denke in diesem fall macht die paartherapie keinen sinn und bringt vor allem DICH im leben nicht weiter.

denk an deine kinder, du trägst die verantwortung für sie und so ein vater ist nun wirklich kein vorbild.

bis 14 uhr im bett, keine lust auf arbeit, stinkend faul.

was willst du denn mit dem? ...alleine mit deinen kindern bist du besser dran denn das bist du diese LAST los.

wünsch dir alles gute.

Beitrag von gh1954 31.03.10 - 19:44 Uhr

Meine ehrliche Meinung?
Was willst du mit so einem arbeitsscheuen, familienuntauglichen Subjekt?.


Das Leben ist zu kurz, um es zu verschleudern.

Beitrag von nightwitch 31.03.10 - 21:18 Uhr

Hallo,

ich will deinen Mann nicht in Schutz nehmen, aber wisst ihr woran es liegt, dass er so antriebslos ist?

Für mich hört sich das verdammt nach einer psychischen Störung an. (Depression oder ähnliches).

Vielleicht solltet ihr auch da mal ansetzen.

Dennoch ist es trotzdem untragbar, dass sich ein Elternteil so ausklinkt.

Entweder er ändert sein Verhalten oder du solltest mit deinen Kindern ausziehen.

Alles Gute
Sandra

Beitrag von mirreichtsgleich 31.03.10 - 21:47 Uhr

Ja, das mit der psychischen Störung glaub ich auch und ich bin damit auch nicht allein. Nach dem letzten Streit ist er zum Arzt (ging um Vergangenheit und andere Ängste) und er hat eine Überweisung zum Psychologen bekommen. Anfangs dachte ich, er nimmt es wahr, aber leider kam er dann nach einigen Tagen an und meinte, er wäre schließlich nicht verrückt und die könnten ihn alle mal ...

Er war schon immer etwas egozentrisch, aber mittlerweile nimmt es überhand. Es zählt den ganzen Tag nur noch sein Interesse an irgendwelchen Dingen - alles andere ist eben Rotz und das äußert er auch so. Er hat keine Lust, also müssen sich alle danach richten udn wenn er mal zu was Bock hat (wie Sex z. B. muss man sofort springen, sonst ist er zutiefst verletzt ...)

Gab da ne Sache diesbezüglich, da bat er mich, ihn mal wieder zu verführen und ich dachte, gut, warum nicht, er will ja auch was verändern, zieh mir catsuit und high heels an und der idiot lässt mich da 1,5 stunden warten und sitzt noch vorm pc und googelt sich krank :-[

da hatte ich dann auch keine lust mehr #schmoll

Ich fühl mich eben mittlerweile so unverstanden. Hab auch Neurodermitis und die wird nun wieder deutlich schlimmer. Seit einigen Tagen merke ich, wie es mir mehr und mehr zu viel wird. Überlege beim nächsten Termin am Mittwoch die Trennung direkt anzusprechen #hicks

Oh Mann, dass mir so was passieren musste. Komm mir vor, wie eine Versagerin #aerger

Beitrag von nightwitch 31.03.10 - 22:21 Uhr

Du hast überhaupt nichts falsch gemacht.

Dein Mann braucht ganz dringend psychologische Hilfe. Vorallem muss ihm klar werden, dass er nicht verrückt, sondern krank ist.

Es ist ein Teufelkreis. Er hat zu nix Bock, merkt es selbst, will vielleicht was ändern, schafft es auch sich ein paar Tage zusammenzureissen und dann verfällt er wieder in die Gewohnheit und das zieht ihn noch mehr runter.

Du kannst wohl wenig helfen.

Ich bin persönlich aufgrund einiger Fälle innerhalb der Famile (ähnlich, aber dennoch nicht 100% übertragbar), dass nur die sprichwörtliche Pistole auf der Brust fähig ist, dass sich solche Menschen ändern.

Beispiel 1: mein Vater - jahrelang Alkoholiker, wurde erst aktiv und hat sich eingestanden, dass er ein Problem hat, als seine 2. Frau ihn mitsamt dem gemeinsamen Kind (meine Halbschwester) verlassen hat und ihm angedroht hat, dass er sein Kind nie wieder sieht

Beispiel 2: meine Schwiegermutter - jahrelang falsche Lebensweise, Gesundheit durch viele Schicksalsschläge geschädigt, wurde erst aktiv, als sie einen Herzinfarkt bekam und die Ärzte ihr unmissverständlich klar machten: JETZT was ändern, sonst bald Radischen von unten betrachten

Beispiel 3: mein Schwager - jahrelang litt er unter den Folgen seiner Jugend/Kindheit. Einige Ereignisse sind passiert, die seine Psyche so dermaßen geschädigt haben, dass er keinen anderen Ausweg fand als den Selbstmord.

Mein Vater und meine Schwiegermutter leben nicht mehr - sie haben nicht auf die Warnungen der Ärzte gehört.
Mein Schwager hat den letzten Strohhalm gepackt, den wir ihn geben konnten (freilich erst, nachdem er die erste Therapie mit der gleichen Begründung abgebrochen hat, wie dein Mann).
Nachdem er an einem Abend erst Selbstmordabsichten geäussert hatte und dann mehrere Stunden nicht erreichbar war, haben wir ihn vor die Wahl gestellt: entweder er geht freiwillig in Therapie oder wir lassen ihn mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zwangseinweisen.


Sicherlich sind meine Beispiele um einiges härter als die Situation mit deinem Mann. Aber dennoch - keiner kann vorhersagen wohin diese Antriebslosigkeit deines Mannes führt.

Wenn er sich selbst nicht an seinem Arsch aus dem Sumpf zieht, in dem er sich gerade befindet, schafft das keiner.
Wenn er es nicht im Guten sehen will, muss man halt versuchen ihn dazu zu zwingen.

Das ist dann eine 50-50 Situation... entweder er kapiert den Wink oder aber, er fällt tiefer.

Aber du darfst dir nicht die Schuld geben. Wenn er fällt, dann fällt er so oder so. Wenn du bei ihm bleibst, dauert es nur länger und deine Kinder und du könnten an den Folgen leiden.

Tu das deinen Kindern nicht an. Sie bekommen mehr mit, als dir lieb ist. Sie merken, wenn was nicht stimmt.
Ich kämpfe immer noch mit den Schatten der Vergangenheit und dem Wissen, dass mein Vater alkoholkrank war.

Biete deinen Kindern ein schönes, stressfreies Umfeld. Kinder werden krank, wenn sie in Streit und Unfriede groß werden müssen.



Ich wünsch euch alles Gute - mit Mann oder ohne. Aber es muss was passieren. Am besten gestern als heute.
Wenn du keine Ahnung hast, an wen du dich wenden kannst, schau mal ob du eine Betratungsstelle der SKF (Sozialdienst katholischer Frauen http://www.skf-zentrale.de/ ) bei dir in der Nähe hast. Sie haben mir damals in einer anderen Angelegenheit auch geholfen.
Es ist übrigens egal ob und welcher Religion du angehörst ;-)



Lieben Gruß
Sandra

Beitrag von mirreichtsgleich 31.03.10 - 23:37 Uhr

Wow, danke für deine ausführliche Antwort.
Ich merke selbst, wie er immer tiefer sinkt und bin scheinbar noch immer so naiv, zu glauben, er würde sich ändern, weil er uns liebt und nicht verlieren will. Ja, klar, aber erstens hab ich es ja bisher auch mitgemacht - warum sollte er das dann heute ändern? War ja sonst auch nicht konsequent und ehrlich gesagt, wüsste ich auch nie so recht wie ich konsequent bei ihm sein sollte.
Er ist nicht rechtzeitig aufgestanden, als ich zum Arzt musste und schrieb ihm nen Zettel, dass ich es ja nun nicht ändern kann und hab ihn gebeten, es wieder gut zu machen, indem er die Wäsche abnimmt und die frisch gewaschene aufhängt. Es war natürlich nciht gemacht, als ich heim kam ... ja, und dann? Dann ist es eben nicht gemacht und ich muss es tun #aerger

Und mit dem Alkohol: Wem sagst du das? Mein Mann hat ein Alkoholproblem, wenngleich er nicht schon morgens mit Trinken beginnt und wenngleich er nicht täglich trinkt, aber wenn er trinkt (alle 2-3 Tage), dann sind es so zwischen 8-12 Bier am Abend und leider gehört er nun einmal auch zu der Sorte Mensch, die dann nicht anhänglich, sondern aggressiv werden und dann hat er ganz plötzlich Lust zu diskutieren #augen Er gibt ja zu, dass er ein Problem hat - ist doch auch einfacher, dann muss er sich nciht die Mühe machen, heimlich zu trinken #aerger

Ich werde wohl leider einsehen müssen, dass ich es nicht ändern kann, dass es aussichtslos ist. Schade und schade sich weiter aufzuopfern für jemanden, dem man ohnehin nicht genügen kann. #schmoll

Danke nochmal für deine klaren Worte. Ich werde mich doch nach allen Eventualitäten umhorchen, da ich noch in Elternzeit bin und finanziell deshalb leider nicht unabhängig. #schwitz

LG