Ich bin so wütend

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von august.2009 31.03.10 - 20:50 Uhr

Ich bin so wütend, ich könnte wirklich platzen!

2005 ist die Schwester meiner Oma gestoben, am 14.12.07 meine Oma. Mich hat es damals schon sehr geärgert, dass mein Vater nichts besseres zu tun hatte, als 2 Wochen später schön in den Urlaub zu fahren, aber das nur nebenbei.

Leider wohnte meine Oma und mein Vater nicht gerade um die Ecke und bis vor kurzem hatte ich kein Auto und konnte nicht zum Grab. Ja, es tut mir sogar leid, aber beruflich war die Zeit knapp und ohne Auto war es kaum machbar dort hinzukommen.

Mein Vater hat immer erzählt, dass er zum Grab von seiner Tante und Oma fährt, auch mein Opa, sein Vater ist dort begraben und auch dieses Grab würde er machen... ( Oma und Tante wollten verbrannt werden, sie teilen sich ein Grab, Opa ist "normal" beerdigt)

Aufjedenfall bin ich jetzt am Grab gewesen und mich hat der Schlag getroffen. Oma und Tante haben bis heute keinen Grabstein, dass Grab ist total verwahrlost, das Grab von Opa hat zwar einen Grabstein, aber dort lagen noch die Blumen drauf, die ich bei Omas Beerdigung mitgebracht hatte um sie auf Opas Grab zu legen!

Ich bin total enttäuscht, dass mein Vater sich nicht kümmert, es macht mich so wütend. Er wohnt vielleicht 15 Km entfernt, hat eine sehr hohe Pension, also finanziell könnte er sich einen Stein locker leisten und eine Grabpflege braucht zudem doch auch nur ein wenig arbeit und liebe ;( Ich werde die Tage nochmal hinfahren um die Gräber zu machen und werde mich nun darum kümmern.. aber ich bin trotzdem sooo wütend ;(

Beitrag von criseldis2006 01.04.10 - 10:51 Uhr

Hallo,

ich kann deine Wut verstehen.

Mir ist es mal folgender Maßen ergangen:

Meine kleine Schwester starb 1987 im Alter von 18 Monaten. Sie war sehr krank. Ihr kleines Kindergrab "durfte" von der Gemeinde aus bis 2002 da sein. Danach hätte es eingeebnet werden müssen.

Ich zog 1997 von zu Hause aus in einen anderen Ort.

Ich ging 1999 mal zu Grab meiner Schwester und sah weit und breit nur Unkraut. Löwenzahn wuchs schon auf dem Grab, der weiße Grabstein war voll mit Grünspan.

Dann habe ich 2001 geheiratet. Meinen Brautstrauß wollte ich meiner Schwester aufs Grab bringen. Ich fuhr zum Friedhof und mit traf der Schlag - das Grab war weg - nur noch Wiese.

Ich rief meine Eltern an und fragte nach. Da sagte meine Mutter: Och, auf das eine Jahr kommt es doch nicht an :-[

ES IST IHR KIND.

Heute habe ich keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern, was aber auch noch weitere Gründe hat.

Ganz ehrlich:

ICH HASSE SIE DAFÜR.

LG Heike