Wie helfen

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von richlady 31.03.10 - 21:40 Uhr

Hallo,

meine Freundin wird wahrscheinlich ein stark behindertes Kind zur Welt bringen, sie steht kurz vor der Geburt. Wie kann ich sie unterstützen, was kann ich ihr sagen?? Sie hat schon ein kleines Kind. Was hätte den Betroffenen hier wenigstens ein kleines bisschen geholfen?

Danke für eure ausführlichen Antworten, ihr könnt mich gerne auch privat anschreiben.

Beitrag von spatzl75 01.04.10 - 07:31 Uhr

Hi,

schön das Du Dir Gedanken machst.

Ich finde man sollte als Freund sehr sensitiv sein, um die Signale der betroffenen Person richtig zu deuten!

Ich habe mich damals komplett zurückgezogen. Außer den Eltern(aber auch nicht immer) habe ich Keinen an mich heran gelassen. Eine Freundin war sehr hartnäckig und hat mind. 1x/Woche auf unseren AB gesprochen. Sie war einfach
da, obwohl ich mich bestimmt ein halbes Jahr hab verleugnen lassen.
Jeder geht anders mit Trauer um!
Wenn sie das Bedürfniss hat zu reden, red! Wenn sie das Bedürfniss hat zu schweigen, schweig! Es ist eine Gradwanderung-gib ihr zu Verstehen , daß Du DA bist ohne Dich aufzudrängen.

Ich wünsche Dir ganz viel Glück!

lg

P.S.: Die Freundschaft zu meiner Freundin hat sich intensiviert!

Beitrag von barbarelle 01.04.10 - 08:47 Uhr

Hallo Richlady,

meiner Schwägerin hat geholfen, dass wir signalisiert haben: Wir sind immer für dich da. Kannst ihr das ruhig mit einer schönen Karte oder in einem pers. Gespräch mitteilen.

Zeige ruhig, dass dich die Situation hilflos macht, du aber jederzeit bereit bist sie zu unterstützen.

Wenn sie sich zu lange zurückziehen sollte, kannst du dich ja nach ein paar Monaten (2 oder 3) wieder telefonisch/persönlich melden.

Vermutlich wird sie die stärkste Unterstützung bei ihrem älteren Kind brauchen.

Grüße und alles Gute
Barbarelle

Beitrag von jindabyne 01.04.10 - 10:32 Uhr

Was Du ihr sagen kannst? Dass auch dieses Kind ein kleines Wunder ist, ein phantastischer kleiner Mensch. Mir hat es immer gut getan, wenn Menschen schöne, positive und außergewöhnliche Dinge an meiner Tochter aufgefallen sind, und nicht nur ihre "Defizite".
Ich bin allerdings auch ein Mensch, der seine Trauer nach außen trägt und Redebedarf hat. Damit kam nicht jeder im Bekanntenkreis zurecht. Viele waren selber zu verunsichert, um mich stützen zu können. Mir haben die Menschen am besten getan, die gesehen und respektiert haben, dass unser Alltag anders und schwieriger ist, die meine Tochter einfach so angenommen haben, wie sie ist, und die mir zurückgemeldet haben, dass es sie freut, meine Tochter kennen zu dürfen.

Lg Steffi