Schweiz - Ist Jemand ausgewandert?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von tannosch 01.04.10 - 09:41 Uhr

Hallo!

Mein Mann und ich wollen in die Schweiz auswandern. Mein Mann ist seit ein paar Monaten auf der Suche nach einem Job. Am liebsten würden wir in den Kanton Thurgau.

Gibt es hier Leute die auch ausgewandert sind und uns Tipps und Erfahrungen geben können?

Vielen Dank schon mal für Antworten.

LG

Tanja

Beitrag von le_sheep 01.04.10 - 12:58 Uhr

Hi,

versuch mal diese Links hier:

http://www.Neu-in-der-schweiz.com
&
http://www.halle-schweiz.de

Mein Mann möchte auch unbedingt dorthin, arbeitete bereits mehrere Jahre dort, aber ich kann mich noch nicht so recht anfreunden.

Am meisten schreckt mich eigentlich die Deutschen- Feindlichkeit ab.
Als Deutsche wirst du dort so behandelt wie hier leider vielerorts polnische Mitmenschen ( á la "die nehmen uns die Jobs weg und drücken Preise").
Außerdem wird mir ganz anders, wenn ich die Kinderbetreuungskosten sehe #schock

Mein Mann dagegen liebt Land und Leute, fühlt sich sehr aufgehoben.

Wenn es euer Traum ist, dann wagt es.
Man kann es schaffen!

Viele Grüße

Sheep

Beitrag von kaku77 01.04.10 - 13:15 Uhr

Hallo Tanja

Ich bin zwar nicht in die Schweiz ausgewandert, aber ich bin hier aufgewachsen.

Das mit der Deutschen-Feindlichkeit kann ich nicht wirklich nachvollziehen, ich kenne viele Deutsche, die hier leben und ich arbeite in einem grossen Unternehmen und hier arbeiten natürlich auch einige Deutsche, von einer Feindlichkeit spüre ich nichts...

Also, wenn Du Fragen hast, einfach melden. :-)

LG Karin

Beitrag von tannosch 01.04.10 - 14:05 Uhr

Danke erst mal für die Antworten.

Hmm ...das mit der Deutschen-Feindlichkeit kenne ich persönlich nicht. Wir sind ja schon seit vielen Jahren dort zum Urlaub machen. Und habe mittlerweile viele Schweizer Freunde und Bekannte. Es gibt bestimmt auch andere Ecken, wo es so ist, aber im Thurgau sind die Leute echt Nett und aufgeschlossen. Ausnahmen gibt es immer.

Eigentlich würden mich mal die Zollbestimmungen (Einfuhr von Möbeln etc) interissiern. Was gibt es da zu beachten? Wie ist das mit Tieren ? Dürfen die auch so einwandern, egal wie viele? Wir haben z.B 2 Hunde und 2 Katzen?

LG

Tanja

Beitrag von haifa 01.04.10 - 20:39 Uhr

Hallo,

wir leben im Augenblick auch in der Schweiz.

Teuer sind Kinderbetreuung, Kosten fuer Krankenkasse (Beitrag pro Nase inkl. Selbsbehalt).

Beim Umzug einfach dem Zoll eine Inventarliste vorlegen mit den Dingen, die ihr mitbringt. Wurde bei uns nciht kontrolliert.
Tiere haben wir keine.

Alles in allem ist es nett in der Schweiz, auch wenn wir noch nciht richtig in die gesellschaft integriert sind.
Als Deutscher Auslaender hast Du wenighstens den Vorteil, schon mal deutsch perfekt zu sprechen, was Dior einen Pluspunkt einbringt.

Ansonsten: Viel Spass beim Bierkauf in der Migro und Waschen nach Waschkuechenordnung. Ach ja: Akkontozahlungen bei der Steuerverwalktung nicht verpennen, sonst droht ein ganz boeses erwachen!

Wenn ihr gut haushaltet, koennt ihr sogar jede Menge Geld sparen!

LG
haifa (zur Zeit in Haifa :-)

Beitrag von alocin1970 01.04.10 - 20:43 Uhr

Hallo,

mein Cousin lebt und arbeitet seit vielen Jahren dort, in Zürich, in einem großen internationalen Unternehmen. Und er kann durchaus ein Liedchen singen von der Deutschenfeindlichkeit, erlebt das immer wieder. Und es ist seeehr teuer. Er will eigentlich seit Jahren weg, ist aber zu faul, sich zu bewerben.
Auswandern ist glaube ich das falsche Wort - ihr wollt doch nur dort arbeiten, oder? Oder wollt ihr für immer dorthin, mit allem Drum und Dran, d.h. für immer weggehen und die eigene Nationalität für immer ablegen? Ich glaube nicht, dass das leicht ist, die Schweizer Nationalität zu bekommen. Mein Cousin hat z.B. einen "Fremdenpass", den er jedes Jahr erneuern muss.
Seine Einreise war damals etwas schwierig, da seine Eltern mit den Möbeln ein paar Minuten zu spät zur Grenze kamen und die Zöllner sich weigerten, ihn abzufertigen. Aber am nächsten Tag ging dann alles gut.

LG Nico

Beitrag von tannosch 01.04.10 - 21:17 Uhr

Ja, wir wollen komplett in die Schweiz. Also nicht in Deutschland wohnen und in der Schweiz arbeiten. Sondern richtig in der Schweiz leben.

Beitrag von alocin1970 01.04.10 - 21:57 Uhr

Nee, das wusste ich schon. Mein Cousin lebt ja auch richtig da, seit 10 Jahren, in Baden bei Zürich. Aber unter "auswandern" verstehe ich, dass man die eigene Nationalität aufgibt und für immer in dem anderen Land bleiben will.

Die Schweiz ist auch recht teuer, wohnen und ausgehen sind ziemlich übel. Aber natürlich hat man tolle Freizeitmöglichkeiten, Wintersport, Bergwandern, etc. das stimmt schon.

Euch alles Gute,

lg Nico

Beitrag von tannosch 02.04.10 - 07:28 Uhr

Also die Deutsche Staatsangehörigkeit behalten wir .

Vor eine paar Jahren war es aber in der Schweiz noch teurer , ich meine was Lebensmittel angeht.
Seit Aldi und Co. da sind geht es einigermaßen. Das hatten wir in den letzten 2-3 Jahren im Urlaub gemerkt. Vorher sind wir immer rüber nach Deutschland zum Einkaufen, und jetzt hatten wir immer bei Aldi eingekauft, dass ging eigentlich.

Beitrag von onlyboys 02.04.10 - 00:01 Uhr

Sind von Luxemburg rübergegangen.

Ja es stimmt, die Deutschen werden hier nicht gemocht, wahrscheinlich liegt das aber eher an der Arbeitsmoral und die Schweiyer haben eben Angst dass mit den vielen Deutschen Chefs, die Lebensqualitaet am Arbeitsplatz flöten geht. Momentan sieht der Arbeitsmarkt hier aber auch nicht so dolle aus....

Ich habe als Erzieherin hier gany schnell einen Job gefunden, wahrscheinlich eben wegen dem Vorteil fliessend Deutsch und französisch zu sprechen.

Haben mich schnell eingelebt und viele Schweizer Freunde und Freundinnen.Ich gehe nicht mehr zurück.

Mich spricht die Kinderfreundlichkeit an und eben die Art der Leute.
Naomi

Beitrag von wort75 06.04.10 - 09:49 Uhr

ich bin schweizerin und arbeite im thurgau...

thurgau ist gross, häuser sind auf dem land sehr preiswert - aber dafür ist die anschliessung sehr schlecht. wirklich gut erschlossen ist nur frauenfeld selber. von da hast du die chance, überall im thurgau oder aber auch nach zürich zur arbeit zu gehen. sowas muss man berücksichtigen, denn in der schweiz ist ein job nicht auf lebenszeiten und die kündigungsfristen sind nur 3 monate. danach bist du weg...

in der schweiz hat man auch angst um die jobs, dass die deutschen vermehrt hier auf den arbeitsmarkt drängen macht sie nicht gerade sehr beliebt. aber ich denke, ihr deutschen seid doch noch die zweitbeliebteste ausländergruppe in der schweiz.

ungut macht es sich, wenn ihr eure bräuche nicht an unsere anpasst - das ist das einzige. wir haben keine latternenumzüge sondern wollen unsere "räben-lichtchen" (geschnitzte rüben), wir haben keine schultüten sondern gar nichts... und wir mögen unsere traditionen gerne unverstellt.

wir haben keine kostenlose betreuung für unter vierjärhige. ich zahle zB 120 franken pro tag und kind für die krippe. es gibt im thrugau auch krippen für 60 franken pro kind - das ist ein eher preiswerter kanton... (meine gehen in zürich in die krippe) krippen bei uns sind bei weitem mehr als eure "kindergärten". es gibt einen viel strickteren personalschlüssel. bei den unter 18 mnt sind es 6 kinder auf zwei erwachsene bei den über 18mnt sind es 4 kinder pro frau (meistens). vier bis sechsjährige gehen aber in den (obligatorischen) kindergarten, was eurer vorschule entspricht. das schulsystem ist nicht so toll, aber noch etwas unbelasteter als eures. auf dem land hast du entweder einen superlehrer und superglück - oder eben nicht. in den städten sind die lehrer meist sehr gut, weil alle da hin wollen und nur die besten genommen werden (gilt nicth für zürich, hingegen für frauenfeld).

die wichtigste tageszeitung im thurgau ist die:
http://www.thurgauerzeitung.ch/
das wichtigste stellenportal wohl http://www.jobwinner.ch/(ioa1gf35osabqaf51wcxtanf)/Home.aspx
die wichtigste plattform für wohnungen / häuser ist die hier: http://www.homegate.ch/

wir bündeln die zeitungen zu hübschen packeten und stellen sie wöchentlich (zweiwöchentlich) an die strasse zum recyclen und hassen es, wenn die packete schon einen tag zu früh dort stehen, wir zahlen abfallgebühren für kehrricht und dafür wird der abgeholt. wir können es nicht leiden, wenn man unseren dialekt veräppelt und lieben kinder und hunde und katzen. unsere öffentlichen verkehrsnetze sind auf die minute pünktlich und sehr gut ausgebaut (ausser im thurgau auf dem land :-)), wir haben viel grün, viel zoos, viel seen (ausser in winterthur).

es gibt ganze neubau-siedlungen mit nur deutschen - die deutschen-getthos. aber das ist nett gemeint.

wir geben beim coiffeur 10% trinkgeld und im restaurant auch (meistens) und sogar dann, wenn wir nicht zufriden sind. wir sind nicht nett sondern freundlich, das wird oft verwechselt. wir gehen nicht wie die vielzahl von deutschen knapp und klar auf ein ziel los und nötigenfalls "nötigen" wir auch keine gesprächspartner, unsere meinung anzunehmen. wir sagen selten direkt "nein", finden es aber brutal unhöflich, wenn deutsche unser "nun ja, sie haben schon nette kinder, die ich irgendwann gerne mal für sie hüte, aber also heute gerade..." nicht verstehen und dann einfach auf hütedienst am übernächsten tag bestehen.
vieles, was für deutsche üblich ist, nervt uns oder finden wir wehleidig. für uns ist es normal, dass man bis zur geburt (also bis die fruchtblase platz) arbeitet, dass man nach 16 wochen wieder anfängt oder halt den job verliehrt (unbezahlt) und das finden wir soweit okay. bei uns ist der staat nicht für alles verantwortlich - wir zahlen unsere krankenkassen selber und wählen die eigenverantwortrlich aus, dito mit krippen, haftpflichtversicherngen und all unseren anderen versicherungen und unserer altersvorsorge. wir melden unsere steuern per selbstdeklaration an und bezahlen diese ein jahr später dann auch ein.

und wir entwickeln uns zur zeit in eine dumme richtung: nämlich in eine sehr gesetzliche. für alle wird ein gesetz erschaffen... das ist gerade etwas dumm. ansonsten: die schweiz ist teuer aber schön. man kann hier locker 3x so viel verdienen wie bei euch - dafür ist auch alles teuerer und im lohn ist ausser der ahv noch nichts abgezogen - sprich das kommt noch separat.

thurgau ist vom kanton her (eher preiswert) eine gute wahl - auch landschaftlich sehr idyllisch, teilweise etwas sehr keine dörfer wo du vorab nie weisst, ob es och andere familien gibt mit kinder im alter von deinen...) arbeitsplatztechnisch wäre es richtung zürich besser, aber viel teurer und zb winterthur hat schlicht keine häuser zu kaufen. wohnungen hingegen findest du schon noch...

Beitrag von stern484 09.04.10 - 21:45 Uhr

Wow endlich mal eine richtige erklärung was der unterschied zwischen deutschland und schweiz ist ;-)