Wie mache ich mein Kind "stark"...??

Archiv des urbia-Forums Kleinkind.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von 79kaddy 01.04.10 - 12:09 Uhr

Hallo Ihr lieben!!

Hab mal eine Frage an Euch - wie Ihr das macht.... oder machen würdet....

Mein Sohn ist knapp 2 Jahre alt und ein ziemliches "sensibelchen". Aufgeschlossen und eigentlich total lieb. Er kann logischerweise auch frech sein, stellt Sachen an, hat seine Wutanfälle und ist auch trotzig. Ganz normal eigentlich.

Jetzt hatten wir in den letzten Tagen zweimal Besuch von gleichaltrigen Kindern, die eigentlich auch häufiger hier sind.
Nun diesmal war es anders - die anderen beiden Hauen, schubsen, nehmen Spielzeug weg usw.... Und mein kleiner Mann steht da, fängt an zu weinen und wehrt sich nicht. Einerseits bin ich der Meinung das die kleinen das unter sich ausmachen müssen, aber ich kann ja nicht daneben stehen und nichts machen - zumindest muss ich ihn trösten! Ich kann ihm ja schließlich nicht sagen das er zurückhauen soll, das find ich scheisse! - Das einzige was ich gesagt hab das er zu den Kindern sagen soll das sie das nicht dürfen.....

Die anderen Mamas haben Ihre Kinder übrigens schon geschimpft, bzw. gesagt das man das nicht macht. Also schon korrekt verhalten.

Das Problem ist halt das mein Kind das nicht so leicht wegsteckt - Abends hat er dann viel geweint usw. Ich merk das halt das es ihn schon "bedrückt"

Wie erziehe ich mein Kind NICHT zu einem "sozialen Deppen"? (Nicht falsch verstehen!) - sondern mache ihn stark??!!

Noch zur Info - er geht noch nicht in die Kita, das ist ab Herbst 2010 geplant.

Vielen Dank für Eure Antworten!!

KADDY



Beitrag von mysterya 01.04.10 - 12:41 Uhr

Weißt du, man kann nicht alles "anerziehen". Solche Sachen sind auch Mentalitätsfragen. Es gibt Kinder die sind und waren und werden auch immer sensibler sein als andere, die werden sich Kappeleien viel mehr zu Herzen nehmen als andere, die weinen schneller als andere... Deswegen laufen sie aber nicht gleich Gefahr "soziale Deppen" zu werden. Haudraufs haben zwar ihre Vorteile dadurch, aber nicht in allen Bereichen.

Feinfühlig zu sein, kann auch eine große Stärke sein.

Prinzipiell würde ich sagen, dass "starke" Kinder, glückliche Kinder sind. Sie werden respektiert, nicht gehauen zu Hause und sie dürfen kindgerecht selbstständig sein und werden dafür viel gelobt. Außerdem haben sie Eltern, die sie lieben, das Kommunizieren können und Eltern, die auch selber "Stärke" ausstrahlen, weil sie sich so ackzeptieren wie sie sind, nicht immer gleich einknicken, in ihren Entscheidungen stabil und richtunsggebend sind.

Nur weil, dein Kind jetzt nicht seine Ellenbogen einsetzt, muss es darunter nicht schwach sein.

In der Schule werden ziviliserte Jungs später auch mehr geschätzt als Raufbolde.

Bau halt sein Selbstbewusstsein auf, indem du ihm möglichst viel altersgerechte Sachen selber machen lässt, auch wenn das läner dauert und so, sodass er lernt stolz auf das zu sein, was er schon alles kann. Und gewöhn ihn daran, das Schwierigkeiten zum Leben dazu gehören. Wenn mein Kind hinfällt, zelebriere ich z.B. keine Oh-Du-armes-armes-Kind-Gutschi-Gutschi-schrecklicher-Schmerz-bla-bla-Nummer, sondern reagier eher so: Oh, bist Du hingefallen? Steh schnell wieder auf. *kurzpust* So, schon wieder gut. Genauso wenns mal im Sandkasten von anderen was abbekommt, was jetzt nicht so tragisch war. Gewisse Sachen sind halt einfach so. Klar wenn wirklich was ist, dann tröste ich natürlich auch mehr. Aber es wird nicht jeder Stups mit übermäßig viel Aufmerksamkeit versehen.

Und schließlich musst du auch bedenken, dein Sohn geht noch nicht in die Kita. Wenn er sich da erstmal dran gewöhnt hat, wird in der Beziehung sicher auch noch einiges kommen.

Im übrigen sind viele Haudraufs und Co. die größten Angsthasen, wenn es mal um was wirklich Mutiges geht. Während bessonene Kids, in solchen Situationen besser reagieren.

Meine Erfahrung aus dem Kita-Alltag...

Beitrag von 79kaddy 01.04.10 - 13:19 Uhr

Vielen Dank für Deine tolle Antwort!!
Hast Du wirklich schön geschrieben und ich werde mir einiges davon zu Herzen nehmen!!

Liebe Grüße, KADDY

Beitrag von pechawa 01.04.10 - 12:50 Uhr

Hallo,

du machst dein Kind stark, indem du es bedingungslos liebst und ihm das auch zeigst :-)
Bedingungsloses Lieben ist niemals materiell gerichtet. Bedingungsloses Lieben ist nicht verwöhnen, verwöhnen ist nicht, wenn man ein Kind in seinem Bett schlafen lässt ... ;-)
Sätze wie "was bist du so blöd" oder "spinnst du" oder "lass mich in Ruh".... dürfen in der Erziehung nicht fallen! Ebenfalls muss man rechtzeitig erkennen, wenn ein Kind reif ist, bestimmte Dinge selbst zu tun / zu entscheiden!
Ich hatte so einen Leitsatz, als ich Mama wurde - heißt aber nicht, dass ich keine Fehler machte....
"Sind die Kinder klein, halt ihnen die Zügel, sind sie groß, geb ihnen Flügel"

LG

Beitrag von pechawa 01.04.10 - 13:06 Uhr

... ansonsten bin ich der gleichen Meinung, wie meine Vorschreiberin

LG

Beitrag von 79kaddy 01.04.10 - 13:21 Uhr

Dankeschön!
Dein "Leitsatz" ist wirklich schön!!

Liebe Grüße, Kaddy

Beitrag von inajk 01.04.10 - 13:36 Uhr

In einer solchen Situation machst du ihn stark, indem du IHN bestaetigst. Ich wuerde also genau nicht troesten (dadurch kommt er in eine schwache Position), sondern sagen:

"Du bist super. Ich finde es ganz toll dass du nicht zurueckgehauen hast. Hauen ist leicht, das kann jeder, aber es ist nicht richtig. Was die Jungs gemacht haben, das war falsch, das war verboten, darum haben ihre Mamas auch geschimpft. Du hast es super gemacht, ich bin stolz auf dich!"

Sowas in der Art. So bestaetigst du ihn und machst ihn stark und selbstsicher.

LG
Ina

Beitrag von sternchen730 01.04.10 - 13:38 Uhr

Naja, Dein Sohn ist in erster Linie noch sehr klein.
Er kann nicht auf Erfahrungswerte mit anderen Kindern zurückgreifen, er lebt immerzu im JETZT. ;-)
Wenn die anderen gemein zu ihm sind, ist er erst mal baff und hat Angst. Du stehst ihm zur Seite und beschützt ihn ein bißchen vor den anderen und zeigst ihm, was zu tun ist...das wird sich schon ändern, wenn er etwas mehr Spielplatzerfahrung sammeln kann diesen Sommer. Etwas mehr Durchsetzungskraft haben sie mit 3...jetzt eher noch nicht, es sei denn, sie haben große Geschwister. Mein Kleiner ist im Januar 2 geworden und ich muß ihn auch noch beschützen, wenn er nicht allein klar kommt. Mehr als : "NEIN, Pauls!!!" kann er ja auch noch nicht sagen, so schnell kann er nicht reagieren, wenn er wütend ist.:-D
Gib Deinem Sohn Zeit und hab ein Auge auf ihn und zeige ihm, wie man mit den Raufbolden klarkommt...
LG, sternchen#stern

Beitrag von knuddel24688. 01.04.10 - 14:25 Uhr

Hallo!

Das kommst im KiGa ganz von alleine. ;-)

Muss aber sagen, dass meiner 2x die Woche zum Yi Quan (Kampsportart) und seitdem sehr selbstbewusst geworden ist was nicht immer einfach ist für uns! #schwitz

GLG