Wie stärke ich einen kleinen 2,5 jährigen?

Archiv des urbia-Forums Kleinkind.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von lotte79 01.04.10 - 20:46 Uhr

Hallo zusammen,

vieleicht wisst Ihr ja Rat, also bitte her damit.

Niklas ist immens schüchtern. Mit Fremden spricht er gar nicht. Wenn Ihn jemand anspricht (unsere wirklich netten neuen Nachbarn zum Beispiel) sagt er kein Wort. Er schaut dann nur auf den Boden, steckt sich die Finger in den Mund und ist quasi nicht vorhanden#schein

Wie also stärke ich sein Selbstbewusstsein bzw. wie bekomme ich Ihn dazu nicht immer nur still in der Ecke zu stehen? Auch wenn auf dem Spielplatz andere Kinder mit Ihm reden oder spielen wollen sagt er kein Wort.

Oder beispielsweise die übliche Wurstthekengeschichte. Niklas bekommt ein Stück Wurst angeboten, sagt aber kein Wort und nimmt sie auch nicht entgegen. Wieder traut er sich einfach nicht und ich muss es für Ihn annehmen. Danke traut er sich dann natürlich auch nicht zu sagen:-(

Ich würde Ihm hier am liebsten irgendwie den Rücken stärken damit er mehr aus sich raus kommt, bin aber ratlos wie...

Habt Ihr ne Idee?

Danke und Gruss

Silke

Beitrag von annamama08 01.04.10 - 21:02 Uhr

meine ist genau so, wirklich genau das gleiche...
das mit dem nicht danke sagen ist mir auch manchmal etwas unangenehm.

aber ich lasse sie in ruhe damit, nicht jeder muß mit 2 jahren schon so offen auf leute zugehen und ich glaube das wird von alleine... und wenn nicht, dann ist sie eben etwas schüchtern, auch ok!

mach dir mal keinen kopf!!!

Beitrag von schwarzesetwas 01.04.10 - 21:04 Uhr

Einfach indem Du den Leuten gegenüber offener wirst.
Irgendwo wird Dein Kind das schon her haben.
Kinder in dem Alter haben schon ein eigenes Wesen, sind aber logischerweise am meisten durch die Eltern geprägt.
Sprich: Offene Mama = offenes Kind usw.

Sofern ich Dir nicht was unterstellt hab, was nicht ist, sei einfach offener.

Wenn ich es getan hab: Dann weiß ich auch keinen Rat gerade.

Lg,
SE

Beitrag von guppy77 01.04.10 - 21:19 Uhr

dem stimme ich zu..das trifft genau das was ich geschrieben hab. ist viel wahres dran, obwohls nicht immer zu trifft wie du auch schreibst schon.

Beitrag von jenny133 01.04.10 - 21:27 Uhr

Hallo

kannst ja mal meine Antwort duchlesen.
Ich glaube bei uns lags dran, das ich ihm nicht die Selbstständigkeit gegeben habe, die er gebraucht hätte. Das heisst wenn er wo hoch geklettert ist oder was selbst versucht hat war ich immer nebendran. Seit ich da lockerer wurde hat Nico auch mehr Selbstbewusstsein und traut sich viel mehr (er singt sogar ab und an beim Spazierengehen so laut, das die Leute sich umdrehen *lach*)
Bei uns hatte es eben nichts mit meiner Offenheit zu tun.

LG
Melanie

Beitrag von taewaka 01.04.10 - 23:51 Uhr

wenn die entwicklung von menschen eine so einfache gleichung wäre könnte man sich viele forschungsprojekte und therapien ersparen. resilienz und vieles andere wäre durch eine einfache kettenreaktion erklärbar, ... deiner theorie zumindest in den meisten fällen.

nein. an einem verhalten oder wesenszug hängen komplexere dinge, als verhalten der mutter = verhalten des kindes

Beitrag von guppy77 01.04.10 - 21:06 Uhr

huhu

meine tochter ist schon 16, aber sie war ihr ganzes leben lang so wie du es beschreibst. auch heut noch. den grund hab ich gefunden.. ich selbst hatte kein selbstbewusstsein, somit hab ich sie nicht selbstbewusst erziehen können. traurig aber leider wahr :-(

heute mit meinem sohn ist es anders, ich bin selbstbewusst und gehe ganz anders mit ihm um..das passiert ganz automatisch. und siehe da, er ist genau das gegenteil von dem was du schreibst. er ist sehr offen und null schüchtern.

lg guppy

Beitrag von jenny133 01.04.10 - 21:25 Uhr

Hallo Silke

erstmal muss ich dich was fragen: Wenn er klettert, sagst du ihm, das er sich gut festhalten soll und lobst ihn wenn er oben ist oder hebst du ihn und warnst ihn, das er sich sehr weh tut wenn er runter fällt?
Das war nämlich glaub ich das Problem von mir und Nico. Er war vor einiger Zeit noch genauso schüchtern. Natürlich denke ich mir auch, das es vielleicht eine Phase ist (insofern wird die bei euch auch vorbei gehen).

Aber andererseits finde ich, das er sich sehr verändert hat seit ich ihn "selbstständiger" werden lasse. Ich greife nur noch ein wenn es wirklich gefährlich wird, also mehr als blaue Flecken dabei rauskommen könnten.

Gruß
Melanie mit Nico (*22.09.2007)

Beitrag von lotte79 01.04.10 - 21:36 Uhr

Hallo Melanie,

danke Dir für die Antwort. Ein bischen was könnte dran sein an deiner Antwort. Ich sehe zwar schon immer zu das er alles ausprobieren kann was er möchte (ohne warnend dahinter zustehen) aber mein Mann z. Bsp. und die Omas sind schon ängstlicher. Von denen hört Niklas wohl öfters: Mach das nicht, pass auf etc.

Da könnte es wohl auch was mit zu tun haben. Allerdings streite ich nicht ab das er es auch von mir hat. Wobei ich nicht mit mangelndem Selbstbewusstsein geplagt bin. Eher bin ich halt der verschlossene Typ. Ich mag halt generell erst mal keine Fremden und muss mit denen immer erst warm werden#schein

Hm... scheinbar bin echt ich schuld an der Situation.

LG
Silke

Beitrag von jenny133 01.04.10 - 21:42 Uhr

Hallo Silke

mach dir blos keine Vorwürfe! Und andererseits: Vielleicht ist es irgendwann sogar mal gut, das er nicht auf alle so offen zu geht!!! Gerade heute habe ich im Radio wieder eine Warnung gehört, das Kinder aus einem Auto aus angesprochen werden und zum mitfahren überredet werden. Und das bei uns auf dem Land #schock
Ein nicht so offenes Kind tut da genau das richtige: es läuft weg!

Das mit dem "Pass auf" und so kannst du ja leicht lassen (ich nehme mal an, das du die Hauptbezugsperson bist) und ansonsten lass ihn. Wenn du weisst, das er zb. beim Metzger sich nicht traut Danke zu sagen dann sag du es für ihn. Vielleicht ist es ja doch nur eine Phase und es wird bald wieder anders!

LG
Melanie

Beitrag von 123ninni 01.04.10 - 22:20 Uhr

Hallo Silke,

meine Tochter ist genauso oder fast genauso. Seit kurzem sagt sie "Danke" an der Wursttheke und nimmt die Wurst selbst an. Auch wenn sie von anderen etwas bekommt, sagt sie danke.
Aber sie versteckt sich auch gern an oder hinter mir, wenn Nachbarn oder Fremde mit uns reden und plaudern tut sie eigentlich in solchen Situationen nie.
Ich selbst bin recht selbstbewusst, wir gehen also nicht unter dem Bürgersteig die Strassen entlang und auch offen anderen gegenüber.
Als Kind (also als kleines Kind, so wie unsere jetzt) war ich aber extrem schüchtern und mein Mann war auch nicht gerade der Partyknaller;-)
Die Kinderärztin findet bei Hannah, dass das Verhalten normal und ok ist, jeder ist eben verschieden und sie guckt und beobachtet sehr lange und sehr genau, bis sie sich öffnet.

Ich bin übrigens nicht übervorsichtig beim Klettern oder so mit ihr - ich sage ihr zwar, was passieren kann, dass sie es aber ruhig probieren soll.

Ich denke, es wird sich bei Euch auch relativieren.
Jedes Kind ist unterschiedlich.

Alles Gute und LG
Nina mit Hannah *07.08.07

Beitrag von lina007 02.04.10 - 06:52 Uhr

Liebe Silke,

ich kann Dich gut verstehen! Mein Sohn ist jetzt vier und bis vor einem halben Jahr war er genauso. Er war schüchtern, guckte auf den Boden, wenn jemand "fremdes" mit ihm sprach und wir haben uns wirklich Sorgen gemacht. Ganz massiv wurde es im Kindergarten. Die Erzieherinnen im Kifa meinten dann als Tipp für mich auch, dass ich ihn mehr zur Selbständigkeit erziehen soll (z.B. Schuhe alleine an- und ausziehen lassen, die Rinde beim Brot nicht abschneiden :-)...). Seit einem halben Jahr ist er viel offener geworden, hat Freunde gefunden und man merkt ihm an, dass er sich viel wohler fühlt.
Ich glaube, dass kommt bei den Kindern automatisch, dass sie offener werden und Deine ist einfach noch ein bisschen klein. Mir wurde immer gesagt, ich solle ihn erstmal vier werden lassen, dann relativiert sich das alles... Und genauso war es.

LG Lina, die Dir viel Glück und Geduld wünscht ;-)