Wutknopf und ganz klein mit Hut

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von jenny133 01.04.10 - 21:20 Uhr

Hallo

stell hier gleich mal zwei unabhängige Fragen ein:

Habt ihr das bei euren Kindern auch schonmal erlebt, das sie einen Wutausbruch ausdehnen in dem sie immer weiter auf Konfrontation aus sind?
Nico hat heute draussen gespielt und als es spät wurde hab ich ihm gesagt, das wir bald reingehen und dann eben nach einiger Zeit hab ich ihn mitgenommen.
Erst das ganz normale Theater aber drinnen gings richtig ab. Händewaschen - nein er will nicht = #schrei. Hose aus weil voll Sand - das gleiche. Er will Gummibärchen essen ich sage nein = #schrei. Ich will ihm die Nase putzen.. wieder Geschrei. So gings ne viertel Stunde. Wenn er sich in einer Sache beruhigt hatte und ich auch nichts mehr "schlimmes" tat hat er irgendwas gefordert worauf ich "Nein" sagen MUSSTE. Als ob er einfach wollte, das ich in dem Moment nach seiner Pfeiffe tanze, weil er es vorher mit dem Reingehen auch musste. Wie reagiert ihr bei sowas? Hab ihn halt ausspinnen lassen und den Rest des Abends war er wieder total brav. Muss aber sagen während des ganzen Geschrei´s hatte ich ihn auf dem Arm und immer Kontakt mit ihm.

Tja und das andere Thema ist nun das mit seinen Freunden. Heute waren wir mit einer Bekannten und deren Tochter beim Spielplatz. Die kleine sagt zu Nico: "Du darfst nicht rutschen" Und er fängt an zu heulen.
Das ist übrigens genauso, wenn er von einem anderen Kind gehauen wird oder etwas weg genommen wird. In solchen Fällen nehme ich ihn hoch und sage, das er sich durchsetzen muss und tröste ihn. Aber ich hab Angst, das er immer mit dem geweine anfängt, weil er dann zu mir kommen kann und ich ihn tröste. Er versucht ja irgendwie gar nicht sich durchzusetzen? Aber ihn einfach ignorieren wenn er so weint (damit er es lernt)kann ich doch auch nicht oder?

LG
Melanie mit Nico (22.09.2007 geboren)

Beitrag von guppy77 01.04.10 - 21:56 Uhr

huhu

vielleicht ist er noch nicht soweit sich alleine durchzusetzen ?

bei uns ist auch ein junge der sich alle wegnehmen lässt und sich nix traut, er ist schüchtern. die mutter fordert ihn auch dann immer auf das er sich nichts gefallen lassen soll und er sich wehren soll.

das sagt sie zwar dann, aber ansonsten schüchtert sie ihn ein wo es nur geht, kein wunder das er sich nicht traut zu wehren. bei der klingt es so wie bei deinem. und das hat was mit dem selbstvertrauen zu tun wo vorhin im anderen beitrag die rede von war. da stimmt nämlich auch wieder, das es von der mama vermittelt wird. bei meiner bekannten ist es so das sie dem kind nix zutraut, leider.

du hast ja geschrieben das es langsam bei euch besser wird, gibt ihm noch mehr selbstvertrauen und dann klappt der rest auch schon :-)

lg guppy

Beitrag von jenny133 01.04.10 - 22:02 Uhr

Hallo Guppy

hast du meinen Beitrag vorhin weiter unten gelesen? Da gings drum, das das Kind der TE schüchtern ist. So war Nico auch. Und zwar wohl auch deshalb weil ich überbesorgt um ihn war #hicks Ich bin immer gerannt, wenn er irgendwo hochgestiegen ist sei es die Treppe, Rutschbahn etc.
Seit ich ihm hier mehr zutraue und wirklich nur noch eingreife wenn es ernste Verletzungen geben könnte ist er viel Selbstbewusster. Er geht nun offen auf Leute zu. Wenn ich das nun auf deine Antwort umdenke, dann ist es vielleicht noch ein Rest von dem was ich früher "falsch" gemacht habe und müsste sich ja in Zukunft auch bessern?

Irgendwie habe ich Angst, das er bei den anderen so reagiert, weil er sich bei mir nicht durchsetzen "darf"? Aber es ist ja auch definitiv die falsche Erziehung, wenn ich ihm keine Grenzen setze (die Regeln sind bei mir allerdings auch nicht zuuuu streng)

LG
Melanie

Beitrag von guppy77 01.04.10 - 22:15 Uhr

ja hab beide beiträge von dir gelesen.

ja das überbesorgt ist der auslöser, kann dir paar situationen beschreiben von der bekannten. sie geht auf toilette und fragt 3 mal ob er denn da bleiben will. bis er schließlich sagt er kommt mit. sie sagt uns immer..er kann nirgends alleine bleiben. beim spaziergang sagt sie nein er darf nicht mit ohne sie. was macht er, steht winkend in der tür und sie nein, du musst hier bei mir bleiben. dann situation: mein sohn rutscht auf so stoffdingends 20 mal runter, immer das selbe spiel .. ALLEINE. ich sah keine gefahr für meinen kleinen. 1 h später steht sie bei meinem kleinen und er will wieder dort rutschen und was macht sie ? fasst meinen an die hand und hilft ihm damit er garnicht fallen tut. so wird sie es in vielen situationen mit ihrem auch machen.

und ich denke auch das noch ein rest übrig ist bei deinem kleinen, aber schön das sich das langsam legt.

wegen grenzen, sie brauchen grenzen und die sollen sie auch einhalten. keine grenzen wäre das falsche genau. ich glaub aber nicht das er sich bei anderen nicht traut sich durchzusetzen, weil er sich bei dir nicht durchsetzen darf. das versteh ich irgendwie auch nicht.

wie ist es denn wenn er sich bei dir durchsetzen will ? vielleicht bist du doch strenger als du denkst ? ABER .. es gibt auch unterschiede beim grenzen setzen. man kann das auf verschiedene art machen.

Beitrag von jenny133 01.04.10 - 22:28 Uhr

Er darf bei mir sehr viel. Ich denke nicht, das ich da strenger bin. Ich räum auch mal was auf, wo zb. mein Mann ihn nicht ran gelassen hätte. Grenzen setze ich da wo er etwas kaputt macht und da wo er zu Schaden kommen kann bzw. jemand anders weh tut. Wenn ich aber mal Nein gesagt habe dann bleib ich dabei denn ich glaube auch, das hin und herschwenken ihn verunsichert.

Manchmal denke ich er weint, weil ihn schockiert wie ein anderes Kind mit ihm umgeht? Meinst du sowas kann ihn schon berühren? Er ist eigentlich wirklich immer lieb zu anderen Kindern. Wenn er Konfrontation sucht dann eher mit mir.
Andererseits überlege ich, ob er heulend zu mir kommt damit er meine ungeteilte Aufmerksamkeit hat und die Ruhe vor dieser Situation weil er sich mit sowas noch nicht auseinander setzen will.

So wie deine Bekannte hab ich zum Glück noch nie reagiert. Bei mir war es halt echt übertriebene Angst um ihn. Wir haben fast vier Jahre gebraucht bis ich SS wurde und ich habe ständig Verlustängste. Wenn ich das schreibe kommen mir schon wieder die Tränen. Meine Angst schlucke ich nun runter. Gut er ist auch älter und eine Beule bringt ihn ja nicht um. Von dem her ist es jetzt leichter so zu reagieren als damals wo er noch so klein und zerbrechlich wirkte.

LG
Melanie

Beitrag von guppy77 01.04.10 - 23:01 Uhr

ok, dann nehmen wir das mal weg mit den grenzen :-)

wenn er vorher schüchtern war, dann kann er damit vielleicht noch nicht umgehen. das lernt er sicher noch. ich weiß von mir selber, als ich klein und schüchtern war dass mich nur wer ansprechen musste und schon hatte ich solchen schiss. einfach weil ich ganz ofte schiss hatte fehler zu machen, angst hatte das mich eh keiner mag. warum ? weil meine eltern mich gelehrt haben das ich alles falsch mache bzw. hatten sie mir auch nie was zugetraut. bis heute ist meine mum noch so, seh ich wenn sie zu besuch ist. wenn ich seh wie sie dann ist, ist kein wunder warum ich so war. sie hat ihre ängste mir auferlegt. die last lag schwer.

so..nu sag ich dir mal was, das mit der angst eben schrieb ich ehe ich deinen dritten abschnitt mit deiner angst las. also das bestätigt das was ich eben über meine mum schrieb. ich bin also so ein kind wo die mutter verlustangst hatte. ich bin jetzt seit gut 1 jahr erst selbstbewusst und hatte es mein ganzes leben sehr sehr schwer. was fürn glück das du jetzt ihn mehr machen lässt. ABER VORSICHT!! schlucke deine angst nicht runter, verarbeite sie aber nicht zu lasten deines kleinen.

Beitrag von jenny133 02.04.10 - 00:08 Uhr

Danke für deine Antwort.
Wie geschrieben es ist nun einfacher lockerer zu sein, weil er schon größer ist. Weil man einfach sieht, das ihn nicht alles gleich umhaut.

Was du schreibst berührt mich aber auch. Meine Mutter war zu mir genauso wie ich früher zu Nico- überängstlich- ich hab es nicht richtig gesehen, er steht ohne Laufsocken bei uns auf der Eckbadewanne und sie sagt:" Melanie pass besser auf, wenn er runter fällt kann er sich das Genick brechen! #klatsch " Wenn nur ich da bin macht er das immer. Und er kann sich so toll abfangen beim Fallen, ich bin mir absolut sicher, das es höchstens einen Blauen Fleck gäbe. Aber da sie bei Nico heute immer noch so komisch reagiert gehe ich davon aus, das sie es bei mir durchgängig so gemacht hat. Ich war als Kind und Jugendliche auch wahnsinnig schüchtern. Erst als ich eine neue Arbeitsstelle anfing wurde ich total selbstbewusst. Da lief einfach alles perfekt. Somit erklärt "sein" Problem irgendwie mein altes. Schon komisch...

Schlaf gut!

LG
Melanie

Beitrag von guppy77 02.04.10 - 07:44 Uhr

dann haben wir ja das selbe erlebt. und als kind/teenie fällt es einem auch nicht auf, aber wie du auch schreibst jetzt schon. ich denk dann immer...sie übertreibt maßlos.

bsp. in bezug auf meinen sohn: wenn er weint, sagt sie du brauchst doch nicht weinen. oder wenn er irgendwo oben steht, pass auf er kann runterfallen (so wie bei deiner mum). oder immer so sätze wie..er könnte, pass auf, da hätt ich angst, das kannst du doch nicht machen, usw...das geht mir manchmal tierisch auf den keks.

ich erziehe meinen sohn selbstbewusst und das ist gut so. ich trau ihm viel zu und er ist glücklich. klar hat er mal paar beulen, aber die vergehen. nur nen kaputtes selbstbewusstsein vergeht langsamer als ne beule. darum nehmen wir lieber beulen in kauf.

lg guppy

Beitrag von inajk 02.04.10 - 12:24 Uhr

Zu deiner ersten Frage: Klar, das ist ganz normal. Irgendwann steckt man in einem Teufelskreis von schlechter Stimmung und Verboten. Ich probiere in solchen Faellen den Teufelskreis bewusst zu durchbrechen, indem ich etwas neues und positives anbiete. Also, komm, jetzt machen wir uns einen schoenen Kakao und kuscheln auf dem Sofa. Oder Vorschlag ein nettes Spiel zu spielen. Oder ich erinnere das Kind an etwas positives was den Tag ueber passiert ist und lobe sie nochmal dafuer. Meistens klappt das ganz gut. Natuerlich nicht mitten im ersten Trotzanfall, aber wenn der ein bisschen abgeebbt ist.
Das Kind kommt allein aus dem Teufelskreis nicht raus, da muessen wir ran :-)

LG
Ina

Beitrag von inajk 02.04.10 - 12:27 Uhr

...und dann hab ich doch gleich deine andere Frage vergessen. Ich wuerde den Nachdruck nicht so sehr aufs Troesten legen, sondern aufs Ermutigen. Also in deinem Beispiel wuerde ich sagen, klar darfst du rutschen, das hat sie doch nicht zu bestimmen! Also ihn bekraeftigen in seiner Position und ihn dadurch allmaehlich staerker und selbstbewusster machen. Durch zu viel Troesten bestaetigst dfu ihn eher in seiner schwachen Position.

LG
Ina

Beitrag von jenny133 02.04.10 - 13:57 Uhr

Hallo Ina

zu deiner ersten Antwort.
Bei diesem Wutausbruch konnte ich anbieten was ich will (ausser natürlich vor dem Abendessen Schokolade) er hätte immer losgebrüllt. Ich glaube sein Ziel war es, das wir in genau diesen Minuten das machen sollten, was ER will und nicht das was ICH will. Das Problem war nur, das er nur Dinge wollte, die ich so zu dem Zeitpunkt nicht erlauben konnte. Er wollte keine Hände waschen, nach dem Buddeln im Garten. Süßigkeiten und/oder Eis vor dem Abendessen... Normal warte ich auch einfach ab, bis er sich abreagiert hat, aber er hat es ja immer wieder provoziert, das ich ihm was ausschlagen musste.

Zu Punkt zwei, sowas sage ich auch natürlich. Und ich tröste ihn trotzdem. Weil er sonst gleich noch mehr anfängt zu weinen. Wie geschrieben, ich weiss nicht ob es so richtig ist, aber er hat mich wohl auch schon ganz gut im Griff ;-) Diese Ermutigungen mache ich eigentlich immer BEVOR diese Besucher kommen oder wir hin gehen. Da sag ich zb. "Wenn dich L... heute wieder haut, dann darfst du dich wehren" Oder:" Wenn dich H... nicht mitspielen lässt dann rede mit ihm und sag ihm, das du das auch darfst!" Nico ist sprachlich schon ziemlich weit, also er kann verstehen, was ich ihm damit sagen will und er kann es auch umsetzen. Nur fehlt ihm wohl der Mut noch dazu. Früher hab ich es eben geregelt, als er noch kleiner war. Da haben wir einen in der Krabbelgruppe gehabt der mit Stöcken und Zeug zugeschlagen hat, wenn er was von einem anderen Kind nicht bekommen hat. Da hab ich eben Nico vor verteitigt und ihm geholfen. Aber eigentlich weiss er, das ich nun dafür bin, das er es selbst mit den anderen Kindern regelt.

LG
Melanie

Beitrag von guppy77 02.04.10 - 19:00 Uhr

das mit dem stöcken und zeug zuschlagen ist ok, das da eingegriffen hast. aber hast du vielleicht immer zu voreilig eingegriffen ? bsp. die klein spielen friedlich und jemand nahm deinen sohn was weg. bist du jedesmal zu voreilig hin und hast es dem anderen kind weggenommen um deinen sohn zurückzugeben ? weil so lernen die es schlechter mit den konflikten umzugehen.

ich bin mit meinem sohn täglich in einer spielgruppe. die eine mutti ist wie ich, wir beide lassen unsere kids das alleine regeln, solange kein geschrei gibt und die es untereinander regeln. es sei denn einer beißt, haut usw...dann greifen wir ein und schlichten.

die eine die so überängstlich ist, die lässt ihren sohn es nicht selber regeln. die geht immer sofort zwischen und nimmt es dem anderen kind wieder weg und gibts dem sohn. oder ermutigt das er sich das nicht gefallen lassen soll und sich wehren soll. er traut sich nix..weil ja mama alles immer fein regelt. vielleicht ist es bei dir auch unbewusst das du zu schnell immer eingegriffen hast ?? ist nur ne vermutung.

Beitrag von jenny133 02.04.10 - 23:44 Uhr

Hallo

vielleicht liest du ja meine Antwort noch.
Hm, kann schon sein, das ich ganz am Anfang zu früh eingegriffen habe. Aber das war wirklich nur bei zwei Kindern. Klar, kann auch mein Fehler gewesen sein. Der eine war eben immer gleich brutal und der andere ist Nico kräftemässig so überlegen, das er wirklich immer am Ende gewonnen hat. Aber bei dem zweiten kann Nico sich nun selbst durchsetzen (solange der eben das hauen oder schubsen lässt, denn dann fängt Nico wieder an zu weinen) den ersten Treffen wir nicht mehr.

LG
Melanie