Männerfrage an die Mädels

Archiv des urbia-Forums Unterstützter Kiwu.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Unterstützter Kiwu

Dein Arzt hat Hindernisse für eine normale Empfängnis festgestellt und du bist in Behandlung in einer Kinderwunschpraxis? Hier kannst du dich mit anderen über die künstliche Befruchtung etc. austauschen. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen. Unser Kinderwunschmediziner Dr. David Peet beantwortet deine Fragen in unserem Expertenforum.

Beitrag von sternchen6666 01.04.10 - 21:51 Uhr

Wir haben nun zwei von drei Clomyzyklen hinter uns gebracht- na ja, eigentlich habe ICH vielmehr die beiden Zyklen hinter mich gebracht, ihn habe ich bewusst nicht in die Details des GV nach Plan eingeweiht... Und genau da bin ich schon bei meinem Problem und ich würde gerne wissen, ob es euch teilweise ähnlich geht wie mir und wenn ja, wie ihr damit umgeht!
Mein Freund wünscht sich eine Familie genauso wie ich. Nachdem es erst bei mir Schwierigkeiten mit dem ES gab (die wir eigentlich gut in den Griff bekommen haben) ist sein SG sehr schlecht ausgefallen. Prognose ISCI. Seitdem wir nun in der KIWU in Behandlung sind, ist mit meinem Freund kaum noch über das Thema zu reden. Er tut sich auf einmal so schwer damit, die Entscheidung für ein Kind zu treffen (sogar die Abgabe des SG war ein Drama!) Leider klappt es nicht "einfach so" und ohne sein "Dazutun" wird das alles nunmal nichts... Seine Probleme nehme ich sehr ernst, zu Beginn der Behandlung konnte er nicht mehr schlafen, hatte hohen Blutdruck und das obwohl er eine echte Sportskanone ist. Auf einmal hat er sogar unsere komplette Beziehung in Frage gestellt, was für mich ein Schock war! Seit 8 Wochen ist die Situation besser, aber ich habe Angst vor dem nächsten Gespräch über den nächsten Schritt nach dem 3. und letzten Clomyzyklus. Ich will ihn nicht drängen...aber als ob eine ISCI nicht schon schwer genug ist, muss ich nun stark für zwei sein....weiß nicht ob ich das schaffe!

Kennt ihr das? Wem geht es ähnlich? Wie kann ich in "Überzeugen" ohne ihn zu bedrängen?

Danke für ernstgemeinte Antworten

Beitrag von cwallace 02.04.10 - 08:49 Uhr

Guten morgen!

Hmm also mein Mann hat das SG auch extra künstlich in die länge gezogen...er hatte wahnsinnige Angst vor dem Ergebniss... wie wir merkten zurecht...!
Irgendwann hab ich mich mit ihm ausgesprochen und ihm gesagt, dass das unfair mir gegenüber ist, da ich jeden Monat auf meine Mens warte und das mich das extrem belastet... ABER er hat das verstanden und ab diesem Gespräch ging es dann auch wieder...
Hast Du Deinen Mann mal gefragt, wo genau seine bedenken liegen? Du hast ja schließlich den Stress... verstehe das nicht so genau... Ich glaube aber, dass eine ICSI nur funktioniert, wenn beide zu 100% dahinter stehen!

hmm naja ich weiss nicht ob Dir mein #bla was gebracht hat...

Ich wünsche Dir trotzdem viel #klee auf Deinem/Euren weiteren Weg!

viele Grüße
Conny

Beitrag von sweet-my 02.04.10 - 08:55 Uhr

Die Lösung ist da nur ZEIT und GEDULD.

Zwingen kann man niemanden,der nicht will, verständnisvoll miteinander reden und ihn freiwillig sagen lassen, ja ich will.

Der muss doch den Schock auch erstmal verdauen und für Männer ist das genauso wenig leicht wie für eine Frau!!

Bring den letzten Clomizyklus hinter dich und dann sprich das Thema mal 1-2 Wochen nicht mehr an und dann fragst du ihn , wie er sich vorstellt weiterzumachen-

Beitrag von sassi31 02.04.10 - 10:55 Uhr

Mein Mann hat nach der Diagnose OAT III erstmal einfach nichts gemacht. Obwohl ich ihn wiederholt darauf angesprochen habe, dass es nun weiter gehen muss (war da ja schon 35), kam von seiner Seite her nichts. Er hat sich nicht erkundigt, wie die Behandlung weiter aussehen würde, nicht gelesen, was ich ihm gegeben habe usw.. Nach 6 Monaten habe ich ihm gesagt, dass ich mich trenne, wenn es nun nicht endlich weiter geht. Ich hab halt einfach nicht mehr die Zeit, lange zu warten. Dafür bin ich schon zu alt. Er hat dann gesagt, er hat gedacht, ich würde schon alles in die Wege leiten. Daraufhin gab es einen Riesenkrach. Denn, auch wenn es hart klingt, ich bin nicht das Problem. Ich bin gesund. Und außerdem habe ich ihm alle wichtigen Dinge auf dem Tablett serviert. Naja, er ist dann aufgewacht und hat gemerkt, dass es mir mit der Trennung ernst ist. Er weiß, dass ich schon immer gern Kinder haben wollte und das mich schon einmal ein Mann einfach nur hingehalten hat und ich das mit mir nicht nochmal machen lassen würde.

Gib deinem Mann noch etwas Zeit. Er scheint sie zu brauchen. Und dann frag ihn, wie es denn nun weiter gehen soll. Wichtig ist, zu fragen, was er sich vorstellt und erwartet. Vielleicht kannst du ihn überreden, Maca einzunehmen. Verkauf es ihm aus Vitaminpräparat. Bei meinem Mann hat sich durch die Einnahme das SG um Einiges verbessert und seltener erkältet ist er auch. Evtl. hilft es bei euch auch.

LG
Sassi

Beitrag von molly78 02.04.10 - 11:14 Uhr

Hallo,

wir haben zwar nicht das Problem, was Ihr habt, aber viele andere. Mein Mann hatte vor 2 Jahren Hodenkrebs, ihm wurde ein Hoden entfernt. ich dachte erst, er hätte Probleme damit, hatte er aber gar nicht. Er ist immernoch genauso ein Mann wie vorher.
Ich denke, daß Dein Mann sich vielleicht in seiner Männlichkeit verletzt fühlt. Das ist natürlich ein sehr sensibles Thema und mit Druck kommt man da gar nicht weiter. Ich weiß ja nicht, was er für ein Typ ist, aber wenn wir dieses problem hätten, dann würde ich ganz ruhig mit meinem Mann sprechen. Ihn fragen, was er daran am schlimmsten findet. Ihm versichern, daß er trotzdem immernoch ein Mann ist, daß viele dieses Problem haben und daß ich es nicht schlimm finde. Daß man es gemeinsam schafft, aber eben nur gemeinsam. Zeig ihm Deine Liebe und Dein Verständnis, aber er muß auch sagen, was mit ihm los ist, was er denkt und was er will.

Man muß die Dinge einfach so nehemn wie sie sind und das beste draus machen. Nach der Krebserkrankung meines Mannes, einer ELSS und 4 FG habe ich gelernt, das beste aus jeder Situation zu machen.

Erklär ihm, daß es kein Weltuntergang ist und daß es gut ist, daß es für solche Probleme Lösungen gibt.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu viel bla bla,

Viel Glück, LG Molly

Beitrag von sternchen6666 02.04.10 - 11:32 Uhr

Vielen Dank schonmal für die lieben Antworten... Dass er die Zeit braucht und ich mit viel Verständnis an die Sache gehen muss, habe ich bereits bemerkt und irgendwie kann ich mich auch sehr gut in seinen Situation reinfühlen. Ich will ihn nicht drängen und gebe ihm ja auch viel Zeit, aber irgendwann muss man meiner Meinung nach auch über die Probleme reden...anders gibt es ja keine Lösung. Außerdem könnt ihr sicher am besten nachvollziehen, dass man als Frau auch schon mal die starke Schulter des Partners braucht. Dieser Lebensabschnitt ist kaum alleine durchzustehen. Meine Ärztin in der KIWU hat mir schon mal einen Besuch beim Therapeuten angeraten, aber wenn ich ihm damit komme, dann macht er sicher ganz dicht! Wahrscheinlich warte ich den nächsten ES ab, versuche dann mal wieder ganz in Ruhe mit ihm zu reden und hoffe auf seine Einsicht. Anderenfalls weiß ich auch nicht weiter.

Danke also, ich habe schon mal gesehen dass ich nicht alleine bin mit dem Problem und dass es sicher nur eine individuelle Lösung gibt#danke

Beitrag von cosy-80 02.04.10 - 12:43 Uhr

Oh mit meinem ist es auch sehr schwer.

Aber ich habe ihn in den letzten Jahren immer und immer wieder klar gemacht, dass ich für sein passives Verhalten wenig Verständnis aufbringen kann.
Und wenn er nicht mitzieht daran unsere Ehe einfach scheitern wird auch wenn wir uns super verstehen, aber ich könnte nicht damit leben, dass er nicht bereit war, alles mit mir durchzugehen und zu versuchen.

Beitrag von sternchen6666 02.04.10 - 17:12 Uhr

Genau an dem Punkt waren wir vor dem Clomiversuch auch schon... Ich habe ihm deutlich gesagt, dass ich alles für eine Lösung unseres Problems tun werde und es für mich keine Alternativen gibt. Sicherlich weiß ich, dass es trotzdem sein kann, dass wir keine Kinder bekommen...aber dann haben wir es versucht. Und ich kann sagen, dass ich mich immer auf meinen Partner verlassen kann. Ich habe jetzt Angst dass alles genauso wieder los geht, wie vor den 10 Wochen.... Es geht nicht nur um die ICSI, es geht um unsere ganze Beziehung. Auch wenn das blöd klingt - ich bin froh dass nicht nur mein Freund diese Hemmungen hat!!

Beitrag von rothe 02.04.10 - 18:03 Uhr

ich fände überzeugen völlig falsch - ich würde mich nur fragen ob es der richtige Mann ist, wenn er sich so kindisch anstellt!

Beitrag von cosy-80 02.04.10 - 20:59 Uhr

Es ist nicht immer alles schwarz oder weiß...es gibt auch viele Grauzonen.

Und gleich in Frage zu stellen, ob es der richtige Mann ist, weil er Probleme macht mit dem üben fürs Kind, ist zu voreilig geurteilt.

Es hat auch vieles seine Hintergründe.

Und es gibt Menschen die muss man zu seinem Glück zwingen. Und mein Mann ist genauso einer. Erst nachdem er verstanden hat, wie ernst es mir ist, ein Kind zu bekommen, erst dann fing er an aktiv zu werden. Deswegen habe ich auf seine Quengeleien keine Rücksicht genommen.

Und ich weiß, sollten wir es je schaffen ein Baby zu bekommen, dann wird er der glücklichste Mensch der Welt sein. Ich kenne ihn. Er weiß es nur noch selber nicht.

Beitrag von sternchen6666 03.04.10 - 19:04 Uhr

...diese Hoffnung habe ich eben auch - er hat einfach Angst zu dem entscheidenden Schritt "Ja" zu sagen. Wenn es einfach passieren würde, wäre das alles kein Thema. Und er ringt so seht mit sich, das merke ich ja selber. Er kann einfach nicht über seinen Schatten springen! Ich liebe ihn so wie er ist, auch wenn er es mir gerade sehr schwer macht ihn zu verstehen. Aber ich versuche es und hoffe aus ganzem Herzen dass wir uns finden ohne dass ich ihn zu etwas bringe dass er nicht will. Damit wäre ich ja auch nicht glücklich!

Was für ein Chaos in meinem Kopf und in meinem Leben...

ALLES WIRD GUT !!