suizidaler angehöriger

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von die*ratlose 01.04.10 - 22:22 Uhr

Hallo,
momentan bin ich echt ratlos und weiß nicht weiter.
Mein bruder hat sich schon mehrfach versucht das Leben zu nehmen,mal als kurzschlußreaktion ,mal"durchdachter".
Psychisch ist er einfach auffällig,das auszuführen würde den rahmen sprengen....

Es gibt immer mal bessere und schlechtere zeiten...

Momentan ist es aber schon länger schlecht,im privaten läuft es bei ihm nicht so wie gewünscht .
Grade hat er mir erzählt das er schon wieder versucht hat sich umzubringen,es ist bisher nur glücklichen Umständen zu verdanken das es nicht funktioniert hat.
(aufmerksamen Nachbarn,fehldosierungen etc.).

ich kann das einfach nicht mehr ertragen,ich zerbreche daran!
ich habe selber eine Familie für die ich stark sein muß aber das frisst mich auf.
die ständige angst ,das warten auf die nächste Hiobsbotschaft,meine verzweifelte mutter.......

er muß in therapie,aber dazu werden wir ihn nie bringen denn für ihn ist alles normal.sein leben mit dem er machen kann was er will.....

es ist einfach kein durchkommen zu ihm ,ich fühle mich hilflos und ich fühle mich verantwortlich zu handeln,aber wie?

was soll ich tun???


die ratlose

Beitrag von nad83 01.04.10 - 22:29 Uhr

Hi.

Das haör sich jetzt vielleicht hart an, aber gibt es nicht die Möglichkeit einer Zwangseinweisung durch dein Hausarzt oder so?!

Beitrag von petunia72 01.04.10 - 22:53 Uhr

Hallo ratlose,

auch ich habe eine ähnlichen Fall in meiner Familie.

Ich habe auch immer versucht zu reden, ihn zu verstehen und aufzubauen.

Aber mit der Erfahrung, die ich jetzt habe, würde ich auch zu einer Zwangseinweisung raten.
Dann würde ich aber auch ein Auge darauf haben, dass er wirklich gut behandelt wird und die Ärzte nach besten Kräften unterstützen.

Ganz ehrlich gebe ich mittlerweile jedem Angehörigen oder Betroffenen, der mit einer Suizidandrohung konfrontiert wird den Rat, sofort einen Arzt einzuschalten oder eine Zwangseinweisung zu erwirken.
Zum einen ist es - so blöd es sich anhört - für die, die nur ein wenig Druck ausüben wollen eine Erfahrung.
Zum anderen kann es dem, der wirklich nach Hilfe ruft die nötige Hilfe ermöglichen.
Aber, wie gesagt, dass beruht auch nur auf meiner persönlichen Geschichte.

LG Tina

Beitrag von sussisorglos 01.04.10 - 23:17 Uhr

Hallo Ratlose,

geb diese Verantwortung ab, der Vorschlag der Zwangseinweisung ist nicht böse gemeint, aber so kann kein Mensch sich auf sein eigenes Leben konzentrieren.

Wir mussten damals meine Mama zwangseinweisen, eine Erfahrung, die mich bis heute belastet, jedoch aber das beste für meine Mama war, ist aber ein ganz anderer Hintergrund.

In einer geschlossenen Anstalt sind Menschen da, die sich um deinen Bruder kümmern, so dass du und deine Mama wieder zu Kräften kommen könnt.

Wünsch dir alles Liebe

Beitrag von ohweh 02.04.10 - 00:04 Uhr

ist es nicht so das man zwangseingewiesen wird wenn man versucht hat sich das Leben zu nehmen, bei uns im Ort hat sich jemand mal vergiften wollen, ist gefunden worden und nach dem KH Aufhalt kam er direkt auf die geschlossene Station.Sonst würd ich ihn einweisen lassen, mit dem Hausarzt reden, so geht es ja nicht

Beitrag von manavgat 02.04.10 - 10:53 Uhr

Wenn er das ankündigt sofort Notarzt verständigen. Dann gibt es eine Einweisung.

Gruß

Manavgat

Beitrag von luka22 02.04.10 - 11:16 Uhr

Dieses Dilemma kann ich nur zu gut verstehen.

Bei uns im Dorf war auch ein junger Mann, der wohl schon Jahre an Depressionen litt. Er stammt aus einer intakten Familie und war sehr gut in Vereinen eingebunden. Also keinesfalls einer mit einem "Scheiß Leben". Trotzdem hat er vor 2 Jahren an Fasnet einen Selbstmordversuch unternommen. Er wurde rechtzeitig gefunden. An Ostern erhängte er sich im Wald. Es war wirklich schrecklich und keiner hat gewusst, wie man ihm hätte helfen können. Ich denke eine Zwangseinweisung wäre auch das einzig Mögliche gewesen. Hilfe hat er von allen Seiten bekommen. Bei starken Depressionen hilft das alles aber nicht viel.


Liebe Grüße
Luka

Beitrag von nichtsoeinfach 02.04.10 - 12:09 Uhr

hey, also leider ist das alles nicht so einfach.

ich selbst habe einen Suizidversuch hinter mir(liegt schon Jahre zurück). denen im KH hab ich erzählt was sie hören wollten und ich durfte wieder gehen.

Ich arbeite mittlerweile selbst mit psychisch kranken Menschen und weiß: eine Zwangseinweisung ist gar nicht so leicht zu bekommen! (Leider) und wenn dann max. für48 Std. erstmal.

Ich würde mal schauen, ob es bei Euch in der Gegend nicht einen sozialpsychiatrischen Dienst gibt und mich an den wenden (als Angehörige). Die helfen Dir erstmal und versuchen Kontakt zu dem Betroffenen herzustellen etc. Auch wenn Dein Bruder das dann nicht möchte, hast Du zumindest erstmal ne Anlaufstelle und die kennen sich auch aus vwg. Zwangseinweisung, UBG etc.

Beitrag von sally1409 02.04.10 - 14:23 Uhr

Mein Mann hat sich letztes Jahr das leben genommen

Er hatte eine Psychose und Depressionen

Ich ahbe ihn Zwangseinweisen lassen 3 Monate vor seinem Tod.
Er hat den Ärzten das erzählt was sie wollten , hat brav die Tabletten genommen, fazit nach 4 Wochen war er wieder zu Hause. Mir hat er dann auch nur das erzählt was ich hören wollte. Erst als ich ihm sagte dass ich so mit den Kindern nicht weitermachen kann und ich möchte dass er sich behandeln läßt kam der große Knall

Er hat sich bei uns erhängt. war bis zum Schluss immer gesagt er ist gesund nur alle anderen sind gegen ihn...

Wenn dein Burder es tun will wird er es machen, ich wußte ( Bauchgefühl) dass es bei uns früher oder später so ausgehen würde. Ärzte sind hier keine Hilfe hab alles durchgemacht was es gibt ... Hausarzt Psychologen Selbsthilfegruppen. Erst der KIT hat mir an dem Tag als er sich erhängte das Krankheitsbild richtig erklären können und sie meinten die Einweisung hat das ganze rausgezögert aber nicht mehr.

Wünsche dir viel Kraft und hoffe dass dein Bruder irgendwann einsieht dass er nicht gesund ist

Beitrag von v_welt 03.04.10 - 09:08 Uhr

ich war selber mal wie dein bruder, bei mir gabs ne zwangseinweisung, ich glaub sogar die sind verpflichtet dazu!!!!

Beitrag von die-eve 03.04.10 - 16:03 Uhr

Liebe Ratlose.

Ich empfehle Dir den Kontakt zum sozialpsychatrischen Dienst!

Viele Anghörige, Nachbarn, Arbeitgeber wenden sich an diesen Dienst, der Kontakt zu dem Betroffenem aufnimmt, und ihm Hilfsangebote unterbreitet. Es muss da nicht zwangsläufig zu einer Zwangseinweisung kommen. Es gibt viele verschiedene Hilfsangebote.
Für Details kannst Du gern Kontakt per PN zu mir aufnehmen.

Viel Kraft & liebe Grüße!
eve

Beitrag von nordseeengel1979 03.04.10 - 17:54 Uhr

Hallo,

ich hab auch solche Zeiten hinter mir #hicks

Eine Zwangseinweisung ist leider nicht ganz so einfach. Die kannst Du erst veranlassen "in dem Moment wo er sowas ankündigt oder gerade getan hat", nicht aber Tage später. Eine Zwangseinweisung ist dazu da, das Leben zu schützen...

Wenn er gerade aufm Damm ist und nix ankündigt oder tut dann wird kein Arzt etwas machen... ist Psychiatriealltag #augen

Im Grunde genommen kann nur er selbst sich helfen. Selbst wenn Du im richtigen Moment ihn einweisen lässt weil er sein Leben gefährdet, kann er wieder gehen wenn er wieder Fit ist. Und solange er sich nicht helfen lassen will, wird das dann darin enden, dass er immer wieder eingewiesen wird und immer wieder kurz drauf wieder gehen wird... Ein Anwalt kann zwar eine Unterbringung veranlassen, aber so lange sind die auch nicht, die Zeit kann man bestens überbrücken und den Ärzten das erzählen was die hören wollen...

Ich würde auch mal Kontakt mit dem sozialpsychiatrischen Dienst in Deiner Stadt aufnehmen, die können Dich beraten was Du da machen kannst...

Und ganz ehrlich ? Einer der das ankündigt sich etwas anzutun macht es in den wenigsten Fällen, diejenigen die das wirklich machen, die machen es "einsam"... Er schreit nach Aufmerksamkeit, versuch mal rauszubekommen warum ?!?

Lg Nordseeengel

Beitrag von arzach 04.04.10 - 00:48 Uhr

Auch wenn Dir diese Antwort nicht gefällt..
Ich habe überhaupt kein Verständnis für so ein Verhalten.
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich
Und wenn das seinen Tod bedeutet, ist das eben so !
Ich habe das Gejammer so satt, und würde solchen Typen echt noch die Knarre laden oder das Messer schärfen.
Ja wirklich, ich würde ihm das Messer schärfen und dann vor Ihn hinlegen.
Tu es oder lass es !
Und glaub mir, ich hab dem Tod schon mehrfach ins Auge gesehen.
Wer nicht teilnehmen will am Leben, hat sich eben dagegen entschieden. Und es ist SEINE Entscheidung. Die zu respektieren ist. Ich frage auch nicht nach den Gründen, denn die Natur tut das genauso wenig. Und du solltest es auch nicht.