Auch mal Probearbeiten

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von wollschaf 02.04.10 - 22:15 Uhr

Hier gab es ja vor kurzem einige böse Kommentare zum Thema Probearbeiten.
Ich gebe euch prinzipiell recht, das es eigentlich nicht geht für umsonst arbeiten zu gehen,

ABER:

Probearbeiten wird heute sehr oft gefordert und geht in vielen Fällen auch direkt über die Agentur für Arbeit. Da nennt man das ganze dann Trainingsmaßnahme. Diese kann bis zu vier Wochen!!! dauern. Wenn der AG sich da mal ein paar Leute kommen läßt, kann er damit durchaus mal ein halbes Jahr Arbeit abdecken, ohne das es ihn einen Cent kostet und ehe vielleicht doch jemand mal nachfragt. Und dann findet man schon Gründe, warum keiner der Probearbeiter eigestellt wurde. Da reicht ja ein simples "Passte nicht ins Team".

Das Verweigern einer "Trainingsmaßnahme" zieht übrigens Sanktionen nach sich!

Und ich möchte mal die Aufschreie hier hören, wenn jemand posten würde, daß er jetzt so eine Trainingsmaßnahme machen soll, zwei Wochen in nem Betrieb arbeiten, da gibts ja nichtmal Kohle... etc pp
Da würde demjenigen aber sicher erstmal auf wenig freundliche Art erklärt, das er ja wohl erstmal gefälligst zu zeigen hat, das er arbeiten will (und pauschal würde unterstellt, das er eben NICHT will, sonst hätte er ja kein Problem, da mal zwei Wochen was zu machen) und das er ja in der Zeit ALG I oder II weiter bekommt und also nicht UMSONST arbeitet.

Frohe Ostern,

Das Wollschaf

Beitrag von xenotaph 02.04.10 - 22:33 Uhr

#kratz

ich denke, so langsam begreife ich dann doch, was du (recht wirr) beschreiben willst ...

aber es wäre dennoch nett, wenn du das für mich nochmal umformulieren würdest.

LG

Beitrag von vwpassat 02.04.10 - 23:32 Uhr

Ich nenn es mal staatlich unterstützte Sklaverei.

Die Ämter können die Arbeitslosen 4 Wochen aus der statistik nehmen und einige Unternehmer freuen sich ein 2. Loch in den Hintern.

Beitrag von demy 02.04.10 - 23:36 Uhr

Nein,
da muss ich dir in höchstem Maße widersprechen, was ebenfalls auch deutsche Gerichte hier machen.

"Probearbeit" gibt es eigentlich gar nicht!

Entpuppt sich eine Trainingsmaßnahme, oder ein Praktikum als billiges einfaches arbeiten, so ist das angemessen nach Tarif oder ortsüblichen Gehalt für die Tätigkeit zu entlohnen.

Das ist ausgeurteilt und da braucht man gar nicht drüber zu diskutieren.

Das immer wieder unseriöse Arbeitgeber willige dumme Schafe finden, die jeden Scheiß mich sich machen lassen, haben wir Leuten zu verdanken die so denken wie du.

Ich habe auch gar nicht geschrieben dass man sich weigern soll die "Probearbeit" zu machen, das habe ich mit keinem Wort erwähnt.

Ich habe geschrieben, dass, falls man keine Arbeitsstelle nach der Probearbeit bekommt und sich die "Probearbeit" als billiges arbeiten für LAU für den AG entpuppt, dann soll man den AG gefälligst auf ENTLOHNUNG verklagen, nicht mehr und nicht weniger.

Je mehr das machen, desto mehr potentielle Arbeitgeber werden sich in Zukunft überlegen "Probearbeiten" als billige willige Arbeitskraft zu mißbrauchen.

Bei Praktika werden die AGs mittlerweile vorsichtiger, da es dort mitterweile genug Zahlungklagen gehagelt hat, hat vielleicht auch mit der Klientel zu tun die normalerweise Praktika macht.
Mehr sag ich dazu nicht.

Die Argen bzw. Jobcenter werden sich hüten Leute zu "Trainingsmaßnahmen" zu zwingen, die sich als billiges arbeiten entpuppen, das haut den jedes Sozialgericht sofort um die Ohren.

Gruß
Demy

Beitrag von sassi31 03.04.10 - 00:47 Uhr

Sehr gut geschrieben. #pro

Beitrag von king.with.deckchair 03.04.10 - 20:55 Uhr

"Die Argen bzw. Jobcenter werden sich hüten Leute zu "Trainingsmaßnahmen" zu zwingen, die sich als billiges arbeiten entpuppen, das haut den jedes Sozialgericht sofort um die Ohren"

Unter anderem deswegen bestehen wir so vehement darauf, "Probearbeiten" IMMER über uns laufen zu lassen und nicht einfach so zum Arbeitgeber hinzulatschen, wie es leider Gottes immer noch viele Leistungsbezieher tun. Zum einen, weil man so nicht in Verdacht der Schwarzarbeit gerät, sollte mal eine Kontrolle kommen, zum anderen, weil sehr wohl beobachtet wird, ob ein Arbeitgeber verstärkt "Probearbeiter" hat ohne dass es zu Einstellungen kommt.

Da kann es durchaus auch passieren, dass ein "Praktikum" bei bestimmten AG nicht genehmigt wird.