Empfinde ich das nur so?? Bzgl. Soldaten in Afghanistan.

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Beitrag von supikee 03.04.10 - 14:34 Uhr

Hallöchen,

jetzt will ich mal ein heikles Thema aufgreifen....bzw. für manche ist es das oder fühlen sich dadurch angegriffen.

Ich höre nebenbei Radio und es kam die ganze Zeit die Nachricht, dass deutsche Soldaten "versehentlich" afghanische Schutzkräfte erschossen haben.

Die Meldung, dass 3 deutsche Soldaten im Gefecht erschossen worden sind....kam unter "ferner liefen" sozusagen.

Also wird wieder diskutiert, was die bösen Deutschen dort überhaupt wollen als sog. Friedensstifter und wer nun seinen Hut nehmen sollte.

Wenn niemand zufrieden ist, sollte man einfach einen Truppenabzug in Erwägung ziehen, und die sollen halt gucken, wie sie so klarkommen.

Ich finde einfach, dass unsere Soldaten und deren Arbeit zu wenig gewürdigt wird.

So, nun musste ich auch mal meine Meinung kundtun.

Grüßle

Verena

Beitrag von fruehchenomi 03.04.10 - 14:50 Uhr

Ich arbeite seit 1974 "beim Bund" und gebe Dir Recht ! Den Einsatz auf dem Balkan hab ich noch eingesehen, ist irgendwo ja "vor unserer Haustüre" gewesen- am Hindukusch haben unsere Jungs nichts zu suchen. In dem Land haben sich schon soviele Truppen die Zähne ausgebissen - wir können dort nichts ändern - das Volk will es doch auch nicht, von wenigen kleinen Gruppierungen abgesehen. Die Taliban werden NIEMALS ihre Herrschaft aufgeben. Der Rauschgifthandel blüht wie schon lange nicht mehr.
Und diese Meinung vertrete ich auch gegenüber meinen Vorgesetzten. Jeder tote Deutsche ist einer zuviel.

Und wenn es noch so schlimm klingt, hätten die afghanischen Soldaten angehalten, würden sie noch leben......dass unsere Jungs übernervös waren, wenn sie erst am Vortag in Kämpfe verwickelt waren und es Tote und Verletzte gab, ist normal - und "friendly fire" ist zwar schlimm, hats aber in allen Kriegen gegeben - und leider ist es dort Krieg - und nichts anderes.
Hoffentlich macht Guttenberg seine Ankündigung wahr und setzt endlich mal ein Datum für den Truppenabzug.

Es kann auch nicht sein, dass wir Polizisten ausbilden - für viel Geld - und dann laufen die zu den Taliban über, weil die besser zahlen - also unsere Polizisten bilden die Mörder aus, die dann unsere Jungs abknallen - gehts noch perverser ? Sicher nicht !
LG Moni

Beitrag von nisivogel2604 03.04.10 - 14:51 Uhr

ich bin der meinung das wir die truppen dort dringend abziehen sollten. krieg spielen ist das dümmste was der mensch veranstalten kann. da sterben sinnloserweise menschen nurweil irgendwer meint krieg wär ja ach so sinnvoll.

Beitrag von puschel80 03.04.10 - 15:23 Uhr

Hallo,

mein Mann ist Berufssoldat.

Die ganzen deutschen Soldaten die da runtergeschickt werden bekommen doch überhaupt keine ordentliche Ausbildung mehr.

Jedesmal wird eine Riesenzinober veranstaltet wenn die schlimmen Deutschen einen Fehler machen, aber das sich unsere Jungs nichtmal mehr richtig verteidigen dürfen davon liest man nix. Wieso kann eine Zivilist auf einem Mofa durch einen Checkpoint fahren und dann eine Bombe hochgehen lassen????

Weil die deutschen den "Auftrag" haben nicht zu schießen wenn es nicht lebensnotwendig ist..... äh..... wann ist es denn lebensotwendig????
Dieser Kerl auf dem Mofa ist schuld das ein paar der deutschen Soldaten ums Leben gekommen sind....

Mein Mann bringt da ganz haarstäubende Geschichten mit nach Hause und mir tut jeder Soldat leid der da runter muss.

Lg Katja

Beitrag von supikee 03.04.10 - 15:30 Uhr

Wenn ich das hier alles lese, ist man ja als Soldat echt der Looser schlechthin.

Entweder man verliert sein Leben, dann wird man mal kurz erwähnt oder man verteidigt sein Leben,
und bekommt von allen die volle Breitseite.

Ganz schön ernüchternd #aerger

Beitrag von puschel80 03.04.10 - 15:34 Uhr

Genauso ist es :-[

Es wird ein RIESEN Aufriss von den Politikern gemacht wenn unsere Jungs was falsch machen - wenn die unsere Jungs abschießen dann hört man von Frau Merkel:

"Sie verurteilt den Anschlag" #augen davon können sich die Familienangehörigen auch nix kaufen !!

Es ist wirklich erschreckend wie vor allem die jungen Soldaten da runter geschickt werden - mein Mann ist gottseidank schon länger dabei und vor 10 - 12 Jahren bekamen die Jungs noch eine "sinnvolle" Ausbildung womit sie auch ne Chance aufs überleben hätten wenn sie angegriffen werden.

Aber jetzt???? Das ist echt lächerlich.....

Beitrag von alkesh 03.04.10 - 15:52 Uhr

Wie, da ist Krieg? Da ist doch kein Krieg!

Ich wohne an einen Truppenübungsplatz, hier werden Sanitäter auf den Auslandseinsatz vorbereitet. Das was ich so beobachten kann find ich einfach nur lächerlich, da wird in jedem zivilen Bootcamp mehr gemacht!

Ebenso lächerlich die ganze Piraterie. Da liegen deutsche Kriegsschiffe unmittelbar daneben und dürfen nicht wie sie gerne wollen.

Nun gut, verteidigen wir unser Land im Ernstfall halt mit Papier!


alkesh

Cave: Ironie im Text

Beitrag von supertrullanr1 03.04.10 - 19:36 Uhr

huhu,
natuerlich ist das immer ein heikles thema und du wirst soviel unterstuetzung wie ablehnung finden. grossartig ist aber, dass wir unsere meinung kund tun duerfen!
zum thema und meiner meinung dazu,
recht hast du
wuerdigt unsere soldaten mehr! mensch, guckt euch mal andere laender an, wie das da laeuft! unsere soldaten sind schlecht ausgebildet und unterbezahlt!
zu afghanistan, und das ist auch wieder meine meinung, muss ja keinem gefallen:
die wollen alles haben, ausbildung ihrer polizisten usw, nehmen das geld mit offenen armen an, wenden sich aber immer weiter vom westen ab, der ja bloed ist und zahlt und immer noch mehr zahlt. da waechst das opium und was weiss ich noch alles neben den soldaten, die nichts machen duerfen oder koennen, weil ihnen die haende gebunden sind. meines erachtens ist denen nicht zu helfen da unten, soldatenleben schuetzen, alle abziehen und die ganzen drogenfelder kaputt spruehen.
und zu dem erschiessen von menschen... ganz ehrlich jedes menschenleben sollte unbezahlbar sein, aber wenn ich zwischen meinem und einem fremden waehlen muesste, wuerde ich nicht lange fackeln. und es ist so, dass wir auch anhalten oder uns ausweisen muessen, wenn wir von sicherheitskraeften angehalten werden. auch in deutschland. ich finde die soldaten haben richtig reagiert, was nicht heisst, dass nicht jeder getoetete einer zu viel ist.
zieht mit euren soldaten an einem strang und zeigt dem rest einen vogel
lg und geruhsame ostern
supertrulla

Beitrag von exzellence 03.04.10 - 21:14 Uhr

du hast recht.

die soldaten sind dort unten voll die angearschten.
schießen sie nicht, müssen sie ihr leben lassen. schießen sie, werden sie hier rund gemacht.

ja, was solln sie denn tun?


genauso denke ich dass viele (die nicht in das thema eingeweiht sind oder die bürger dort "unten") denken, dass die soldaten jetzt nur selbstjustiz geübt haben und deswegen die afghanen getötet haben.

wie es wirklich war wissen nur die beteiligten.


mein mann bzw freund muss vorraussiichtlich in 2 jahren nach afghanistan. und ich habe angst vor diesem moment wo er dahin muss.

wer kann mir sagen was bis dahin ist? NIEMAND!
wie wird er sich verändern?

ich habe einen bekannten der sich entscheiden musste (kosovo wars glaub ich) ob er eine mutter mit kind tötet (bewaffneter typ irgendwie mit bei #kratz#schwitz) und so das leben eines kameraden rettet oder diese leute leben lässt und der kamerad stirbt.

er hat sich zugunsten seines kameraden entschieden.

K. redet nur darüber wenn er getrunken hat. warum wohl?
(kann mir die frage natürlich selbst beantworten)

meine angst ist dass mein mann auch soetwas durchmachen muss. so wie viele andere soldaten auch.

und keiner kann mir sagen dass soetwas einen menschen nicht verändert.


an die politiker: LASST DIE SOLDATEN HEIM ZU IHREN FAMILIEN!

dieses land will sich ja doch nicht helfen lassen... #augen

Beitrag von windsbraut69 04.04.10 - 07:15 Uhr

"an die politiker: LASST DIE SOLDATEN HEIM ZU IHREN FAMILIEN! "

Die sind doch freiwillig da!
Okay, sie haben sich verpflichtet in der falschen Annahme, eh nie in einen gefährlichen Einsatz zu müssen aber zwangsrekrutiert wird in Deutschland niemand.

Gruß,

W

Beitrag von fruehchenomi 04.04.10 - 12:51 Uhr

Zwangsrekrutiert ??? Was verstehst Du darunter ?

In dem Moment, wo ein Soldat auf Zeit, egal, ob kurz- oder längerfristig seine Verpflichtung unterschreibt und/oder später zum Berufssoldaten ernannt wird, unterschreibt er automatisch auch sein Einverständnis zum Auslandseinsatz. Heute - wie vor 15 Jahren auch.
Man KANN davon befreit werden, wenn man zum Einsatz heransteht, bei zwingenden gesundheitlichen oder familiären Problemen. Aber nicht mal eine schwangere Frau ist ein Grund. Und dann geht man eben beim nächsten Mal mit !

Du stellst das so hin, als ob sich jeder einfach in den nächsten Flieger setzen könnte und heimfliegen, wenn er keine Lust mehr hat - das ist sehr sehr falsch !
Gruß Moni

Beitrag von pinky82 03.04.10 - 23:30 Uhr

Ja, da hast Du wohl Recht.
ch bin froh, das mein Mann GsD heil wieder aus Afghanistan gekommen ist.
Ich war damals im 5. Monat schwanger und jedes Mal wenn so eine Meldung kam....#zitter