Meine Fast-Wassergeburt oder Benjamins schöner Start in die Welt

Archiv des urbia-Forums Geburtsberichte.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von specht78 03.04.10 - 16:25 Uhr

So, nachdem unser Kleiner heute schon fast 2 Wochen alt ist, wollte ich mich hier mal verewigen und meinen Geburtsbericht einstellen.

Es war am 22.03.2010, 2 Tage vor ET. Ich bin morgens um 20 vor 8 aufgewacht, weil ich auf die Toilette musste. Während ich zum Badezimmer lief, merkte ich, dass ich etwas Flüssigkeit verliere. Ich stürmte ins Bad, schmiss meinen Mann vom Klo runter und schaute nach. Aufgrund der Menge und der schleimigen Konsistenz dachte ich aber eher an starken Ausfluss als an Fruchtwasser. (Der Anfang des Schleimpfropfes (unblutig) war schon in den Tagen zuvor abgegangen.) Ich habe dann mit Teststreifen den pH-Wert geprüft, hier deutete aber nichts auf Fruchtwasser hin.

Da ich das aber trotzdem untersuchen lassen wollte, habe ich die Bereitschafts-Telefonnummer meiner Hebammenpraxis angerufen und Steffi, die (gerade noch 1 Stunde Diensthabende) Hebamme geweckt. Sie hat mich dann um 10 Uhr in die Praxis zum CTG bestellt. Mein Mann fragte noch, ob er arbeiten gehen kann – ich dachte wirklich nicht, dass es die Fruchtblase war, da ich immer damit gerechnet habe, dass der Kleine nach Termin kommt. Bevor er los musste, verlor ich noch zweimal Flüssigkeit – da wurde mir dann doch bewusst, dass es losgehen könnte und ich lieber nicht mehr selbst Auto fahren möchte. Ein zweiter Teststreifen ergab schon eine leichte bläuliche Färbung. Mein Mann hat dann im Büro Bescheid gegeben, ich bin in die Dusche und wir sind dann in die Praxis gefahren.

Dort wurde ich ans CTG angeschlossen, die Herztöne waren super, Wehen hatte ich noch keine. Die vaginale Untersuchung ergab, dass die Vorblase noch steht und sehr prall ist, aber auch, dass die abgegangene Flüssigkeit definitiv Fruchtwasser war. Somit hatte ich wohl einen hohen Blasensprung. Der Muttermund war 2 cm offen.

Als ich nach der Untersuchung aufstand, merkte ich einen verstärkten Zug nach unten. Inzwischen war es 11 Uhr, wir sollten erst mal nach Hause fahren und ich sollte dann um 13 Uhr Friederike, die nun Bereitschaft hatte, anrufen, sie wäre bereits im Krankenhaus. Ich habe dann noch ein Zäpfchen mit bekommen, das den Muttermund weniger scharfkantig machen soll.

Auf dem Heimweg, um 11.30 Uhr, bekam ich die erste Wehe. Zuhause hab ich dann das Zäpfchen genommen und bin in die Badewanne. Dort kamen die Wehen dann alle 6 Minuten, waren aber noch recht gut auszuhalten. Kurz vor 13 Uhr bin ich aus der Wanne, habe mit Friederike telefoniert, die Wehenabstände waren dann wieder etwas länger: alle 7-9 Minuten. Sie sagte, ich sollte mich noch etwas ausruhen, wir würden in einer Stunde noch mal telefonieren. Kurz nach 14 Uhr rief sie wieder an, meinte, ich klinge noch recht munter, fragte nach den Wehenabständen (7 Minuten) und versprach, sich wieder um 15 Uhr zu melden. Als sie dann um kurz vor 15 Uhr wieder anrief, hatte ich gerade eine Wehe, die dann schon etwas schmerzhafter war. Ich brachte es bloß fertig, „Wehe“ ins Telefon zu sagen und konnte erst anschließend sprechen. Wir vereinbarten, dass sie um 16.30 Uhr zu uns nach Hause kommt.

Um viertel nach drei bin ich auf Toilette, bekam dann noch Nasenbluten und war erst um halb vier wieder in der Nähe einer Uhr, in der Zwischenzeit hatte ich 3 richtig schmerzhafte Wehen und wurde langsam unruhiger.

Um viertel vor 4 bat ich dann meinen Mann, Friederike anzurufen, weil ich nicht mehr viel sprechen konnte, die Wehen kamen nun alle 5 Minuten. Sie war gerade auf halbem Weg zwischen der Klinik und uns, meinte aber, sie drehe um und wir sollen ins Krankenhaus kommen.

Um 16.45 Uhr waren wir dann dort, natürlich hatte ich prompt im (vollbesetzten) Fahrstuhl eine Wehe #schwitz und traute mich nicht, diese laut zu veratmen. Oben auf der Station sind wir direkt in den Geburtsraum (sogar in den, den ich mir ausgesucht hätte, wenn ich die Wahl gehabt hätte). Ich wurde erst untersucht (Muttermund 3-4 cm offen) und wieder ans CTG angeschlossen. Dabei saß ich auf dem Gymnastikball, liegen wollte ich da schon nicht mehr. Nachdem das CTG fertig war (Herztöne immer noch super), wollte ich nur noch stehen bzw. bin im Zimmer herumgelaufen, aber die Wehen wurden immer heftiger und ich hatte abartige Schmerzen im Kreuzbein. Friederike zeigte meinem Mann, wie er mich unterstützen und massieren kann. Außerdem hatte ich einen tierischen Durst, ich habe bestimmt 2 Flaschen Wasser getrunken.

Irgendwann fragte Friederike mich, ob ich einen Einlauf möchte, aber allein der Gedanke, zu den Wehenschmerzen noch Magenkrämpfe zu haben, ging gar nicht! #zitter Aber ich musste ohnehin aufs Klo. Dort saß ich dann, verlor den richtigen Schleimpropf und entleerte den Darm auf natürliche Weise. #hicks Am liebsten wäre ich auf dem Klo sitzen geblieben, die Haltung war recht bequem während der Wehen.

Da ich im Vorgespräch gesagt hatte, dass ich gerne in die Wanne gehen würde, schlug mir Friederike vor, das zu probieren. Ich habe mich also in die Wanne gelegt und wurde an das mobile CTG angeschlossen. Die Wehen kamen dort zwar immer noch sehr heftig, aber die Kreuzbeinschmerzen waren anfangs besser. In der Wanne verkürzten sich aber die Abstände auch sehr schnell, der Muttermund war bei 8 cm und ich merkte immer mehr Druck nach unten. Bald darauf meinte Friederike zu meinem Mann, er solle bitte mal auf die Uhr kucken, da war der Muttermund dann voll eröffnet, es war halb 8. Ich durfte nun also mitpressen. Inzwischen kamen die Wehen schnell aufeinander (keine Ahnung, wie schnell, ich hatte ja keine Uhr an ;-)), die Kreuzschmerzen wurden immer schlimmer und ich immer lauter. Ich hab gepresst, so sehr ich konnte, irgendwann konnte ich einen Teil des Köpfchens zwischen meinen Beinen fühlen, aber ich hab es einfach nicht geschafft, den Kopf ganz rauszupressen. Leider waren die Wehen trotz ihrer Stärke recht kurz, so dass mir der letzte Schub irgendwie gefehlt hat.

Da sich die Herztöne etwas verschlechtert hatten, entschied Friederike, dass ich aus der Wanne aufs Bett sollte. Da ich meinen Körper aber nicht mehr unter Kontrolle hatte, wurde ich von ihr, meinem Mann und der inzwischen dazugekommenen Ärztin gestützt oder besser geschleppt #kratz. Ich sollte mich in die Hocke setzen, allerdings wusste ich nicht, wie die Hocke geht, die Ärztin und Friederike haben dann meine Beine in die richtige Stellung verfrachtet und mein Mann, der dann hinter mir saß, hat mich hochgehievt. Ich sollte dann ohne Wehe leicht schieben. Kurz darauf kam die nächste Wehe, ich merkte ein ganz leichtes Ziepen, eine große Erleichterung und im nächsten Augenblick lag ein kleines Menschenbündel zwischen meinen Füßen! #huepf #verliebt

Benjamin fing sofort an zu schreien, Friederike meinte, ich solle ihn hochnehmen, ich meinte nur „ich kann nicht, gib ihn mir bitte!“ und er wurde mir auf den Bauch gelegt, wo er eifrig weiterbrüllte.

Erst dann realisierte ich, dass das Ziepen ein Dammschnitt war. Ich wurde betäubt und genäht (was nicht so unangenehm war, wie mir zuvor berichtet wurde). Als die Ärztin mit den nähen fertig war, wurden wir drei alleine gelassen und konnten in Ruhe bonden. Als Friederike dann zurück war, half sie mir beim Anlegen. Benjamin (der kleine Vampir) hat gleich so fest gesaugt, dass ich schon im Kreißsaal eine wunde Brustwarze bekommen habe… #zitter

Später wurde er untersucht, gewogen und vermessen: 22.03.2010, 21.25 Uhr, 3.340 g, 52 cm und 35,5 cm Kopfumfang.

Nun, 12 Tage danach, sind meine Brustwarzen immer noch nicht verheilt, aber das Stillen klappt richtig gut, Benjamin hatte vorgestern sein Geburtsgewicht wieder erreicht und bekommt so langsam dicke Bäckchen. Der erste Wachstumsschub ist geschafft; momentan suchen wir noch unseren Rhythmus.

Die These, dass man sofort nach der Geburt alle Schmerzen vergisst, ist ein Mythos – ich habe die Schmerzen nicht vergessen, aber ich bin stolz, dass ich so etwas leisten konnte und durfte – ich würde es jederzeit wieder tun!!! #verliebt#verliebt#verliebt

Beitrag von mutschki 03.04.10 - 18:13 Uhr

herzlichen glückwunsch #liebdrueck
schön das es so gut geklappt hat.
aber da geb ich dir recht,die schmerzen vergisst man so schnell nicht#schein
meine letzte geburt ist seit januar 2 jahre her...und vergessen hab ich die schmerzen sicherlich nicht....aber mit den monaten verblassen sie "etwas" #rofl
doch sobald ich ein ziehen oder übungswehen bekomme,sind die erinnerungen an die schmerzen wieder da und mir geht schon etwas der stift #zitter;-)
aber auch die erinnerung an den moment als er da war und das tolle gefühl es geschafft zu haben, vergisst man nicht,und das baut auf und überwiegt.

alles gute weiterhin mit dem kleinen #klee#pro

lg carolin