Wegen der Kinder beim Mann bleiben?

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von pssst77 04.04.10 - 10:38 Uhr

Hallo!

Ich muß doch noch einmal hier posten,denn im Moment habe ich das Gefühl,mich frisst hier alles auf!
Ich beschäftige mich nun schon seid einiger Zeit mit dem Thema Trennung und eigentlich habe ich gedacht,dass ich irgendwann weiß,was ich wirklich will.
Das Problem ist,dass ich erst ziemlich sicher war,dass ich mich trennen will,nun sind aber wieder Zweifel da und ich versuche schon,um die Ehe zu kämpfen und ich merke auch,dass mich hier noch sehr viel hält..aber ich weiß einfach nicht,was.
Ob es nur die Gewohnheit ist und alles,was wir uns zusammen all die Jahre aufgebaut haben und eben die Angst,dass ich alles aufgebe.
Oder ob ich meinen Mann wirklich noch liebe?
Das Thema ist ja bei uns,dass der Alltag eigentlich immer toll war,wir haben uns,trotz dass wir uns ziemlich unterschiedlich sind,gut verstanden,haben uns in unseren Familientag eingelebt und es klappt auch mittlerweile,nach unserem großen Streit, wieder gut.
Trotzdem war unser Problem der Sex und die Zärtlichkeiten usw...das war schon damals,vor ca 7 Jahren,als wir zusammengekommen sind,unser Streitpunkt gewesen.Der Sex findet so gut wie nie statt und sämtliche Zärtlichkeiten und Gefühle sind meist gar nicht vorhanden,wir mußten uns immer dran erinnern,eigentlich ein Paar zu sein,um uns mal wieder in den Arm zu nehmen und "Ich liebe dich" zu sagen.
So ging das all die Jahre und immer wieder Streit,den ich angezettelt hatte,weil mir immer das gefehlt hat und ich mich einsam gefühlt habe.
Ich für meinen Teil habe eine schon extrem harte Ehe hinter mir und war einfach nur froh,endlich einen lieben Mann gefunden zu haben,der auch für mein Kind aus der ersten Ehe eine Art Papaersatz war.Somit habe ich das einfach immer wieder versucht,zu akzeptieren und mir vor Augen gehalten,dass alles andere ja wirklich nahezu perfekt läuft.
Vor 2 Wochen eben dann der große Knall,ich konnte einfach nimmer und hab mich komplett zurückgezogen.
Ich mochte ihn einfach nimmer an mich ranlassen,jeglicher Körperkontakt,den er ja dann auf einmal so sehr wollte,war mir einfach zuviel.
Jetzt bemüht er sich intensiv,weil er mich wohl wieder zurückhaben will.Er ist aber auch ehrlich und sagt,dass es wohl nicht immer so intensiv bleiben wird,da er sich kennt.
Es wird wohl,wenn wir wieder zusammenkommen,weniger werden,er verspricht mir aber,dass es nicht mehr so wenig werden wird wie die Jahre davor.
Er sagt aber auch,wenn ich nicht bald meine Gefühle für ihn wiederfinde,weiß er nicht,wie lange er das aushalten würde bei mir und dass er dann irgendwann gehen wird.
Seitdem er das gesagt hat,hab ich jetzt richtige Existenzängste bekommen und Angst um meine beiden Kinder,was mit ihnen wird.
Mittlerweile geht die Angst soweit,dass ich ernsthaft überlege,wegen den Kindern bei ihm zu bleiben und aus der Angst heraus,dass ich nach einer Trennung finanziell schlechter dastehe.
Ich weiß,dass es nicht richtig ist,aber andererseits denke ich mir,ich hab all die Jahre auf sämtliches verzichtet,warum soll es die nächsten Jahre nicht wieder so funktionieren?Den Kindern zuliebe,damit sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben könnten,die Schule und den Kiga behalten können,den Sportverein,usw.
Ich hab eben ein riesen schlechtes Gewissen,nur wegen meiner Belange und Wünsche den Kindern alles kaputt zu machen.Wie gesagt,ich stelle mir das ja fast so vor,wie es vor dem großen Streit war...eine "Zweckehe" ohne Gefühle und ohne Sex...es würde sich wohl eh nicht viel ändern...

Bitte steinigt mich nicht,ich weiß,dass es nicht der richtige Weg ist,aber ich wäre immer bereit,den Kindern zuliebe viel zurückzustecken und mich in den Hintergrund zu schieben.

Im übrigen sehe ich auch keinen anderen Ausweg,selbst eine Ehetherapie lehnt mein Mann ab,denn er denkt so,dass uns ein außenstehender nicht helfen könne und außerdem geht das Ganze ja von mir aus,dass ich mich meiner Gefühle nicht sicher bin,deswegen bräuchte er so etwas auch nicht! :-(

Ich würde mich einfach freuen,wenn ich hier mal ein paar neutrale Reaktionen zu unserer Situation bekommen könnte,vielleicht hilft mir das.

Alles Liebe
Sylvia

Beitrag von engel-ina 04.04.10 - 11:49 Uhr

Hallo Sylvia #blume

Erst mal du sitzt zwischen zwei Stühlen, ich verstehe dich meine Mutter war auch in so einer ähnlichen Situation entscheiden beim Mann bleiben oder nicht aber bei uns war es aber notwendig das sie geht....
Mein leiblicher-Vater hat mich immer viel geschlagen und auch mit 11J. Vergewaltigt er hat nie eine Strafe dafür bekommen wegen mangels an beweisen:-[
Dann hat meine Mutter ein anderen Mann kennen-gelernt der war auch nicht gerade der tollste er hat uns dann 2,5 Jahren später vor Weihnachten auf die Straße gesetzt...meine Mutter hatte nichts außer uns 3 Sommerligen und 3Decken 3Kopfkissen....und in Müll-sägen unsere Sachen kein Besteck kein Geschirr es war schrecklich diese Zeit da meine Mutter auch kein Auto hat und die Wohnung wo wir dann unter kam mit Ofen war mussten wir mit dem Fahrrad ca.2 km Kohlen holen und auch den Einkauf bei Wind und Wetter....
Sie hat alles alleine geschafft da waren keiner der Ihr geholfen hat....es war schwer diese Zeit aber wir haben es überlebt auch wenn meine Mutter nicht wusste wie sie das Essen auf denn Tisch stellen soll weil nichts dawar...Heute hat sie ein lieben und arbeitswütigen Mann sie leben in einen schönen Haus am Waldrand echt schön und sie hat auch endlich Arbeit ihr geht es gut mit meinen anderen 2 Geschwistern..

Auch wenn meine Geschichte nichts mit deiner zu tun hat möchte ich dir nur sagen das es immer weiter geht habe Mut und wenn du einfach nicht Glücklich bist man schafft es immer irgend wie und wegen deinen Kindern rede mit ihn und versuche sie zu fragen was sie denken und fühlen und berichte ihnen wie es dir geht soweit es geht...

Ich wünsche Dir alles gute und das du zu dir findest und eine gute Lösung für dich und deine Kinder findest....

LG engel-ina

Beitrag von brigittchen9990 04.04.10 - 19:58 Uhr

Das erinnert mich sehr an meine erste Ehe. Ich habe immer gesagt "Wir waren ein gutes Team, aber ein ganz schlechtes Paar" - und irgendwann brauchte ich auch mal etwas Liebe in meinem Leben.
Ich wünsche dir, stark zu sein und auf dich selbst zu achten, denn auch für deine Kinder kannst du nur dann ganz da sein, wenn du selbst glücklich bist.

Beitrag von janamausi 04.04.10 - 21:48 Uhr

Hallo!

So wie ich es verstanden habe, liebt ihr euch noch und der Alltag klappt im Großen und Ganzen auch, aber der liebevolle Umgang fehlt?

Liebevollen Umgang kann man lernen. Redet miteinander, macht einen "Plan" und versucht gemeinsam etwas zu ändern.

Mit einem Plan meine ich das ihr euch feste Ziele setzt, z.B. das niemand aus dem Haus geht oder heim kommt, ohne sich liebevoll (mit einem Kuss, oder einem kleinen Zettelchen etc.) zu verarbschieden/zu begrüßen...

Am Anfang mag es evtl. ungewohnt sein, aber mit de Zeit kommt Routine rein...

Ich hatte mal eine Beziehung da hat das funktioniert. Mein damaliger Ex kannte es nicht, liebevoll mit dem anderen umzugehen, aber er hat es so gelernt.

LG janamausi

Beitrag von pssst77 05.04.10 - 18:26 Uhr

Hallo janamausi!

Dank Dir lieb für deinen Thread,aber ob ich meinen Mann noch liebe,wieß ich nicht.
Das mit den Zetteln und liebe Grüße dalassen und auch mal nette Sms oder so hab ich alles schon ausprobiert,bzw.haben wir gehabt...erst fand mein Mann es kindisch,dann hat er mitgemacht.(besonders das mit den Zetteln)
Da ich aber immer das Gefühl hatte,er macht das nur meinentwegen,ist es irgendwann wieder eingeschlafen.

Irgendwie hab ich einfach das Gefühl,es ist etwas kaputt gegangen,ich habe all die Jahre meine Sehnsucht nach ihm und seiner Nähe unterdrückt...und jetzt sagt er,er würde sich ändern,ich soll kämpfen...aber ich weiß nicht,wie.
Ich hab das Gefühl,es geht nicht mehr...

:-(

Beitrag von little-amin 06.04.10 - 11:31 Uhr

Hallo zusammen...

Meine Meinung zu dieser Sache ist eigentlich sehr klar..
Wenn ich Kinder in die Welt setze dann lebe ich auch für meine Kinder..ich würde niemals was tun was meine Kinder in irgendeiner Weise in ihrem Leben unglücklich machen würde..lieber würde ich mein lebenlang unglücklich bleiben..Und wenn Mama und Papa sich trennen macht das jedes Kind unglücklich..wenn dann auch noch Streitereien zwischen beiden auftritt ist das noch schlimmer für die Kinder..was eigentlich in fast allen Fällen irgendwann passiert...Das ist meine Meinung zu dem Thema..

Ich kann dir echt nur Raten denk an deine Kinder nicht an dich...auch wenn es sich hart anhört ich finde das ist das einig richtige..

LG

Beitrag von michellekevin 06.04.10 - 12:02 Uhr

willst du ihr damit raten das sie sich nicht trennt??? oder wie meinst du das genau???

denn streiten und so bringt doch auch nichts und das schadet den kinern einfach mehr als wenn sie gehen würde(was ihr entscheidung ist)

Beitrag von little-amin 06.04.10 - 14:16 Uhr

Ich sage nur das ich mich nicht trennen würde..und zum Streiten braucht man auch immer zwei..ich bin einfach der Meinung das Paare die Kinder haben sich zusammenreißen sollen und nicht immer nur an sich denken sollen...
was sie in dem fall drauß macht ist wie du schon sagst ihre entscheidung..aber ich würde mich nicht trennen...

Beitrag von michellekevin 06.04.10 - 15:20 Uhr

ah ja ok. danke dir nochmal für die antwort. ich war etwas durcheinander.

einen schönen tag noch ;-)

Beitrag von mausi1086 07.04.10 - 10:50 Uhr

Ich war in meiner Beziehung auch unglücklich und habe mich nicht wohl gefühlt, aber ich wäre nie auf die Idee gekommen mich zu trennen -wegen meinem Kind. ich wollte, dass mein Sohn mit Mama und Papa aufwächst. Dann hat sich letzten Oktober mein Ex von jetzt auf gleich von uns getrennt. Und ganz ehrlich: es geht mir jetzt als allein erziehende Mama viel besser!!! Ich bin glücklich mit unserer Situation, das Verhältnis zu meinem Sohn hat sich wesentlich verbessert und ich glaube nicht, dass es ihm sonderlich geschadet hat.
Ich bin der Meinung, dass Frauen nicht mehr der Kinder wegen auf ihr eigenes Glück und Wohlsein verzichten sollten. Was nützt es den Kindern, wenn sie in einer Familie leben, in der Mama und Papa sich nicht mehr viel zu sagen haben oder sich nicht wohl fühlen, aber wegen der Kinder alles aufrecht halten. Für mich ist das der falsche Weg. Und es hat nichts mit Egoismus der Eltern oder der Mütter zutun. Wir leben in einem Zeitalter, in dem eine Frau auch ohne Mann ein Jemand ist und auch als Alleinerziehende überleben kann.
Dein persönliches Wohlbefinden überträgt sich auch auf deine Kinder. Je ausgeglichener und glücklicher du bist, desto zufriedener werden auch deine Kinder sein. Ich werde dir jetzt keinen Rat in die eine oder andere Richtung geben, aber denk mal drüber nach.