5jähriger hat seit 1 Monat Angst vor allem - Phase oder mehr?

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Forum: Erziehung

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Beitrag von birgitg.77 04.04.10 - 20:24 Uhr

Hallo

mein fast 5 jähriger Sohn hat seit ca 1 Monat vor allem Angst (allein auf Kindergeburtstag gehen, Ausflüge im Kindergarten, Mittagessen im Kindergarten, alleine bei Oma übernachten)

Er ist eher ein schüchterner stiller Typ und war mit 3 auch mal sehr ängstlich, da nahm ich das alles noch sehr locker, weil er ja noch sehr klein war und ich auch 100% zuhause war.
Ich fange jetzt allerdings im mai an zu arbeiten und dann muss er funktionieren und muss in den Kindergarten gehen und er muss dann auch mal nachmittags zu einer Freundin, weil ich noch in der Arbeit bin.

Wie soll ich mich verhalten, soll ich auf seine Ängste eingehen, soll ich sie ignorieren und ihn zwingen in den KIGA zu gehen, oder soll ich ihn daheim lassen., Ich bin total überfordert... oder soll ich zum Kinderpsychologen gehen?

Er kann mir nicht sagen, warum er Angst hat - es ist auch meineswissens nichts vorgefallen.

Birgit mit Max (fast 5) und Viktoria (fast 3)

Beitrag von schnaki1 04.04.10 - 21:32 Uhr

Hallo,

mit 5 wird er ja sicher wissen, was bald auf ihn zukommt, wenn du wieder arbeitest.
Und du schreibst:"und dann muss er funktionieren"
Vielleicht gibst du ihm das auch unterbewusst irgendwie zu verstehen?
Das kann dann auch Angst machen.
Wir hatten die Angstphase im Herbst, Angst vor Dunkelheit, vorm alleine im Zimmer spielen, vor Einbrechern ganz besonders,...
Mir hat eine Psychologin gesagt, dass man die Ängste in jedem Fall ernst nehmen muss und das man das am besten kann, indem man drauf eingeht.
Also nicht abwiegeln nach dem Motto, aber du brauchst doch keine Angst zu haben weil..., sondern gezielt nachfragen, was das Problem ist, klare Antworten geben, Hilfen anbieten (in unserem Fall Licht im Flur anlassen, zur Toilette begleiten etc.) und vor allem das Kind fragen, was man vielleicht tun kann, um die Angst zu besiegen.
Oft sei das schon die halbe Miete, wenn das Kind sich mit seiner Angst ernstgenommen und angenommen fühlt, dann würde die Angst häufig relativ schnell in den Hintergrund treten.
Bei uns hat das erstaunlich schnell funktioniert, ich war sehr überrascht, da ich auch dachte, wenn ich zu sehr drauf eingehe, dann schüre ich damit noch Ängste.
Am besten war bei uns trösten und in den Arm nehmen und erklären, dass man ja da ist und ihn beschützt.

Wie handhabt ihr das denn jetzt aktuell?
Geht er dann nicht in den KiGa?
Wichtig ist, mit den Erzieherinnen zu sprechen und sie zu informieren, was die Ängste betrifft, vielleicht ist ja doch irgendwas gewesen? Ein anderes Kind hat gesagt, im Gemüse ist ne Fliege oder so und dein Sohn fürchtet sich nun, weil er Fliegen essen muss oder so`n Kram, wer weiß?
Das er nicht alleine wo hin will, kann ich mir damit erklären, weil er bei dir sein will, aufgrund der bald sich verändernden Situation.

Nimm ihn auf jeden Fall ernst, sei für ihn da und mach auch die berufliche Situation mit der Betreuung nochmals zum Thema, vielleicht liegt wirklich da das Problem!

Viel Glück,
LG,
Andrea

Beitrag von birgitg.77 05.04.10 - 08:31 Uhr

Hallo

danke für die schnelle Antwort.

Ich werde jetzt versuchen, seine Ängste ernst zu nehmen. Es ist aber verdammt schwer, weil er selber überhaupt nicht drüber sprechen kann oder will.
Sobald ich das Thema anspreche, blockt er ab. Manchmal hab ich auch das Gefühl, er bockt nur und will micht austesten - das ist ein ganz schmaler Grad.


LG
Birgit