ALGII-Bescheid - Unterhaltszahlung fehlt Wer mag helfen Ist aber lang!

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von simaic 04.04.10 - 21:06 Uhr

Hallo,
die Auskunft hier ist nicht für mich, sonder für eine Bekannte. Sie lebt mit ihrem Mann in Trennung, wollen sich scheiden lassen. Allerdings bewohnen sie noch gemeinsam ihr Haus, das sie gekauft hatten. Ab 1.5. wird sie aber mit ihrem Sohn in eine eigene Wohnung ziehen. Da ihr Mann sie finanziell nicht mehr unterstützt und sie nur einen 400-Euro-Job hat, hat sie ALGII beantragt. Nun erzählte sie mir letztens, dass sie von der ARGE nur 122 Euro bekommen hat. Ich kenn mich mit ALGII zwar nicht aus, aber für eine Mutter mit Kind finde ich das schon etwas wenig. Zumal sie bei ihrem Job die 400 Euro nie voll kriegt. Das waren in dem Monat nur ca. 200 Euro. Darum hab ich ihr gesagt, sie soll mal ihren Bescheid vorbeibringen, was sie getan hat. Und ich hab jetzt da mal drübergeschaut. Werd aber nicht so recht draus schlau. Vor allem nicht was das Einkommen und die Freibeträge anbelangt. Also ich erklär jetzt mal was ich kapiert habe:
Sie hat einen Anspruch auf 359 Euro
Ihr Sohn bekommt 215 Euro
Wohnung hat sie ja noch keine also gibt´s da nix. Klar.
Das macht also in Summe 574 Euro für die Bedarfsgemeinschaft. Soweit so gut.
Dann werden die 164 Euro Kindergeld abgezogen (das war noch 2009). Mach einen Bedarf nach Einkommensberücksichtigung von 410 Euro.
Dann gibt es für sie noch einen "befristeten Zuschlag nach Bezug von Arbeitslosengeld" von 12 Euro monatlich (was auch immer das sein mag).
Macht in Summe einen Betrag von 422 Euro. Den hatte sie im November auch bekommen. Passt also.

Aber im Dezember und Januar ging´s dann los:
Zusätzlich zum Kindergeld wurden ihr noch 200 Euro Unterhaltszahlungen angerechnet. Diese 200 Euro hat sie aber vom Vater des Kindes nie erhalten! Wie ist das in so einem Fall - kann man da nicht das Jugendamt einschalten und einen Vorschuß verlangen, den das Jugendamt dann wieder vom Kindsvater einfordert? Der ALG-Anspruch für diesen Monat müsste aber rein theoretisch korrekt sein. Schließlich wusste das Amt ja nichts von der nicht geleisteten Unterhaltszahlung

Und bei der Berechnung ab Februar steig ich dann nicht mehr durch:
Gesamtbedarf wieder 574 Euro
dann wurden 200 Euro Netto-Erwerbseinkommen angerechnet
abzüglich einem Freibetrag von 90 Euro (woher kommt der?)
macht dann 110 Euro zu berücksichtigendes Einkommen
abzüglich Einkommensbereinigung (was ist das wieder?) i.h.v. 30 Euro... Unterm Strich stehen dann aber wieder 110 Euro Erwerbseinkommen (ALG2)
Einkommen setzt sich wieder aus Kindergeld und nicht geleisteter Unterhaltszahlung zusammen 384 Euro in Summe.
Zzg.l. Erwerbseinkommen, macht dann 464 Euro
Also bleiben 110 Euro plus diese 12 Euro also insgesamt 122 Euro für Monat Februar und folgende....
Nun weiß ich aber nicht, ob die 200 Euro tatsächlich stimmen, sprich ob sie wirklich soviel gearbeitet hat. Das muss man bei der Arge ja dann vorlegen und das wird dann ja rückwirkend noch verrechnet oder? Weil die Zahlung für Februar erfolgt ja erst im März (die Stunden aus dem 400-Euro-Job mein ich)...
Sorry für den langen Post... Ich hoffe ihr könnt und wollt mich ein bisschen aufklären... Und ich hoffe es ist nicht allzu verwirrend was ich geschrieben habe...
Vielen Dank schon mal.
Grüße
simaic


Beitrag von schnuffelschnute 04.04.10 - 22:19 Uhr

Hallo!

Warum bekommt sie keinen Unterhalt?

Gruß

Beitrag von simaic 04.04.10 - 22:27 Uhr

Hallo,
das ist irgendwie ganz komisch... Ihr Mann hat sich beschwert, dass er jetzt aufgrund der geändertern Lohnsteuerklasse von 3 auf 1 ca. 400 Euro weniger hat. Und er muss die Kredite für das Haus bezahlen und so. Drum haben sie sich geeinigt, dass der erst ab Mai diesen Jahres Unterhalt für seinen Sohn zahlt. Also echt total komisch. Ich mag meine Bekannte auch sehr gern, aber in dieser Hinsicht ist sie irgendwie "naiv". Hab ihr auch gesagt, dass sie sich nicht wundern braucht, dass sie von der ARGE weniger Geld kriegt. Schließlich rechnen die ja auch den Unterhalt mit ein. Hab ihr auch gesagt, sie soll nochmal mit ihrem Mann reden. Weil soweit ich informiert bin, ist er ja unterhaltspflichtig und muss auch für seinen Sohn aufkommen. Und wenn er das jetzt wirklich nicht macht, dann könnte sie zum Jugendamt oder?
Ist alles ganz schön kompliziert bei denen....

Beitrag von schnuffelschnute 04.04.10 - 22:32 Uhr

Hallo!

Sie darf sich nicht einfach irgendwie "einigen"

Das Amt geht davon aus, dass sie Unterhalt bekommt und rechnet das auch so.
Wenn sie keinen bekommt, dann hat sie eben Pech gehabt.

Wieso soll die Allgemeinheit für sie aufkommen, wenn der Mann es könnte?
Wegen des Kinderunterhaltes kann sie zum Jugendamt

Beitrag von simaic 04.04.10 - 22:36 Uhr

Das seh ich genauso... Ich weiß auch nicht wie sie sich das vorstellt. Drum hab ich ihr auch gesagt, dass sie da mit ihrem Mann nochmal reden muss.
Ansonsten stimmt die Berechnung aber oder? Kannst Du mir da ein wenig weiterhelfen? Auch hinsichtlich des 400-Euro-Jobs?

Beitrag von schnuffelschnute 04.04.10 - 22:37 Uhr

Nein, tut mir leid.

Beitrag von windsbraut69 05.04.10 - 06:55 Uhr

Deien Bekannte ist witzig.
Sie "verzichtet" auf Unterhalt und wundert sich, dass das Amt nicht einspringt?

Das funktioniert natürlich nicht. Da es mit gemeinsamen Schulden aber nicht so einfach ist, sollten die beiden sich mal zum Anwalt begeben und vernünftig klären, wieviel Unterhalt gezahlt werden muß, sonst steht sie weiterhin ohne Geld da.

Gruß,

W

Beitrag von simaic 05.04.10 - 08:27 Uhr

Ja ich find das auch merkwürdig. ich muss sagen, sie ist nicht die "hellste". Aber soweit sollte sie ja doch denken können ;-) Beim Anwalt waren sie angeblich schon. Er soll 200 euro Unterhalt für seinen Sohn zahlen. Aber ob das irgendwo schriftlich fixiert ist, keine Ahnung. Aber ich sag ihr das nochmal.
Aber wegen dem 400-Euro-Job und dem Freibetrag kannst Du mir auch nicht weiterhelfen oder?

Beitrag von windsbraut69 05.04.10 - 09:05 Uhr

Nee, mit dem Freibetrag kann ich Dir auch nicht helfen.
Das wird hier aber täglich zig Mal vorgerechnet, schau mal in alten Beiträge von Goldtaube oder king.with.deckchair nach.

LG