Soll ich Ihm denn die füsse küssen wenn er brüllt?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von lotte79 04.04.10 - 22:15 Uhr

Hallo Mädels,

sorry warscheinlich irgendwie ein silopo aber ich muss mal Frust ablassen.

Mein Mann und seine ewige Angst (ja ich glaube das ist schon Angst) vor Aufsehen:-(

Folgende Situation: Wir sind bei Schwiegereltern zum österlichen Mittagessen. Niklas zweieinhalb Jahre fing schon zu Hause an rum zu bocken weil er nicht zu Oma wollte und Ihm in dem Moment sowieso nichts passte:-(

Als wir dann da waren, ging das Theater von vorne los, weil er sich nicht die Schuhe ausziehen lassen wollte und mein Mann schon total gereizt war und Ihn wegschickte.
Nachdem ich mir das Theater aber nicht mehr länger ansehen wollte verpasste ich Niklas ne Auszeit (mit mir zusammen in einem anderen Raum) damit er runter kommt und endlich Ruhe ist. Sprich, ich habe Niklas ausbrüllen lassen und Ihm gesagt wir gehen erst wieder raus wenn er sich beruhigt hat.

Jetzt kommt der Knüller von meinem Mann. Der sitzt im Sessel macht nix und mault mich später noch an von wegen ich wäre hier nicht zu Hause. So wirklich nach dem Motto was sollen bloss die Nachbarn denken. Die könnten sich ja gestört fühlen...

Jetzt frage ich mich gerade ernsthaft ob ich Niklas denn sinngemäss die Füsse hätte küssen sollen damit er ruhig ist (nur damit ja niemand gestört wird?) Klar mir passt es auch nicht das er rumbrüllt aber was bitte hätte ich in der Situation machen sollen? Ablenkung habe ich versucht, hat nichts geholfen. Soll ich mir von nem zweijährigen auf der Nase tanzen lassen nur weil ich halt nicht zu Hause bin?

Darf ich mein Kind also nur erziehen wenn ich zu Hause bin? Unterwegs sage ich also zu allem ja und amen nur damit es kein Gebrüll gibt?

Also irgendwie habe ich da gerade ein kleines Logikproblem. Klar ist es ärgerlich für alle Nachbarn (auch für unsere eigenen) aber wie hätte ich mich in der Situation denn verhalten sollen? Mal davon abgesehen das ich mal wieder eingreifen musste. Eigentlich war der Auslöser des Anfalles mein Mann. Im Prinzip hätte er die Situation klären müssen. Aber er geht ja immer den Weg des geringsten Widerstandes..

So denn erzählt mir mal wie Ihr das so handhabt, ja?

Danke und lieben Gruss

Silke

Beitrag von chaosotto0807 04.04.10 - 22:38 Uhr

hallo silke,

ich denke ich hätte genauso reagiert..auszeit mit mir in einem anderen raum, bis sich meine tochter bzw. mein sohn beruhigt hätte....

und was zu zu deinem mann schreibst..den weg des geringsten widerstandes kenne ich leider auch sehr gut...#schmoll

lg mareike

Beitrag von sterni84 04.04.10 - 23:02 Uhr

Hallo Silke,

ich finde Du hast richtig reagiert.

Mit deinem Mann solltest Du mal ein klärendes Gespräch führen.

LG Lena

Beitrag von vukodlacri 04.04.10 - 23:13 Uhr

Also ich bin jemand, dem seit bestimmt anderthalb Jahren prophezeit wird, dass meine Tochter mir später ja mal total auf der Nase rumtanzen wird. Ich erziehe nämlich nicht, ich lebe vor und leite an. Natürlich gibts Grenzen und Regeln, keine Frage. Aber ich halte mich nicht mit Grundsatzdiskussionen und Machtkämpfen auf.
Ich erkläre, verhandele, kooperiere, rede. Mehr nicht. Und damit funktionierts zumindest bisher hervorragend. Meine Missy ist 2J7M alt, tanzt mir nicht auf der Nase rum, ist vorzeigbar und alltagstauglich und macht im Großen und Ganzen das, was ich möchte.

>>>Niklas zweieinhalb Jahre fing schon zu Hause an rum zu bocken weil er nicht zu Oma wollte und Ihm in dem Moment sowieso nichts passte

Hast du ihn mal gefragt, wieso er nicht wollte? Ich mein, er wird ja sicherlich nen Grund gehabt haben.
Meine Missy will auch nicht immer sofort genau dorthin, wohin ich auch möchte.
Ich reagiere da situationsbedingt...wenn es nicht unbedingt zwingend notwendig ist, dann bleib ich eben zuhaus mit ihr oder geh halt irgendwoanders hin, wohin sie eben möchte. Also Beispiel, ich will runter in den Hof, schaukeln, buddeln, was weiss ich...aber sie hat keine Lust drauf, sondern will lieber zuhaus bleiben und ein Buch lesen, dann bleiben wir eben noch ne halbe Stunde zuhaus. Oder sie will aufn Spielplatz, dann gehen wir eben aufn Spielplatz. Je mehr ich bei mir unwichtigen Sachen nachgebe, desto kooperativer ist sie bei mir wichtigen Sachen, habe ich festgestellt. Da gibt sie eben nach, weil sie weiß, dass auch ich nachgeben kann. Gegenseitiges Geben und Nehmen ;-)
Deswegen kommen halt so krasse Bockanfälle überhaupt nicht auf. Wir kooperieren eben. Klar ist sie auch mal sauer, ist ja jeder. Und dann biete ich ihr meinen Trost und viel Verständnis an und rede eben mit ihr.
Ich halte nichts von Auszeiten, denn das finde ich ignorant unter dem Deckmäntelchen "das Kind muss sich ja beruhigen". Aber das ist meine persönliche Meinung dazu.
Also im Fall "Kind will nicht zur Oma" (ist aber nicht aufschiebbar und jetzt trotzdem Pflicht) wäre meine erste Frage "Schatz, warum denn nicht?" gewesen. Ruhig drüber reden und eine Lösung suchen, mit der alle leben können.

Im Fall "Kind will Schuhe anbehalten" (ist in meinen Augen aufschiebbar und nicht Pflicht) hätte ich einfach mit einem Achselzucken und "Ok, fänd ich zwar unbequem, wir haben doch deine Hauspuschen/Haussocken/etc. dabei, aber wenn du meinst, dann mach halt. Aber du weißt ja, mit Straßenschuhen klettern wir nicht auf die Couch" reagiert. Spätestens dann hätte meine Missy freiwillig ihre Schuhe ausgezogen, und wenn nicht, dann müßte sie eben damit leben, dass ihr Handlungskreis mit Schuhen eben eingeschränkter ist.

Und so verhalte ich mich btw grundsätzlich, ganz egal, ob ich zuhause oder sonstwo bin.

LG und schöne Ostertage noch!




Beitrag von sterni84 04.04.10 - 23:20 Uhr

Grundsätzlich finde ich deinen Stil ok - aber auf die Frage "Schatz warum möchtest Du denn nicht zu Oma?" - hätte meine fast 3jährige Tochter keine plausible Antwort. Sie würde z.B.: "weil ich nicht will, weil ich nicht darf, weil ich das schöne finde etc." antworten.

Kinder in dem Alter sind nicht unbedingt in der Lage solche Fragen zu beantworten.

Wie würdest Du denn dann argumentieren?

Ich finde man kann Dinge auch totdiskutieren.

LG Lena

Beitrag von vukodlacri 04.04.10 - 23:34 Uhr

Naja, also das wäre eben meine erste Frage gewesen. Vermutlich würde da ein "Weiß nicht" drauf kommen...keine Ahnung.
Ich überleg grad, ob wir mal eine vergleichbare Situation hatten #kratz
Stimmt, aber mit Entscheidungsfragen kommt man da vermutlich weiter. Ein "ja" oder "nein" ist ja doch einfacher.
Es ist halt schwer, zu sagen, wie man argumentieren würde, das kann ich mir vorher zwar überlegen, aber ob ichs 1:1 in einer solchen Situation machen würde, weiß ich ja auch nicht. Ich agiere wirklich situationsbedingt, da gibts keine Standardreaktionen.
Das Ziel ist, das Kind halbwegs freiwillig zu Oma zu verfrachten. Und wie das passiert, muss dann eben der jeweiligen Situation angepaßt werden.

Btw gebe ich dir definitiv recht, wenn du sagst, dass man Dinge totdiskutieren kann. Den Eindruck wollte ich eigentlich auch gar nicht erwecken, aber es ist wirklich oft eine totale Gratwanderung zwischen "drüber reden und eine Lösung finden" und "totdiskutieren". Ab einem gewissen Punkt bin ich dann auch einfach mal derjenige, der über eine Sache entscheidet. Wenn ich eben merke, dass meine Missy sich nicht entscheiden kann. Und wenn dann das verständliche Sauerwerden kommt, dann tröste ich wie gesagt.

LG

Beitrag von hailie 04.04.10 - 23:44 Uhr

es muss ja nichts totdiskutiert werden. das argument liest man hier bei urbia sehr oft - im "real life" sind dagegen immer alle begeistert, wie "lieb" und einfach isabel ist. ;-)

im deinem genannten fall hätte ich vermutlich nachgefragt, warum das kind nicht zur oma möchte. evtl. auch, was es lieber tun möchte. dann würde ich erklären, warum wir zur oma gehen müssen und positive dinge aufzählen, die das kind dort tun kann. ODER ich würde vorschlagen, dass wir hinterher noch auf den spielplatz o.ä. gehen.
ist jetzt nur ein beispiel, wie ich in der jeweiligen situation reagieren würde, kann ich jetzt natürlich nicht beurteilen. jedenfalls hat es bei uns bisher immer auf so ähnliche weise funktioniert.

lg

Beitrag von hailie 04.04.10 - 23:36 Uhr

genau so funktioniert es bei uns auch.
isabel ist jetzt 2 jahre und 5 monate alt und absolut umgänglich und ausgeglichen.
die trotzphase hat sie wohl ausgelassen.

ich gebe ihr in gewissem maße ihre freiheiten und lasse sie entscheidungen treffen. im gegenzug akzeptiert sie wunderbar, wenn sie irgendetwas tun MUSS. ich beziehe sie mit ein und erkläre ihr alles, sie hinterfragt auch von sich aus sehr viel.

"auszeiten" waren hier noch nie nötig... wobei ich der TE jedenfalls anrechne, dass sie bei ihrem sohn war und ihn nicht alleine gelassen hat.

lg

Beitrag von alischa06 05.04.10 - 00:10 Uhr

Hallo,

bei uns ist es ähnlich, auch wenn ich noch an meiner Geduld arbeite.

Ilija wird im Mai zwei und alle wünschen sich auch so einen "braven, süßen Jungen". #augen

Was mich immer ärgert, ist, dass die Leute immer meinen, er hat einfach so ein pflegeleichtes Gemüt, aber gar nicht sehen, wie viel "Arbeit" und Aufmerksamkeit dahinter steckt.

Zu der TE: Mein Mann geht auch gerne den Weg des geringsten Widerstandes, auch wenn er sonst ein toller Papa ist. Aber er ist halt auch lieber für den Spaß zuständig, als für die Erziehung. #klatsch

Erziehung beginnt zwar meines Erachtens zuhause, aber natürlich muss sie sich auch draussen fortsetzen. Verstehe also Deinen Ärger gut. Halte aber von Auszeiten auch nicht viel, wobei ich es gut finde, dass Du dabei geblieben bist. Wie ich genau in der Situation reagiert hätte, kann ich leider auch nicht sagen, da es manchmal mit Ablenkung klappt (z.B. Kannst Du bitte Deine Schuhe alleine ausziehen?), manchmal mit Spaß (Kitzeln und Blödeln und dabei oder danach die Schuhe ausziehen) oder mit logischer Konsequenz (Dass er aber nicht mit schmutzigen Strassenschuhen zur Oma reingehen kann, alle anderen aber ja reingehen und er dann im Flur stehen bleiben muss (spätestens da macht Ilija eigentlich immer mit, da er ja mit uns mitgehen möchte).

LG

Andrea mit Ilija (05.05.08)

LG

Andrea mit Ilija

Beitrag von wasnun 05.04.10 - 00:17 Uhr

Hallo
Auf die Couch hat man sowieso nicht zu klettern - das ist ein Gegenstand zum draufsetzen und nicht zum turnen oder drauf rumhüpfen. Wie erklärst du dann bei fremden Leuten oder bei Besuch dass sie da nicht am Sofa das tun darf wie bei euch zu Hause. Finde das sind Regel die ein Kind von anfang an lernen muss.
Man kann auch nicht immer Situationsbedingt handeln. Wenn ich immer nachgeben würde was unsere "Große" gerade will, dann würde bei mir einiges liegen bleiben. War bis vor ein paar Tagen Berufstätig und wenn wir früh auser Haus mussten und unser Kind dann lieber spielen wollte hätte ich dann meinen Arbeitgeber sagen sollen: Tut mir leide mein Kind wollte lieber spielen statt das wir gehen?????
Es gibt mehrere Situationen die leider nach deine Vorgeschlagenen Methode nicht umsetzbar sind.
Klar darf unser Kind auch entscheiden was sie mal möchte und wir sind auch bereit zu machen was sie möchte aber auf der Art die du Beschreibst wäre es bei uns nicht möglich.
Bei uns gibt es feste Regeln an die sich alle zu halten haben:
*Wir ziehen die Schuhe aus an der Haustüre (Vorraum) egal ob wir zu Hause sind oder sonst wo.
*Jacken gehören an die Garderobe
* Wir geben die Hand zur Begrüßung und beim gehen.
* Wir räumen unser Geschirr vom Tisch ab und in den Geschirrspüler oder wenigstens zur Anrichte.
* uvm.
IST NICHT BÖS GEMEINT MEIN BEITRAG
Ich denke man muss den Erziehungsstiel an das Kind anpassen.
Arbeite eigentlich im Kindergarten und habe mir 50 verschiedenen Erziehungsstilen und Ansichten zu tun.;-)

Beitrag von hailie 05.04.10 - 00:36 Uhr

dein beitrag war zwar nicht an mich gerichtet, aber bisher funktioniert es bei uns eben auch auf diese art und weise. meiner meinung nach ist erziehung vor allem das VORLEBEN von bestimmten handlungen, die du z. b. genannt hast. das sind hier ganz selbstverständliche dinge, über die wir noch nie diskutieren mussten. wobei ich es jetzt nicht schlimm finde, wenn ein kind zuhause auf das sofa klettern darf. kinder sind nicht doof, die verstehen trotzdem, dass sie das nicht überall tun dürfen. meine tochter darf hier z. b. an alle schränke, woanders geht sie nicht einfach an die fremden sachen. diesen respekt lebt man doch auch vor, das merkt ein kind.

ich wüsste jetzt gar nicht, wie ich auf deine genannten bespiele weiter eingehen sollte. #kratz dennoch versuche ich es kurz:

*Wir ziehen die Schuhe aus an der Haustüre (Vorraum) egal ob wir zu Hause sind oder sonst wo.
---- das ist doch völlig verständlich, auch für ein kind. die schuhe sind dreckig/unbequem, die werden ausgezogen!

*Jacken gehören an die Garderobe
---- natürlich, sonst findet man sie ja nicht mehr oder stolpert darüber. die erklärung reichte bisher immer. ;-)

* Wir geben die Hand zur Begrüßung und beim gehen.
---- das sehe ich nicht als pflicht und habe meine tochter NIE zu so etwas gezwungen. manchmal sagt sie, dass sie nicht "Hallo" sagen möchte. dann erkläre ich ihr, dass sie das auch nicht MUSS, sie kann es tun wenn sie möchte. bisher hat sie dann doch jeden begrüßt und die sache war erledigt.

* Wir räumen unser Geschirr vom Tisch ab und in den Geschirrspüler oder wenigstens zur Anrichte.
---- das ist doch ein alltäglicher ablauf den man vorlebt und somit auch selbstverständlich.

naja, ich kann hier nur von UNS berichten ... kenne aber diverse kinder, bei denen es ebenso funktioniert.

lg

Beitrag von wasnun 05.04.10 - 00:47 Uhr

Leider muss ich im Bekanntenkreis feststellen (und auch Berufsbedingt), das diese Selbstverst. Regeln nicht mehr selbstverständlich sind.
Bei uns ist eben die Begrüßregel schon immer da gewesen und ist für uns eine Anstandsregel. Wir haben unser Kind nie dazu gezwungen dies zu tun - es kam von ihr selbst da sie es ja bei uns so gesehen hat. Vorallem die Ältere Generation in unserer Familie ist da sehr fixiert drauf.
lg wasnun

Beitrag von klimperklumperelfe 05.04.10 - 07:47 Uhr

Wenn mein Kind zum wiederholten Male Essen vom Tisch schmeißt,mich dabei angrinst und es provokativ wieder runterfallen lässt oder wenn er aus Spaß mehrfach haut, was würdest du dann tun? Reden? Reden? Reden? Also ich stecke Henry zur Strafe in sein Zimmer und er kann rauskommen, wenn er wieder lieb ist. Anders, vorallem mit reden, geht da nix.

Beitrag von blondesgift81 05.04.10 - 08:00 Uhr

so seh ich das auch.

Ich mein, uns wird immer gesagt wie lieb meine Tochter ist. Sie ist "von Haus aus" sehr ruhig. Mein Mann und ich auch, daher hatten wir jetzt nicht sooo viel Ärger.

Aber wenn sie son richtigen Bock hat, dann kann ich mit ihr GARANTIERT nicht mehr reden. Dann läufts genauso ab wie bei euch!

LG
Mary

Beitrag von vukodlacri 05.04.10 - 10:09 Uhr

Zum Essen runterwerfen:
Wenns versehentlich passiert, wirds eben aufgehoben und fertig. Entweder heb ichs auf oder ich bitte meine Missy drum.
Wenns absichtlich passiert, dann besteh ich (freundlich) drauf, dass sie es selber aufhebt. Wenn sie dann dabei sauer wird, darf sie das gerne sein. Aber mit Essen wird hier auch nicht rumgeworfen.
Und dann ist das Essen natürlich auch beendet.

Gehauen wird hier auch nicht. Find ich doof, ich hau sie ja schließlich auch nicht. Und genau so sag ichs ihr auch, falls sie mal haut.
Neulich war sie mal frustriert, weil irgendwas nicht nach ihrem Kopf ging. Da wollte sie mich beißen (hat sie noch nie gemacht, ich war völlig überrascht. Ich hab sie in den Arm genommen (mich dabei vor ihren Bissen geschützt) und geredet. Und gesagt, dass ich ihren Frust total nachvollziehen kann, aber sie mich deswegen trotzdem nicht beißen darf, weils wehtut. Alternativ sollte sie sich selber mal beißen, dann merkt sies, und zum Frustablassen haben wir dann ne Kissenschlacht gemacht.

Ich glaub, das Reden und Kooperieren klappt hier so gut, weil sies gar nicht anders kennt. Ich hab nie irgendwie gestraft oder so, weil ich das nicht nötig finde. Geschimpft hab ich bisher in den seltensten Fällen. Ich sag auch, wenn mir grad was nicht paßt an ihr, aber eben trotzdem in nem ruhigen Ton.

Beitrag von deoris 05.04.10 - 08:03 Uhr

Nun ,sobald ein weiteres Kind in die Familie kommt ,bekommt man mit so einem Erziehungsstil sehr große Probleme ,oder wenn mama anfängt zu arbeiten und nicht für halbe Stunde etwas Sinnloses tun kann .
Jeder soll erziehen wie er es für richtig hält ,ich allerdings sehe in meinen Augen bei dir keine Erziehung und auch keine Führung oder Vorleben, wie du es bezeichnest.
Dass du mit diesem Stil noch gut fährst liegt daran dass du einfach lebst so wie sie es macht und sie hat dich ganz schön im Griff.
***Im Fall "Kind will Schuhe anbehalten" (ist in meinen Augen aufschiebbar und nicht Pflicht) hätte ich einfach mit einem Achselzucken und "Ok, fänd ich zwar unbequem, wir haben doch deine Hauspuschen/Haussocken/etc. dabei, aber wenn du meinst, dann mach halt.***

Bei uns in der Wohnung dulde ich keine Schuhe auch vom Besuch nicht und es geht vielen anderen Menschen genau so . Dass du dich überall so verhällst spricht für mich auch dafür ,dass du deiner Tochter vorlebst ,dass du auf andere Menschen nicht achtest.

Beitrag von vukodlacri 05.04.10 - 10:11 Uhr

Dann hast du mich nicht verstanden. Allerdings glaub ich eher, dass du mich nicht verstehen willst...wozu auch, es macht ja viel mehr Spaß, kleine Kinder unter dem deckmäntelchen der Erziehung herumzukommandieren.

Find ich faszinierend, dass ein respektvoller Umgang miteinander so mißverstanden wird.

Beitrag von alexa81 05.04.10 - 11:55 Uhr

...aber das ist doch gerade bei diesem Thema ein typisches Urbia-Problem...

Es wird nicht richtig gelesen, es wird nur das herausgesucht, was man schön auseinanderpflücken kann. Dass dabei die eigentliche Aussage total verfälscht wird, ist doch egal...

Faszinierend ist auch die große Angst davor, dass einem das Kind auf der Nase rumtanzen könnte und die Frage, wie man das am besten verhindert - die Bedürfnisse und Wünsche ALLER Familienmitglieder ernstzunehmen und zu berücksichtigen, wird gleichgesetzt mit "nach der Pfeife des Kindes tanzen".

Ich glaube, da sind sämtliche Erklärungen und Diskussionen hier nutzloser als bei einer Dreijährigen...;-)

Viele Grüße, Alex

Beitrag von vukodlacri 05.04.10 - 12:29 Uhr

>>>Ich glaube, da sind sämtliche Erklärungen und Diskussionen hier nutzloser als bei einer Dreijährigen

Das hast du sehr treffend formuliert *g*. Danke dafür. Offenbar hast du verstanden, wie ichs meine und wie wir handeln. Ich hab schon an meiner Ausdrucksweise gezweifelt, weil ich ja offenbar vom Großteil hier irgendwie total mißverstanden werde #kratz

LG

Beitrag von deoris 05.04.10 - 12:56 Uhr

Ich habe eigentlich konkret deine Beispiele zitiret ,daher weiß ich nicht woher du heraus nimmst ,dass ich dich missverstanden habe.
Ich habe ausserdem geschrieben ,dass diese handlungsweise nur bei einzelkindern funktioniert ,allerdings nicht ,wenn noch weitere Kinder nebenher noch rumbocken,eins davon sich schlecht fühlt und evtl. zum Arzt muss ,sagst du dann auch wir gehen erstmal halbe stunde auf den Spielplatz ,weil das eine Kind das unbedingt will?!?Und ich habe keineswegs geschrieben ,dass ich meine Kinder rumkommandiere ,ich glaube ,dass alleine du hier diejenige bist ,die es missversteht.
Vielleicht gerade du solltest meinen Beitrag genauer durchlesen.
Und nur weil ich meine Kinder anders durchs leben führe ,heißt es nicht dass ich sie respektlos behandle.

Beitrag von vukodlacri 05.04.10 - 13:20 Uhr

>>>Ich habe ausserdem geschrieben ,dass diese handlungsweise nur bei einzelkindern funktioniert ,allerdings nicht ,wenn noch weitere Kinder nebenher noch rumbocken,eins davon sich schlecht fühlt und evtl. zum Arzt muss ,sagst du dann auch wir gehen erstmal halbe stunde auf den Spielplatz ,weil das eine Kind das unbedingt will?!?

Ich lebe Rücksichtnahme auf den Schwächsten vor. Mehr nicht.
Und wenns einem Kind schlecht geht und es zum Arzt muss, ist es in dem Moment der Schwächste, und natürlich gehts dann NICHT auf den SPielplatz, weil das andere Kind das möglicherweise möchte.
Wie kann man denn Dinge so mißverstehen wollen? #augen

Beitrag von deoris 05.04.10 - 18:52 Uhr

Rücksicht auf die Schwächeren zu nehmen,heißt nicht ,dass ich immer Rücksicht auf meine Kinder nehmen kann.Zu Mal so wie du es in einem anderem Posting beschrieben hast ,dass man den Kindern beibring mehr Rücksicht auf einander zu nehmen,ist natürlich richtig aber in manchen Fällen nicht immer umsetzbar.Kinder sind individuell ,einer hat mehr Temperament als der anderer,einer ist sensibler oder ruhiger als der anderer ,wer ist denn von den der Schwächere,automatisch der Kleinere,sorry, so funktioniert es aber nicht ,denn ich möchte dass meine Kinder auch auf mich Rücksicht nehmen und nicht nur ich auf sie,weil sie die Schwächeren sind.
Mal ein anderer Beispiel ,dass in manchen Situationen "Rücksicht auf die Schwächeren " ganz anders ankommen kann,in dem Sinne bevorzugen ,was manche Kinder überhaupt nicht verstehen oder " ich bin schwach und nicht normal,weil du jetzt mehr Rücksicht auf mich nimmst" Ich habe beides erlebt und nur weil deine noch recht kleine Tochter ,es nicht ganz rausgekriegt hat,heißt es nicht dass es immer so funktionieren wird.
Wie reagierst du in der selben Situation wie oben beschrieben ,wenn es um 2 oder 3 Kinder geht die gerade nicht es so machen möchten ,wie die anderen ,also will einer nicht zu Oma fahren ,der anderer möchte schneller raus und läuft schon praktisch aus dem Haus und der dritte ist einfach gerade schlecht drauf und möchte unbedingt auf den Spieplatz und nicht wo anders hin.
Ich meine irgendwann muss du doch handeln ,jedem die Situation zu erklären kann stunden dauern und mit der Zeit kann es ganz schön kaputt machen ,daher gibt es bei mir oft gar keine Diskussionen und das heißt ganz und gar nicht ,dass ich dich nicht verstanden habe ,sondern ,dass ich eine andere Sichtweise habe,die du anscheinen noch nicht ganz nachvollziehen kannst ,da deine Tochter erstmal noch recht klein ist und du keine andere Kinder hast,mit einem ganz anderem Temperament oder gar Krankheit,wo Konsequentes handeln an erster Stelle steht.
Und es heißt ganz und gar nicht dass ich meine Kinder respektlos behandle ,im gegenteil !


Beitrag von alexa81 05.04.10 - 13:48 Uhr

Aber genau dieser Beitrag bestätigt wieder ganz eindeutig, dass Du eben NICHT verstanden hast, was gemeint ist!

Wenn ein Kind zum Arzt muss, sind dessen Bedürfnisse in dem Moment die wichtigsten - also geht man zum Arzt, egal, ob das andere Kind das nun möchte oder nicht.

Der Unterschied zum allgemein üblichen Vorgehen ist der, dass man dem anderen Kind nicht sagt "Wir gehen jetzt aber zum Arzt - basta!" sondern dass man ihm erklärt "Deiner Schwester geht es schlecht, deshalb müssen wir zum Arzt. Sobald es ihr wieder besser geht, gehen wir natürlich auf den Spielplatz."

In 95% der Fälle wird ein Kind, dem immer mit dieser Art von Respekt begegnet wird, sogar mit 2 Jahren Verständnis haben und ohne Mucken oder Trotzanfälle mit zum Arzt gehen. In den restlichen 5% nimmt man es in den Arm, erklärt ihm, dass man es zwar verstehen kann, es aber nunmal nicht anders geht und fährt trotzdem zum Arzt.

Wieso sollte soetwas nur mit Einzelkindern gehen?

Wir haben drei Kinder und es geht. Es geht nur dann nicht, wenn ich gestresst oder genervt bin und von dieser Art des Umgangs abdrifte - dann gibt´s Rumgezicke und Getrotze. Halte ich es so, wie oben beschrieben, habe ich mega verständnisvolle, umgängliche und rücksichtsvolle Kinder, für die wir eine Menge Komplimente bekommen - trotz aller Prophezeiungen, sie würden uns schon sehr bald auf der Nase rumtanzen...

Beitrag von hailie 05.04.10 - 18:42 Uhr

schön zu lesen, dass es bei anderen auch mit mehreren kindern klappt. hoffentlich kriegen wir das auch so gut hin, bisher bin ich optimistisch. :-)

lg

Beitrag von schnubbi83 05.04.10 - 08:24 Uhr

#gruebel#gruebel

Bin ehrlich gespannt, wie sich dein Erziehungsstil später auf dein kind auswirkt...Das ist weder negativ gemeint noch irgendeine Wertung....

Vielleicht ist der einfache Weg nicht immer der richtige ( Kind alles Recht machen damit Harmonie herrscht )

Würden wir mit Ida alles ausdiskutieren oder alles nach ihren Launen ausrichten, hätten wir echt Probleme....#zitter


Aber jeder wie er es mag..gelle..?!:-p


LG und schönen rest Feiertag

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