Nuss Allergie

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von gini1 05.04.10 - 20:34 Uhr

Hi,

ich glaube das mein Kleiner eine Nuss Allergie hat.

Er ist jetzt 22 Monate alt.

Ich werd jetzt mal 2 Wochen konsequent alles weglassen, wo Nüsse enthalten sein könnten.

Kennt jemand von euch eine Seite wo ich gezielt etwas nachlesen könnte? (Hab beim googeln nicht wirklich was gefunden. #schwitz)

Gibt es Kreuzallergien?

Erdbeeren gehören zu den "Nüssen". Darf er die jetzt auch nicht mehr essen?

Ich hab noch soooo viele Fragen. Ist jemand betroffen und kann mir helfen sie zu beantworten?

Vielen Dank!

Carola

Beitrag von hexi74 05.04.10 - 20:49 Uhr

Hi,
also mein Sohn Tim (fast 4) hat auch eine Haselnussallergie. Das wurde allerdings bei einem Bluttest mit 20 Monaten festgestellt, als er von einem Haselnussteig eine heftigen Ausschlag um den Mund bekommen hat. Mit fast 3 wurde dann der Priktest gemacht, der das bestätigt. Ohne Allergietest kann man nicht genau sagen, ob er eine Allergie hat.
Ich rate dir, beim KiA einen Test machen lassen.
Tim ist nicht gegen Erdbeeren allergisch, die kann er essen, auch gegen sonstige Sachen hat er keine Allergie.

LG
Birgit

Beitrag von jindabyne 05.04.10 - 21:57 Uhr

Ich habe selber eine Haselnussallergie, reagiere inzwischen auch auf Mandeln. Walnüsse und Erdnüsse sind bei mir jedoch kein Problem, auch Erdbeeren kann ich problemlos essen.

Ich esse alles, bis ich merke, dass ich auf etwas allergisch reagiere, dann muss ich es eben weglassen. Lebensmittel, die Kreuzallergien auslösen können, soll man nach heutigem Stand der Wissenschaft nicht mehr weglassen, solange man nicht allergisch reagiert. Z.B. können auch Kiwis Kreuzallergien hervorrufen, aber ich kann die essen, also tu ich das auch ;-)

Lg Steffi

Beitrag von nashivadespina 06.04.10 - 14:06 Uhr

auch ein Allergietest ist nicht zuverlässig....nur in der Kombination einer eigenen Anamnese...kann man einiger maßen Allergien erkennen / ausschließen. Allergietests alleine erreichen keine sichere Diagnose!!!

Weiterhin würde ich an deiner Stelle erstmal alles weglassen bis auf die Muttermilch oder definitiv verträgliches..bis sie Allergie komplett abgeklungen ist.

Ich rate dir einen Kinderarzt aufzusuchen der auch gleichzeitig Allergologe ist..dieser kann euch über die Anamnese und vorgehensweise genau informieren. Dadurch dass Allergien auch Durchfälle usw auslösen können ist ein Kinderarzt der auch Allergologe ist ganz wichtig..denn ein ein einfacher Kinderarzt geht normalerweise erstmal von einem Magen-Darm-Infekt bei Durchfall zb aus..nicht von einer Allergie...da siehts bei dem anderen Arzt mit großem Fachwissen über Allergien ganz anders aus.


Hier ein Auszug von einer empfehlung eines Kinderarztes/Allergologen für Kinder mit Allergien(diesen Weg gehen wir auch):


Am besten selbst kochen und immer allergenarme Ernährung am Anfang bevorzugen

Bei jedem neuen Lebensmittel mindesten 48 Stunden -bei Kontaktallergenen 72 Stunden Pause einhalten. (in dieser Zeit kann der Körper mit einer Allergie reagieren)


Beachte dass auch rein theoretisch Spritzmittel Allergien auslösen können. In einem Lebensmittel sind oftmals meist mehr als nur eine Zutat enthalten.. immer in Erwägung ziehen dass es nicht nur die Möhre ist..sondern vielleicht auch eben das Spritzmittel etc.

man sollte bei einer Unverträglichkeit immer abwarten bis diese komplett abgeklungen ist..und erst dann wieder ein neues Lebensmittel ausprobieren.

Bevor du deinem Baby ein neues Lebensmittel anbietest am besten einen Reibetest machen..wenn dein baby darauf nicht allergisch reagiert..ist eine starke allergische reaktion bei verzehr auszuschließen..hier die anleitung:

http://www.allergie.medhost.de/reibetest.html


*Mit allergenarmer Ernährung starten...erst diese dinge auf die Verträglichkeit prüfen dann erst hochallergene Lebensmittel ausprobieren (liste der allergenarmen lebensmittel kommt gleich)

Noch ein paar Tipps zuvor... gewisse stufen von Käse können ausschlaggebend sein.. wenn dein Kind zb auf Frischkäse reagiert..muss das nicht bei Gouda passieren. Weiterhin wird bei Bioware mehr auf Spritzmittel verzichtet und ist kaum mit Pestiziden belastet als normale handelsübliche Ware. In der Liste steht zb dass Milchprodukte häufig allergien auslöst..aber wenn dein Baby die Milch bisher gut vertragen hat würde ich sie auch weitergeben.

Nahrungsmittelauswahl für allergenarme Ernährung:

Nahrungsmittel die in der Aufbauphase der allergenarmen Ernährung grundsätzlich vermieden werden sollten:

*Eier
*Milch und Milchprodukte
*Fisch und Schalentiere
*Zitrusfrüchte aller Art
*Kiwis, Ananas, Mangos, Pfirsiche, Rhabarber
*Weizenmehl
*Nüsse, Mandeln, Pistazien, Ölfrüchte, Sonnenblumen-,Pinien-, Kürbiskerne
*Tomaten, Sellerie, Paprika, Rettich, Radieschen, Meerettich, Hülsenfrüchte (getrocknete Bohnen, Erbsen und Linsen), Sauerkraut
*Beerenfrüchte (Ausnahme: Blaubeeren)
*exotische Gewürze wie Vanille, Zimt, Curry, Muskat etc.
*Kresse, Basilikum
*Schweinefleisch
*Haushaltszucker und brauner Zucker, Süßwaren, Honig, Ahornsirup


Nahrungsmittel die erfahrungsgemäß selten allergische Reaktionen auslösen:

Gemüse:
Grüne Gurke, Zuchini, Kürbis, Aubergine, Fenchelgemüse, Pastinakenwurzel, Petersilien- und Schwarzwurzeln, Karotten, Teltower Rüben/weiße Rüben, Steckrüben/Kohlrüben, Spargel, Chicoree, alle grünen Salate (Kopfsalat, Feldsalat, Eisbergsalat etc.),
Spinat, Mangold, rote Beete, Lauch, alle Kohlarten (zB Blumenkohl, Kohlrabi, Weißkohl, Rotkohl, Chinakohl), grüne Bohnen, grüne Erbsen, frische Champignons, frische Austernpilze, Bataten, Kartoffel, Topinambur

Früchte:
Birne, säurearmer Apfel (beide Obstsorten sollten bei der Provokation ohne Schale und ohne Kernhaus verabreicht werden, nach gutem vertragen kann auch die Schale mitgegessen werden)Melone, Avocado, Süßkirschen, Weintrauben, Blaubeeren, Pflaumen, Mirabellen und Aprikosen, ungeschwefelte Sultanien, Backpflaumen, getrocknete Aprikosen (generell ungeschwefeltes Trockenobst verwenden), Datteln, Feigen, Bananen

Getreide:
Amarant, Quinoa, Tapiokasago, Reis, Buchweizen, Gerste, Hafer, Esskastanienmehl (Maronen)

Fleisch:
Geflügel (Huhn, Hähnchen, Pute, Ente, Gans), Lamm, Rindfleisch, Kaninchen, Kalbfleisch, Ziege, Pferdefleisch. (von den verträglichen Fleischsorten können die Kochbrühe und in kleinen Mengen, die Innereien mitverwendet werden)

Kräuter und Gewürze:
ohne Provokation: Meersalz(Vollmeersalz), Jodsalz, weißer Pfeffer
mit Provokation: Knoblauchgranulat, Petersilie, Dill, Schnittlauch, Liebstöckel, Kerbel, Bohnen- und Gurkenkraut, getrockneter Majoran, Oregano und Thymian.

Süßungsmittel:
wie Gewürze in kleinen Mengen verwenden. Reiner Traubenzucker (Dextropur), Süßstoff in flüssiger Form (Achtung kein Süßstoff in Pulverform da er Milchzucker enthalten kann), Apfel- oder Birnendicksaft

Säuerungsmittel:
verdünnte Essigessenz (siehe Dosierungsanleitung)

Bindemittel:
Reis-, Mais- und Kartoffelstärke, Tapioka (Stärke aus der Maniokwurzel) Nestargel, Biobin

Backtriebmittel:
Trockenhefe, Weinsteinbackpulver (Vorsicht oft Maisstärke als Trägersubstanz enthalten) Sauerteig, Hirschhornsalz, Natron

Öle und Fette:
raffinierte Pflanzenöle, Sonnenblumenöl, Distelöl, Maiskeimöl, Olivenöl. Milcheiweißfreie Margerine (zb Deli Reform Diätmargerine)

Getränke:
Mineralwasser, Schwarzer Tee, Lindenblüte-, Holunder-, Steifmütterchen-, Fencheltee.

Säfte:
Apfel-, Birnen-, Trauben-, Süßkirschen-, Pflaumensaft.

Zubereitung:
Wärme- beziehungsweise hitzebehandelt sind Nahrungsmittel generell allergenärmer als im rohen Zustand. Das enthaltene Eiweiß wird unter der Wärmebehandlung verändert, das heißt denaturiert und dadurch verträglicher. Daher: neue Nahrungsmittel zuerst immer in gekochter, gedünsteter, gedämpfter, oder gebratener Form einsetzen oder auch in der Mikrowelle zubereiten.

Wichtige Hinweise:
*Bevorzugen sie bei Gemüse, Obst und Fleisch frische Ware. Falls diese nicht erhältlich ist, können sie auch auf Tiefkühlkost ausweichen. Konserven sollten nicht eingesetzt werden, es sei denn sie stellen die Konserven selbst (ohne Zucker und Konservierungsmittel) her.
*Verwenden sie keine Fertig- oder Halbfertigprodukte

Beitrag von nashivadespina 06.04.10 - 14:11 Uhr

Da dein Kind bereits auf Nüsse allergisch reagiert könnte es eine Kreuzallergie zu Birkenpollen sein bzw sollten diese Lebensmittel auch erst später bzw mindestens vorab mit einem reibetest getestet werden um schwerwiegende allergische reaktionen zu umgehen...dazu zählen:

Kontaktallergene (kann man ja nicht groß umgehen): Birkenpollen, Erle, Hasel, Eiche, Beifuß


Lebensmittel: Sellerie, Nüsse (vor allem Haselnuss), Mandel, Karotten, Äpfel, Birne, Aprikose, Pfirsich, Pflaume, Mirabelle, Zwetschge, Brombeere, Erdbeere, Himbeere, Litschi, Kirsche, Kiwi, Gewürze

Beitrag von heleneh 08.06.10 - 10:00 Uhr

Erdbeeren gehören nicht zu der Familie der Haselnüsse. Wie oben schon gesagt, kann es eine Allergie auf das Spritzmittel geben (hatten wir erst am Wochenende). Wichtig ist halt, dass man sich immer die Zutatenlisten durchliest. Oft steht noch drunter "Kann Spuren von ..." enthalten.
Es gab schon viele Tipps von den anderen, denen ich mich nur anschließen kann. Schau doch mal auf die Seite www.delicardo.de Vielleicht hilft Dir die weiter.