9. Klasse nochmal machen, oder nicht?

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von dropsi_2 06.04.10 - 10:39 Uhr

Hallo zusammen,

mein Sohn (fast 16) möchte in Richtung Erzieher, Sozialpädagoge gehen, was seine berufliche Laufbahn angeht.

Grundsätzlich nichts gegen einzuwenden, im Gegenteil.

Leider ist diese Richtung erst sehr spät zum Tragen gekommen, er konnte sich spät entschließen, was er werden will.

Nun ist es so, dass seine schulischen Leistungen eher nicht dem entsprechen, was er bräuchte, um auf den passenden Schulen aufgenommen zu weren, denn auch die Ernsthaftigkeit an der Schule, hat sich zu spät gezeigt.

Er könnte jetzt zwar einen schlechten Hauptschulabschluss erreichen und auf der Schule genommen werden, aber ich befürchte, dass er dann dem Lernniveau nicht standhalten kann, da die Klassen aus Real- und Hauptschülern bestehen würde. (Info der weiterführenden Schule.)

Nun kam er auf die Idee, die 9. Klasse freiwillig noch einmal zu machen, um einen guten Hauptschul-, wenn nicht sogar einen qualifizierten Abschluss zu erreichen.

Macht das Sinn? Einerseits ja, denn die Chancen steigen ja später auf alles Mögliche an Optionen (Schule, Ausbildung, Praktikas). Andererseits verliert er ein Jahr....

Schulpflichtig ist er noch, nehmen müssten sie ihn also, aber ich weiß nicht.

Kann mir einer was dazu sagen?

Ich bitte um Meinungen, evtl. Erfahrungsberichte.

Vielen Dank!

Liebe Grüße

Beitrag von tinimaus94 06.04.10 - 11:36 Uhr

Hallo,

ich denke, für den Beruf braucht man mindestens einen Realschulabschluss, oder? Ich bin also nicht sicher, ob er mit einem Hauptschulabschluss, auch wenn es ein guter wäre, überhaupt Chancen hätte.

Ich wünsche deinem Sohn trotzdem viel Erfolg.

Viele Grüße. :-)

Beitrag von dropsi_2 06.04.10 - 11:40 Uhr

Hallo,

ich danke Dir.

Du hast Recht, der eine Abschluss wäre nur der Einstieg in ein Vorbereitungsjahr, welches dann mit dem Realschulabschluss abschließen soll.

Trotzdem würde ein besserer HS Abschluss, als der nun anstehende, ja mehr bewirken...

Gar nicht so einfach ;)

LG

Beitrag von motte1986 06.04.10 - 14:06 Uhr

hallo!

wenn er erzieher oder sozialpädagoge werden will, MUSS er mittlere reife bzw. mind. fachabi haben.

mit QUALI kann er kinderpfleger machen, mit hauptschulabschluss garnix.

ein tipp, weil ich selber in der situation bin/war: er soll was gescheites lernen. klingt hart, aber es gibt so gut wie keine stellen für den sozialen bereich und NEIN, trotz der aus dem boden sprießenden krippen wird personal ohne ende gespart und glaub mir, er wird NIEMALS eine familie damit ernähren können.

wäre ich nochmal 16, würde ich diesen job NIEWIEDER erlernen, den spaß im job ist nicht alles, wenn du nur ne 15std/woche stelle bekommst und das geld für sprit oder zug draufgeht.

glaub mir, keine einzige aus meinem abschlussjahr auf der FAKS würde den job nochmal machen. es gibt keine stellen und die bezahlung ist mies.


aber wie gesagt, es ist eure entscheidung.

vlg

Beitrag von dropsi_2 06.04.10 - 14:19 Uhr

Hallo Motte :)

Vielen Dank, endlich mal jemand, der einen Plan hat.

Ich hatte eigentlich den Gedanken, dass der Bedarf an Fachkräften nie höher war, als heutzutage, aber so kann man sich täuschen.

Wenn ich fragen darf? Hast Du Dich umorientiert und wenn ja wohin? Was machen Deine Kollegen, um sich zu ernähren?

Ich suche jetzt halt nach Alternativen, da er sich eh schon so schwer getan hat, sich zu entscheiden :(

Ich glaube, die 9. zu wiederholen ist okay, je mehr ich drüber nachdenke, zumal es seine Wahl wäre.

Danke nochmals.

LG

Beitrag von motte1986 06.04.10 - 15:41 Uhr

hallo!

ich werde ab september im büro tätig sein, perfekt mit 2 kindern. hab bei nem bekannten ne 60%stelle bekommen#huepf

ja, fachkräfte werden gebraucht, keine frage, aber wenn dein sohn auf dauer mit krankheitsvertretungsstellen (sa. 8-12 wochen-vertrag) oder einer teilzeitstelle (zwischen 15 und 25 wochenstunden) zufrieden ist (lohn im durchschnitt 1000 euro brutto), dann soll er machen.

meine kolleginnen (kein mann hat sich das angetan;-) ) machen nebenbei noch 400euro-jobs, wenn sie keine familie haben, leben in namibia als stammesfrauen (im ernst, haben zwei gemacht), gehen ins ausland (nur zu empfehlen ist die schweiz, da aber nur im kleinkindbereich, die deutsche ausbildung ist dort nicht anerkannt) oder hoffen, dass der mann monatlich genug mit nachhause bringt.

keiner einzigen ist es gelungen, nen job zu bekommen, mit der sie sich alleine ernähren kann. alle sind in irgendeiner form von zweitjobs oder ihren partnern abhängig.

ich persönlich würde meinem kind in den hintern treten und ihn irgendwie im öffentlichen dienst unterbringen. vielleicht macht er noch den realschulabschluss und bekommt seinen hintern in die beamten- oder angestellteschiene rein.

mein bruder wollte NIEEEEEEEEEEEEEEE ein sesselpupser werden und macht ab september ne zweite ausbildung als fachwirt im arbeitswesen im arbeitsamt, also öffentlicher dienst.


geh mit ihm doch mal ins BIZ oder zum berufsberater?

manchmal muss man jobs erlernen, die nicht nur spaß machen, aber sicher sind. das zählt in der heutigen zeit, nichts anderes. spaß hab ich in der freizeit:-)

vlg

Beitrag von motte1986 06.04.10 - 14:09 Uhr

vergessen:

wenn er die 9. nochmal machen will, lass ihn, ein besserer abschluss ist immer besser!!!!!

vlg

Beitrag von alpenbaby711 06.04.10 - 19:33 Uhr

Ich kann zwar nichts über seine Berufschancen sagen aber ich lese das er die 9. nochmal machen will aber vieles schon jetzt nicht verstanden hat. Was meinst du wieso er dann im zweiten Anlauf besser sein könnte. Nicht weil ers besser versteht sondern weil er den Stoff schon kennt. D.h. in der 10 blüht ihm doch dann dasselbe. So gesehen stell ich mir stark die Frage ob er dann überhaupt mitkommen würde. Weil mit Zeugnis 9 gaukelt er ja etwas vor was gar nicht wirklich vorhanden ist wenn du verstehst was ich meine.
Ela

Beitrag von dropsi_2 06.04.10 - 19:43 Uhr

Hallo Ela,

ich danke auch Dir.

Nein, es liegt nicht daran, dass er den Stoff nicht verstanden hat, er war nur zu faul, die Einsicht, was für die Schule und berufliche Perspektive zu tun, kam einfach zu spät, er war zu faul, aber nun macht er sich Gedanken und ich möchte ich natürlich gerne richtig begleiten.

Es hapert nicht am Köpfchen, der Bengel :D könnte wesentlich mehr, aber das mag ja nun besser werden.

Morgen hat ich einen Termin bei seiner Lehrerin, mal schauen was die dazu meint.

Schönen Abend!

LG

Beitrag von alpenbaby711 06.04.10 - 19:47 Uhr

OK dann sieht die Sache wegen dem Wiederholen natürlich anders aus, klare Sache. Versuch ihn zu unterstützen aber wenn ihm der Job wirklich Spaß macht wird er einen Weg finden auch dahin zu kommen. Dann wird ihn das schlechte Gehalt auch nicht abhalten.
Ela

Beitrag von ippilala 07.04.10 - 00:22 Uhr

Lass ihn die 9. unbedingt wiederholen. Zum einen, weil er es will (stell dir vor er darf die 9. nicht nochmal machen und versagt dann, rate mal wen er dann dafür verantworlich macht :P ). Zum anderen hat er so noch ein Jahr länger Zeit sich über seine berufliche Zukunft klar zu werden. Wenn er erst seit kurzen diesen Wunsch verspürt, kann es ja auch sein, dass er in einem halben Jahr wieder anders denkt.
In dem Jahr hat er dann auch Zeit sich richtig über Erzieher/Sozialpädagogen zu informieren. Natürlich ist Geld nicht alles, aber wenn er später wirklich als Sozi arbeitet und ergänzend Hartz4 bekommt ist das sicherlich keine gute Lösung. Selbst wenn man sich in der Branche gut qualifiziert,verdient man einen Scheißdreck: eine Freundin von mir hat Sozialpädagokig studiert und hat nach 5 Jahren Studium nun satte 950€ netto raus (40h/Woche bzw eigentlich noch wesenlich mehr unbezahlte Überstunden sind da eher Alltag als Ausnahme) , ihren Kollegen bzw ehemaligen Kommilitonen gehts da kein Deut besser.




Beitrag von motte1986 07.04.10 - 08:14 Uhr

#pro


das geld ist wirklich übel in dem job, wenn man überhaupt ne stelle bekommt...

fast jede meiner kolleginnen ist ALGII abhängig oder vom ehemann abhängig.

und wenn man nix verdient und dann dem psychischen druck ausgesetzt ist, ist man ganz schnell in einer saftigen burn-out-geschichte drin und von da ist der weg zur depression gering.

klingt alles horrormäßig, aber es ist die realität.

im kindergarten ist die psychische belastung geringer als in jugendheimen o. behinderteneinrichtungen, dafür macht man sich schnell seinen rücken kaputt, fast alle über 45 haben bandscheibenprobleme, knieprobleme, etc...

in kinder- und jugendheimen und behinderteneinrichtungen ist die psychische belastung enorm, ich war 12 monate in einer behinderteneinrichtung (schule mit angeschlossener HPT und HPK) und musste 4 schüler und ein kindergartenkind sterben sehen. das war so hart und grausam, gerade in der ausbildung versetzt sowas einem einen schlimmen schlag.

ich würde niewieder diesen weg gehen.

vlg

Beitrag von marathoni 07.04.10 - 21:15 Uhr

...mich wundert der Beitrag....
Bei uns werden eigentlich nur noch Gymnasiasten zum Erzieherberuf ausgesucht.

Beitrag von motte1986 08.04.10 - 07:41 Uhr

offiziell ist aber nur ein realschulabschluss nötig.

lg

Beitrag von dropsi_2 08.04.10 - 10:32 Uhr

Hallo,

mein Sohn hat gestern mit seiner Lehrerin gesprochen und die hat nur mit dem Kopf geschüttelt und ihn gefragt, warum er ein Jahr verschenken will.

Sie hat ihm nun empfohlen, eine möglichst gute Prüfung hinzulegen im Mai und dann einfach die 10. zu machen. Dazu braucht er nur einen A Kurs, denn kann er haben und wenn dann noch eine Ausnahme gemacht wird, in Bezug auf die Anmeldefristen, die ja eigentlich schon vorbei sind, dann kann er das machen.

Das mit den Fristen und Ausnahme dafür, wird noch diese Woche geklärt und ich denke, dass ist die beste Lösung derzeit, er ist einverstanden, seine Lehrerin hat es empfohlen, von daher ist das okay.

Mal sehen, was er daraus macht und was sich weiter entwickelt.

Danke nochmal, an alle Beteiligten.

LG