Stell ich mich an, oder was ist los? - leider lang

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Forum: Liebesleben

Ob Liebeslust oder Liebesfrust, ob erotische Freuden oder "technische" Probleme: Hier ist Platz für Fragen, Sorgen und Tipps. Für das Thema Verhütung gibt es ein eigenes Forum Verhütung.

Beitrag von ausnahmsweise "schwa 06.04.10 - 12:09 Uhr

Hallo zusammen,

ob ich hier im Liebesleben richtig bin, weiß ich nicht genau, aber mir war es wichtig, dass ich meine Frage "schwarz" schicken kann. Außerdem hat die Geschichte noch immer Einfluss auf mein Liebesleben (hatte erst 8 Jahre danach Sex und muss heute noch oft beim Sex daran denken).
Meine Geschichte ist realtiv umfangreich und ich versuche, mich kurzzufassen. Stichpunkte kommen mir eh gelegen, da ich dann nicht so stark emotional beteiligt bin:
Damals war ich 17 (schon über 10 Jahre her). Warum es derzeit hochkommt, weiß ich nicht (vielleicht wegen der Medien).
Über einen Sportverein lernte ich einen Lehrer (ca. 55 Jahre alt) kennen. Er schrieb mir viele Briefe (im Nachhinein mit stellenweise komischen Anspielungen: "Nacht der Küsse", ...) und versuchte vermutlich, Vertrauen aufzubauen. Mir war damals schon unwohl. Bei einem Treffen, gingen wir dann trotzdem zum Reden zusammen in sein Auto. Dort bekam ich Riesenangst. Er sagte, dass er mich liebe. Ich hatte viel Angst, zitterte und ... So genau weiß ich es nicht mehr. Es ist nicht wirklich was passiert. Er gab mir irgendwann "nur" einen Kuss und streichelte mich. Ob er dabei an die Brust kam, weiß ich nicht mehr. Vielleicht habe ich mir das auch nur hinzugedichtet.
Als ich sah, dass Freunde kamen, habe ich es geschafft, auszusteigen.
Immer wieder habe ich mit dem Erlebten zu kämpfen. Warum? Es ist doch nichts passiert. Findet Ihr sein Verhalten normal oder nicht? Vielleicht hat er sich wirklcih nur verliebt? Oder darf sich ein 55jähriger Lehrer nicht in eine 17jährige Schülerin verlieben?
Irgendwie suche ich auch für mich eine Vokabel: Nötigung? Oder war eben doch alles normal und ich stelle mich nur an? Außerdem war ich 17 und hätte doch schon etwas mehr begreifen könne, was da vor sich geht, oder!?
2 Jahre später merkte ich, dass er wieder mit einer anderen Schülerin anbendelte. Deshalb ging ich zum Vereinsvorstand. Er reagierte sehr gut und ging mit mir zum Rechtsanwalt, der ein Schreiben an die Schule schickte, um sie darüber zu informieren. (Ob das übertrieben war, weiß ich nicht.)
Daraufhin waren viele auf mich sauer, da sie den Lehrer so mochten und er kurze Zeit keine Freizeiten anbieten durfte. Kurz darauf war das aber vergessen und er bot wieder Freizeiten an.
...
Warum ich das alles schreibe? Ich weiß es nicht genau. Aber derzeit verfolgt mich das alles so - auch beim Sex, kommt alles wieder hoch - und mich würde Eure Meinung, ob ich mich bespielsweise anstelle, interessieren. Danke!
Viele Grüße!

Beitrag von thyme 06.04.10 - 12:30 Uhr

Nein, du stellst dich nicht an. Was der Lehrer getan hat, ist ein schwerer Vertrauensbruch und und unter keinen Umständen gestattet. Selbst wenn er verliebt gewesen wäre, hätte er das für sich behalten müssen. Ob und wieviel da vorgefallen ist, spielt da gar keine so grosse Rolle mehr. Du hast emotionale Schäden erlitten, die dich immer noch belasten.

Ich kann dich ausserdem verstehen: Mir hat mal jemand im Vorbeigehen und mit voller Absicht an die Brust getatscht. Ich war so geschockt, dass ich es erst im Nachhinein richtig realisiert habe und nichts dagegen unternommen habe.
Eigentlich ja relativ "harmlos" und denoch: Ich fühlte mich noch wochenlang schmutzig etc, das ganze Programm. Habe mich daraufhin auch von meinem Freund getrennt, weil er es hingenommen hat, ohne mich zu verteidigen. Dabei hat er es gar nicht richtig mitbekommen.
Meine Reaktion hätte ich so in dieser Härte nicht erwartet. Also: Übergriff ist Übergriff, was genau geschehen ist, ist m.E. eher ein Detail.

Es ist gut, dass du damals den Kontakt zu der Vereinsleitung gesucht hast. Mir ist es unverständlich, dass der Lehrer später wieder Freizeitaktivitäten (?) anbieten durfte. Wie so oft: Das Opfer ist Täter und der Täter geniesst das Mitleid. Zum K...en.
Dir kann ich nur raten, dir professionelle Hilfe zu suchen, damit dein Erlebnis irgendwann dein Leben nicht weiter beeinträchtigt.

LG thyme


Beitrag von ausnahmsweise "schwa 06.04.10 - 12:38 Uhr

Danke! #blume
Vermutlich habe ich insgeheim gehofft, eine solche Antwort zu bekommen, die mir zeigt, dass ich nicht "unnormal" bin.
(Sollte jemand anders denken, bitte ich weiterhin, mir dies mitzuteilen!)
Ich bin erneut in Therapie, habe es bei dem Therapeuten aber noch nicht angesprochen, weil ich dachte, es sei Schnee von gestern. Scheinbar ist es so aber nicht und ich sollte es noch einmal ansprechen. Außerdem denke ich, dass Therapeuten eher "für" einen sind, als dass Sie sagen würden "Sie stellen sich an". Aber genau das frage ich mich ja.
PS: Mit Freizeiten meine ich auch mehrtägige, sportliche Veranstaltungen mit Übernachtung etc.

Beitrag von ladykracher68 06.04.10 - 14:31 Uhr

hallo,

Es wäre besser wenn du es deinem Therapeuten sagen würdest denn so was wird dich ein ganzes Leben verfolgen und sie sind ja auch dazu da ,ich habe eine Freundin der ist auch was schlimmes in jungen Jahren passiert hat sich nicht behandeln lassen sie hat heut noch zu kämpfen mit der Situation. Auf das drängen von mir und den anderen Mädels will sie jetzt zu einen Therapeuten gehn und mit der Vergangenheit abschließen. Ich wünsche dir alles Gute und lass dir Helfen.

Lg
Martina#blume

Beitrag von gustav-g 06.04.10 - 17:03 Uhr

"Sollte jemand anders denken, bitte ich weiterhin, mir dies mitzuteilen"

Ich finde, dass dir nichts Schlimmes passiert ist. Ich musste früher auch einen Übergriff erleben. Die Erinnerung ist noch da, aber sie hat mich nie belastet.

Dass du stark darunter leidest ist nicht deine Schuld. Was dich belastet, muss in der Therapie behandelt werden.

Ich wünsche dir viel Erfolg.

Beitrag von pheromon 07.04.10 - 16:40 Uhr

Warum ist dir unverständlich, dass der Lehrer wieder Freizeitaktivitäten anbieten durfte?

Objektiv ist ja nichts Justiziables passiert.
Auch wenn die psychischen Folgen unbestritten sind.

Trotzdem hat der Lehrer einen "Warnschuss", bekommen, an den man sich im Falle, dass Schlimmeres passieren sollte erinnern wird. Das es erst dazu kommen muss liegt in der natur eines Rechtstaates

LG Pher

Beitrag von mal1 06.04.10 - 13:14 Uhr

Hallo,

Ich verstehe dich und würde sagen das du dich nicht anstellst....wenn dir diese Situation unangenehm war auch wenn nicht schlimmes weiter geschehen ist was aber auch passieren hätte können ist das gut zu verstehen das dein Körper und Seele so reagiert.
Das du das gemeldet hast ist gut so, man weiß ja nicht wie weit er noch gegangen wäre, echt Mutig von dir.

Mein Vater hat mich als Kind Sexuell-Vergewaltigt, habe lange geschwiegen bis ich den Mut hatte meiner Mutter das zu sagen, Sie hat mich zu meiner Omi geschafft wo ich auch eine weile geblieben bin.
Wir haben ihn auch Angezeigt leider würde meine Aussage nicht anerkannt weil ich zu jung war und auch verwirrt und so würde das Verfahren eingestellt wegen Mangel an-beweisen und so habe ich das vertrauen an das Gesetz verloren.
Es ist auch schwer heute noch damit zu Leben aber man lernt es, habe ein ganz tollen Partner mit den ich seit 12 Jahren zusammen bin und mich Unterstützt es gab auch in dieser Zeit wo es mir über habt nicht gut ging und versucht habe mir das leben zu nehmen und das zum Glück überlebt habe und eine gute Therapie gemacht habe wo mein Partner mich bekleidet hat.
Die wollten ja das Verfahren wieder auf rollen weil ich mir versucht habe das Leben zunehmen wegen dieser Sache aber dann kam raus das es verjährt ist....ob ich den Mut hätte das durch zuziehen das weiß ich nicht...aber er wird seine Strafe bekommen und wird in der Hölle schmoren...
Heute kann ich sagen mir geht es gut und weiß wie ich mich in verschiedene Situation verhalten muss auch wenn ich mal wieder Albträume habe....
Ich weiß das auch in verschiedenen
Lebenslagen so was auch störend ist aber wenn man ein Partner hat der einen beisteht kann man das schaffen....

Wünsche dir alles gute und wenn du Hilfe brauchst suche dir eine Therapeutin die sich in solchen Sachen aus kennen, das hilft die Seele zu befreien.

LG.............

Beitrag von Danke! 08.04.10 - 09:13 Uhr

Danke für Eure Antworten - jeglicher Art.