Hab eine Frage an Mamis von ehemals pingeligen Kindern

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Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von milou06 06.04.10 - 20:44 Uhr

Hallo zusammen,

ich gehöre noch nicht hier her, aber mir brennt eine Frage auf den Nägeln, die mir Mamis mit etwas älteren Kindern besser beantworten können.

Folgendes:
Mein Sohn ist 4 und ist so ein Pingel was das Essen angeht.
Er isst nichts, was rot ist.
Er isst nichts, was grün ist.
Er isst nichts, was ne komische Farbe hat.
Er isst nichts, was einen Knubbel hat, ob Brot o. Würstchen, Milchreis, Grieß, Marmelade, Erbsen, Vollkorn...
Er isst kein Ketchup oder Mayo, kein Gemüse etc.etc.etc.

Dabei habe ich ihm von Anfang an immer alles zum probieren angeboten. Da ich das schon aus meiner Kindheit so kannte, man probiert erstmal alles um dann zu schauen, ob man es mag, oder halt nicht.
Das klappte auch ganz gut, doch irgendwann schlug das in die "fast-alles-Verweigerung" um.

Da seine Antipathie gegen so viele Dinge wirklich Überhand nimmt, wende ich mich nun an Euch, mit der Frage:

Verdünnisiert sich diese Pingeligkeit irgendwann?

Habt Ihr Tipps für mich, wie ich ihm vieles einfach näher bringen kann, ohne dass er sich genötigt fühlt?

Das einzige was ich als Kind wirklich nicht mochte, war Leber. Genau diese wurde mir förmlich reingeprügelt, sodass ich sie noch weniger essen wollte bzw. mochte.

Wäre Euch wirklich sehr Dankbar #blume

Einen schönen Abend,
Denise

Beitrag von ina_bunny 06.04.10 - 21:15 Uhr

Also mal ehrlich. Solch ein Theater würde ich niemals mitmachen.

Was isst er denn überhaupt?

Ich würde da keine Rücksicht auf ihn nehmen. Irgendwann wird er vor Hunger schon essen.

Klar, wenn er absolut beispielsweise keinen Griesbrei mag, würde ich das respektieren. Aber bei den vielen Extrawürsten... ne... ne... Ohne mich.

Wie ist es denn im Kiga?

LG Ina

Beitrag von milou06 06.04.10 - 21:26 Uhr

#danke für Deine Antwort.

Genau das ist es ja. Ich hab keine Lust mehr auch dies:
Ich mag dies nicht und will das nicht.

Seit einiger Zeit wird es halt immer schlimmer und daher habe ich schon vermehrt darauf geachtet, dass ich vieles koche oder einkaufe, was er dann essen müsste, wenn er hunger hat. Aber nix, dann isst er lieber gar nichts #augen

Im Kiga isst er auch nur das, was ich ihm mache, ansonsten würde ich völlig umsonst eine Menge Geld im Monat ausgeben, was ich allerdings zwei Monate getestet habe.

Er ist kerngesund und gut gewachsen, nur wäre es doch schöner, wenn er sich einfach etwas vielfältiger ernähren würde.


Beitrag von ina_bunny 06.04.10 - 21:31 Uhr

Bekommt er im Kiga kein warmes Mittagessen?
Der Gruppenzwang kann dort so einiges bewirken.

Ansonsten hart bleiben. Verhungert tut er schon nicht.

Viel Erfolg!

LG Ina

Beitrag von 3erclan 06.04.10 - 21:28 Uhr

Hallo

dein Sohn hat dich super erzogen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Sry aber so ein theater ginge gar nicht.von klein auf gar nicht.

wünsch dir jetzt viel Spass beim wieder gradebiegen

Bei uns gibt es keine Extrawurst.

Sie dürfen mitreden was ich koche aber es wird abgewechselt.

lg

Beitrag von milou06 06.04.10 - 21:37 Uhr

Hallo,

das siehst Du falsch, ich koche nicht um ihn herum! Ich koche das wonach uns grade ist und wenn er das mal wieder nicht mag, isst er es einfach nicht.

Er bekommt dann auch keine Ersatzmahlzeit.

Genau das ist doch das Problem, dass er dann einfach nicht isst, egal wie lange.#augen

Wünsche Dir einen schönen Abend :-D

Beitrag von doreen1975 06.04.10 - 22:50 Uhr

Hannah ist auch so eine Expertin. Sie isst:
- kein Obst,
- kein Gemüse
- kaum Wurst und Käse
- keinen Tee.
eigentlich nur
- Pommes
- Nudeln
- Fischstäbchen
- Nutellabrote

Und dieses "Ach, deine Tochter hat dich ganz schön im Griff" mag ich eigentlich auch nicht hören. Ich koche nicht extra, aber Hannah war schon immer so. Wir waren auch schon bei zig Ernährungsexperten, leider ohne Erfolg. Und obwohl sie jahrelang in eine "gesunde" Kita gegangen ist, total Wert gelegt wurde auf gesunde Ernährung, hat es niemand geschafft, Hannah mehr als von Kartoffeln mit Soße zu überzeugen.

Keine Ahnung, ob es besser wird. Wir wollen es mal hoffen. Es geht dir also nicht allein so.

Beitrag von lulu2003 06.04.10 - 23:27 Uhr

Hallo Denise,

ich kenne ähnliches von unserem Sohn (6Jahre). Erst gestern hat er erbrochen weil er am Abend ein Brötchen gegessen hat welches vom Mittag war. Ihm war es zu hart. Irgendwas hat ihm nicht gepaßt. Also fing er an zu würgen und es kam ihm hoch. Seine Auswahl an Gerichten die er ißt kann man an einer Hand abzählen.

Ich werde ihn jetzt mal eine Weile in Ruhe lassen und nicht mehr unbewußt unter Druck setzen. Ich denke damit verschlimmert man oft mehr als man denkt.

Liebe Grüße
Sandra

Beitrag von waagekind-mama 06.04.10 - 23:42 Uhr

"Folgendes:
Mein Sohn ist 4 und ist so ein Pingel was das Essen angeht.
Er isst nichts, was rot ist.
Er isst nichts, was grün ist.
Er isst nichts, was ne komische Farbe hat.
Er isst nichts, was einen Knubbel hat, ob Brot o. Würstchen, Milchreis, Grieß, Marmelade, Erbsen, Vollkorn...
Er isst kein Ketchup oder Mayo, kein Gemüse etc.etc.etc. "


Es muss nicht 1:1 damit übereinstimmen. Wäre aber eine Erklärung...

Die Evolution von Homo Sapiens lässt grüßen. Das sind Verhaltensregeln für das Essen aus grauer Vorzeit. (Steinzeit)
hier verkürzt:

- Bevorzuge gut sättigende Nahrung
- Iss nur, was Du kennst.
- Probiere von neuen, unbekannten Speisen nur ganz wenig.
- Iss, was andere (z.B. Familie) essen.
- Meide was dir schlecht bekommen ist.

''Ein Beeren, Pflanzen, 'Gemüse' essendes Kind wäre bald ein totes Kind gewesen...'' (Buch: "Kinder verstehen - Wie die Evolution unsere Kinder prägt" von Herbert Renz-Polster)

"Dieses Verhalten fängt mit ca. 18 Monaten an, sollte im späten Kleinkind/Kindergartenalter seinen Höhepunkt erreicht haben und im Schulalter (zwischen 8 und 12 Jahren) wieder abklingen."

Hoffe Dir geholfen zu haben.

WGK-Mama

Beitrag von ohmama 07.04.10 - 22:00 Uhr

Ich kenne dieses Buch zwar nicht, kann dem aber voll und ganz zustimmen!

Mein 1. Sohn hatte Anwandlungen, die mich fast verzweifeln ließen. In der Grundschulzeit hat sich alles eingependelt, er ist jetzt fast 13 und isst fast alles.

Mein 2. Sohn ist genau so gewesen, er ist nun Grundschüler und alles wird besser. Bei ihm war es so extrem, daß er ausser seinen ausgewählten Speisen nicht mal probieren wollte. Weder bei mir, noch im Kindergarten ließ er sich dazu bewegen anderes Essen zu probieren als das was ihm sicher schmeckte. Und es war nicht so, daß er sich kurz wehrte, wir haben es auchmal "ausgereizt", ich glaube er würde immer noch im Kindergarten vor dem Teller mit Erdbeeren sitzen, wenn die Erzieherinnen es durchgezogen hätten #rofl

Meine 1. Tochter ist nicht so "schlimm" wie die Jungs, sie probiert und isst auch vieles, aber längst nicht alles. Meine 2. Tochter probiert alles und isst das meiste (mein ältester sagt immer: G.´s Hobbies sind essen und schlafen! ;-))

Ich kenne also die Unterschiede und glaube fest daran: Kein Kind verhungert am gedeckten Tisch. Ausserdem gibt es bei uns auch die Möglichkeit der Ausnahme.
Nudeln essen alle, die einen mit der Soße die ich koche, die anderen ohne alles oder eben auch mal mit Ketchup.

Zur aller größten Not gibt es auch mal ein Brot, wenn einer etwas gar nicht mag.

Warum in Machtkämpfe am Essenstisch verfallen, da bemommt man nur Magengeschwüre...

Beitrag von goldengirl2009 07.04.10 - 08:43 Uhr

Fang an ihn mit in die Küche zu nehmen,damit er dort mal alles sieht und vor allem lernt.
Meine große Tochter mag eigentlich kein gekochtes Gemüse, seitdem wir Dampfbeutel nehmen schmeckt es ihr.
Es gab bei uns auch immer Theater,seitdem wir einen Wochenplan machen wo Wünsche von allen berücksichtigt werden klappt es.

Von WMF gibt es tolle Kindersachen für die Küche,
das hier z.B.
http://www.wmf.de/willy-mia-fred_82511063/koch-set-2-teilig-willy-mia-fred_82907.html?sid={029DA18B-9B7F-4A85-A3B6-BCB934741BAC}

Gruß

Beitrag von ja-frager 07.04.10 - 09:24 Uhr

hast ja schon viele theorien und zukunftsvarianten bekommen. mag nur eine ergänzen, ich kenne auch jemanden, der nur wenige sachen isst. das macht gemeinsame mahlzeiten leider sehr kompliziert und so gern man diese person auch hat, es nervt. ich kann leider nicht sagen, ob das anerzogen ist, alle anderen der familie essen wohl normal und allergiebedingt ist es auch nicht.

ich würd sagen, augen zu und durch. ein wenig kann man immer auf kinder eingehen, aber wenn man immernur trockene brötchen isst, ist das auch gesundheitlich nicht gut. also sollte man kompromisse schließen, dass immer auch etwas zur wahl steht, dass aber dann auch gegessen werden muss.

viele verschweigen es, aber kaum ein kind isst alles, das eine verabscheut spinat und überhaupt alles, was grün ist, das andere mag nichts süßes. macht man sich dann mal eine liste kommt dann eine ähnlich lange liste heraus wie deine.

uns haben komische zufälle geholfen, als ich mal brokkoli kaufte, fragte sie was das für grüne bäume wären, seitdem heißen die eben so und werden sehr gern gegessen, weils eben bäume sind (und inzwischen ist sie 8!), das klappt auch bei blumenkohl. außerdem isst sie karotten, weil die konsistenz "erträglich" ist, oder chicoree, weils interessant ist, oder oliven, weil ich da immer schon scharf drauf bin und ihr eigtl. verbat, mir die wegzufuttern, das war aber erst recht interessant. dann ofenkäse - ih, warmer käse - aber ausprobiert und nu prügeln wir uns drum...

fazit: essen soll spaß machen, ohne zwang sein und man hat viele alternativen, die man einfach mal ausprobieren sollte. und gesund muss eben ab und an mal sein.

Beitrag von frauke131 07.04.10 - 09:25 Uhr

Mein Sohn (7) ist auch mäkelig beim Essen. Wenns nach ihm ginge, gäbe es nur noch Schnitzel und Eierkuchen!

Ich erzwinge nichts beim essen, aber extrawürste gibt es auch nicht es sei denn, wir kchen uns etwas, was die Kinder absolut nicht essen.

Ignorier sein gemäkel, machen wir auch! Wer nicht ordentlich ist, bekommt keinen Nachtisch oder Eis.

Unsere Tochter probiert alles, von daher bin ich bei ihr auch lockerer, wenn sie mal sagt, sie mag etwas nicht!

Beitrag von sora76 07.04.10 - 09:42 Uhr

Hallo!

Meine Tochter ist auch so. Sie war aber schon so seitdem sie ca. 1 Jahr ist.....jetzt ist sie 6 Jahre.
Sie isst sehr wenig, vielles mag sie nicht, oder will sie erst gar nicht probieren.
Mich belastet das sehr, aber so ist es nunmal.

Ich koche soweit normal und sie pickt sich was raus was sie mag. Wenn nichts dabei ist , muß sie eben Brot essen.
Ich selber würde mehr Gesund kochen, aber dann würde meine Tochter immer leer ausgehen.
Immer wieder biete ich ihr an, etwas zu probieren. Sie will nicht.
Auch im Kindergarten konnte man sie nicht überzeugen. Sie ist halt.

Eigentlich kann man nicht viel machen. Wenn solche Kinder das nicht wollen, kann man sich schlecht überzeugen.

Ich hoffe schon seit Jahren das sich da was tut, aber nichts. Sie bleibt bei ihrem Standpunkt.

So entwickelt sie sich gut und ich brauche mir darum keine Sorgen zu machen.
Was ich manchmal mache ist, das ich in Sossen etwas Gemüse schmuggel. Also Möhren in Tomatensoße und so. Das merkt sie nicht, wenn sie pürriert sind.

Mach weiterhin keinen Druck.
Lass ihn essen was er möchte und versuche das zu ignorieren. Mach da keine Geschichte draus.
Mehr kann ich dir da auch nicht zu raten, da ich ein ähnlichers 'Problem' habe.

Vielleicht gibt sich das wieder, vielleicht auch nicht. Das kann dir keiner sagen.


LG Sonja

Beitrag von kerstin7t9 07.04.10 - 10:06 Uhr

Hallo,

ich war als Kind so ähnlich. Kann mich noch erinnern, dass ich voller Ekel vor einem Teller mit Rindsbraten, Rotkraut und Knödeln (heute könnte ich mich da reinsetzen!) saß und mein Vater gedroht hat:"Du bleibst so lange sitzen, bis das aufgegessen ist." Den Kampf hat er nicht gewonnen, denn ich blieb stur.
Meine Lieblingsspeisen konnte man auch an einer Hand abzählen und am liebsten mochte ich Süßigkeiten.

Was soll ich sagen, heute habe ich einen recht breit gefächerten Geschmack und mich muss niemand mehr zum Essen zwingen ;-)
Meine Kinder (4 und 9) und ich haben die Übereinkunft gefunden, dass jeder sich ein Gericht in der Woche wünschen darf und ich ansonsten nicht von ihnen verlange, etwas zu essen, von dem ich weiß, dass sie es wirklich eklig finden (z.B. Erbsensuppe, auch bekannt als "grüne Ko..." ;-)).

Biete deinem Sohn also ruhig immer wieder mal neue Gerichte an und brat ihm keine Extrawürste, mehr kannst du fast nicht tun.

Mitfühlende Grüße,

Kerstin

Beitrag von ayshe 07.04.10 - 10:25 Uhr

hallo,

meine tochter ist da auch schwierig.
ich bin gegen jeden druck, denn es bringt rein gar nichts, außer die totale abneigung gegen alles.
ich war selber so. und ich habe dann eben nichts gegessen, war dürr, aber mir war es egal.
ich esse auch heute nichts, was ich eklig finde, meine tochter auch nicht.

"der hunger treibt´s rein." sagen ja viele, nööö, bei mir nicht, saublöd der spruch, mehr nicht.

ich denke, irgendwann ändert sich alles, hat es sich bei mir auch und ich denke, das wird schon.

ja, es gibt viele punkte, wesewegen essen "eklig" sein kann ;-)

aussehen, geruch, konsistenz....

Beitrag von eriks_mama 08.04.10 - 01:48 Uhr

#rofl#rofl#rofl#rofl#rofl#augen#augen#augen


Mehr brauch ich hier zu manchen net sagen...